Kaminöfen mit Feinstaubfiltern nachrüsten

Mit der Einführung der 1.Bundesimmissionschutzverordnung (BImSchV) treten schrittweise neue Bestimmungen für Ofen- und Kaminbesitzer in Kraft. Für das Jahr 2020 stehen weitere Änderungen an.

Was genau für Sie als Feuerstättenbesitzer auf sie zu kommt und was Sie beachten müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Dort beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen.

Doch was passiert, wenn Sie Ihren Ofen umrüsten müssen und Sie sich dafür entschieden haben einen Filter einbauen zu lassen? In diesem Ratgeber fassen wir wichtige Punkte zu den Filtersystemen für Kamine und Ofen für Sie zusammen.

Feinstaubfilter_fullsize2

Welche Feinstaubfilter gibt es?

Feinstaubfilter für den Kamin funktionieren wie ein Katalysator für Autos. Er scheidet Schadstoffe, die bei der Verbrennung entstehen ab und verhindert so, dass diese nach außen in die Umwelt gehen. Grundsätzlich können die Filtersysteme in zwei Arten unterschieden werden: aktive und passive Feinstaubfilter.

Aktive Feinstaubfilter

Aktive Feinstaubfilter arbeiten nach dem elektrostatischen Prinzip. Die Feinstaubpartikel werden elektrisch aufgeladen und an der Wand des Abgasrohres abgesetzt. Der Aktivfilter wird direkt in die Abgasleitung des Kamins eingebaut. Die Montage muss durch einen Fachmann erfolgen. Für den Einbau ist ein zusätzlicher Stromanschluss notwendig, wodurch mit zusätzlichen Kosten gerechnet werden muss. Gute Aktivfilter erreichen mit der elektrostatischen Abscheidung einen hohen Wirkungsgrad von 90 % auf. Sie sind für alle Feuerungsanlagen geeignet, deren Leistung unter 25 kW liegt.

Funktion

  • Beim Heizen strömen die feinen Staubpartikel in den Abgaskanal des Kamins.
  • Der Aktivfilter setzt Elektronen frei. Diese bewegen sich mithilfe von elektrostatischen Kräften zur Kaminwand hin und bleiben an den Feinstaubpartikeln haften. Dabei laden sie die Partikel auf, was zur Folge hat, dass der Feinstaub sich ebenfalls zur Kaminwand hinbewegt.
  • Der Feinstaub wird so nach und nach an der Kaminwand gesammelt, wo er zu größeren Brocken verklumpt. Diese Flocken werden automatisch entfernt und gelangen in den Aschebehälter der Feuerstätte. Der Abgaskanal des Kamins ist anschließend frei von Feinstaub.

Das ganze Prinzip kann zum besseren Verständnis mit einfachen Alltagssituationen verglichen werden. Wenn Sie sich schon mal einen Kunstfaser Pullover ausgezogen, oder einen Ballon an den Haaren gerieben haben, ist Ihnen sicher aufgefallen, dass Ihre Haare zu Berge standen. Wie bei dem aktiven Feinstaubfilter werden auch so kleine Teilchen aufgeladen und bleiben an bestimmten Materialien haften.

Passive Feinstaubfilter

Passive Filter haben im Gegensatz zu den aktiven Filtersystemen einen einfachen Aufbau. Dabei handelt es sich um Filterkassetten, die nach dem Prinzip der oxidativen Katalyse arbeiten. Sie können von selbst in die Feuerstätte eingebaut werden, sind aber auch wartungsaufwendiger als aktive Feinstaubfilter. Die Kassetten müssen regelmäßig gereinigt und aller 1 – 2 Jahre ausgetauscht werden. Der Wirkungsgrad ist nicht ganz so hoch, wie bei den aktiven Filtern.

Funktion

  • Die Rauchgase strömen beim Heizen durch den Filter. Dabei werden die schädlichen Stoffe, wie Kohlenwasserstoffe in weniger schädliche Stoffe umgewandelt.
  • Der Feinstaub wird direkt am Katalysator abgelagert und verbrennt an dessen heißen Oberfläche.
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Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Ein genauer Preis ist nicht einfach auszurechnen. Die Werte sind von verschiedenen Faktoren abhängig, z. B. Alter und Art der Feuerstätte und der Aufwand, der damit betrieben wird. Grundsätzlich lässt sich aber Folgendes sagen: 

Die Kosten beim Einbau auf elektrostatische Aktivfilter liegen im Bereich von rund 1.000 Euro. Dazu kommen noch einmalige Kosten für den Einbau. Da dieser Filter einen Stromanschluss benötigt, müssen auch hierfür Stromkosten hinzugerechnet werden. 

 Der Preis beim Passivfilter liegt bei rund 300 Euro. Hier kommt noch hinzu, dass die Filterkassetten regelmäßig ausgetauscht und somit neu gekauft werden müssen. Da ist in der Regel aller 1 – 2 Jahre der Fall.

Nachrüsten oder Austauschen?

Ist eine Nachrüstung wirklich sinnvoll? Oder ist ein Einbau eines modernen Kamins mit weniger Aufwand verbunden? Bevor Sie über eine Nachrüstung durch ein Filtersystem nachdenken, lassen Sie Ihre Feuerstätte durch einen Schornsteinfeger prüfen. Sie können sich vor Ort beraten lassen, ob die Nachrüstung Sinn macht, oder ob Sie mit dem Einbau eines neuen Kamins besser kommen würden.

Gerade bei sehr alten Öfen, die bereits viele Jahre in Betrieb sind, kann eine Umrüstung mit mehr Aufwand verbunden sein, der sich auch in den Kosten widerspiegelt. Gute Kaminöfen können sie schon zu günstigeren Preisen bekommen. Bei neuen Öfen werden die Grenzwerte und neuen Richtlinien bereits eingehalten. Zudem können Sie ihn passend zu Ihren Vorstellungen kaufen.

Überlegen Sie sich im Vorfeld, ob eine Nachrüstung des Kamins Sinn für Sie macht. Lassen Sie sich z.B. von einem Schornsteinfeger beraten, wenn Sie sich unsicher sind. Die Wahl ist abhängig von dem Alter, und der Art ihrer Feuerstätte, sowie den Möglichkeiten des Filtereinbaus.

Eine Nachrüstung lohnt sich dann, wenn Sie mit den entsprechenden Anschaffungs- Einbau sowie Betriebskosten günstiger kommen, als mit dem Einbau einer neuen Feuerstätte, die die Richtlinien für die Grenzwerte einhält.

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