Fallschutz nach DIN EN 1177 Holzhackschnitzel auf Spielplätzen

Holzhackschnitzel als Fallschutz?

Kind spielt auf einer Schaukel.

Spielplätze sind die Jungbrunnen einer jeden Stadt und Gemeinde. Unsere kleinsten Mitbürger können hier spielen, toben und lachen. Damit aus Spaß kein bitterer Ernst wird, müssen Spielplatzbetreiber für Sicherheit sorgen. Sowohl Spielgeräte als auch die darunterliegenden Böden müssen deshalb einer DIN-Norm entsprechen. In manchen Fällen reicht schon eine einfache Rasenfläche. Bei höheren Geräten, wie zum Beispiel einer Rutsche, muss der umliegende Boden besser geschützt sein. Hierfür eignen sich Holzhackschnitzel hervorragend, denn Sie dämpfen nicht nur beim Fall, sondern vermeiden das Verrotten der Spielgeräte. Doch auf was musst Du beim Kauf von Holzhackschnitzeln achten? Und wo ist die DIN-Norm zu finden? Dieser Artikel beantwortet Deine brennendsten Fragen zum Thema Holzhackschnitzel und alles was Du dazu wissen solltest.

Wo ist der Fallschutz auf Spielplätzen geregelt?

Seit den 90er Jahren gibt es eine einheitliche Norm in Europa, welche Sicherheitsvorschriften für Spielplatzgeräte sowie Spielplatzböden enthält. Die Norm DIN EN 1177 befasst sich explizit mit der Beschaffenheit von Spielplatzböden. Je nach Größe und Fallhöhe der Spielgeräte muss ein spezieller Fallschutzbelag her. Neben herkömmlichem Rasen lässt sich Rindenmulch, Sand oder Gummiboden einsetzen - oder eben Holzhackschnitzel. Fallschutzdämpfung muss unter Spielgeräten auf öffentlichen und auch privaten Spielplätzen vorhanden sein. Letzteres gilt jedoch nur für frei zugängliche Orte wie Spielplätze eines Wohnblocks. Die besagte DIN-Norm erhältst Du unter anderem beim TÜV oder anderen Prüfbehörden. Sie beinhaltet neben den Bestimmungen zur Schichthöhe auch Angaben zur Wartung und Instandhaltung.

Wann sind Holzhackschnitzel als Fallschutz nötig?

Ab einer Fallhöhe von 0,6 Metern sollte unter einem Spielgerät ein stoßdämpfender Bodenbelag vorhanden sein. Bis zu dieser Höhe gibt es keine konkreten Vorschriften. Hier muss lediglich dafür Sorge getragen werden, dass sich keine Objekte unter dem Gerät befinden, an denen sich Kinder verletzen könnten. Bis zu einer Höhe von 1,5 Metern reicht theoretisch eine natürliche Rasenfläche aus. Rasen wird jedoch schnell plattgetreten oder trocknet bei starker Sonneneinstrahlung aus. Spielplatzbetreiber müssen deshalb immer wieder nachprüfen, ob die Wiese noch als Fallschutz geeignet ist. Ab 1,5 Meter Höhe ist der Einsatz zusätzlicher Bodenbeläge vorgeschrieben. Erfahrungsgemäß eignen sich Materialien wie Holzhackschnitzel ab einer Fallhöhe von einem Meter dazu bestens. Eine Tabelle regelt im Übrigen genau, welches Material sich für welchen Fallschutz einsetzen lässt. Diese soll bei der Orientierung helfen, befreit jedoch nicht vor einer genauen Qualitätsprüfung des Untergrundes. Unser Tipp: In regelmäßigen Abständen die Beschaffenheit des Holzhackschnitzels begutachten.

Wie müssen Holzhackschnitzel als Fallschutz beschaffen sein?

Wie genau Holzhackschnitzel zusammengesetzt sein müssen, ist ebenfalls in der DIN-Norm geregelt. Die Korngröße sollte zwischen fünf und 30 mm betragen und aus mechanisch zerkleinertem, geschältem Holz bestehen. Der Wasseranteil ist optimalerweise gering und die Stücke sind fein und wenig zerfasert. Auch Verunreinigung ist zu vermeiden, Grünzeug sollte also vor dem Häckseln bereits entfernt worden sein. Die Schichtdichte hängt mit der Fallhöhe zusammen. Bei einer Höhe von bis zu zwei Metern reicht eine Schichtdichte bis 30 Zentimeter. Es empfiehlt sich, der ersten Lage 10 cm mehr beizufügen, da sich das Material verdichtet und Kinder das Material plattdrücken oder beim Spielen abtragen.

Wie lässt sich die Fallhöhe und der benötigte Fallraum berechnen?

Es klingt zunächst logisch, die Höhe der Rutsche oder Schaukel zu messen und danach Fallhöhe und Aufprallfläche zu bestimmen. Dem ist jedoch nicht so! Ab einer Fallhöhe von 1,5 Meter verändert sich bereits die Aufprallfläche. So liegt zum Beispiel bei einer Fallhöhe von 2,4 Metern die Aufprallfläche bei 2,10 Meter. Die Formel zur Berechnung lautet:

  • Länge Aufprallfläche = 2/3 der Fallhöhe + 0,5

Dazu kommt, dass verschiedene Spielgeräte unterschiedliche Fallbereiche verlangen. So ist der Fallraum einer Schaukel selbstverständlich nicht direkt unter dem Gerät. Gefährlich wird es erst dann, wenn ein Kind während des Schaukelns herunterfällt. Im ungünstigsten Fall geschieht dies bei vollem Schwung. Dieses Risiko musst du mitberechnen! Der Fallraum beträgt bei einer Schaukel ca. einmal die Kettenlänge plus zwei Meter. Verwirrend? Zugegebenermaßen ist es nicht einfach, sich in diesem Dschungel zurechtzufinden. Aber keine Sorge! Du musst nicht für jedes Spielgerät ausrechnen, wie der jeweilige Fallraum aussieht. Hierfür sind die Hersteller der Schaukeln und Rutschen verantwortlich. Denn die müssen angeben, wie groß der Dämpfungsbereich ausfällt.

Welche Pflichten haben Spielplatzbetreiber beim Fallschutz durch Holzhackschnitzel?

Nicht nur alle Geräte eines Spielplatzes, sondern auch der Bodenbelag bedarf einer Wartung und Instandhaltung. Gerade bei Naturböden muss eine regelmäßige Überprüfung erfolgen, da sie ihre Beschaffenheit durch Wetter und Gerätenutzung verändern. Weil Kinder Bodenbeläge und so auch Holzhackschnitzel zum Spielen nutzen, ist es Pflicht des Spielplatzbetreibers, immer wieder nachzusehen, ob sich das Material noch an Ort und Stelle befindet. Selbstverständlich halten sich diese Pflichten in Grenzen – schließlich sind Kinder für Ihren Baueifer bekannt! Es ist aber wichtig, dass Du genau dokumentierst, zu welchem Zeitpunkt Instandhaltungsarbeiten durchgeführt wurden. Selbstverständlich muss der Platz auch in regelmäßigen Abständen vom TÜV geprüft werden! Falls Du noch in der Planungsphase steckst, lohnt es sich sogar, mit den Planungsunterlagen zur Behörde zu gehen und mit einem Fachmann über die Sicherheitsvorkehrungen zu sprechen. Aber nicht nur Du selbst musst gut informiert sein! Alle Spielplatzbetreiber sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Nur so kannst Du sichergehen, dass die Spielplatznormen sachgerecht umgesetzt werden. Wenn Du zum Beispiel an den jeweiligen Spielgeräten Markierungen mit der geforderten Schichtdicke anbringst, erleichterst Du sowohl Deine als auch die Arbeit Deiner Mitarbeiter.

Fazit und abschließende Tipps

  • Wenn Du einen Spielplatz betreibst, musst Du über eine entsprechende Bodendämpfung nachdenken. Grob über den Daumen gepeilt macht ein Schutz ab einer Fallhöhe von über einem Meter Sinn.
  • Die Größe der Aufprallfläche und damit der zu schützende Bereich hängt vom Spielgerät ab. Angaben hierzu kommen vom Gerätehersteller. Wichtig ist, dass Du regelmäßig überprüfst, ob das Material noch einwandfrei ist oder die richtige Höhe zur Dämpfung besitzt. Dann kann eigentlich nichts schiefgehen!
  • Wenn Du Dich erst in der Planungsphase befindest, macht es Sinn, wenn man sich schon im Voraus Gedanken macht, welcher Fallschutz für welches Spielgerät nötig ist. Im optimalen Fall kannst Du den Platz optimieren, da es erlaubt ist, für mehrere Geräte denselben Fallbereich zu verwenden.

Wenn Du alle Sicherheitsvorschriften der Norm erfüllst, kannst Du Dich entspannt zurück lehnen und den Kindern beim Rutschen, Schaukeln und Lachen zusehen.


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