Streichhölzer und Kaminanzünder selber herstellen

Kaminanzünder können beispielsweise aus Sägespänen, Tannenzapfen und Reisig hergestellt werden. Normale Streichhölzer können Sie mit eine bisschen chemischer Fachkenntnis aus Holzstäben erstellen. Allerdings ist das Ganze nicht ungefährlich. Wir stellen Dir hier die verschiedenen Methoden vor.

Streichhölzer selber machen

Die einfachste Variante für ein selbst gemachtes Streichholz, stellt der Holzspan in Wachs getränkt, dar. Er brennt sogar besser und länger als die Streichhölzer aus dem Handel. 

Für selber gemachte Streichhölzer braucht es 4 Komponenten:

  • Das Brennmaterial, also Holz, Papier, Tannenzapfen oder Nuss-Schalen
  • Einen Brennstoff wie Chlorat
  • Ein Bindemittel, damit dieser am Brennmaterial haftet
  • Eine Reibefläche

Wenn man dies alles nicht parat hat oder beschaffen kann, so behelfen sich echte Survival-Künstler einfach mit einem Brennglas, einer Lupe, Glasscherbe – damit kann man aber nur bei Sonneneinstrahlung ein Feuer erzeugen. Um sich nun selbst Streichholzersatz zu basteln, muss man neben dem Brennstoff und Bindemittel auch eine Reibefläche herstellen. Dies geht z.B. aus Pappe, Phosphor und feinem Glasstaub.

Streichhölzer Nahaufnahme

Streichholz herstellen wie im Chemie-Unterricht

Nun stellen wir Ihnen eine kleine Anleitung vor, wie man Streichhölzer selber basteln kann, vielleicht kennen Sie diese Methode noch aus dem Chemie-Unterricht. Aber Achtung: Sie brauchen eine Schutzbrille und Handschuhe. Versuchen Sie niemals die Streichhölzer ohne diese beiden Utensilien herzustellen.

Folgende Materialien benötigen Sie:

  • Holzstäbchen
  • Paraffin
  • Schwefelpulver
  • Kaliumchlorat
  • Bleioxid
  • Saccharose
  • Dextrin
  • Wasser

Zunächst wird das Holzstäbchen an einem Ende in geschmolzenes Paraffin getaucht. Dann mischen Sie die Brennpaste, die entzündlich ist. Sie besteht aus: 2 g Schwefelpulver, 1 g Saccharose, 2 g Dextrin, 3 ml Wasser. Vermischen Sie alles mit einem Holzstäbchen.

Dann kommen Kaliumchlorat, Bleioxid und Glasmehl hinzu. Aber nur nach und nach! Kaliumchlorat höchstens 10 g, Bleioxid 3 g Mennige und Glasmehl pulverisiert 2g.

Alles ergibt einen Brei, in den man das paraffingetränkte Holzstäbchen tauchen kann. Anschließend trocknet das Streichholz. (Am besten in einem Glas)

Sehr empfehlenswert ist es aber nicht, sich selbst solche Streichhölzer herzustellen, dass das Entzünden doch zu gefährlich ist.

Kaminanzünder selber herstellen

Vernünftiger, umweltschonender und sparsamer ist es, sich Grill- oder Kaminanzünder selbst herzustellen.

Kaminanzünder aus Tannenzapfen

Kaminanzünder aus Tannenzapfen und Reisig

Für diese Variante brauchen Sie nur Tannenzapfen, Reisig, Garn aus Baumwolle, Messer, Schere.

Nehmen Sie sehr trockene Tannenzapfen. Die Reisigzweige werden auf eine Länge geschnitten, etwa so lang wie zwei Drittel des Tannenzapfens. Auch die Zweige müssen absolut trocken sein. Die Zweige werden um den Zapfen gelegt und mit einem Garn, das brennbar ist umwickelt. Alles soll fest verschnürt und kompakt sein. So stellen Sie einzelne Pakete als Anzünder her.

Kaminanzünder aus Zapfen und Sägespänen

Sie benötigen Tannenzapfen, Sägespäne und Wachs sowie eine Papprolle, Papier, Topf, Pfanne.

Es wird zerknülltes Papier in eine Papprolle gesteckt. Das eine Ende soll dadurch richtig verschlossen werden. Dann füllt man die Rolle mit Sägespänen, bis zu zwei Dritteln. 

Nun kann man oben den Tannenzapfen hineinstecken. Zum Schluss gießt man noch flüssiges Wachs in das Innere der Rolle und lässt alles gut trocknen. Solche Anzünder sind sehr effektiv, auch für große Feuer.

Kaminanzünder aus Sägespänen

Kaminanzünder aus Sägespänen herstellen

Dazu brauchen Sie lediglich Sägespäne, Wachsreste, eine alte Auflaufform, einen Topf mit Wasser, ein Messer und eine alte tiefe Pfanne plus hitzebeständiger Schutzhandschuhe.

Zunächst erhitzen Sie die Wachsreste im Wasserbad auf dem Herd. Nehmen Sie anschließend die alte Pfanne oder einen weiteren Topf in das Wasserbad, um dort das Wachs zu schmelzen. Wer vorsichtig und geübt ist, kann das Wachs auch auf niederer Flamme auf dem Herd schmelzen, aber vorsichtig, es kann sich entzünden! Das flüssige Wachs kann nun über die Sägespäne gegossen werden. Diese am besten vorher in einer Auflaufform verteilen.

Die Sägespäne sollten gut mit dem Wachs überzogen werden. Das geht am besten mit der Hand, wenn man sich Schutzhandschuhe, die nicht hitzeempfindlich sind, anzieht. Dieser Vorgang mit dem Wachs erhitzen und einkneten, muss ein paar Mal wiederholt werden.

Alles zusammen muss eine dichte Masse ergeben! Es geht nicht darum, die einzelnen Holzspäne zu benetzen. Hat man dies erreicht, darf der Anzünder gut 24 h lang kühlen. Zum Kaminanzünden kann man nun immer ein kleines Stück herausschneiden. Er brennt immer ca. 10 Minuten lang.

Fazit

Wer geübt im Heimwerken ist und früher gut in Chemie war, kann dies wagen. Ansonsten ist das Herstellen von Anzündern an sich zu gefährlich, als dass man es wirklich empfehlen möchte. Der Vorteil bei den Anzündern ist: Sie sind vergleichsweise günstig. Sie haben eine schöne Glut. Allerdings brennen sie weniger kontrolliert. Die Herstellung von Streichhölzern ist gefährlicher, als die Herstellung von Kaminanzünder. 

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