Steinkohleabbau: Ende der Förderung in Deutschland

Deutschland fördert Kohle seit vielen Hundert Jahren. Doch damit ist Schluss. 2018 hat die letzte Zeche geschlossen. Der größte Teil der Steinkohle wird aus Ländern wie Russland oder Polen importiert. Doch wo kommt die Steinkohle in Zukunft her?

Deutschland fördert Kohle seit vielen Jahren. Doch 2007 hatten sich Politik, Gewerkschaft und Wirtschaft bereits darauf verständigt, die großen staatlichen Subventionen auslaufen zu lassen. Dabei hatte es die deutsche Steinkohle schon immer schwer. Sie lässt sich nur unter schwierigen Bedingungen aus mehr als 1.000 Metern Tiefe fördern, muss durch lange Stollen- und Schachtzechen erschlossen werden und ist nur mit hohen Subventionen wettbewerbsfähig. 1957 waren noch über 600.000 Bergleute an der Ruhr beschäftigt. 2017 waren es nur noch 9.500 Mitarbeiter.

2014 wurden in Deutschland noch 8,3 Millionen Tonnen verwertbare Steinkohle gefördert. Zum Vergleich: Die Volksrepublik China schafft es auf über 3.700 Millionen Tonnen, unser Nachbarland Polen auf 73 Millionen Tonnen. 

Steinkohleabbau

Woher kommt die Steinkohle jetzt?

Im Rahmen der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung liegt der Rohstoff Steinkohle nach wie vor auf Platz 3 direkt hinter Erdöl und Erdgas. Die Kraftwerke und die Stahlindustrie in Deutschland zählen zu den Hauptverbrauchern der Steinkohle. 2015 entfielen ganze 78 Prozent des Verbrauchs auf die Kraftwerke, 20 Prozent auf die Stahlindustrie, die vor allem auf Kokskohle setzt. Auf private Haushalte und das sonstige produzierende Gewerbe fielen nur 2 Prozent. 

Doch woher kommt die Kohle, wenn nicht aus Deutschland? 

Durch den auslaufenden Steinkohleabbau in Deutschland wurden bereits im Jahr 2017 schon 90 Prozent aus dem Ausland importiert. Denn trotz der Entfernung sind die Preise für Steinkohle dort deutlich günstiger. In vielen Wettbewerbsländern lässt sich die Steinkohle oft im oberirdischen Tagebau abbauen, deutlich günstiger als im deutschen Untertagebau. Und auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rund um Lohnzahlungen sind im Ausland anders aufgebaut. Regionen wie das Ruhrgebiet müssen sich dann um die Zeit des Nachbergbaus kümmern. Denn in 200 Jahren Bergbau hat es hier über 3.000 Zechen gegeben. Heute ist zum Beispiel die Zeche Zollverein, ein ehemaliges Steinkohlewerk in Essen, ein Industriedenkmal, Anlaufstelle für Touristen mit Museen, kulinarischen Angeboten und Naherholungsgebiet – ein Leben nach dem Bergbau.

Steinkohleabbau

Die internationale Steinkohleförderung

Der weltweite Verbrauch von Kohle ist 2015 zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen, die Folge einer gesunkenen Auslastung der globalen Kraftwerke und damit eine Stagnierung des CO2-Ausstoßes: Ein erstes Indiz für den möglichen Erfolg der weltweit getroffenen Klimaschutzziele. Auch der europäische Markt entwickelt sich ähnlich: So belief sich die europäische Steinkohleförderung in 2015 auf rund 100 Millionen Tonnen, 5,1 Prozenz weniger als im Vorjahr. Wichtigstes Förderland: Polen mit 72,2 Millionen Tonnen in 2015 und fast unverändert zum Vorjahr, für die der Steinkohleabbau eine der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine darstellt.

Doch trotz des leichten Rückgangs ist die Steinkohle lange nicht wegzudenken. Auch die deutsche Stromversorgung bleibt erst einmal abhängig von der Steinkohle. Im Abbau dominieren nach wie vor die Volksrepublik China. Aber auch Kolumbien, Südafrika, die USA, Russland oder Indien zählen zu den weltweiten Produzenten. Weltweit sollen sich die überhaupt förderbaren Steinkohlevorkommen übrigens auf 736,1 Milliarden Tonnen belaufen, so eine ältere Schätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) – eine gigantische Zahl.

Steinkohle

Steinkohle aus Polen und Russland – für die deutsche Industrie interessant!

Polen und Russland gehören zusammen mit den USA, Kolumbien und Südafrika zu den führenden Herkunftsländern deutscher Steinkohle. Dabei ist die polnische Steinkohle qualitativ genauso hochwertig wie die deutsche Kohle. Sie weist einen geringen Asche- und Schwefelgehalt auf, hat eine hohe Brennleistung und gute Verbrennungseigenschaften. Weil alle weltweiten Abbaugebiete je nach geografischen Eigenschaften unterschiedliche Kohlesorten liefern, werden die Importe in den Kraftwerken bedarfsgerecht zusammengemischt und eingesetzt.

Steinkohle wird auch in Polen im Untertagebau gefördert, zum Beispiel im Bergbaugebiet Oberschlesien. Das Oberschlesische Industriegebiet (polnisch: „Górnośląski Okręg Przemysłowy“, GOP) ist bis heute das wichtigste Steinkohlegebiet in Polen. Rund 120.000 Menschen arbeiten im Kohlebergbau. Dabei ist Steinkohle nicht nur als Exportware für Polen geschätzt: Fast 90 Prozent des polnischen Stroms werden durch die Steinkohle erzeugt. Das ist fast doppelt so viel wie in Deutschland, das mehr und mehr auf regenerative Energien zu setzten versucht.

Russland zählt zu einem der Länder, welche die weltweit größten Kohlereserven aufweisen. Rund 70 Prozent werden ins Ausland exportiert. Ein Drittel der deutschen Importe kommt direkt aus Russland, wo sich die Steinkohle meistens im oberirdischen Tagebau abbauen lässt. Die Oblast Kemerowo, die mit rund 500.000 Einwohner im Südosten Sibiriens liegt, ist eines der größten Kohlereviere in Russland. Das Kusbass-Steinkohlerevier gilt als eines der größten Vorkommen weltweit. Mehrere Tage- und Untertageanlagen befinden sich hier. Die sogenannten Flöze, also die Lagerstätten der Steinkohle, haben eine Dicke zwischen 1,5 Metern und in Ausnahmefällen 30 Metern.

Tags: Besser Heizen, Brennstoff Kohle
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