Heizwert und Brennwert

Spätestens, wenn man sich mit dem Thema Heiztechnik beschäftigt, stößt man auf Fachbegriffe wie Heizwert und Brennwert. Beide geben die Wärmemenge an, die bei der Verbrennung von Brennstoffen wie Erdöl, Erdgas, Holz oder Pellets entsteht. Wir erklären, wo die Unterschiede liegen und was beides mit den Heizkosten zu tun hat.

Beim Befeuern einer Niedrigenergieheizung mit Öl oder Gas entsteht im Kessel nicht nur Wärme für das Heizsystem, sondern auch Abgas, das mit hohen Temperaturen aus dem Schornstein geleitet wird. Es entstehen schädliche CO2-Emissionen und wertvolle Energie geht verloren. Deswegen werden seit 2015 traditionelle Heizkessel von Systemen mit Brennwerttechnik abgelöst. Hier kommen zum Beispiel Holzscheit- oder Pelletkessel infrage. Ihre Besonderheit: Hochwertige Brennstoffe haben einen hohen Heizwert und einen geringen Ascherückstand. 

Im Zusammenhang mit dem Heizen taucht auch der Begriff Brennwert auf. Sowohl der Brennwert als auch der Heizwert sind wichtige Kennzahlen, die die nutzbare Wärmemenge des jeweiligen Brennstoffs angeben. Doch gibt es Unterschiede zwischen beiden Begriffen.

Heizwert und Brennwert: eine Begriffsklärung

Der Heizwert

Der Heizwert, früher auch unterer Heizwert (Hu) genannt benennt die Energie, die bei der Verbrennung eines Brenn-, Kraft- oder Treibstoffs entsteht. Nicht enthalten ist hier die Energie, die bei der Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes freigesetzt wird. Der Heizwert wird meistens mit „Kilowattstunden pro Kilogramm(kWh/kg)“ angegeben. 

Der Brennwert

Der Brennwert dagegen beschreibt die Verbrennungsenergie und die Energie, die bei der Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes freigesetzt wird. Wie ist das zu verstehen? In einem Brennwertgerät bildet sich beim Verbrennen zum Beispiel von Erdöl heißer Wasserdampf, der beim Abkühlen kondensiert. Bei diesem Prozess entsteht Energie, die sich für den Heizkreislauf ebenfalls nutzen lässt.

Als Formel gilt: Brennwert = Heizwert + Kondensationswärme.

Voraussetzung dafür, dass der Wasserdampf im Abgas kondensiert: Eine niedrige Rücklauftemperatur, die je nach Heizsystem unter 50 bis etwa 55 Grad Celsius liegen sollte. 

Früher nannte man den Brenntwert übrigens "oberer Heizwert".

Zusammenfassend gilt:

Heizwert Brennwert
Wärmeenergie, die bei der Verbrennung eines Brennstoffs entsteht Verbrennungsenergie + Wärmeenergie der Verbrennungsabgase
  Der Brennwert ist immer höher als der Heizwert
Holzpellets Sackware

Vorteile der Brennwerttechnik

Neben Öl- oder Gasheizungen können heute auch Scheitholz-, Hackschnitzel- oder Pelletheizungen den energiesparenden Effekt des Brennwerts nutzen und werden als moderne Brennwertkessel verbaut. Bis zu zehn Prozent der Heizkosten lassen sich pro Jahr auf diese Weise senken. Bestehende Holzheizungen lassen sich mithilfe eines erfahrenen Installateurs sogar nachrüsten. Damit ein Brennwertkessel allerdings überhaupt genutzt werden kann, sind einige Voraussetzungen nötig. So müssen zum Beispiel alte Kamine umgerüstet werden. In der Regel wird ein Rohr eingezogen, das gegenüber Feuchtigkeit robust ist. Weil die aufsteigenden Abgase eine niedrige Temperatur haben, droht sonst eine Durchfeuchtung des Schornsteins. Weitere Bedingung für den Brennwertkessel: Das gebildete Kondensat muss über den Anschluss ans Kanalnetz aus dem Kessel geleitet werden.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:

  • Weniger Heizkosten
  • Weniger fossile Rohstoffe durch effizienten Verbrauch erforderlich
  • Weniger CO2-Emmissionen

Grundsätzlich lassen sich Brennwertkessel in allen Gebäuden einsetzen. Die maximale Effizienz wird durch sehr niedrige Rücklauftemperaturen von 35 Grad Celsius oder weniger erreicht. Flächenheizungen oder Heizkörper mit großen Flächen machen das zum Beispiel möglich.

Holzpellets Förderung

Tipps und Hinweise zur Förderung

Wie eine Erhebung ergeben hat, die der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) jährlich durchführen, sind bis heute noch rund 56 Prozent der ca. 21 Millionen in Deutschland installierten Heizungen technisch veraltet und unzureichend effizient. Dabei lassen sich moderne Heizanlagen fördern, zum Beispiel Heizungen und Öfen für Holzpellets

Spätestens mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020), welches die bisherige EnEV ablöst, wird Klimafreundlichkeit nochmal größer geschrieben. Beispiel Brennwertkessel: Der Einbau eines neuen Brennwertgeräts als alleiniger Wärmeerzeuger ist im Bestandsgebäude weiterhin erlaubt, gefördert wird er jedoch nicht mehr. Dagegen gibt es mittlerweile große Zuschüsse für Hybridheizungen – Systeme, bei denen Brennwertkessel mit einer erneuerbaren Energiequelle kombiniert werden.

Fazit

Heizwert und Brennwert sind Angaben, die bis heute ihre Gültigkeit haben. Besonders effizient und umweltfreundlich sind Brennwertheizungen mit niedrigen Rücklauftemperaturen und gleichzeitig nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder Pellets. 

Tags: Besser Heizen, Check das ab!
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