Kaminofen oder Kachelofen?

Kamine und Kachelöfen sorgen für Gemütlichkeit in den eigenen 4 Wänden. Aber sie sind in der Handhabung und Wirkungsweise recht unterschiedlich. Es ist nicht nur ein optischer Punkt, der bei der Entscheidung eine Rolle spielt, auch Kosten, Funktion und Wartung müssen mit bedacht werden.

Ein Kaminofen wird aus Metall gebaut, meist aus Gusseisen oder Stahlblech. Die Brennkammer besteht aus Schamottesteinen oder Keramikstoffen. Dazu kommt meist eine feuerfeste Glasscheibe, durch die man das Feuer beobachten kann. Ein Kachelofen wird eingemauert. Nur die Brennkammer ist aus einem fertigen Heizeinsatz. Das Einbauen eines Kachelofens ist aufwendiger und und mit deutlich mehr Zeitaufwand verbunden. Der Kaminofen wird einfach aufgestellt und braucht nur einen Abzug. Preislich gibt es große Unterschiede. Während es gute Kaminöfen schon für unter 1000 € gibt, sollten Sie bei einem Kachelofen min. 2000 € - 5000 € je nach Bauart einplanen.

Kachelofen

Funktionsweise Kachelofen

Der bewährte Kachelofen arbeitet mit Konvektions- und Strahlungswärme und zwar in einer Verteilung von 70 % und 30 %. Die Konvektion funktioniert über die physikalische Eigenschaft der Luft. Erwärmt sich Luft, so wird sie leichter und steigt nach oben. Daher befinden sich im Sockel des Kachelofens Umluftöffnungen, in die die kalte und dadurch schwerere Luft einströmt. Im Inneren erwärmt der Heizeinsatz nun die kalte Luft. Die neu erwärmte Luft steigt nach oben auf und gibt sie an die Kacheln ab. Diese erzeugen eine angenehme Strahlungswärme.

Heizfunktion des Kachelofens

Ein Kachelofen heizt große, offene Wohnungen zuverlässig und lange, gibt Strahlungswärme ab und leitet Luftströme durch den Raum. Er kann die Hitze gut speichern und gleichmäßig an die Umgebung abgeben. Deswegen können Sie ihn neben Brennholz auch wunderbar mit Holzbriketts füllen, die die Wärme gut speichern und so für gemütliche Temperaturen in Ihren 4 Wänden sorgen.

Wartungsaufwand und Pflege des Kachelofens

Die komplette Reinigung eines Kachelofens muss einmal im Jahr von einem Kachelofenbaumeister oder Hafner übernommen werden. Er verwendet dafür spezielle Geräte und kontrolliert die ganze Anlage. Die Reinigung der Brennkammer und Aschekästen können Sie selbst übernehmen (einmal pro Woche). Hierbei wird die verbliebene Asche aus dem Brennraum entfernt. Warme Asche muss allerdings in einem feuerfesten Gerät gelagert werden, bis sie komplett erkaltet ist, bevor man sie ganz entsorgen kann.

Tipps: Kachelofen selber bauen

Zum einen gibt es Pakete, in denen alles enthalten ist, was man zum Selbstbau eines Kaminofens benötigt. Zum anderen gibt es Bausätze, die nur das Innenleben des Ofens abdecken. Dabei muss der Heimwerker Komponenten, wie Kacheln und Türen, selbst entwerfen. Ordentlichen Bausätzen liegt unter anderem die Schornsteinberechnung bei, zudem sind die Bauteile durchnummeriert.

Eine allgemeingültige Bauanleitung gibt es nicht, da stets örtliche Gegebenheiten zu berücksichtigen sind. Damit das Heizen mit dem fertigen Ofen optimal gelingt, muss die Bauanleitung des Herstellers penibel befolgt werden. Diese orientiert sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Anforderungen der DIN 18895-1. Beim Bau müssen natürlich auch die individuellen Vorgaben des Schornsteinfegers eingehalten werden. Schließlich sollen Schornstein, Ofen und Zugluft sinnvoll zusammenwirken. Oftmals sind Ofensysteme für Grundöfen zweischalig. Der Ofenkern ist also für sehr hohe Temperaturen gedacht und kann sich im Betrieb ausdehnen. Er ist nach rund zwei Zentimetern mit Schamotte ummantelt. Auf diese überträgt sich die Wärme nicht.

Der Bau beginnt mit dem Zeichnen des Ofengrundrisses auf den Boden, wobei auch eine Linie für den Sockel vorgesehen ist. Dieser wird oft aus Porenbetonsteinen angefertigt. Im zweiten Schritt deckt man den Sockel mit einer Stahlplatte ab und legt eine erste Schamotteschicht in ein Mörtelbett. Danach setzt man den Ofenkern aus Bodensteinen und Systemsteinen auf und deckt diesen mit Schamotteplatten ab. An den Ofenkern schließt sich die zweite Schamottemauer an. Bei einem Bausatz mit vorbereitetem Innenleben muss nun der Ofen nach Anleitung ummauert und verkleidet werden. Der klassische letzte Arbeitsschritt beinhaltet das Verputzen des Ofens und das Gestalten der Außenseiten.

Dafür kann man bei Bedarf die Kacheln selbst anfertigen. Man verwendet gut durchgekneteten Ton, den man gleichmäßig dick ausrollt und mit Lineal und Messer ausschneidet. Dabei sollte etwas größer geschnitten werden, weil Ton beim Trocknen und Brennen schrumpft. So müssen die künftigen Kacheln circa zwei Stunden antrocknen, bevor man sie gestaltet, indem man etwa Muscheln oder Blätter vorsichtig in den Ton drückt und wieder abnimmt. Für Schriftzüge und Fantasiemuster nimmt man einen dünnen Holzstab und ritzt diese in den Ton. Nach circa zwei Tagen lässt sich der Ton nicht mehr verformen. Dann wird Braunsteinpulver über das Muster gestreut. Nach dem anschließenden vollständigen Durchtrocknen werden die Kacheln glasiert und gebrannt. Dies lässt sich in einer Töpferwerkstatt oder einem Fachgeschäft erledigen.

Kaminofen

Funktionsweise Kaminofen

Ein Kaminofen ist wie eine Kombination aus Kachelofen und Kamin zu verstehen. Ein Kaminofen hat einen Brennraum aus Schamottestein. Sein Außenkörper kann aus Gusseisen oder Stahlblech gebaut sein. Beim Heizen wird Verbrennungsluft kontrolliert zugeführt. Dabei wird die Raumluft mithilfe eines Reglers angesaugt, im Brennraum erwärmt und über die Lüftungsschlitze wieder nach außen gelassen. Die entstehenden Abgase werden über Ofenrohre abgeleitet und gelangen über den Schornstein nach draußen. Feste Restrückstände verbleiben als Asche und können mit der Aschelade einfach manuell entfernt werden.

Heizfunktion des Kaminofens

Der Kaminofen macht eindeutig mehr Arbeit und hält die Hitze nicht so gleichmäßig. Auch verteilt er sie nicht so gut. Wenn man nun nicht den ganzen Tag zu Hause ist und große Räume beheizen möchte, so ist der Kaminofen vollkommen ausreichend.

Wartungsaufwand und Pflege des Kaminofens

Der Kaminofen bedarf ebenfalls einer regelmäßigen Pflege und Reinigung. Das Ofenrohr muss gereinigt werden, der Brennraum gesäubert und auch die Glasscheibe sollte sauber bleiben. Die Asche muss auch im Kaminofen regelmäßig entfernt werden, weil sich sonst Schadstoffe bilden und in die Luft abgegeben werden. Die meisten Kaminöfen haben einen Aschebehälter, den man einfach leeren kann. Fehlt dieser, so kann man auch einen Aschestaubsauger verwenden oder mit Kehrblech und Besen arbeiten. Auch hier muss die Asche bereits abgekühlt sein. Zum Schluss wird das Leitblech im Brennraum entfernt und gereinigt. In jedem Fall sollte in der Brennkammer keine dickere Schicht Asche als zwei Zentimeter liegen. Andererseits wird das gesamte System verstopft und kann nicht mehr richtig funktionieren.

Tags: Feuerstätten, Kamine & Kaminöfen
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