Wolken über Landschaft

Mythos oder Wahrheit: Das sind die 10 häufigsten Wetter-Irrtümer Stimmen diese Wetterregeln?

Wenn es um das Wetter geht, sind wir gerne die größten Experten und bemühen altbekannte Weisheiten – zum Beispiel aus dem hundertjährigen Kalender oder den vielen Bauernregeln. Doch entsprechen diese Wetterregeln der Wahrheit? Oder lässt sich der eine oder andere Mythos als Irrglaube überführen? Wir haben uns auf die Suche gemacht und die häufigsten Wetter-Irrtümer genauer unter die Lupe genommen. 

1. Was ist mit der Bauernregel „April, April, der macht was er will“?

Wer kennt sie nicht, die bekannteste aller Bauernregeln. Und tatsächlich ist am berühmt, berüchtigten Aprilwetter etwas dran. Denn im April befindet sich das Wetter in der Umstellung von Winter auf Sommer. Grund dafür ist die Sonne, die nördlich vom Äquator dafür sorgt, dass sich das Erdreich erwärmt. Die Meere allerdings brauchen deutlich länger, um sich von der Sonne aufheizen zu lassen. Und so führen diese Temperaturunterschiede dazu, dass sich Hoch- und Tiefdruckgebiete noch häufig abwechseln – mit allem, was klimatisch dazu gehört. Neben Sonne kann es oft regnen, hageln, gewittern und sogar schneien.

2. Darf man vor den Eisheiligen keine frostempfindlichen Pflanzen ins Freie stellen?

In der Tat ist auch an diesem Mythos etwas dran. Denn, was sich in den Temperaturschwankungen bereits im April bemerkbar gemacht hat, findet seinen Höhepunkt in den Eisheiligen. Die Eisheiligen, die unter den Namen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia bekannt sind, finden zwischen dem 11. und 15. Mai statt und können für unerwartete Kälteeinbrüche und nochmaligen Frost führen. Dafür sorgt vom Norden kommende Polarluft. Pflanzen, die keinen Frost vertragen, sollte man sicherheitshalber erst nach dieser Phase nach draußen stellen. Allerdings, und hier kommt der kleine Haken: Meteorologisch findet der berüchtigte Kälteeinbruch erst rund zehn Tage später statt. Grund dafür ist die Tatsache, dass das Datum der Eisheiligen auf dem Julianischen Kalender basiert, der im 16. Jahrhundert von dem gregorianischen Kalender abgelöst wurde und die Phase nochmal um ein paar Tage verschiebt. Unser Tipp: Lieber noch ein paar Tage länger warten oder die Pflanzen am Abend an einen geschützten Ort stellen.

3. Sterben Mücken und andere Insekten in einem kalten Winter?

Dieser Mythos hält sich hartnäckig: Je kälter ein Winter ist, umso mehr Mücken und anderes Ungeziefer stirbt. Stimmt das wirklich? Nein! Vielen Insekten passiert während eines starken Frosts nichts, solange es zwar kalt aber trocken ist. Insekten überwintern als Larven, Eier oder Puppen im Erdreich oder hinter einer Baumrinde. Fällt die Temperatur, konservieren sie. Und sobald der Frühling mit wärmeren Temperaturen lockt, tauen sie auf und entwickeln sich zu den gewohnten Plagegeistern. Anders stellt es sich dar, wenn ein Winter besonders feucht ausfällt und viele Regentage mit Plusgraden mit sich bringt. Dann nämlich sind die Larven von Pilzerkrankungen bedroht und beginnen zu schimmeln.

4. „Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen!“ – echt jetzt?

Ein weiterer sehr verbreiteter Spruch unter den Wetterregeln. Wer kennt die Situation nicht: Im Sommer droht ein Gewitter mit Blitz und Hagel und man sucht so schnell wie möglich einen sicheren Schutz. Vielen Kindern wurde in vergangenen Epochen immer wieder eingetrichtert, sich nicht unter Eichen zu verstecken, sondern lieber eine schöne Buche zu suchen. Aber haben unterschiedliche Baumarten einen Einfluss auf den Schutz vor Gewitter? Natürlich nicht! Während eines Gewitters sollte man sich niemals unter Bäumen aufhalten. Für den Blitz spielt es überhaupt keine Rolle, ob auf dem Feld eine Buche, ein Ahorn oder eine Eiche steht. Ganz im Gegenteil: Der Schutz unter einem Baum bedeutet beim Gewitter Lebensgefahr. Unser Tipp: Wirst du vom Gewitter überrascht, suche dir den tiefsten Punkt in deiner Nähe. Befinden sich keine größeren Bäume oder Häuser in der Nähe, hocke dich am besten in dich zusammengezogen so nah auf den Boden wie möglich. 

5. Im April lässt sich der Sommer voraussagen?

Alle reden immer wieder über das Wetter. Und am liebsten möchte man schon im April wissen, wie denn der Sommer so wird. Das wäre auch zu schön, könnte man seine Urlaubsplanung nach dieser Prognose richten. Fakt ist allerdings, auch wenn es meteorologische Langzeitprognosen gibt: Ein Wetter lässt sich nicht auf einen langen Zeitraum hin seriös bestimmen. Viele Institute bieten in der Zwischenzeit eine Vorhersage für sieben, manche auch 15 Tage an. In aller Regel wird jede Vorhersage, die über zehn Tage hinausgeht, als Langfristprognose bezeichnet und stellen eher einen Trend dar als eine Vorhersage. Umfassende Rechenmodelle und Daten helfen, sie zu ermitteln.

6. Gibt es wirklich eine Wetterfühligkeit?

Kopfschmerzen, Schwindel, hoher Blutdruck: Wenn es uns nicht gutgeht, machen wir gerne das Wetter dafür verantwortlich und bezeichnen uns als „wetterfühlig“. Doch man sollte genauer hinsehen, um was es hier geht. Unbestrittenen sorgen verschiedenste Pollen bei Allergikern für den berüchtigten Heuschnupfen oder allergisches Asthma. Und ohne jeden Zweifel haben Menschen mit Kreislaufproblemen gerne mit sehr hohen Temperaturen, Schwüle und der zu intensiven Sonneneinstrahlung zu kämpfen. Dass aber Luftdruckschwankungen, Gewitter oder Schwüle für eine Überempfindlichkeit sorgen, dafür gibt es keine gesicherten Studien. Deswegen gilt Wetterfühligkeit nicht als klassische Krankheit, sondern eher die Art und Weise, wie Menschen mit unterschiedlichen Wetterphänomen umgehen. Nicht ohne Grund bezeichnen sich viele Menschen eher als Sommer- oder Wintertyp.

7. Ist auf den Hundertjährigen Kalender Verlass?

Der hundertjährige Kalender besagt, dass sich das Wetter alle sieben Jahre wiederholt und so gerade der Landwirtschaft helfen soll, ihre Saison vorauszusagen. Belegen lässt sich das nicht. Vor allem in Zeiten des Klimawandels entspricht dieser Mythos oft nicht der Wahrheit. 

8. Kann der Frosch das Wetter voraussagen?

Natürlich können Frösche nicht wirklich das Wetter vorhersagen. Diese Idee scheint aber deswegen entstanden zu sein, weil Frösche und Kröten wechselwarm sind und sehr früh auf einen Wetterumschwung reagieren (müssen). Grund dafür ist, dass die Temperatur des Körpers der Temperatur der direkten Umgebung entsprechen. Bei schlechtem, kühlerem Wetter sind sie weniger aktiv, bei sonnigerem Wetter suchen sie gezielt einen Platz in der Sonne. Mit einer Wettervorhersage hat das aber nichts zu tun. So wenig wie der Frosch übrigens das Wetter bestimmen kann, lässt sich eine Prognose am Zustand von Spinnennetzen ablesen. Und nur weil Schafe die Köpfe zusammenstecken, ist auch kein Gewitter in Anmarsch.

9. Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass!

Der 27. Juni ist Siebenschläfertag. Die Bauernregel besagt, dass sich das Wetter, das am Siebenschläfertag vorherrscht, für sieben Wochen halten soll. Nun, das stimmt so nicht. Denn keine Wettervorhersage kann eine treffende Aussage dazu machen, wie das Wetter in den kommenden sieben Wochen wird. Die Idee dahinter beruht eher auf den Wetterbeobachtungen, die Menschen zwischen Ende Juni und Anfang Juli gemacht haben. Weil die Wetterlage sich in den Sommermonaten langsamer verändert, lässt sich die Regel durchaus für einen Zeitraum von drei bis vier Wochen anwenden – zumindest mit einer bisherigen Trefferquote, die zwischen 60 und 70 Prozent liegt. Auch mit dem Nagetier hat der Name Siebenschläfer übrigens nichts zu tun. Der Name geht eher auf eine Legende von sieben, schlafenden Jünglingen zurück, die während der Christenverfolgung in einer Höhle eingemauert waren und die Auferstehung bezeugt haben wollen.

10. Der Altweibersommer – (k)ein Märchen?

Den Altweibersommer gibt es definitiv. Er bezeichnet eine Schönwetterphase im späten September, in der die Sonne nochmal mit aller Kraft durch die beginnenden Herbsttage bricht und es richtig heiß werden kann. Ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa sorgt für das traumhafte Wetter. Angeblich geht der Name auf die gewobenen Spinnennetze zurück, die am Morgen in der Sonne durch den Tau glitzern. Die Spinnennetze sehen dabei aus wie die grauen Haare betagter Frauen.

Fazit

Viele Wettermythen lassen sich als Irrtum überführen, manche Phänomene gibt es allerdings tatsächlich. Im Zweifel hältst du es wie mit der folgenden Bauernregel, die zum Glück immer gilt: „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist!“. In diesem Sinne wünschen wir dir einen guten Start in die Sommersaison!

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