Die Verwendung von Auftausalz Wie sieht die Gesetzeslage aus, was gibt es für Alternativen?

So wirkt Auftausalz

Auftausalz ist zwar zum einen das sicherste und effektivste Mittel um Straßen bei Eis und Schnee passierbar zu machen, dennoch ist es für die Umwelt extrem schädlich. Streusalze schädigen Pflanzen, Boden und Gewässer und damit auch die Gesundheit des Menschen. Umweltfreundliche Alternative für den Privatgebrauch sind salzfreie Streumittel wie Split oder Sand und natürlich die Schneeschaufel.
Auftausalz schädigt leider nicht nur die am Straßenrand wachsenden Pflanzen, indem es sie regelrecht verätzen kann, es sickert zudem als Schmelzwasser in den Boden und verbleibt dort für viele Jahre. Der hohe Salzgehalt führt dazu, dass Pflanzen Nährstoffe und Wasser schlecht aufnehmen können – es kommt zur Mangelversorgung.
Auch Tiere leiden unter dem aggressiven Salz. Hunde bekommen beispielsweise ernsthafte Entzündungen an den Pfoten. Hundebesitzer können zum Schutz ihren Vierbeinern beim Gassigehen Pfotenschoner überziehen. Aber auch materielle Güter nehmen Schaden. Autolacke und Unterbodenschutz rosten schneller, Häuser und Gebäude werden durch Salz ebenfalls beschädigt.

Auftausalz und seine Spätfolgen

Die Zeiten, in denen man den Winter mit Eis und Schnee beherzt mit großen Mengen Auftausalz bekämpfte sind schon seit Jahrzehnten vorbei. Noch in den 1980er Jahren war Salz im Winter auf Gehwegen so selbstverständlich wie die weißen Ränder auf den Winterstiefeln. Die Langzeitschäden, die sich erst nach der Wintersaison bemerkbar machten, konnte man jedoch auf Dauer nicht ignorieren. Die hohe Salzkonzentration schadet nicht nur den Pflanzen und Bäumen, sie tötet eine Vielzahl von Kleinstlebewesen im Boden, die für die Qualität und Durchlüftung des Bodens sehr wichtig sind. Durch die veränderten Bedingungen können sich Küstenpflanzen ansiedeln, die dann heimische Pflanzen verdrängen. Das salzhaltige Schmelzwasser gelangt auch in Flüsse oder Seen und stört dort das natürliche Gleichgewicht. Selbst Kläranlagen nehmen Schaden durch die erhöhte Salzkonzentration des Abwassers.
Neben Autos werden auch Stahlträger und Beton angegriffen und können an Stabilität verlieren. Das ist besonders heikel bei Brücken.

Welche Alternativen gibt es zum Auftausalz?

Der umweltschädigende Aspekt von Auftausalz ist international bekannt. Daher sind die Salze in vielen Kommunen bereits verboten. Leider kommt der Straßenverkehr ohne Auftausalz nicht aus. Nichts macht Straßen so schnell wieder passierbar und sicher, wie das Salz.
Für das Verbot von Auftausalz gibt es keine einheitliche Regelung auf Bundes- oder Länderebene. Es werden vielerorts nur Alternativen empfohlen: Dies sind zumeist salzfreie Streumittel, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet wurden. Enthalten ist meist Sand, Rollsplit oder Kalkstein. Sie verringern die Rutschgefahr, machen die Straßen aber nicht wie das Auftausalz komplett frei von Schnee und Eis, sondern sie lockern lediglich die Oberfläche auf. Zudem wirken sie nicht über Stunden hinweg.
Grundsätzlich sind Hauseigentümer und Mieter gesetzlich verpflichtet, die Gehwege und den Zugang zu ihrer Haustür rutschsicher zu halten. Rutscht der Briefträger aus und bricht sich ein Bein, so wird der Hausbesitzer verklagt, wenn er den Zugang nicht ordnungsgemäß geräumt oder gestreut hat. Früher war Salz für diesen Zweck das erste Mittel. Leider ist es auch immer noch das effektivste. Das Natriumchlorid kann das Eis sofort schmelzen und entfernen. Zudem verhindert es, dass neuer Schneefall die Oberfläche zusätzlich neu gefrieren lässt.
Die beste umweltfreundliche Alternative zum Auftausalz ist das Wegräumen des Schnees mit der Schneeschaufel. Schwieriger wird es leider bei Eis, das sich nicht wegschaufeln lässt. Bei Eis muss mit alternativen Streumitteln gestreut werden. Privatleute sind allerdings nur verpflichtet die öffentlichen Gehwege und Zufahrtstraßen eisfrei zu halten. Im eigenen Garten, auf Balkon oder Terrasse kann man sich mithilfe von Schnee-Spikes behelfen. Diese sollte man auch zur Sicherheit auf Gehwegen tragen.
Die alternativen Streumittel können nach der Frostperiode wieder zusammengekehrt und wiederverwendet werden.

Gesetzliche Räumpflicht für Privatleute – Winterdienst auf Gehwegen

Salz gestreut

Die Winterdienstsatzung / Gesetzeslage ist in den meisten Städten und Kommunen ähnlich geregelt. Die Winterdienstpflicht gilt werktags zwischen 7 Uhr und 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr. In dieser Zeit müssen die Gehwege rutschsicher gehalten werden und zwar nur mit Granulat, Sand oder Split. Auftausalz ist meist nicht erlaubt. Jeder Gehweg und jeder Zugang zu Häusern sowie Toreinfahrten muss auf einer Breite von 80 - 120 cm schnee- und eisfrei gehalten werden. Es sollen zwei Personen aneinander vorbei gehen können. Personen, die beispielswese auf einer nicht geräumten oder gestreuten Zugangsrampe zu einer Tiefgarage stürzen, haben Anspruch auf Schmerzensgeld. Die Winterpflicht gilt ebenso für angrenzende Straßen an das Grundstück. Jede Seite, von der man ein Grundstück betreten kann, muss frei geräumt sein. Wie die einzelnen Streumittel dosiert werden sollen, erfährt man in den Herstellerangaben. Natürlich sollte immer so wenig gestreut werden wie möglich!

Zur Verkehrssicherung der Straßen: Meist Auftausalz

Zur Verkehrssicherung darf der öffentliche Winterdienst in der Regel Auftausalz verwenden. Oft findet zur Schonung der Umwelt Feuchtsalz Verwendung. Das bedeutet, es ist viel geringer dosiert, als das Salz, das man privat im Laden kaufen kann. Dieses sogenannte Trockensalz wird auch von der Sraßenreinigung möglichst nicht eingesetzt. Auch nicht auf Gehwegen! Denn die Ausnahmen gelten heute nur noch für Blitzeis oder auf Rollstuhlrampen.

Salz in Ausnahmefällen erlaubt

Aktuell ist Streusalz beispielsweise in Nordrhein-Westfalen in 23 kreisfreien Städten für Privatpersonen verboten. Trotzdem kann man es im Einzelhandel und online kaufen. Warum eigentlich? Es gibt auch wichtige Ausnahmefälle!
Welche dies sind, wird für jede Kommune von ihrer Straßenreinigungssatzung festgelegt. Meist darf nämlich bei Blitzeis und auf Wegen mit sehr starkem Gefälle Auftausalz zum Einsatz kommen. In Gegenden, die ganz eben sind wie in der Stadt Münster ist Auftausalz ganz verboten. Die Anwohner müssen mit umweltfreundlichen Alternativen zurechtkommen. Nur auf Treppen, Brücken und Rampen darf Salz gestreut werden. Wer gegen solche Regelungen verstößt, muss eine Geldbuße zahlen, wenn er erwischt wird.

Die Nachteile der Alternativen Streumittel

Split oder Granulate haben leider den Nachteil, dass sie sich nicht auflösen, und daher nach dem Abtauen von Eis und Schnee in die Kanalisation gelangen. Dort verstopfen sie Abflussrohre. Salzlösungen im Streugut sind nur wirksam, wenn die Temperaturen die -6 Grad nicht unterschreiten.
Ohne Auftausalz ist der Winter eindeutig beschwerlicher und fordert ständiges Nacharbeiten wie häufiges Schneeräumen und Nachstreuen. Der Umwelt zuliebe sollte man diesen Mehraufwand aber auf sich nehmen. Ist es allerdings urplötzlich spiegelglatt vor der eigenen Haustüre, sollte man schon zum Auftausalz greifen, um seine Mitmenschen vor Schaden zu bewahren.

Unser Tipp: Schaffe Dir zur Sicherheit wenigstens einen Beutel Auftausalz für extreme Winterbedingungen an! Wende dieses aber wirklich nur bei Blitzeis und äußerst gefährlichen Stelle an, sei damit sparsam!


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