Dachbegrünung in der Großstadt

Grüne Dächer mit Blähton Kleinbiotope auf dem Dach

Mehrfamilienhäuser, Haltestellen und Einfamilienhäuser – sie allen haben eins gemeinsam: Immer mehr private Bauherren und Städte verwandeln ihre Dächer in grüne Biotope. Das tut dem Klima gut, schützt Gebäude vor Kälte, Hitze oder Lärm und kommt nicht zuletzt der Insektenwelt zugute. Was im skandinavischen Raum eine Jahrhunderte alte Tradition hat, erobert immer mehr den deutschen Raum. Wir zeigen Ihnen, welche Rolle das Tongranulat Blähton dabei spielt.

Deutschlands Dächer werden immer grüner. Und das aus gutem Grund! Gerade im urbanen Raum sorgen die grünen Dächer auf Carports, Bushaltestellen, Einfamilienhäusern und öffentlichen Gebäuden für ein besseres Klima. Die grünen Teppiche filtern Staub und Schadstoffe aus der Luft, verbessern die CO²-Bilanz, bilden einen Lebensraum für Fluginsekten und haben einen schützenden Effekt für darunterliegende Gebäude. Je nach Art des Daches und der zugrunde liegenden Statik lassen sich zwei Formen der Dachbegrünung umsetzen – bei kleinen Anlagen wie Garagen oder Gartenhäuschen geht das sogar ohne Fachfirma. Zahlreiche Hersteller bieten fertige Systeme an.

Extensive und intensive Begrünungen auf dem Dach

Um ein Dach optimal begrünen zu können, sollte die Dachneigung mindestens fünf Prozent, aber nicht mehr als 15 Prozent betragen. Grund dafür ist, dass mögliches Regenwasser zuverlässig abgeleitet wird und keine Pfützen auf dem Dach entstehen, die Staunässe und damit verbundene Fäulnis verursachen. Bei zu steilen Dachflächen allerdings hat die Vegetation keinen Halt und kann abrutschen. Je nach Neigung haben sich deswegen zwei Begrünungen etabliert, die zwischen extensiver und intensiver Bepflanzung unterscheiden.

Extensive Begrünungen

Zahlreiche Dächer werden bis heute vor allem extensiv begrünt. Dabei handelt es sich um die Bepflanzung von Dächern, deren Statik nicht viel Gewicht zulässt, die eine zu starke Neigung haben oder nicht anders genutzt werden können. Auf dem Substrat, das zwischen sechs und 12 Zentimetern dick ist, wachsen Pflanzen, die Sonne lieben, auf kargen Böden auskommen und kaum Wasser benötigen. Dazu zählen Gräser und Moose, Kräuter oder Sukkulenten wie Hauswurz, Aichryson oder Aeonium. Zu den typischen Flächen für die extensive Begrünung zählen Flachdächer, geneigte Dächer, Garagen oder öffentliche Bereiche wie Haltestellen.

Intensive Begrünungen

Wer sein Flachdach dagegen als Dachgarten benutzen möchte und wo die Statik des Hauses es zulässt, der kann sein Dach intensiv begrünen. Eine deutlich aufwendigere Methode, die eine höhere Substratschicht zwischen 15 und 40 Zentimeter benötigt. Neben Rollrasen lassen sich hier Stauden, Sträucher und sogar kleine Bäume pflanzen – eine wunderschöne Alternative für Gebäude, die über keinen Garten verfügen. Aber aufgepasst: Bei einer intensiven Begrünung kann es auf dem Dach zu einer punktuellen, zusätzlichen Last von 500 kg/m² kommen. Sollten Sie eine Dachterrasse planen, ziehen Sie sowohl beim Neubau als auch bei der Nachrüstung eines Daches einen Statiker zurate.

Der Schichtaufbau bei der Dachbegrünung – Blähton spielt wichtige Rolle

Egal, ob Sie Ihr Dach extensiv oder intensiv begrünen möchten: Beide Formen benötigen einen umfangreichen Aufbau, der dafür sorgt, dass das darunterliegende Gebäude bestmöglich geschützt ist. In aller Regel besteht der Aufbau des grünen Daches aus einer Dachunterkonstruktion mit Wurzelschutz, einer Filter- und Drainageschicht sowie dem Substrat, in dem die Pflanzen wachsen können – ein Aufbau, der jede Menge Gewicht auf die Dachkonstruktion bringt und gut geplant werden sollte. Dort, wo sich leichte Materialien wie das Tongranulat Blähton verwenden lassen, sollte man dies umsetzen.

Wurzelschutzbahn und Drainageschicht aus Blähton

Damit die Wurzeln der späteren Vegetation keinen Schaden an der Dachabdichtung anrichten können, muss auf der soliden Dachunterkonstruktion zunächst eine Wurzelschutzbahn verlegt werden.

Darauf wird eine Drainageschicht verlegt, die einen Teil des Niederschlags speichert und überschüssiges Regenwasser zur Entwässerung ableitet. Zwei bis sechs Zentimeter ist diese Drainageschicht idealerweise dick. Materialien, die hier zum Einsatz kommen, werden nicht zuletzt nach der Tragfähigkeit des Daches ausgewählt. Gilt eine durchschnittliche Tragfähigkeit, kommen zum Beispiel Recyclingziegel oder Blähschiefer zum Einsatz. Wo ein besonders leichter Aufbau gefragt ist, sorgen Agrarperlit und Blähton für einen zuverlässigen Schichtaufbau.

Das Tongranulat Blähton ist aus mehreren Gründen ein beliebtes Material für Zimmerpflanzen, Gärten und grüne Dächer. Es hat als Nährstoff- und Wasserspeicher eine wichtige Funktion, bildet eine gute Durchwurzelungsschicht für Pflanzen und leitet überschüssiges Wasser weiter.
Filtervlies

Damit im späteren Verlauf keine Feinanteile der Vegetationsschicht in die Drainage gelangen und sie schädigen können, wird über die Drainage ein Filtervlies verlegt. Das in der Regel ein Millimeter dünne Vlies sorgt für den Schutz der Drainage und ist wasserdurchlässig, sodass Regenwasser abgeleitet werden kann.

Substrat

Schließlich folgt die in der Regel mineralisch zusammengesetzte Substratschicht. Sie bildet den Träger und Nährstoffboden für die spätere Bepflanzung. Übliche humusreiche Gartenerde kommt hier nicht zum Einsatz. Ihr Gewicht und der zu hohe Nährstoffanteil sind Gründe, die dagegensprechen. Typischerweise wird stattdessen ein Materialmix aus Lava, Blähton, Bims oder Grünschnittkompost verwendet. Viele Hersteller bieten das Substrat als fertiges Schüttgut an. Wer es sich zutraut, kann die Mischung aus Blähton und anderen Recyclingmaterialien aber auch selbst herstellen. In unseren Shop erhalten Sie Blähton und weitere Materialien als praktische Palettenware.

Tipp: Sofern Sie das Substrat selbst herstellen möchten, achten Sie auf einen nährstoffarmen Boden. Den erreichen Sie zum Beispiel, indem Sie Muttererde mit Sand und anderen Recyclingmaterialien mischen.

 

Moose, Kräuter und Sedum-Pflanzen

Ist der Schichtaufbau erfolgt, kann nun die eigentliche Begrünung erfolgen. Der Handel bietet hier eine große Auswahl an Möglichkeiten: Neben fertigen Samenmischungen für das Dach kommen immer häufiger auch Vegetationsmatten zum Einsatz, die auf dem Dach ausgerollt werden. Bei wenig geneigten Dächern lassen sich auch Pflanzen direkt in das Substrat einbetten. Gepflanzt werden sollte optimalerweise im Frühjahr oder Herbst. Im Fachhandel oder Gartenzentren erhalten Sie im Zweifel eine umfassende Beratung.

Blähton – ein Naturmaterial zur Dachbegrünung

Das leichte Tongranulat Blähton, das bei 1200 Celsius gebrannt wird, spielt bei der Begrünung eines Daches eine wichtige Rolle. Das feine Porensystem ist nicht nur besonders leicht und luftdurchlässig, es verändert auch im Kontakt mit Nässe, Hitze oder Frost seine Struktur nicht, sodass es sowohl im Substrat als auch in der Drainageschicht für viele Jahre ein treuer Begleiter ist. Weil Blähton keine Feuchtigkeit aufnimmt, haben Pilze, Insekten oder Schädling ebenfalls keine Chance, sich anzusiedeln und das grüne Dach zu schädigen. Allerdings speichert Blähton in seinen feinen Poren Wasser und damit Nährstoffe, die nach und nach durch die Verdunstung an die Pflanzen abgegeben werden. Bis die Pflanzen angewachsen sind, sollte das Dach am besten mehrmals pro Woche gewässert werden.

Fazit

Mit einem grünen Dach gibt man der Natur etwas zurück, das man ihr zuvor durch eine versiegelte Baufläche genommen hat. Das Tongranulat Blähton, das man bereits aus dem Bereich der Hydrokulturen kennt, nimmt dabei eine wichtige Rolle ein. Die rotbraunen Kügelchen sind nicht nur ein guter Wasserspeicher, der Wurzeln gesund hält: Blähton ist gegenüber anderen Materialien auch noch besonders leicht. Das dankt der Rücken jedes Hobbygärtners bei der Anlage eines grünen Daches gut und nicht zuletzt der Statik des Hauses.

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