Ansicht Sense

So pflegst du deine Handsense für den Garten Der richtige Umgang mit der Sense

Das Mähen per Hand erscheint uns mit all den modernen Geräten um uns herum veraltet, wenn es um Gartenarbeit geht. Umso überraschender: Diese scheinbar anachronistische Methode gewinnt heute immer mehr junger Fans. Es werden sogar Wettkämpfe im Mähen mit der Sense ausgetragen und Kurse angeboten, in denen man den richtigen Umgang mit der Sense lernt. Doch woher kommt dieser Trend und ist das Mähen mit der Sense denn wirklich besser?

Das Mähen mit der Sense ist zum einen eine fast schon meditative Arbeit, die von vielen Menschen genau deswegen geschätzt wird. Gerade in unserer sonst hektischen Zeit nehmen viele Hobbygärtner Abstand von den automatisch betriebenen Geräten und setzen auf die bewusste Auszeit im Garten – selbst wenn sie körperlich anstrengender ist.

Zum anderen kann es aber auch schlicht sinnvoll sein, mit einer Handsense zu arbeiten. Sie ist leise und leicht, sie kann auch an schwer zugänglichen Orten eingesetzt werden und benötigt weder Benzin noch Strom. Das macht sie ökologischer. Zudem ist sie in der Anschaffung billiger als vergleichbare Elektrogeräte und bei entsprechender Pflege deutlich langlebiger.

Das sind gute Gründe, um wenigstens teilweise, wieder auf das Mähen mit einer Sense umzusteigen. Solltest du dich also dafür entschieden haben, deine Wiese mit einer Handsense zu mähen, musst du aber auch in der Lage sein, sie richtig zu pflegen. Dazu gehört das regelmäßige „Dengeln“, also das Schärfen und Härten des Dengels. So heißt der wenige Millimeter breite Streifen an der Schneide der Sense

Vor dem Mähen musst du dengeln

Der Dengel, und das davon abgeleitete Verb „dengeln“, bezeichnet nichts anderes als die scharfe Kante an der Schneide einer Sense beziehungsweise das Schärfen von dieser. Der Dengel ist ein etwa fünf Millimeter breiter Streifen und läuft bis zur Kante spitz zu. Um ihn scharf zu halten, wird häufig versucht mit dem Wetz- oder Schleifstein zu arbeiten. Dieser macht die Sense zwar schnell wieder scharf, das hält allerdings nicht lange

Denn durch das Wetzen wird die Schneide zwar kurzfristig scharf, aber langfristig sogar stumpf und dicker. Durch das Wetzen wird schlicht Material von der Schneide der Sense abgetragen. Wer auf die glorreiche Idee kommt, seine Sense mit einem elektronischen Schleifgerät zu schärfen, beschleunigt diesen Effekt natürlich nur. Ist der Dengel schließlich so dünn geworden, dass sich die Sense nicht mehr mit dem Wetzstein schärfen lässt, beginnt die eigentliche Kunst. Das Dengeln. Dies ist übrigens auch notwendig, wenn die Kante bei der Nutzung verbogen wurde oder Scharten und Risse aufweist.

Die Sende dengeln: So geht es!

Beim Dengeln wird die mittlerweile stumpfe Schneide mit Hilfe eines speziellen Dengelhammers auf einem dafür geeigneten Amboss wieder dünn geklopft. Ganz wichtig: Mit einem gängigen Hammer kannst du nicht dengeln! Der spezielle Dengelhammer hat ein Kopfgewicht von 250 bis 600 Gramm. Auch seine Form ist besonders, denn er hat entweder zwei schmale Kanten oder eine Finne und eine Bahn. Auch der Amboss ist besonders, er hat eine flache Auflage und an der Unterseite einen Dorn, mit dem er in die Erde gedrückt werden kann. So kann die Sense auch auf dem Feld nachschärfen. Wenn du Hammer und Amboss benutzt, achte darauf, dass beides stets im Schatten liegt, damit sich die Teile nicht verziehen. Auch das Werkzeug muss beim eigentlichen Dengeln kalt sein.

Beim Dengeln setzt du gezielt Schläge nebeneinander. Diesen Vorgang nennt man auch kaltes Schmieden. Der Stahl der Sensenschneide wird durch diesen Vorgang verdichtet und gehärtet. Es gibt auch Dengelmaschinen, die es dir einfacher machen, die Schläge zu platzieren. Wenn du mit Hammer und Amboss arbeitest, macht es Sinn, sich den Vorgang von jemand mit Erfahrung zeigen zu lassen. So reduzierst du mögliche Verletzungsgefahren

Dengeln pflegt deine Sense nachhaltig. Von der Substanz der Schneide geht dabei, im Gegensatz zum Schleifen, nichts verloren. Durch das Dengeln wird die Schneide wieder scharf und dünn. Mit dem Wetzstein kann das Material jetzt mit ganz wenig Aufwand rasiermesserscharf geschliffen werden. Dabei ist es wichtig, dass der Wetzstein nur ganz leicht, über das Sensenblatt zu ziehen. Mehrmaliges Streichen über den Dengel pro Wetzvorgang führt nur dazu, dass dieser schnell wieder weggeschliffen wird. Das macht die Schneide letztlich nicht schärfer.

Fazit

Wenn du deine Wiesen mit der Hand mähen möchtest, musst du neben dem Mähen auch das Dengeln üben, denn sonst hast du an deiner Sense keine lange Freude. Ebenso, wie für das Mähen, gibt es auch für das Dengeln eigene Kurse, die man besuchen kann. Sollte dir das alles zu aufwändig sein, kannst du aber auch in Fachgeschäften Dengelmaschinen kaufen, die dir beim präzisen Schlagen der Schneide helfen. Auch der Fachhandel bietet diese Art von Service an.

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