Igel Nahaufnahme

Der Igel im eigenen Garten Möglichkeiten für das Winterquartier

Wenn sich der Sommer langsam dem Ende entgegen neigt, sind Igel wieder auf der Suche nach einem idealen Rückzugsort, um dort mit ihren Jungtieren zu überwintern. Neben Wäldern und Wiesen finden wie sie immer häufiger auch in privaten Gärten. Sofern du Lust hast, deinen Garten fit für Igel zu machen, solltest du dir diesen Artikel nicht entgehen lassen.

Genauso wie viele andere Tiere sehen wir immer mehr Igel im städtischen Lebensraum. Der Zuwachs an Monokulturen in der Landwirtschaft hat unter anderem dazu geführt, dass Igel nicht nur in freier Natur, sondern auch in Siedlungsgebieten Schutz suchen. Hier ist die Chance, Nahrung zu finden, deutlich höher – mit allen dazugehörigen Gefahren. Laut der Organisation „pro Igel“ werden pro Jahr 500.000 Igel überfahren, ertrinken in Bädern oder werden Opfer von Pestiziden. Auf der Suche nach Nahrung legen die Wildtiere oft viele Kilometer zurück. Umso wichtiger, dass man ihnen Zäune und Tore öffnet und ausreichend Schutz bietet – das geht auch in privaten Gärten. Am besten, wenn sie so naturnah wie möglich gestaltet sind, um den stacheligen Besucher einen schönen Platz bieten zu können

Igel im Garten: Wie baue ich eine Igelfreundliche Umgebung?

Ein Zuhause für Igel schaffen: Wer die stacheligen Tierchen liebt, kann einiges dafür tun, dass sie sich auch im eigenen Garten niederlassen. Während Igel im Frühling oft auf Wiesen im hohem Gras zu finden sind, suchen sie ab Herbst ein Winterquartier, um sich vor den kühleren Temperaturen zu schützen. Sie finden unter Hecken, in Erdmulden oder Laub- und Holzhaufen Schutz vor der Kälte. 

Guten Appetit: Nahrungsquellen für Igel

In freier Natur lieben Igel sowohl Beeren und Früchte als auch Insekten, Würmer, Raupen oder gar Schnecken. Je mehr du als Gärtner mit Chemie im Garten arbeitest, umso weniger finden Igel im Garten zu fressen. Ganz im Gegenteil: Manche chemischen Hilfsmittel wie Pflanzenschutzmittel oder Schneckenkorn sind tödlich für die Tiere.

Igel sind zunächst einmal Wildtiere und benötigen keine Unterstützung vom Menschen. Doch es gibt Ausnahmesituationen, zum Beispiel eine Futterknappheit nach einem heißen und ertraglosen Sommer oder das verfrühte Aufwachen aus dem Winterschlaf. Dann kannst du einen Teller zum Beispiel mit Katzenfutter aufstellen. Um Futter vor Regen oder anderen Tieren zu schützen, eignen sich kleine Kisten, in die Eingänge gebohrt werden, durch welche die Igel hinein- und wieder hinausgelangen.

Auf Wanderschaft: Barrierefreie Zugänge für Igel schaffen

Igel bewegen sich gerne, wenn es draußen zu dämmern beginnt. Noch lieber sind sie nachts unterwegs und legen bis zu drei Kilometer zurück, um Nahrung zu finden. Warum also nicht auch in deinem Garten! Damit die Igel aber überhaupt in deinen Garten gelangen können, müssen sie einen passenden Zugang finden, der selbstverständlich ebenerdig sein muss. Denn die kleinen Füßchen kommen kaum eine Treppe hinauf. Und sogar steile Böschungen können für sie zum Problem werden.

Um den Igeln zu helfen, kannst du zum Beispiel ein kleines Loch in Ihren Gartenzaun schneiden. Achte aber darauf, dass keine scharfen Kanten hervorstehen, woran sie sich verletzen könnten. Wer einen neuen Zaun baut, kann darauf achten, dass er nicht komplett bis zum Boden reicht, sondern durchlässig ist. Und falls du statt eines Zaunes nur eine Hecke auf der Grundstücksgrenze gepflanzt hast? Perfekt.

Auch Treppen lassen sich igelfreundlich gestalten, indem man zum Beispiel auf die Stufen jeweils einen Ziegelstein legt. Auf diese Weise können sich die Wildtiere hinaufbewegen.

Das Winterquartier: Igel lieben naturnahe Gärten

Laubhaufen, geschichtetes Geäst, hohes Gras oder Hecken und Stauden: Darin fühlen sich die Wildtiere pudelwohl. Gerade naturnahe Gärten ziehen die stacheligen Gesellen an. Denn sie eignen sich perfekt für Quartiere, in denen sie ihren Winterschlaf zwischen November und März halten können. Unser Tipp: Am besten schaffst du nicht alle Gartenabfälle sofort beiseite, sondern lässt diese in deinem Garten an einer windgeschützten Ecke liegen. Das macht erstens weniger Arbeit und vielleicht dem einen oder anderen Igel Freude. Wer mit seinen Kindern aktiv einen Nestplatz für Igel gestalten will, baut ein Häufchen aus Ästen, Laub und Stroh oder zimmert selbst ein kleines Igelhäuschen. Anleitungen wie diese finden sich im Internet.

Auch das Mähen der Rasenkanten ist eine echte Gefahrenstelle für Igel. Denn die Tiere können sich leicht im hohen Gras verstecken. Am besten in solchen Fällen zuerst nachschauen, ob sich etwas in der Wiese tummelt und dann den Trimmer anwerfen. Noch besser ist das Schneiden der Rasenkante mit einer manuellen Schere, auch wenn das für den Gärtner mehr Arbeit bedeutet.

Unser Tipp: Lass im Sommer einige ausgewählte Rasenflächen stehen und schneide diese für einige Wochen nicht mit dem Mäher. Die Wildblumen lieben nicht nur Schmetterlinge und Bienen. Auch Igel fühlen sich im Gras wohl.

Gut versorgt: Wasserstellen für Igel

Igel benötigen ebenso wie alle anderen Tiere Wasser. Weil die Tiere aber kleine Beine haben, müssen die Wasserstellen sehr flach sein, um diese gut zu erreichen. Kleine Untersetzer oder Vogeltränken auf dem Boden sind perfekt geeignet. Teiche oder andere tiefe Wasserstellen können dagegen zur echten Gefahr für Igel werden. Weil die Tiere nicht gut schwimmen können, ertrinken sie im tiefen Wasser sehr schnell. Übrigens: Das Gleiche gilt auch für Treppen oder Kellerschächte. Auch Regentonnen oder sogar Müllsäcke können für Igel zur tödlichen Gefahr werden.

Erste Hilfe für schwache Tiere

Natürlich sind Igel keine Haus-, sondern Wildtiere. Aber immer wieder trifft man auf Igel, die verletzt oder geschwächt sind und offensichtlich Hilfe benötigen. Was also ist zu tun? In Deutschland gibt es zahlreiche Igelstationen, an die man sich wenden kann, wenn man ein geschwächtes Tier gefunden hat. Auf der Webseite „Pro Igel“ finden Interessierte zahlreiche Adressen. Die Fachleute begutachten das Tier und päppeln es wieder auf. Manchmal geben die Experten dir einfach auch Tipps, sodass du das Tier wieder mit in den heimischen Garten nehmen kannst.

Findet man einen im Winter offensichtlich unterkühlten Igel, kann man ihn in ein Frotteetuch packen und mit einer lauwarmen Wärmeflasche oder Taschenlampe aufwärmen, bis man Hilfe gefunden hat. Im Zweifel ruhig einen Tierarzt kontaktieren. Wer noch mehr über die Wildtiere und naturnahe Gärten erfahren möchte, kann dies tun. Auf seiner Webseite stellt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e. V. ein kostenloses Faltblatt zum Download zur Verfügung – mit noch mehr Tipps und Tricks.

Fazit

Wer Igeln Möglichkeiten bieten will, im heimischen Garten ansässig zu werden, sollte die Gartenarbeit nicht zu genau nehmen und einen naturnahen Garten mit hohem Gras, Laub und Gehölz gestalten. Darin finden Igel Sommer wie Winter optimale Lebensbedingungen. Und dann freuen wir uns über die putzigen Stachelgesellen.

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