Detailansicht Insektenhotel

Insektenhotel im Garten selber bauen Ein Zuhause für Insekten

Insekten ein Zuhause zu geben, ist ein aktiver Beitrag zum Artenschutz. Schließlich bieten die hiesigen Gärten und Landschaften immer seltener die Voraussetzungen, die viele Insekten zum Nestbau brauchen. Dementsprechend ist zum Beispiel über die Hälfte aller Wildbienenarten vom Aussterben bedroht. Abhilfe schaffen eine natürliche Gartengestaltung und das Anbieten von Nisthilfen.

Worum geht es genau?

Wenn nützliche Insekten in eine künstlich geschaffene Unterkunft einziehen, dann beziehen sie ein sogenanntes Insektenhotel oder Nützlingshotel. Es handelt sich um einen Gegenstand, den ein Mensch aus zum Beispiel Stroh, Schilfrohr, Hartholzstücken, Ziegelsteinen oder Ästen gebaut hat. Üblicherweise integriert man die verschiedenen Materialien in einen überdachten Holzkasten. Dieser kann mehrere Fächer haben und unterschiedliche Insekten ansprechen. Der Bau eines Nützlingshotels hat für den Garten mehrere Vorteile. So wird es mehr Nektarsammler geben, die für die Befruchtung der Pflanzen sorgen, was den Ertrag steigert. Darüber hinaus werden Schädlinge in Schach gehalten, wenn es mehr Nützlinge wie Schlupfwespen, Marienkäfer oder Florfliegen gibt. Außerdem ist der Bau ein spannendes Bastelprojekt für alle, die sich für die Natur begeistern und kleine Tiere anschauen und unterstützen wollen. Gerade für Familien mit nicht mehr ganz kleinen Kindern ist der Selbstbau eines Nützlingshotels eine gute Idee. Konkrete Bauanleitungen gibt es zum Beispiel beim

NABU Vorab sollte man sich überlegen, welche Materialien und Insekten man am interessantesten findet.

Welche Materialien sind geeignet?

Theoretisch kann ein gutes Insektenhotel auch gekauft werden, doch jeder, der ein wenig handwerklich geschickt ist und etwas Zeit übrig hat, sollte die Insektenunterkunft selber bauen. Sie wird dann individueller und schöner sein. Zudem ist der Bau selbst ein Erlebnis. Es ist auf gut verarbeitetes Material zu achten, denn entsprechende Fehler machen den Tieren das Leben unnötig schwer. Verwendet man etwa Hartholz, das nicht abgelagert ist, so können hineingebohrte Löcher später aufreißen und gefährliche Holzsplitter bilden. Nadelholz ist als weiches Holz generell nicht geeignet, da sich bei diesem selbst an einem trockenen Standort die Fasern bei Temperaturschwankungen so aufstellen können, dass der Zugang versperrt oder die Brut verletzt wird. Dekorative Holzscheiben mit Löchern im Hirnholz sind ebenfalls zu vermeiden, weil dort Splitter entstehen können. Löcher sind also immer parallel zur Faser zu bohren. Auch Holz, in dem schon Fäulnispilze arbeiten, kommt nicht in Frage, da dort Zellulosefasern abgebaut werden. Viele Insekten mögen zudem keine gelochten Ziegelsteine, wenn dort scharfe Kanten oder zu große Löcher vorhanden sind. Ist dies der Fall, sollte man die Kanten feilen bzw. die Löcher verkleinern (z.B. mit Lehm). Verwendet man Bambusrohr, so muss dieses richtig trocken sein und bleiben, damit es nicht während eines Trocknungsvorgangs reißt. Neben dem Material ist der richtige Standort ganz wichtig. Das Nützlingshotel soll nicht nass werden oder die sommerliche Mittagssonne abbekommen.

 

Welche Insekten haben welche Ansprüche?

Vor allem, weil es im Garten oftmals ordentlicher wird, haben es viele nützliche Insekten schwer, passende natürliche Orte zu finden, an denen sie nisten und überwintern können. Es gibt tendenziell weniger Laubreste oder Gartenabfälle wie Strauchschnitt, der liegen gelassen wird, daher sinkt die Zahl möglicher Insekten-Lebensräume. Nützlingshotels sollen dem entgegenwirken. Allerdings stellen verschiedene Insekten auch unterschiedliche Ansprüche an ihr Heim. Man sollte sich also vorab überlegen, für welche Zielgruppe man bauen möchte.

  • Sehr nützlich sind Florfliegen deswegen, weil sie als Larven Blattläuse fressen und als Erwachsene Blütennektar suchen und somit Pflanzen bestäuben. Für sie bietet sich ein Kasten an, der mit Holzwolle gefüllt ist und schmale Schlitze als Eingänge hat. Da es wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Florfliegen auf die Farben Rot und Braun reagieren, empfiehlt es sich, das Insektenhotel entsprechend anzustreichen.

  • Bekannte Nützlinge sind die Marienkäfer, weil sie sich von Blattläusen und Gallmückenlarven ernähren – und zwar sowohl als Larven als auch als Käfer. Im Winter suchen Marienkäfer oftmals als Gruppe nach einem geeigneten Quartier. Wer sie als Hotelgäste haben möchte, benötigt einen kleinen Kasten mit Eingangsschlitz und trockenem Laub.

  • Alle Hummelarten sind sehr gute Blütenbestäuber, die sogar schon bei recht niedrigen Temperaturen aktiv werden. Sie haben relativ geringe Ansprüche an ihre Behausung. Ihnen genügt eine trockene Holzkiste, die mit einem Eingangsloch von rund 35 Millimeter Durchmesser versehen ist. Da Hummeln staatenbildende Insekten sind, die sehr viel Wärme abgeben, sollte der Hummelkasten nicht nach Süden ausgerichtet sein.

  • Hilfreiche Schädlingsbekämpfer sind auch die winzigen Schlupfwespen. Sie sind für den Menschen ungefährlich und jagen andere Insekten. Hier eignen sich Hartholzblöcke am besten, welche Löcher besitzen, die mindestens 5 Zentimeter tief sind. Einige Schlupfwespenarten bringen gefangene Insekten in diese Löcher, um ihre Eier in diese zu legen. Danach verschließen sie die Löcher mit einer selbsterzeugten Paste. Im folgenden Jahr werden aus den Eiern Larven geschlüpft sein, die sich von den gefangenen Insekten ernährten und als erwachsene Wespen das Loch verlassen.

  • Natürlich sind zudem Wildbienen gute Bestäuber für den Garten. Sie sind also nicht nur aus allgemeinen Naturschutzgründen wichtig, sondern auch für den eigenen Ertrag. Optimalerweise verwendet man für sie abgelagerte Hartholzstücke, etwa aus Esche. Senkrecht zum Faserverlauf bohrt man in diese Löcher von drei bis acht Millimeter Durchmesser. Diese müssen mindestens fünf Zentimeter tief sein. Möglich sind außerdem Strangfalzziegel. Man kann ein grobmaschiges Netz oder Hasendraht als Schutz vor Fressfeinden anbringen.

Fazit

Nützlingshotels dienen Insekten als Unterschlupf, Nisthilfe und Überwinterungsmöglichkeit. Damit sich die kleinen Tierchen wohlfühlen, müssen diverse Faktoren berücksichtigt werden. Dennoch bleibt beim Eigenbau noch ausreichend Raum für Kreativität. Im Grunde reicht ein kleiner Balkon aus, um Insekten Wohnraum zu bieten. Es sollten aber heimische Blütenpflanzen und Zierpflanzen in der Nähe sein. Zudem darf die Nisthilfe nicht auf dem Boden stehen, damit Regen und Wind nicht eindringen können.

Tipp

Im Gegensatz zum Vogel-Brutkasten braucht ein Insektenhotel nicht gereinigt werden. Es ist pflegeleicht, da die Tiere das ganze Jahr über im Hotel beschäftigt sind und nicht gestört werden sollten. Damit die Insekten aber nicht nur einen Unterschlupf, sondern auch genug Nahrung finden, kann man sogenannte Bienenpflanzen anbauen, die besonders nektarreich sind. 

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