Kaffeekränzchen im Schneckenparadies? Mit Bohnenkaffee und Bier den Salat retten

Jeder kennt es - Schnecken im eigenen Garten

Weinbergschnecke auf Ast

Sie sind nützlich und harmlos, zumindest für Menschen. Dennoch ist schon so mancher Gärtner an ihnen verzweifelt. Die Rede ist von Schnecken. Sie haben zarte Salatblätter und junge Triebe anderer Pflanzen zum Fressen gern und werden dadurch zur gefürchteten Gartenplage.

Ist ein Salatbeet erst einmal von Schnecken befallen, sind die Blätter in kürzester Zeit löchrig und für den Menschen ungenießbar. Daher greifen einige Hobby-Gärtner zu drastischen Maßnahmen, um die lästigen Schnecken vom Gemüsebeet fernzuhalten. Dabei ist Vorsicht geboten, denn viele der Weichtiere richten gar keine Schäden an und einige von ihnen stehen sogar unter Naturschutz. Zudem sollte man stets abwägen, ob Schneckengift das Mittel der Wahl ist, da Bruchteile des Gifts auf den Pflanzen landen und den menschlichen Organismus beim Verzehr des Gemüses belasten können.

Welche Schneckenarten sind schädlich – und welche nicht?

Die aggressivste Pflanzenvernichterin unter den Schnecken ist die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus). Sie gehört zur Art der Nacktschnecken und hat eine dunkelbraune Färbung, die bis ins graugrüne oder rotorange reichen kann. Die braunen Exemplare sind von den heimischen Nacktschnecken kaum zu unterscheiden, verdrängen diese aber zunehmend und stören das biologische Gleichgewicht. Sie fressen vorwiegend stark duftende und hartlaubige Pflanzen und sondern einen äußerst bitteren Schleim ab, der jegliche natürliche Feinde abschreckt. Sie ist sehr wendig und bewegt sich vergleichsweise zügig fort.

Nur etwa halb so groß, etwa drei bis fünf Zentimeter, aber nicht weniger schädlich ist die Genetzte Ackerschnecke (Deroceas reticulatum). Sie ist an ihrer dunkelgrauen netzartigen Maserung über dem braun-gräulichen Körper zu erkennen. Die Genetzte Ackerschnecke greift das Gemüse – bevorzugt grünen Spargel – direkt im Boden an und vermindert somit die Qualität der Ernte.

Die grauschwarze, etwa drei bis vier Zentimeter große Garten-Wegschnecke (Arion hortensis) zählt auch zu den Hauptschädlingen im heimischen Gartenbau. Sie frisst Wurzeln und am Boden liegende Pflanzenteile ebenso gern wie frische Salatblätter. Während die Jungtiere überwiegend am Boden bleiben, kriechen die ausgewachsenen Tiere gern die Pflanzen hoch und schädigen die saftigen grünen Blätter. Die Garten-Wegschnecke macht aber auch vor Früchten, wie zum Beispiel Erdbeeren, nicht Halt.

Auch wenn sie vielerorts als äußerst schmackhaft gilt, steht die Weinbergschnecke (Helix pomatia) unter Naturschutz. Wie die meisten anderen Gehäuseschnecken, beispielsweise die Garten-Bänderschnecke (Capea hortensis), richtet sie vergleichsweise wenige Schäden im Gartenbau an. Beide ernähren sich überwiegend von totem Pflanzenmaterial und lassen das angepflanzte Gemüse in Ruhe. Die Weinbergschnecke frisst darüber hinaus auch noch die Eier der Nacktschnecken auf und hilft damit dem Gärtner, die Zahl dieser Schädlinge zu reduzieren.

Welche Pflanzen werden von Schnecken befallen?

Schnecken können wahre Plagegeister sein. Sie fressen fast alles gern und schädigen das Gemüse häufig so stark, dass es seine Qualität verliert oder gar nicht mehr genießbar ist. Ein wahres Schneckenparadies bietet Salat, Spinat, Radieschen, Möhren, Paprika, Rhabarber, Gurken, Kohl, Erbsen, Bohnen und Rettich. Wer aber nicht gänzlich auf diese Gemüsesorten verzichten möchte, kann in ihrer Nachbarschaft spezielle Pflanzen anbauen, die Schnecken abhalten. Das könnten zum Beispiel Tomaten und Zwiebeln sein, aber auch Schnittlauch, Petersilie und Knoblauch. Hierzu gehört auch Miscanthus, eine Pflanze, die zu den Süßgräsern gehört und ursprünglich in feuchten Wiesen und Sümpfen Afrikas und Asiens sowie in China und Japan beheimatet ist. Miscanthus, auch Chinaschilf genannt, wird hierzulande als Zierpflanze genutzt. Die Blüten der Miscanthus-Pflanze schmücken den Garten und schützen dabei das Beet vor den Übergriffen der Schnecken. Ein weiterer Vorteil von Miscanthus ist seine humusbildende Eigenschaft.

Wie schützt man die Pflanzen vor Schnecken?

Selbst so manche Tierfreunde haben angesichts der Schäden, die Schnecken im Garten anrichten können, keine Skrupel mehr, gegen die Weichtiere vorzugehen. Frisch eingebrachtes Saatgut, Keimlinge, Stängel und Triebe werden angeknabbert, aufgefressen oder mit bitterem Schleim und Schneckenkot überzogen. Die Blattfläche der Pflanzen wird dadurch verkleinert und die Qualität der Pflanze durch Schneckensekret verringert oder sogar gänzlich zerstört. Nicht selten befallen Pilze die angefressenen Triebe und Blätter, so dass die Pflanze infolge des Pilzbefalls abstirbt. Bei der Schnecken-Bekämpfung sollte man jedoch nicht nur biologisch verträglich vorgehen, sondern auch bedenken, dass die meisten Schnecken nicht nur lästig, sondern auch nützlich sind. Sie sind Teil des biologischen Gleichgewichtes, indem sie abgestorbene Pflanzenteile und verwesende Kleinsttiere fressen. Mithilfe ihres Schleimes zersetzen die Schnecken Pflanzenreste und tragen aktiv zur Humusbildung bei.

Wer seine Pflanzen vor Schnecken retten möchte, könnte eine der folgenden Methoden anwenden. Die einfachste und auch eine der wirksamsten Hausmittel ist das Absammeln der Schnecken. Mit einem Eimer bewaffnet, streift der Gärtner durch den Garten und sammelt alle Schnecken ein, um sie außerhalb des Gartens wieder auszusetzen. Hierbei werden keine besonderen Hilfsmittel benötigt. Allerdings nimmt die Methode viel Zeit in Anspruch und muss im Sommer fast täglich wiederholt werden, um alle Schnecken zu erwischen.
Eine kostenintensivere Methode ist das Aufstellen von Zäunen um das bepflanzte Beet. Dabei ist es wichtig, dass die Zäune mindestens zehn Zentimeter tief im Boden verankert sind und ebenso so hoch herausragen. Sind die Zäune aus Kupfer, werden die Schnecken durch das im Boden gelöste Kupfer zusätzlich abgeschreckt.
Einfach aufgestellt sind Becher mit Bier. Die Schnecken mögen den Duft, kriechen in den Becher und ertrinken. Aber Vorsicht: Auch Schnecken benachbarter Gärten können durch das Bier angelockt werden.
Mithilfe von Sägemehl, Miscanthus oder Branntkalk kann man wirksame Schutzwälle gegen Schnecken errichten. Ein Nachteil ist, dass die Wälle nach starken Regenfällen erneuert werden müssen, da der Branntkalk dann seine Wirkung verliert und das Sägemehl weggespült sein könnte. Miscanthus Häcksel bietet sich hier besonders an, da er nicht nachdunkelt und auch als Zier-Häcksel besonders hübsch aussieht.
Wenn Du während Deines Gartenbaus berücksichtigen, dass natürliche Feinde von Schnecken bei Dir Unterschlupf finden, hast Du Dir nützliche Helfer ins „Beet“ geholt. Spitzmäuse, Igel und Kröten verhindern die massenhafte Ausbreitung von Schnecken auf natürliche Weise. Noch effektiver, aber auch stark von den vorhandenen Möglichkeiten abhängig, ist die Haltung von Hühnern und Enten. Sie machen mit Vorliebe Jagd auf Schnecken und deren Eier, brauchen aber viel Platz im Garten und einen Stall.
Bestimmte Gerüche und Wirkstoffe halten Schnecken fern. Dazu gehören Pflanzenextrakte aus Farnkraut und Lebermoos ebenso wie starker Bohnenkaffee. Sogar der Kaffeesatz kann anschließend ringförmig um die Pflanzen ausgestreut werden, um die Schnecken abzuschrecken. Das Koffein wirkt bei den Kriechtieren wie Nervengift und hält sie ab, sich den Blättern und Trieben zu nähern. Nach diesem Kaffeekränzchen werden die Schnecken Dich nicht mehr belästigen.

Checkliste zum Schutz der Pflanzen vor Schnecken:

  • Schnecken absammeln.
  • Bierbecher aufstellen.
  • Schneckenzaun um das Beet aufrichten.
  • Natürliche Feinde von Schnecken im Garten dulden.
  • Schutzringe aus Sägemehl, Miscanthus oder Branntkalk um die Gemüsebeete bauen.
  • Pflanzenextrakte aus Farnkraut, Lebermoos und Kompost über die Pflanzen sprühen.
  • Kaffeesatz flächig ausstreuen oder ringförmig um die Pflanzen verstreuen oder Bohnenkaffee über die Pflanzen sprühen.
  • Enten und Hühner halten.

Hättest Du es gewusst?

Weinbergschnecken gelten zwar in vielen Regionen als Delikatesse, aber dennoch sollten eigenständig gesammelte Exemplare nicht gegessen werden. Sie können giftige Pflanzen fressen, ohne selber Schaden zu nehmen und die Giftstoffe in ihrem Körper anreichern. In einem Test fraßen Weinbergschnecken einen Tag lang giftige Tollkirschen und hatten anschließend eine so hohe Dosis Gift in ihrem Körper, dass ein Mensch bei ihrem Verzehr daran gestorben wäre. Außerdem stehen sie unter Naturschutz und sollten mit sanften Methoden aus dem eigenen Grün entfernt werden.


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