Der richtige Beschnitt für Obstbäume Frühjahrspflege im Garten

Bei der Obstbaumpflege gibt es einiges zu beachten

Steine als Dekoration im Garten

Die ersten wärmeren Sonnenstrahlen haben sich schon vorgewagt und der passionierte Gärtner plant in Gedanken bereits den ersten Einsatz in seinem grünen Paradies. Aber damit es im eigenen Garten wirklich paradiesisch bleibt, brauchen Rasen, Pflanzen und Bäume einige Pflege.

Zwar wachsen die Obstbäume auch ohne Beschnitt, aber dann hätten wir keinen Einfluss auf Größe, Form und Ertrag unserer Bäume. Das gepflegte Äußere der Obstbäume ist jedoch für den positiven Gesamteindruck des Gartens von großer Bedeutung. Neben der Pflege kann der Gärtner viele Gründe haben, einen Baum zu schneiden. Denn manchmal ist der Baum einfach zu groß oder breit geworden, wirft zu viel Schatten oder ragt ins Nachbargrundstück. Wer ein paar Grundregeln beim Frühjahrsputz im Garten befolgt, kann sich das ganze Jahr über an gesunden, ertragreichen und schön geformten Obstbäume freuen.

Grundregeln des Obstbaumbeschnitts

Die gute Nachricht zuerst: Allen Gehölzen liegen die gleichen Wachstumsgesetze zu Grunde. Obstbäume zu pflegen und in Form zu halten, ist keine Zauberei. Als Grundregel gilt: Je stärker Sie schneiden, desto stärker wächst auch das Gehölz; je schwächer Sie zurückschneiden, desto weniger wächst nach. Das kommt daher, weil dicke Äste auch stärkere Triebe hervorbringen und sich aus dünnen Zweigen nur dünne Triebe entwickeln können. Wer also die dünnen Hölzer abschneidet und nur die dicken Äste stehen lässt, kann starkes Wachstum erwarten. Aber Vorsicht: Wer zu stark zurückschneidet, riskiert, dass der Baum mehr Blattknospen und wenige Blütenknospen hat. Die Erfahrung zeigt, dass der Ast etwa um ein Drittel zurückgeschnitten werden sollte. So bleiben genügend Knospen stehen, um neue, starke Triebe zu entwickeln, aber auch solche, aus denen Langtriebe mit Blütenknospen entstehen. Diese sind zwar schwächer, geben dem Baum im Frühjahr aber sein unverwechselbares Aussehen.

Frühjahrspflege von Obstbäumen wirkt wie eine Verjüngungskur. Durch den richtigen Schnitt formen wir das Astwerk, lenken die Saftströme im Baum und fördern Blütenreichtum und Ernteertrag. Da die Winter zunehmend milder werden und die ersten warmen Tage früher beginnen, sollte man mit dem Schneiden nicht zu lange warten. Obstbäume können am besten in der Zeit zwischen November und April geschnitten werden. Jetzt sind die Bäume im Ruhezustand und tragen noch keine Blätter. Allerdings muss der Gärtner darauf achten, dass kein Frost herrscht und die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch ist. Die Schnittstelle ist für den Baum wie eine offene Wunde. Frost und Nässe können an dem beschnittenen Holz Schaden verursachen. Eine Ausnahme bilden Steinobstbäume, denn sie halten von Oktober bis Februar eine Art Winterschlaf. Kirsch- und Pflaumenbäume zum Beispiel sollten Sie im Sommer gleich nach der Ernte zurückschneiden, spätestens Ende Juli. Aprikosen- und Pfirsichbäume hingegen schneidet man am besten im April oder Mai. Dabei muss man besonders vorsichtig vorgehen, um die Blütenknospen nicht zu schädigen. Unabdingbare Hilfsmittel beim Obstbaumschneiden sind eine standsichere Leiter und eine sehr gute Astschere.

Obstbaumbeschnitt: Schritt-für-Schritt erklärt

Der erste Schritt (1) beim Obstbaumbeschnitt ist das Entfernen von Totholz. Abgestorbene Äste und Zweige sehen nicht mehr schön aus und stören die jungen Triebe bei ihrer Entfaltung. Im nächsten Schritt (2) entfernen Sie quer oder steil nach oben wachsende Hölzer. Diese können andere Äste am Wachsen hindern oder an ihnen scheuern und sollten zurückgeschnitten werden. Schließlich halten Sie im dritten Schritt (3) Ausschau nach alten Ästen, die schon jahrelang Früchte getragen haben. Sie haben ausgedient und müssen Platz machen für junge Triebe, denn die Qualität der Früchte von frischen Hölzern ist besser als die Ernte alter Triebe. Das großzügige Beschneiden der Äste und Zweige hat den Vorteil, dass die Baumkrone licht- und luftdurchlässiger wird. Ein gesunder Baum braucht Licht auf allen Zweigen und Blättern und will durchatmen können.
Zuviel Äste und Zweige können das Zirkulieren von Luft verhindern. Vor allem die Früchte, die im Laufe des Sommers heranwachsen, benötigen ausreichend Sonne sowie Luft und Platz zum Ausbreiten. Die Durchlässigkeit von Licht und Luft beugt außerdem lästigen Pilzerkrankungen vor. Im vierten Schritt (4) ist der Zeitpunkt gekommen, wo man sich Gedanken machen sollte, welche Form der Baum bekommen soll. Viele entscheiden sich bei ihren Obstbäumen für eine Pyramidenkrone, eine Längskrone oder eine schlanke Spindel. Bereits beim Pflanzen kann man das Wachstum der Äste durch den richtigen Schnitt in die gewünschte Richtung lenken. Beim Frühjahrsschnitt sollten Sie die Triebe immer zwischen zwei Knospen abschneiden. Die letzte verbliebene Knospe muss dabei oben beziehungsweise außen sitzen. Als Faustregel gilt: Die Triebe um ein Drittel zurückschneiden. Achten Sie, auch darauf (5), dass die Äste einen Abgangswinkel von mindestens 45 Grad haben. Steilere Äste sollten abgeschnitten werden.

Achte während des Schneidens darauf, welches Holz Du gerade beschneidest. Bei Obstbäumen unterscheidet man zwischen Wachstumsholz und Fruchtholz. Das Wachstumsholz ist gerade und lang. Das Fruchtholz wächst hingegen eher krumm und ist kürzer - und es ist für das Tragen der Früchte zuständig. Für das gute Gedeihen des Obstbaumes und eine ertragreiche Ernte ist es wichtig, das Fruchtholz zu pflegen und das Wachstumsholz zurückzuschneiden. Das Fruchtholz soll sich ungehindert entfalten können und ausreichend Licht und Luft abbekommen.

Das solltest Du vermeiden

Für den Obstbaumbeschnitt im Frühjahr wählst Du am besten einen milden und schnee- bzw. regenfreien Tag aus. Kalte Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius oder Frost können zu Infektionen an der Schnittstelle des bearbeiteten Baumes führen. Das Holz wird bei Nässe und Kälte brüchig und die Schnittstellen an Stamm und Ästen reagieren wie offene Wunden. Pilze und andere Schädlinge können so in das Holz eindringen und es nachhaltig schädigen. Im Normalfall jedoch sind die Selbstheilungskräfte des Baumes groß genug, so dass offene Schnittstellen problemlos wieder heilen. Ein Wundverschlussmittel ist nicht ratsam, da es die Wunde zwar verschließt, aber die Schnittstelle meist auch feucht hält und das Heilen verlangsamt. Übrigens: Mehr Schnittstellen verursachen auch mehr Wunden. Daher solltest Du lieber wenige starke Schnitte ansetzen als viele vereinzelte. Schneide die Äste ganz ab, so dass keine Aststümpfe stehenbleiben.

Checkliste Obstbaumbeschnitt

  • Totholz und alte Hölzer (>5 Jahre) entfernen
  • Quer oder nach oben wachsende Äste zurückschneiden
  • Baumspitzen auslichten
  • Ausreichend wässern
  • Leimringe um die Stämme anlegen (Schutz vor Ameisen und Läusen)
  • Düngen
  • Wenn nötig: Pilzbekämpfungsmittel aufbringen

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