Pflastersteine richtig verlegen Von der Planung bis zum Verfugen

Allgemeine Vorüberlegungen zum Pflastersteine verlegen

Egal, ob du dir nur einen kleinen Weg durch den Garten, eine Terrasse oder die Einfahrt selbst mit Pflastersteinen auslegen willst: Nur wer sorgfältig und nach Anleitung arbeitet, wird damit langfristig Freude haben. Fange als Laie nicht mit einer Einfahrt an, denn diese muss schwere Autos tragen können. Auch das Gefälle muss berücksichtigt werden.

Wer noch ungeübt ist im Pflastersteine verlegen, sollte Pflasterklinker oder Betonsteine wählen. Diese lassen sich auch von Anfängern recht gut verlegen. Hat man nur kleine Stücke zu pflastern, wie einen Weg ist es ideal, den Bereich gleich so zu planen, dass man die Steine nicht beschneiden muss. Das Beschneiden ist nämlich nicht so einfach und erfordert Profi-Werkzeug. Wenn du gleich rechteckige Pflastersteine wählst, kannst du sie gut ohne Fugen verlegen.

Man arbeitet immer von der bereits verlegten Fläche aus, um das Sandbett nicht zu zerstören. Ein großes Blech oder Brett über die Steine gelegt, verhindert, dass du einzelne Steine verschiebst. Richtig fest wird die Fläche nämlich erst nach dem Einschlämmen.

Verschiedene Legemuster zur Wahl

Hast du dich für die rechteckigen Pflastersteine entschieden, hast du die Wahl aus mehreren Verlegemustern. Die bekanntesten sind Blockverband, Läuferverband, Fischgrätverband und Flechtverband. Du kannst verschiedenfarbige Steine mischen und verschiedene Größen wählen. In der Tiefe sollten die Steine aber gleich sein, sonst wird die Fläche nicht eben werden.

  • Blockverband: Hier werden immer zwei Steine als Block parallel gesetzt und die nächsten zwei in entgegengesetzter Richtung an diese angelegt. Es ergibt sich eine Art Schachbrettmuster aus immer zwei parallel gelegten Steinen. Das Muster ist nicht so stabil wie die beiden nächsten, da es große Fugen hat entlang der 4 aneinandergelegten Stine.
  • Läuferverband: Hier wird gearbeitet wie bei einer Mauer. Die Steine immer versetzt angelegt. Dieses Muster ist sehr stabil
  • Fischgrätverband: Die Steine werden immer waagerecht und senkrecht aneinandergelegt. Es ergibt sich ein diagonales Muster. Dies ist ein gutes Muster für Einfahrten. Es bleibt gut stabil.
  • Flechtverband: Dafür braucht man noch kleinere Steine um die Lücken zu füllen. Es wird an einen senkrecht gelegten Stein mittig einer waagerecht gelegt. Es sieht dann so aus, als wären die Steine verflochten. Es ist eher ungeeignet für Einfahrten, außer Profis verlegen.

Benötigtes Werkzeug und Material zum Pflaster Verlegen:

Das nötige Werkzeug kannst du dir zum Teil auch im örtlichen Baumarkt leihen .In jedem Fall wird die Arbeit mit dem richtigen Werkzeug besser gelingen und das Pflaster bleibt lange gerade und fest.

  • Pflastersteine
  • Sand, Schotter, Zement für den Untergrund
  • Abziehbrett zum Begradigen der Flächen
  • Zollstock
  • Schaufel und Spaten
  • Schubkarre
  • Besen zum Einkehren des Fugensandes
  • Wasser und Schlauch zum Reinigen und Schlämmen
  • Pflasterhammer
  • Hacke
  • Maßband und Maurerschnur
  • Nassschneider
  • Fugenkelle
  • Rüttler mit Gummimatte plus Gehörschutz
  • Aluschiene oder ähnliches für planes Anlegen der Steine.

Vorbereitungen: Boden freilegen

Gartenweg aus Pflastersteinen.

Bevor es ans Pflastern gehen kann, muss der Boden ausgekoffert werden. So nennt man den Vorgang, um den Steinen im Boden überhaupt erst Platz zu schaffen. Die Fläche wird also je nach Steintiefe und Belag ausgehoben und geebnet. Dies kann bis zu 40 cm tief sein. Dann gibt man darauf Sand oder Split. Am besten jedoch eine Sand-Schotter-Mischung. Als Sand nimmst du am besten Flussand, rein und gewaschen in einer Millimeterstärke von 0,2 bis 0,5 mm. Bevor der Sand in die freigelegte Fläche kommt, solltest du aber eine wasserdurchlässige Bodenplane auslegen. Wer Splitt als Untergrund wählt, nimmt am besten gebrochenen Schotter in 0,2 und 0,32 mm.

Richtig fest wird der Untergrund zum Beispiel für Terrassen und Einfahrten, wenn man den Flusssand noch mit Zement vermischt. Dafür nimmt man Sand und Zement in einem Mischverhältnis von 7:1. Die Mischung muss dann schnell, innerhalb von 3 Stunden, verarbeitet werden und zwar in einer Dicke von ca. 15 cm. Lücken und Oberflächenunterschiede können mit Schotter begradigt werden. Wird um das Haus herum verlegt, sollte das Fundament ein Gefälle vom Haus weg haben, sonst sammelt sich um das Haus herum das Regenwasser. Eine lose Schotter-Sand-Mischung wird in der Regel mit einem Flachrüttler verdichtet. Seitlich wird immer ein Gefälle für das Regenwasser eingerechnet, ca. 2,5 %. Auf eine solche Fläche füllt man dann Brechsand in einer Körnung von bis zu 32 mm. Der Sand wird mit einer Alu-Schiene glattgezogen.

Verlegen der Pflastersteine

Wenn du nicht nur einen kleinen Weg pflasterst, sondern eine große Fläche, solltest du als erstes den Kantenabschluss verlegen. So können sich die Steine im Inneren nicht mehr verschieben. Der Abschluss sollte breiter oder tiefer als die restliche Fläche verlegt sein. Hier am Rand wäre ein Untergrund aus Beton (Mischverhältnis wie oben 7:1, Sand : Zement) ideal. Um den Abstand aller Ränder genau hinzubekommen, kann man lose eine Reihe Steine hineinlegen. Prüfe ob der Rand gerade ist mit einer Alu-Schiene. Die Kantensteine brauchen am Rand noch eine abgeschrägte Stütze aus dem Unterbodengemisch.

Nun kannst du die Pflastersteine aneinanderlegen, mit einer kleinen Fuge dazwischen. Eine Fugenkelle hilft dir die Steine gerade zu rücken. Es sollten sich keine Pfützen auf dem Pflaster bilden, wenn man ein kleines Gefälle einplant. Im Idealfall läuft das Wasser so in die Bepflanzungen am Rand.

Abrütteln und Verfugen der Pflastersteine

Sobald eine kleine Fläche fertig verlegt ist, kann schon eingeschlämmt werden, um die Fläche zu stabilisieren. Ist die Fläche fertig verlegt, werden die Steine mit feinem Sand eingebürstet. Dieser legt sich die Fugen. Dann kann die Rüttelplatte angesetzt werden. Diese sollte natürlich sauber sein, sonst hat man gleich Flecken auf dem neuen Pflaster. Es wird vom Rand aus gerüttelt. Das Rütteln arbeitet die Steine ordentlich in den Untergrund und gibt der Fläche die nötige Festigkeit. Nach dem Abrütteln kann noch mal mit Wasser gereinigt werden.

Fazit: Du siehst, du kannst auch als ungeübter Pflasterleger dich an die Arbeit machen. Besonders wichtig ist der Untergrund, wenn du etwas anderes als kleine Gartenwege verlegen willst. Ganz wichtig ist der feste Untergrund überall dort, wo Autos stehen und hin und herfahren. Sonst wäre das Pflaster im Nu eingedrückt. Solche Arbeiten sollte man lieber Profil erledigen lassen oder mit jemandem zusammenarbeiten, der schon stabile Pflaster verlegt hat. Beim Arbeiten brauchst du Geduld. Es darf kein großer Druck da sein. Auch wenn es zwischendurch regnet, sollte das Pflaster ordnungsgemäß zu verlegen sein. Deshalb arbeitet man sich nur Stück für Stück vor.


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