Richtig düngen - Wann und womit? Ratgeber für Pflanzenpflege

Blütenpracht und eine reiche Ernte

Pflanze mit voller Blütenpracht

Ohne Dünger wachsen die kräftigsten Pflanzen nicht! Doch richtig zu düngen, will gelernt sein. Damit sich unsere Sommerpflanzen in wunderschöner Blütenpracht zeigen, Gemüsepflanzen reiche Ernte bringen und der Rasen gesund bleibt, müssen wir unseren Pflanzen von Zeit zu Zeit unter die Arme greifen.

Licht, Luft, Wasser und Wärme: Das sind die Grundvoraussetzungen für Pflanzen, um zu wachsen und dabei auch noch gesund zu bleiben. Doch das ist nicht alles. Denn die Pflanzen benötigen mineralische Nährstoffe, die wir in regelmäßigen Abständen dem Boden zufügen müssen. Womit Du zur richtigen Pflanzenpflege düngen müsst, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Richtig düngen: Das brauchen Pflanzen während des Wachstums!

  • Stickstoff sorgt für das gesunde Wachsen der Pflanzen. Bleibt die Stickstoffzufuhr aus, wächst die Pflanze nicht weiter. Wir erkennen den Mangel, wenn die Blätter fahl werden oder zum Teil in einen roten Farbton übergehen.

  • Phosphor unterstützt die Bildung der Blüte und Fruchtknospen. Bei einem Mangel bleibt die Pflanze zwar grün, aber wächst nicht weiter. Blüten bilden sich erst gar nicht.

  • Kalium macht unsere Pflanzen widerstandsfähiger. Bei einem Mangel bilden sich Nekrosen in den alten Blättern. Man sieht sie als kleine schwarze Punkte, die mit der Zeit größer werden. Auch können Blätter gelb werden – inklusive der Blattader.

  • Magnesium unterstützt die Fotosynthese und sorgt dafür, dass Blätter schön grün bleiben. Eine Unterversorgung erkennt man, wenn zuerst ältere Blätter beginnen, eine Gelbfärbung zu entwickeln. Später kommen junge Blätter dazu und die Pflanze verliert ihr Blättergewand. Die Blattäderchen bleiben allerdings grün – im Unterschied zum Kaliummangel.

  • Kalzium unterstützt den Wachstumsprozess der Pflanze. Besteht ein Mangel zeigen sich auf den Rändern der Blätter nach rund ein bis zwei Wochen hellbraune Punkte, die immer größer werden. Die Blätter sterben später ab. Auch die Blüte entwickelt sich nicht ausreichend.

Wann und wie kann ich meinen Rasen düngen? Unsere Tipps zum Thema!

Dein neuer Rasen ist angelegt und Du erfreust Dich an einem saftig frischen Grün? Damit das so bleibt, muss das Gras nicht nur regelmäßig geschnitten werden, sondern wir müssen ihn auch von Zeit zu Zeit richtig düngen. In der Regel düngst Du Rasen genauso wie alle anderen Pflanzen nur während seines Wachstums. Idealerweise wird das Gras zum ersten Mal im April eines jeden Jahres gedüngt. Im Sommer dankt es Dir der Rasen, wenn er nochmal Dünger zwischen Juli und August erhält. Gerade in Familien mit Kindern wird der Rasen oft und ausdauernd beansprucht: Fußballspiele, Federball oder Sandkisten mitten im Garten führen dazu, dass der Rasen noch schneller auslaugt. In diesen Fällen unterstützt Du den Boden zwischen den zwei Düngephasen noch ein weiteres Mal.

Auf dem Markt sind spezielle Rasendünger erhältlich, die speziell auf die Bedürfnisse des Rasens abgestimmt sind. Mit Hilfe eines kleinen Streuwagens lässt sich der Dünger gleichmäßig verteilen, so dass der Rasen überall geschützt ist. Weil sich der Rasen im Winter wie alle anderen Pflanzen in einer Ruhephase befindet, brauchen wir ihn dann nicht mehr richtig düngen. Wollen wir allerdings die Grashalme widerstandsfähiger machen, lässt sich der Rasen im Frühherbst nochmal mit Kalium behandeln. Denn das stärkt die Zellwände.

Tipp: Ein gesunder Rasen lässt sich zusätzlich unterstützen, indem der Rasenschnitt beim Mähen einfach auf dem Boden liegenbleibt. Der Schnitt verrottet und gibt dem Boden seine Nährstoffe wieder zurück. Aber Achtung: Als alleiniges Düngemittel reicht das dennoch nicht.

Wann und wie düngst Du Deinen Hausgarten richtig?

Was beim Rasen gilt, ist auch im eigenen Hausgarten zu beachten. Zur Ruhephase der Pflanze sollten wir niemals düngen. Denn zu diesem Zeitpunkt werden keine Nährstoffe aufgenommen. Ab Februar und dem ersten Austrieb kann es dann wieder losgehen. Und im August sollten wir das Düngen wieder auslaufen lassen.

Düngen - aber in der richtigen Menge!

Welchen Dünger Du im Rosenbeet, Gemüsegarten oder bei Stauden einsetzen willst, hängt nicht nur von der Art der Pflanzen, sondern auch von der Beschaffenheit des eigenen Bodens ab. Unser Tipp: Wir empfehlen, alle drei Jahre eine Bodenanalyse vorzunehmen. So lässt sich herausfinden, welche Nährstoffe dem Boden tatsächlich fehlen. Solche Analysen werden in aller Regel in einem Labor durchgeführt.

Richtig düngen bedeutet: Immer so wenig wie möglich, aber so viel wie notwendig düngen. Eine Überdüngung vertragen unsere Pflanzen genauso wenig wie zu wenige Nährstoffe. Achte deshalb immer auf die maximalen Angaben der Düngemittel.

  • Kompost ist eine sehr einfache Art, verbrauchte Nährstoffe zu recyceln und diese dem Boden wiederzugeben. Mit einigen Kompostboxen im Garten lässt sich der Humus selbst herstellen und regelmäßig unter die Beete geben. Allerdings sind kompostierte Garten- oder Obst- und Gemüseabfälle erst nach einem Jahr reif für die weitere Verarbeitung.

  • Hornspäne und Hornmehl stammen aus Hufen und Hörner von Rindern und enthalten unter anderem viel Stickstoff. Gerade für Hobbygärtner, die häufig mit Rindenmulch arbeiten, sind Hornspäne eine gute Ergänzung für den Boden. Denn das zersetzte Rindenmulch enthält in der Regel wenig Stickstoffe. Eine Überdüngung des Bodens ist übrigens nicht möglich, da sich das organische Material nach und nach im Boden zersetzt und zum Humus wird. Die Hornspäne einfach auf den Beeten mit der Hand verstreuen und mit einer Harke leicht einarbeiten.

  • Kuhmist riecht zwar relativ unangenehm, ist aber ein toller Nährstoff für den Boden. Gerade Gemüsegärten, in denen seit einigen Jahren gut geerntet wurde, brauchen nach spätestens zwei bis drei Jahren Unterstützung für den Boden, damit die Ernte ertragsreich bleibt. Und auch Sträucher und Hecken freuen sich über den organischen Kuhmist.

  • Organische Volldünger, die wir im Handel beziehen, lassen sich universell auf allen Böden anwenden. Denn die regen die natürlichen Kreisläufe im Boden an und waschen sich nicht aus.

  • Blaukorn ist ebenfalls ein klassisches Düngemittel, das viel Stickstoff, Phosphat und Kali enthält. Gerade im Fall eines akuten Nährstoffmangels schafft das Produkt Abhilfe und lässt Pflanzen blühen. Achtgeben sollte man auf die genauen Angaben auf der Verpackung. Denn gerade mit Blaukorn wird häufig überdüngt. Weil die Pflanzen die Mineralien aber nicht so schnell aufnehmen können, geht ein Teil als Nitrat in das Grundwasser und belastet die Umwelt.

  • Mit Kalk beeinflusst Du den pH-Wert eines Bodens. Während sich ein neutraler Wert bei rund 7 bewegt, sind darunterliegende Werte sauer. Hier wachsen Moos, Hortensien oder Rhododendron gerne und gut. Viele Pflanzen brauchen aber einen Boden mit höherem pH-Wert. Wenn Du die Böden kalkst, steigt der Wert sukzessive wieder an. Bei viel Moos im Garten kann Kalk ebenfalls helfen. 

So düngst Du richtig im Frühjahr: Checkliste und Tipps

  • Rasen im Frühjahr vertikutieren, um ihn von Moos zu befreien und gut durchzulüften. Bei starkem Mooswachstum eventuell zehn Tage vorher Moosvernichter gleichmäßig auftragen.

  • Komposter in geschütztem Gartenbereich aufstellen und einrichten

  • Letztes Laub vom Winter entweder in die Beete einarbeiten oder im Komposter verwerten

  • Bodenanalysen der verschiedenen Beete im Garten durchführen. Düngemittel dementsprechend danach ausrichten

  • Falls Düngung notwendig ist, Beete nach Regen oder Bewässerung richtig düngen und einarbeiten

  • Dünger immer entsprechend der Packungsanweisung aufbringen – Überdüngung vermeiden!

  • Rosen schneiden und düngen

  • Mist bestellen und unter die Beete arbeiten

  • Kübelpflanzen umtopfen

  • Für Kübel und Töpfe flüssigen Dünger verwenden


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