Weißtorf und Schwarztorf Worin besteht der Unterschied?

Was Weißtorf und Schwarztorf unterscheidet

Weißtorf und Schwarztorf spielen heute beide eine Rolle im Gartenbau, aber auch in der Aquaristik. Weißtorf ist das jüngere, natürlich entstandene Produkt von beiden. Wer seinen Gartenboden mit den verschiedenen Torfarten verbessern möchte, sollte aus Rücksicht auf die Ressourcen der Erde sparsam damit umgehen. Wann immer es geht, sollte auf natürlichen Humus und Kompost als Ersatz zurückgegriffen werden. Erfahre nun den Unterschied zwischen Weißtorf und Schwarztorf.

Weißtorf mengt man heute gerne zu guten Gartenerden bei. Das noch unzersetzte, sogenannte Torfmoos hat eine sehr hohe Wasserspeicherfähigkeit. Genau deshalb kommt es auch in Aquarien und Terrarien zum Einsatz. Ebenso lockert sein hohes Porenvolumen den Boden auf. Somit dient Weißtorf im Garten dafür, leichtere und lockerere Böden zu erhalten.
Mit Weißtorf kann man zudem den Nährstoffgehalt einer Gartenerde je nach Bedarf gut anpassen. Es ist ein Grundstoff für Kultursubstrate und hochwertige Gartenerden. Weißtorf hat einen pH-Wert von 3 bis 4. Normale Gartenerde hat im Vergleich einen pH-Wert von 5 bis 6,5.
Weißtorf ist also eigentlich zu sauer, und der pH-Wert muss für eine gute Gartenerde angepasst werden. Meist wird deswegen Kalk dazugegeben. Torf an sich ist immer mineralstoffarm, weswegen man Blumenerde vor dem Verkauf noch aufdüngt.

Allgemein nimmt man Weißtorf im Garten gerne für Moorbeetpflanzen, die einen sauren pH-Wert brauchen. Das sind zum Beispiel Azaleen, Rhododendron oder auch Heidelbeeren.

Wie entsteht Torf?

Torf allgemein entsteht aus den Ablagerungen in den Mooren. Es sammeln sich Pflanzenreste und zersetzen sich langsam. Ganz am Ende entsteht Kohle daraus. Weißtorf ist die allererste Stufe der Zersetzung. Schwarztorf die letzte, die noch als lockere Erde vorliegt. Man kann die Struktur der Pflanzenreste im Weißtorf noch gut erkennen, im Schwarztorf nicht mehr. Der Name kommt von der hellen Farbe des Torfes, weiß ist er aber nicht, eher Hellbraun. Es gibt verschiedene Stufen des Weißtorfes: Je höher die Stufe, umso dunkler ist der Weißtorf. Die Einordnung erfolgt nach der Heizwertzahl. H2 ist die niedrigste Stufe. H6 ist Schwarztorf und stark zersetzt.
Es dauert mehrere tausend Jahre bis aus Pflanzenresten Schwarztorf wird. Gerade deswegen sollte mit Torf jeder Stufe sparsam umgegangen werden.

Man spricht erst dann von Torf, wenn eine organische Substanz von 30 Prozent vorliegt. Der Rest sind dann Wasser und Mineralien. Hat man unter 30 Prozent organische Substanz, liegt Feuchthumus oder Moorerde vor.
Man unterscheidet die verschiedenen Torfarten traditionell nach dem Heizwert, denn am Ende des Prozesses wird Kohle daraus. Weißtorf hat den niedrigsten Heizwert. Dann kommt Brauntorf, am Ende Schwarztorf.

Bei der Torfentstehung bildet sich zuerst das nährstoffreiche Niedermoor. Dann trennt sich die Oberfläche eines Moores langsam vom Grundwasser ab. Das übrige Moorwasser hat einen sehr niedrigen pH-Wert und nur wenige Nährstoffe und wenig Sauerstoff. Die weitere Zersetzung der Pflanzen ist so gehemmt. Es bilden sich neue Pflanzen, die diese Bedingungen mögen. Sie bilden wiederum Ablagerungen, die das Hochmoortorf entstehen lassen. Eine solche Pflanze ist das Torfmoos. Die Hochmoorpflanzen verfilzen stark in den Wurzeln und wuchern. Daher bilden besonders die Heide, verschiedene Sauergräser und Bisen oder auch Bergkiefern das Hochmoortorf.

Abbau von Torf

Torf baut man seit Ende des 20. Jahrhunderts ab und zwar über Tagebauwerke. Früher hat man den Torf noch als Heizmaterial verwendet, heute nur noch für den Gartenbau als Kultursubstrat.

Torf hat die Eigenschaft sehr gut Wasser speichern zu können, nämlich ein Vielfaches des Eigengewichtes. Es wird aber erst zum Kultursubstrat durch die Beigabe von Kalk zur Neutralisation der Säure, von Nährsalzen und weiteren Stoffen wie Sand oder Ton.
Heute wird Torf vor allem von Hobbygärtnern zur Lockerung des Bodens genommen. Doch muss der Torf immer gebrauchsfertig sein. Also gut gedüngt und neutralisiert.
Um die Moore und deren Abbau zu schonen, stellt man Ersatzstoffe her, aus Rinde und Holzabfällen. Auch Kompost hat eine ähnliche Wirkung wie Torf.

Im Übrigen gibt es passend zu diesem Ratgeber Bericht auch den Torf dazu bei uns im Onlineshop.

Torf im Garten – Weißtorf und Schwarztorf kommen zum Einsatz

Weißtorf ist von hellbrauner Farbe. Er wird aus den oberen Schichten der Moore gewonnen. Schwarztorf stammt aus den tieferen Schichten. Er ist viel älter und es sind fast keine Pflanzenreste mehr zu erkennen. Weißtorf und Schwarztorf findet man nur in Hochmooren. Bei den Hochmooren hat sich das Grundwasser abgetrennt, bei den Niedermooren nicht.

Man nimmt Torf gerne im Gartenbau. Der Torf sorgt für ein leicht saures Milieu im Boden. Das bekommt einigen Pflanzen gut, aber nicht allen. Torf alleine ist zu nährstoffarm um den Boden zu verbessern.

Die fertig zu kaufende Blumenerde hat oft als Grundstoff Torf. Heute ersetzt man aber den Torfanteil auch schon mit Humus, Holzfasern oder Kompost, um die Weltmoore zu schonen. Die Haupteigenschaft des Torfes, viel Wasser speichern zu können, übernehmen dann Granulate.

Warum Torf für den Gartenbau?

Sie bekommen Hochmoortorf in verschiedenen Sorten und Qualitäten. Für Gartentorf wird nasser Schwarztorf über den Winter hindurch festgefroren. Dadurch kann er gut Wasser aufnehmen und schrumpft weniger. Tatsächlich ist der Torf hochwertiger, je mehr er durchgefroren ist. Er kann dann das 4-fache seines eigenen Gewichtes an Wasser aufnehmen und speichern.

Hochmoortorf für den Garten ist ein naturbelassenes Produkt. Man nimmt ihn grundsätzlich zur Verbesserung der Erde. Durch den hohen Gehalt an organischer Substanz reichert sich der Boden schnell mit Humus an.

Der Niedermoortorf ist zwar der nährstoffreichste, aber er eignet sich nicht zur Anwendung im Garten. Sein pH-Wert ist zu hoch. Er kann allenfalls unter sandige Erden gemischt werden.

Mit Hochmoortorf wird die Erde zu einem lockeren, kohlensäurehaltigem Substrat, das hilft die Wasseraufnahmefähigkeit zu steigern. Er wird vor allem lehmigen und sandigen Böden beigemischt.

Hochmoortorf ist ideal für Hochbeete oder Kübelpflanzen. Mit ihm gedeiht Gemüse besonders gut.

Weißtorf – für Gärtner und die Aquaristik

Im Gartenbaubedarf erhältst Du oft pH-regulierten hellen Weißtorf mit der Fraktion 0-25 mm. Es ist das sogenannte Nullsubstrat, mit dem man als Gärtner sich selbst Substrate und Blumenerden mischen kann. Der helle Weißtorf bietet eine besonders gute Wasser- und Luftaufnahme.

Weißtorf ist vor allem auch Aquaristikern bekannt, denn er wird gerne als Bodengrund für das Aquarium oder Terrarium genommen oder als Beflockung von Wasserfällen und ähnlichem. Ebenso nimmt man ihn gerne als Substrat für fleischfressende Pflanzen.

Weißtorf in Ballen gepresst, ist ideal fürs Aquarium wegen seiner Wasseraufnahmefähigkeit, er muss allerdings einen pH-Wert von höchstens 3,5 haben.

Fazit:

Weißtorf und Schwarztorf sind gut für den Gartenboden und damit für die Pflanzen. Aus Rücksicht auf den Bestand der natürlichen Moore sollte aber sehr sparsam mit diesen wertvollen Produkten umgegangen werden. So oft es geht, sollte Torf mit Kompost und andere Humusarten ersetzt werden. Weißtorf kann die 8-fache Menge seines Eigengewichtes an Wasser aufnehmen, Schwarztorf die bis zu 4-fache Menge.

Moorgebieten mit Torfabbau

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