Äpfel auf einem Haufen

Wohin mit dem Fallobst im eigenen Garten? Liegenlassen oder aufsammeln

Obst ernten ist schön, Obst essen auch, aber was macht der Gartenbesitzer mit all dem Fallobst, das mit der Zeit zu faulen beginnt? Viele unerfahrene Obstbaumbesitzer wissen da nicht so recht Rat. Wir klären auf und geben hilfreiche Tipps.

Das Fallobst einfach liegenlassen?

Keine so gute Idee. Du kannst es ja mal mit einigen Stücken probieren. Im Spätsommer hast du dann ständig Wespen dort, zudem riechen die fauligen Früchte nicht gut und die Fläche wird matschig. Natürlich ist es ein einfacher Kreislauf der Natur, es liegen zu lassen, aber es macht wenig Sinn und kann sogar für gehörig Ärger mit der Nachbarschaft sorgen. Es führt dazu, dass neue Schädlinge gezüchtet werden. Das gärende, faulige Obst gehört einfach nicht in den Garten, wenn es in großen Massen anfällt. Einige Stücke kannst du zwar als Igelnahrung liegen lassen, aber große Mengen entsorge lieber. Wie und wo erfährst du weiter unten.

Trotzdem: Es gibt immer noch Streuobstwiesen, wo niemand das Fallobst aufliest! Ganz klar, die Natur braucht auch diese Bezirke. Die Flächen unter den Bäumen sind aber dann für Menschen nicht mehr betretbar und die Schädlinge vermehren sich. Das ist also nur eine Lösung, wenn nicht viele Gärten in der Nähe sind.

Das Fallobst bald aufsammeln

Am besten ist es, du sammelst das Fallobst immer mal wieder auf. Am besten täglich. Du kannst nämlich viel davon noch verwerten, d.h. selber essen, zu Saft verarbeiten oder als Tierfutter spenden. Bedenke: Es sind oft nur einzelne Druckstellen, die das Obst vom Baum fallen lassen.

Leider hat man in manchen Jahren recht viel Fallobst und kaum noch Obst, das man vom Baum pflücken kann. Manche Kirschsorten etwa werden noch nicht mal richtig reif, dann fallen sie schon vom Baum. Warum? Weil der Sommer zu nass war. Die Kirschen nehmen das Wasser auf und platzen und fallen dann vom Baum. Diese angeschlagenen Früchte noch zu ernten ist recht mühsam, denn sie kann man nicht so leicht und schnell aufschneiden und verarbeiten wie Äpfel. Kirschen haben oft leider zudem einen Befall mit der Kirschessigfliege. Lässt man das herabgefallene Obst also einfach liegen, vermehrt sich die Fliege auch noch. Hier ist also guter Rat teuer. Diese Kirschen musst du einfach beseitigen. Erst einmal kehrst du sie ein, dann kannst du sie in der Erde vergraben. Auch in der Biotonne ist Platz dafür. Alle anderen Lösungen sind schwierig.

Fallobst verwerten – die besten Ideen

Nicht erst im Spätsommer, nein oft schon früher, wenn die Kirschen reifen, haben viele Gartenbesitzer ihre Rasenfläche unterm Baum voller Fallobst. Dies lockt sofort Wespen und Fliegen an. Diese werden dann auch zu ungebetenen Gästen am Esstisch. Wir teilen zwar gern mit den Tieren, aber das ist dann oft einfach zu viel. Auf die Kirschen stürzen sich dann zwar oft die Vögel, aber vieles bleibt doch faulend und leider stinkend am Boden liegen. Irgendwann ist das auch für die menschlichen Gartenbesitzer nicht mehr gesund, denn das Obst kann auch Schimmel bilden und bietet diversen Pilzen den Nährboden. Auch Raupen mögen das Obst und man hat dann oft noch Schädlinge gezüchtet, statt etwas Gutes zu tun.

Am besten möglichst schnell brauchbares Obst aufsammeln und verwerten! Den Rest bitte entsorgen! Fallobst lässt sich nicht wie unbeschädigtes Obst lagern, es fängt recht schnell an zu faulen.

Saft, Mus und Kuchen

Keine Hemmungen: Du kannst frisch vom Baum gefallenes Obst gut verwerten. Du musst nur die braunen Stellen entfernen. Bei Äpfeln kannst du z.B. die Stellen mit Wurmbefall entfernen, den Rest aber noch essen. Was du daraus machen willst, bleibt dir überlassen. Äpfel kannst du in kleine Stücke schneiden und zu Apfelmus oder Stücken für Kuchen verarbeiten. Dieses kannst du dann einfrieren. Anderes Obst lässt sich schnell und unkompliziert zu Kompott verarbeiten und ebenfalls einfrieren, das betrifft Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen. Auch Saft aus dem Obst ist gesund und lecker. Am besten auch direkt nach dem Pressen einfrieren und das ganze Jahr über genießen!

An eine Mosterei geben

Hat man einfach zu große Mengen an Fallobst, so kann man diese auch an eine Mosterei abgeben. Meist bekommt man als Gegenleistung die gleiche Menge frischen Saft, aus anderen Äpfeln oder Obst gepresst.

Fallobst beseitigen

Für all das Fallobst, was man wirklich nicht selber verwerten kann, gilt: Auflesen und gezielt verrotten lassen. Kleine Mengen an Fallobst kannst du gut in der Miste gemeinsam mit anderen Gartenabfällen verrotten lassen. Es lockert die Erde auf.

Einfach vergraben geht sogar auch! Dann sollte es aber mindestens einen halben Meter tief vergraben werden, denn sonst verrottet es nicht, sondern wird von Tieren wieder ausgegraben. Bitte das Obst entfernt von Wurzeln eingraben, sonst ginge der Fäulnisprozess auf die Wurzeln über. Im Gemüsegarten vergraben, ist Fallobst sogar ein guter Dünger!

Fallobst abgeben

Fallobst, das man selber nicht verwerten und entsorgen kann, muss man in die Biotonne geben oder an Sammelstellen abgeben. Warum eigentlich? Weil Fallobst von Pilzen und Schädlingen befallen wird und daher nicht in den Kompost gehört. Man züchtet sonst Schädlinge, die die gesamte Nachbarschaft ärgern. Bitte gar kein Obst in die Mülltonne tun!

Mancherorts freut sich auch ein Bauer, wenn du ihm das Fallobst gibst. Er kann es als Futter verwenden für sein Vieh. Auch Tierparks nehmen gerne Fallobst an. Sicher hast du schon mal gesehen wie sich die Tiere im Zoo über Früchte freuen.

Alle Tipps in Kurzusammenfassung:

  • Wichtig: Wenn du Fallobst in der Biotonne entsorgst, darf eine Menge von 48 kg nicht überschritten werden, wenn die Tonne 120 l Fassungsvermögen hat. Sie wird sonst ganz einfach zu schwer.

  • Wende dich an deine Gemeinde oder Stadt, um spezielle Sammelstellen für Fallobst zu finden. Es gibt Kompostwerke überall.

  • Förster, Bauern und Tierparks freuen sich über eine Spende an noch frischem Fallobst. Fauliges Obst nehmen sie auch nicht mehr an.

  • Kleine Mengen selber kompostieren – so hast du nach einem Jahr tollen, nährstoffreichen Gartenkompost.

  • Wer selber Würmer für den Kompost züchtet, kann das Fallobst ebenso gut brauchen. Sie lieben sogar fauliges Obst in kleinen Mengen. Aber nimm nur heimisches Obst.

  • Einiges an Obst für Igel, Insekten und Vögel liegen lassen, aber nicht zu viel!

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