Das eigene Gewächshaus


Wer schon mal Gemüse im eigenen Garten angebaut hat, der hat sicher auch schon über ein eigenes Gewächshaus nachgedacht. Das ganze Jahr über wohlschmeckendes Gemüse und Früchte ernten: das ist schon purer Luxus!

Verschiedene Modelle an Gewächshäusern

Gewächshäuser sollen viel Licht an die Pflanzen lassen und sie vor kalten Temperaturen, Frost und Nässe schützen. Gut belüftet müssen sie trotzdem sein. Die Pflanzen nehmen das Licht auf und es wird von alleine warm im Gewächshaus. Man nennt diesen Effekt sogar den sogenannten Treibhauseffekt. Denn unter diesen Bedingungen kann man gut Samen austreiben lassen und hochziehen.

Es gibt die traditionellen Gewächshäuser aus Glas und Varianten mit Plastik-Stegprofilplatten und sogenannte Folienhäuser oder Folienzelte. Will man beispielsweise nur seine Tomaten schützen, dann reicht ein kleines Zelt über den Tomaten. Auch Frühbeete kann man mit einer Pflanzhaube schützen und braucht kein extra Gewächshaus.

Für welches Modell Sie sich entscheiden, hängt vom Verwendungszweck ab:

Haben Sie Großes vor und verschiedene Gemüse und exotisches Obst anbauen, dann kommt ein professionelles Gewächshaus aus Glas mit viel Platz in Frage. Wollen Sie nur ein paar Leckereien das ganze Jahr über ernten, dann reicht ein sogenanntes Stegplattenhaus mit Alufundament aus.

Gewächshaus

Wer im Glashaus sitzt – hat mehr vom Jahr!

Sie kennen sicher den Spruch „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen…“ So ein Glashaus hat Vorteile. Sie können es im Winter nutzen und umsorgen Ihre Pflanzen mit Wärme und das Licht. Es ist ideal für den Vitamin-D Haushalt und vorbeugend gegen die Winterdepression. 

Ein Gewächshaus wehrt das ganze Jahr über Schädlinge wie Schnecken und Mäuse ab. Allerdings nur, wenn Sie bei Ihren gekauften Pflanzen nicht schon Schneckeneier in der Erde haben. Es dient aber nicht nur dem Schutz vor Schädlingen, sondern auch vor Frost. Dazu muss das Gewächshaus nicht mal sehr groß sein. Hauptsache die wichtigsten empfindlichen Pflanzen haben darin Platz.

Wollen Sie nur Sämlinge aufziehen, dann wird Ihnen auch ein kleines Treibhaus reichen oder ein überdachtes Frühbeet. Mit einem Gewächshaus holen Sie einfach alles aus Ihren Pflanzen heraus. Der Grund dafür ist der thermophysikalische Effekt. Das Licht gelangt durch die Glasfront und verwandelt sich in langwellige Wärmestrahlen. Diese bleiben im Haus. Es wird gemütlich warm, auch wenn draußen noch Frost herrscht. Doch auch im Sommer tut das Gewächshaus seinen Dienst. Denn viele Pflanzen wollen es noch wärmer haben, als es die Temperaturen des deutschen Sommers bieten können und sie mögen es trocken.

Gewächshaus von innen

Innerer Grundaufbau eines Gewächshauses

Ein Gewächshaus hat drei Ebenen, die für die Jungpflanzen und Stecklinge genutzt werden können: 

  • eine in der Nähe des Bodens

  • eine in Tischöhe

  • eine unter der Decke

Die Wärme steigt nämlich nach oben. Wichtig ist aber auch, dass Sie das Gewächshaus gut belüften, besonders an warmen Tagen können Sie die Fenster mal auflassen.

Gewächshaus selber bauen

Gewächshaus selber bauen

Die einfachste Möglichkeit sich ein Gewächshaus anzuschaffen ist es, sich eines im örtlichen Baumarkt zu kaufen oder eines zu bestellen. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich auch selber eines bauen. Es muss aber sehr stabil sein und auf einem sicheren Fundament stehen, denn sonst wird es vom nächsten Sturm einfach umgeweht. Ein einfaches Modell kann man sich jedoch aus 4 cm dickem Vierkant-Konstruktionsholz bauen. Daraus baut man sich das Gerüst, das mit Folie bespannt wird. Häuser, die mit Glas ausgekleidet werden, sind wesentlich aufwendiger zu bauen.

Für ein kleines Häuschen mit Folie brauchen Sie folgende Materialien:

  • 4 x Stangen als Seitenteile (bitte so lang wählen, wie das Haus lang sein soll)
  • 4 x Stangen als kurze Seitenteile (bitte so lang wählen, wie das Haus breit sein soll)
  • 4 x Stangen als Pfosten (bitte 1 ½ x so lang wählen, wie die kurzen Seitenteile)
  • 2 x Stangen als Stützen für das Dach (bitte so lang wählen wie das Dach hoch sein soll)
  • 1 x Stange als Auflage für die Dachstangen ( so lang wie die langen Seitenteile)
  • 4 x Stangen als Dachsparren (ca. 1 ½ x so lang wie die Stützhölzer für das Dach)
  • Folie
  • Metallwinkel
  • Schrauben
  • Werkzeug wie Akkuschrauber
  • Hammer und Nägel oder Tacker

Bauanleitung einfaches Gewächshaus mit Folie:

Als erstes baut man das Gerüst des Gewächshauses zusammen und montiert es. Am Ende wird es mit Folie verkleidet.

Gerüst bauen:

Zunächst werden der obere Rahmen und der untere zusammengebaut. Mit Winkeln verbinden Sie die kurzen und die langen Seitenteile. Die Löcher müssen Sie vorbohren. Dann verbinden Sie die Rahmen mit den Pfosten. Für das Dach schrauben Sie die kurzen Dachhölzer mittig auf den kurzen Seitenleisten fest. Darauf montieren Sie dann das lange Dachholz. Die Hölzer, die für die Dachsparren gedacht sind, werden an den Enden auf Gehrung geschnitten. Am Ende bespannen Sie das Haus mit Folie. 

Das Fundament des Gewächshauses:

Das schönste Häuschen nützt Dir nichts, wenn es kein Fundament hat. Sie können aus verschiedenen Fundamenten wählen:

  • Holzfundament
  • Betonfundament
  • Stahlfundament (leicht montierbar und gute Bodenverankerung)

Für das Fundament muss ein Graben ausgehoben werden. Die Tiefe entscheidet darüber wie frostfrei Ihr Gewächshaus sein wird. 80 cm sind ideal. Das Gelände für das Gewächshaust messen Sie mit Pflöcken und Schnüren exakt ab. Zur Stütze des Häuschens eignet sich ein sogenanntes Punktfundament. Dafür nimmt man meist Betonrohre. Sie werden dort in den Boden versenkt, wo sie stützen sollen. Messen Sie mit der Wasserwaage und Richtschnüren, ob sie ganz gerade liegen. Diese Rohre werden dann mit Beton gefüllt. Zusätzliche Stütze verleihen Träger.

Sie versenken 4 Rohre in einer Länge von etwa 50 cm an den Ecken des Rahmens des Häuschens und lassen ca. 5 cm Platz nach oben für die Rasenkante. Der Rahmen wird dann mit Dübeln verschraubt und liegt ungefähr 5 cm im Erdreich.

Tags: Gartenpraxis, Gartenplanung, Nutzgarten
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