Küchenhexe

Küchenhexe – Alte Küchenöfen werden wieder modern Was ist eine Küchenhexe?

Festbrennstoffe werden aus verschiedenen Gründen wieder gefragter. Neben dem Kamin, dem Pelletofen und dem Grill geraten Küchenöfen alter Bauart zunehmend in den Fokus. Sie machen unabhängig von Strom oder Gas und sehen darüber hinaus oftmals sehr ansprechend aus. Du kannst einen Originalofen unter bestimmten Voraussetzungen weiterbenutzen oder einen neuen Küchenofen mit antiquisierter Optik kaufen.

Was macht eine Küchenhexe aus?

Sie erinnert ein wenig an einen Smoker mit zusätzlicher Kochplatte auf dem Deckel der Feuerkammer, auf der Soßen oder das Brennholz erwärmt werden. Auch diese Koch- bzw. Grillgeräte wurden in früheren Jahrhunderten gern verwendet und sind heute wieder modern. Ähnlich ist es mit den mitunter vorhandenen Haken zum Einhängen von Töpfen und Kesseln. Grundsätzlich ist eine Küchenhexe ein Küchenofen, der mit Holz oder Kohlen gefeuert wird. Er fungiert als Heizung für die Küche und dient zur Zubereitung von Mahlzeiten. Bei Modellen mit integriertem Backfach lassen sich zudem Kuchen, Aufläufe und Brot herstellen. Bei wasserführenden Varianten werden auch andere Räume miterwärmt. Diese verfügen nämlich über eine Wassertasche, mit der sie Heißwasser für den Heizkreislauf erzeugen. Das in der Wassertasche erhitzte Wasser kann auch gespeichert werden, ebenso kann Brauchwasser erwärmt werden.

Der Küchenofen nutzt physikalische Prinzipien, um die Wärme auf das Backfach, den Raum und die Kochplatten zu verteilen. Üblicherweise gibt es zwei Kammern mit Sichtscheiben: die Brennkammer und die Backröhre. Dazu gesellen sich Mechanismen, mit denen Du die Luftzufuhr regeln kannst, sowie der Aschekasten unter der Brennkammer. Meist gelangt die Wärme so in den Backofen, dass Du einen Hebel betätigst, woraufhin die Rauchabgase statt in den Schornstein in die Backröhre geleitet werden. Es ist wichtig, mit dem Thermometer nachzumessen, ob die Temperatur in der Backkammer zum Backvorhaben passt. Gegebenenfalls musst Du Holzscheite nachlegen, damit es wärmer wird, oder die Luftzufuhr herunterregeln, damit das Feuer kleiner wird. Außerdem kannst Du die Ofentür öffnen, wenn Du bei sinkenden Temperaturen backen willst. Eine Temperaturregelung wie beim bekannten E-Herd ist also nicht möglich. Auch für die Herdplatten kann natürlich nicht einfach eine numerische Stufe eingestellt werden. Stattdessen gibt es grundsätzlich sogenannte Hotspots, auf denen sich Pfannen und Töpfe schneller erhitzen als auf den weniger heißen Bereichen. Die heißen Zonen sind direkt über der Brennkammer.

Warum werden alte Küchenöfen wieder modern?

Jahrzehntelang galten Küchenhexen als Dekorationsobjekte, die von Antiquitätenhändlern gern verkauft wurden. Mit den schmucken Kacheln verbreiteten sie jenen Retrocharme, den viele Menschen lieben. Mittlerweile aber finden immer mehr Hausbesitzer einen Festbrennstoffherd in der Küche in dem Sinne reizvoll, dass sie damit tatsächlich kochen und heizen möchten.

Damit schließen sie an eine lange Historie an. Als erster Kochherd gilt der 1735 entwickelte Castrol-Herd, ein vollummauerter Holzofen mit durchlöcherter Eisenplatte und Rauchfang. Ende des 18. Jahrhunderts setzten sich kupferne Herdplatten mit Öffnungen über der Feuerquelle durch. Als Roste für die Befeuerung sowie Klappen zum Schließen des Brennraums hinzugefügt wurden entstanden sogenannte Sparherde, die weniger Brennmaterial verbrauchten. Die Größe der Löcher der Herdplatten wurde mit Ofenringen angepasst. Mitte des 19. Jahrhunderts kam die „Kochmaschine“ in Mode, die später „Küchenhexe“ genannt wurde. Deren Kosten waren aber zunächst so hoch, dass nur Wohlhabende einen solchen Ofen besaßen. In den Mietskasernen gab es vereinfachte Versionen. Seit den 1860er Jahren wurden transportable eiserne Herde in Deutschland serienmäßig hergestellt. Modelle, die mit Gas betrieben wurden, kamen zaghaft in Umlauf. Holzbefeuerte Küchenöfen wurden bis in die 1950er produziert. Sie besitzen typischerweise runde Öffnungen in der gusseisernen oberen Abdeckplatte, welche zur Brennkammer führen und mit ineinander gesetzten Herdringen fest verschlossen sind. Werden Kochtöpfe dort aufgesetzt, berührt das Herdfeuer sie energiesparenderweise, jedoch verrußen dabei die Geschirrböden. Mit der Zeit etablierte sich überdies die Aufstellung eines Wasserschiffs, eines rechteckigen Tanks mit einem Wasserhahn, in welchem warmes Wasser vorgehalten wird. Praktisch waren auch die umlaufende Stange, auf der Handtücher getrocknet wurden, und die integrierte Schublade, in der Brennmaterial oder Zubehör lagerten.

In der heutigen Zeit bietet ein Küchenofen Vorteile wie

  • das anregende Koch- und Backerlebnis,

  • die wohlige Strahlungswärme im Raum,

  • die Möglichkeit klimaneutralen Heizens mit Holz,

  • die Unabhängigkeit von Starkstromanschluss und

  • mehr Platz für Töpfe durch große Kochflächen.

Holz- oder kohlebefeuerte Küchenöfen sind auch deshalb wieder modern, weil die Strom,- Gas- und Ölpreise steigen und nach Alternativen gesucht wird. Außerdem erfreuen sich Viele in der kalten Jahreszeit an der Atmosphäre, die von dieser Art Wärmequelle ausgeht. Das Knistern und Knacken des Holzes und der Anfeuervorgang können entspannend wirken. Darüber hinaus ist es beruhigend, bei frostigen Temperaturen auch bei einem Stromausfall nicht frieren zu müssen – schließlich benötigen auch viele Holzheizungen Strom für die Heizungspumpen.

Kann ich eine alte Küchenhexe modernisieren?

Wenn Du mit dem Gedanken spielst, einen Küchenofen aus Omas Zeiten zu verwenden, gibt es ein paar Punkte zu bedenken. Nach geltender Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung haben historische Öfen Bestandsschutz. Es kann jedoch schwierig sein, Deinen Schornsteinfeger davon zu überzeugen. Dies gilt vor allem, wenn ein vorhandener Ofen mit dazugehörigem Schornstein über 25 Jahre nicht genutzt wurde. Dann ist der Herd womöglich nicht mehr im örtlichen Feuerstättenverzeichnis aufgeführt und die Wiederinbetriebnahme gilt als Neuanschluss – für den der Ofen eine CE-Kennung haben muss. In jedem Fall müssen die Grenzwerte gemäß der ersten Stufe BImSchV eingehalten werden. Da dies bei alten Öfen nicht herstellerseitig garantiert werden kann, muss der Schornsteinfeger eine Messung vornehmen.

Wenn Du ein Haus erbst oder kaufst, in dem sich ein Küchenofen befindet, der in den letzten Jahrzehnten genutzt wurde, kannst Du diesen weiternutzen und von einem Kachelofenbauer restaurieren lassen. Oftmals ist die Ausmauerung defekt, sodass der Feuerraum neu ausgemauert werden muss. Auf Wunsch kann eine Ofenbau-Fachfirma einem alten Küchenofen eine Optik verleihen, die so modern ist, dass sie zu einer frischen Kücheneinrichtung passt. Die Preise für historische Küchenhexen sind niedriger geworden, da nur noch wenige Schornsteinfeger sich darauf einlassen, diese „für den gelegentlichen Betrieb“ neu abzunehmen. Freilich schwankt die Auslegung der Bundesimmissionsschutzverordnung je nach Bundesland, dennoch musst Du damit rechnen, einen gebrauchten Küchenofen maximal als Dekoration nutzen zu dürfen. Sicherer ist es also, gleich einen neuen zu kaufen und diesen fachmännisch einbauen lassen. Dabei sind viele Individualisierungen möglich, so dass einem Kocherlebnis wie zu Omas Zeiten, jedoch mit modernen Sicherheitsvorrichtungen, wenig im Weg steht.

Fazit

Ein Küchenofen vereint Traditionelles mit Modernem. Du kannst einen umweltfreundlichen Rohstoff nutzen und dennoch ein rustikales Wohngefühl genießen. Gerade wasserführende Varianten lohnen sich in der Anschaffung, da sie einen weiteren Holzofen überflüssig machen. Fachhändler bieten bereits eine Vielzahl an Küchenöfen mit Retrocharme oder moderner Optik an.

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