Rauch vor blauem Himmel

Bundesimmissionsschutzgesetz Was steht drin?

Welche Heizanlagen sind betroffen?

Wer stolzer Besitzer eines Kaminofens, eines Pelletofens oder eines Kachelofens ist, kommt nicht darum, sich mit dieser Verordnung zu befassen. Das betrifft zum Beispiel alle Käufer eines Wohnhauses mit eingebauten Kaminöfen. Das Bundesimmissionsschutzgesetz regelt den Schadstoffausstoß von Feuerungsanlagen, also auch Kaminöfen in Privathäusern. Es gibt bestimmte Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Ältere Feuerstätten müssen aber nicht entsorgt werden, wenn sie vor 2010 in Betrieb gegangen sind, sondern es gibt Sonderregelungen. Allgemein bestimmt die Verordnung die maximalen Grenzwerte für den Ausstoß an Kohlenmonoxid und Staub von kleinen und mittleren Feuerungsanlagen. Offene Kamine betrifft dies nicht. Zudem legt sie eine Mindestanforderung für den Wirkungsgrad der Heizungsform fest. Das bedeutet Heizungen, die nicht effizient heizen, müssen außer Betrieb genommen werden.

Wem nutzt dieses Gesetz? Allgemein der Gesundheit des Menschen, der Tiere und der Erhaltung unserer Umwelt.

Das Bundesimmissionsschutzgesetz betrifft Heizanlagen mit einer sogenannten Nennwärmeleistung ab vier Kilowatt. Vor der Neuverordnung lag der Richtwert bei 15 Kilowatt. Da heute die Wohnungen und Häuser besser isoliert sind, gibt es mehr solcher Feuerungsanlagen und die Feinstaubbelastung ist höher geworden. Es musste eine Neuregelung her, denn im Jahr 2004 war die Feinstaubbelastung mit rund 24.000 Tonnen nur aus Kleinfeueranlagen einfach zu hoch. Auch der steigende Holzverbrauch war ein Grund, einzuschreiten.

Man ordnete für die Neuregelung die Holzfeuerungsanlagen in vier Klassen ein: Neue Anlagen für Einzelräume, bestehende Anlagen für Einzelräume, neue Heizungsanlagen und bestehende Heizungsanlagen.

Die Anlagen für Einzelräume, die sogenannten Einzelfeuerungsanlagen, haben in ihrer Anzahl sehr zugenommen, das sind Kaminöfen und Kachelöfen. Ungefähr jeder sechste Bundesbürger betreibt einen solchen Ofen und ist damit von dem Gesetz betroffen. Alle diese Öfen werden nach Typen eingeordnet.

Welche Grenzwerte müssen Kamine und Feuerstellen einhalten?

Es gibt zwei Stufen der Bundesimmissionsschutzverordnung. Die 1. Stufe ist seit dem 22.3.2010 in Kraft getreten, die 2. Stufe seit dem 1.1.2015. Wenn der eigene Kamin, Pelletofen oder die Feuerstelle nicht den aktuellen Verordnungen entspricht, kann er nachgerüstet werden. Einige Modelle dürfen nicht mehr in Betrieb genommen werden.

Ältere Feuerstätten, die also schon vor dem Stichtag der 1. Verordnung, dem 22.3.2010, in Betrieb gingen, können durchaus weiter genutzt werden, wenn sie die Grenzwerte der 1. Stufe des Bundesimmissionsgesetzes noch einhalten.

Meist wird und wurde das vor Ort gemessen und der Hersteller hat ein Zertifikat erstellt. Solche Öfen dürfen aktuell sogar zeitlich unbegrenzt weiter genutzt werden. Einige Modelle werden aber nach der Übergangsfrist, zwischen 2015 und 2025 dann nicht mehr betrieben werden können. Im Einzelnen kann dies der Schornsteinfeger feststellen.

Das Gerät kann aber oft einfach durch den Einbau eins Feinstaubfilters nachgerüstet werden.

Neuere Feuerstätten und Kamine

Ist der Kamin nach dem 22.3.2010 in Betrieb genommen worden, so gilt zwar die 2. Stufe des Bundesimmissionsgesetzes, jedoch kann man bei Grenzwertüberschreitung mit einer DINplus Sonderprüfung die Feuerstätte absichern lassen und noch weiter betreiben.

Nur die Feuerstätten, die nach 2015 in Betrieb genommen wurden, dürfen die neuen Grenzwerte der 2. Stufe nicht mehr überschreiten.

Sonderregelungen

Öfen, die fest eingemauert sind, wie Kachelöfen, können kaum ausgetauscht werden. Der Schornsteinfeger misst bei diesen die Feinstaubbelastung, wenn die Grenzwerte nicht überschritten werden, gibt es kein Problem. Einige Öfen müssen aber nachrüsten.

Insgesamt gilt:

Alle Feuerstätten wie Kaminöfen, Schwedenöfen, Pelletöfen, Kachelöfen, Heizkessel oder Festbrennstoffkessel, kurz, alle Öfen, die Brennstoffe verbrennen und Ruß, Rauch oder Abgase abgeben, unterliegen der Immissionschutzverordnung. Die Einhaltung der Grenzwerte bescheinigt entweder der Hersteller oder es wird eine Vorortmessung vorgenommen. Werden die Grenzen überschritten, musste bis 2015 lediglich ein Staubfilter eingebaut werden oder die Anlage außer Betrieb genommen werden. Offene Kamine betrifft dies nicht. Für Kachelöfen, Grundöfen, eingemauerte Öfen gibt es Sonderregelungen.

Einzelne Ofenklassen

  • Ältere Öfen bis 1984: Ist das Baujahr des Ofens vor 1975 und die Typenklasse nicht mehr feststellbar, so musste man bis 2015 mit einem Rußfilter nachrüsten. Der Grenzwert für Feinstaub liegt aktuell bei 150 mg pro Kubikmeter Luft.
  • Wurde der Ofen zwischen 1975 und 1984 gebaut, kann er meist einer Typenklasse zugeordnet werden. Es gilt derselbe Feinstaub-Grenzwert. Die Nachrüstung konnte bis 2017 erfolgen.
  • Öfen mit einem Baujahr zwischen 1985 und 1994: Wenn eine Typenklasse gefunden wird, kann er mit einem Rußfilter bis 2021 nachgerüstet werden.
  • Öfen, die nach dem 1.1.1995 gebaut wurden und einer Typenklasse zugeordnet werden können, werden bis spätestens 2024 mit einem Rußfilter nachgerüstet.

Nicht betroffene Anlagen wie offene Kamine, Kochherde

Im Bundesimmissionsgesetz steht, dass nicht alles, was mit Holz heizt und eine Feuerungsstätte ist, betroffen ist. Dazu gehören:

  • Backöfen und Badeöfen
  • Offene Kamine
  • Kochherde, privat betrieben
  • Historische Öfen, errichtet vor 1950

Der Gesetzgeber vertraut bei diesen Anlagen darauf, dass der Betreiber selbst und freiwillig dafür sorgt, dass sie klimaschonend und effizient heizen und genutzt werden. Ganz wichtig ist aber auch bei diesen Öfen, dass nur das geeignete Brennmaterial verwendet wird. Solche Öfen und Herde sind nicht dazu geeignet, Abfall zu verbrennen und noch feuchtes Holz oder andere leicht brennbare Materialien. Aus Rücksicht auf Natur und Umwelt, die Atemwege der im Umfeld lebenden Menschen sollte man immer nur Brennmaterial verwenden, dass der Hersteller des Ofens erlaubt hat. In den meisten Fällen ist das unbehandeltes, getrocknetes Brennholz. Feuchtes Holz gibt sehr unangenehme Gerüche ab, rußt und raucht und verstößt damit gegen das Immissionsgesetz, das zum Schutze unserer Gesundheit erlassen wurde.

Zusammenfassung Bundesimmissionsschutzgesetz

Für ältere Holzheizungsanlagen gilt die Stufe 1, mit ihren Grenzwerten. Wurde die Anlage nach 2010 gebaut, gilt die 2. Stufe. Es gibt eine Übergangsfrist zum Nachrüsten für alle Typen, sie ist vom Erscheinungsjahr der Anlage abhängig und von der Lebensdauer des Gerätes.

In jedem Fall ist der Schornsteinfeger erster Ansprechpartner. Er kennt sich mit den Typisierungen der Geräte aus und auch mit den Bestimmungen. Wer also Neubesitzer eine Heizungsanlage ist, muss sich nicht selbst erst schlau machen, sondern sollte einfach den Schornsteinfeger zur Überprüfung kommen lassen. Er wird entscheiden, ob eine Anlage weiterbetrieben werden kann oder nicht. Auch weiß er, ob die Anlage effizient heizt, oder ob eine Neuanschaffung langfristig preiswerter ist.

Wichtig: Für alle Geräte und Anlagen gilt, dass nur Brennstoff verfeuert werden darf, der den aktuellen Qualitätsanforderungen entspricht. Keinesfalls darf behandeltes Holz wie lackierte Möbelreste verbrannt werden. Nur unbehandeltes Holz darf in den Ofen!

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