Feuchtes Brennholz Was bedeutet der Wasseranteil für meinen Kamin?

Feuchtigkeitsgehalt im Brennholz – was bedeutet das für meinen Kamin?

Brennender Holzstappelt mit Rauch

Viele Kamin- oder Heizofenbesitzer fragen sich auf welche Faktoren sie beim Kauf Ihres Brennholzes achten sollten. Neben Art des Holzes, Scheitlänge und natürlich dem Preis, spielt auch die Restfeuchte im Holz eine wesentliche Rolle.

Selbstverständlich muss Holz, bevor es verbrannt wird ausreichend trocken gelagert werden. Oft benutzt man zum Heizen einfach Holz aus dem heimischen Garten und auch Waldbesitzer bzw. Waldpächter nutzen gern Äste und Stämme vom eigenen Grund und Boden.

Doch ist diese Art des Brennholzes empfehlenswert? Auf was musst Du beim Trocknen des Holzes unbedingt achten? Und weshalb ist das alles so unheimlich wichtig? Das alles kannst Du jetzt in diesem Ratgeber Beitrag erfahren.

Wie speichert Holz Wasser?

Das Wasser lagert sich zwischen den einzelnen Zellwänden der Holzzellen an. Wenn diese Zwischenräume vollständig aufgefüllt sind, spricht man von einer Wassersättigung. Dieser Zustand kommt vor, wenn z.B. Holz unter Wasser eingelagert wird. Auch die äußere Holzschicht bei Nadelbäumen kann annähernd wassergesättigt sein.

Wenn sich hingegen gar kein Wasser in den Räumen zwischen den Zellwänden, aber in der Holzsubstanz selbst befindet, spricht man von einer Fasersättigung. Diesen Zustand erreicht Holz durchschnittlich bei einem Feuchtigkeitsgehalt von ca. 30%.

Wenn die Holzsubstanz selbst noch weniger Wasser enthält und in den Zellzwischenräumen kein Wasser lagert, nähert sich das Holz dem sogenannten Darrzustand. Dieser Zwischenzustand wird unter 30% Feuchtigkeit erreicht.

Der absolute Darrzustand tritt dann bei 0% Restfeuchte ein. Dieser Wert lässt sich jedoch nur künstlich und nur zeitweise erreichen.

Wie berechnet sich die Restfeuchte?

Der Wasseranteil berechnet sich durch das Gewicht des Wassers im Holz im Verhältnis zum Gewicht des Holzes im Darrzustand (d.h. bei 0% Restfeuchte).

Wenn man Holz frisch aus dem Garten oder aus dem Wald holt, wiegt das darin enthaltene Wasser meist etwa 0,4 mal so viel wie das reine Holz. Der Feuchtigkeitsgehalt liegt damit bei 40%.

Dieser Wert ist für ein sofortiges Verbrennen viel zu hoch.

Wie wird Holz getrocknet?

Die häufigsten Arten der Holztrocknung sind die Kammertrocknung, die Freilufttrocknung und die Vakuumtrocknung.

Kammertrocknung:

Wie der Name bereits verrät befindet sich das Holz dabei in einer Kammer. Diese wird mit Luft versorgt und gleichzeitig wird Luft entzogen. Sozusagen kommt frische Luft in die Kammer, während „verbrauchte“ Luft abgezogen wird. Währenddessen wird die Geschwindigkeit des Luftstromes, die Temperatur im Trocknungsraum und die Feuchtigkeit der Luft nach einem bewährten Algorithmus geregelt.

Dabei wird zu Beginn feuchte Luft zugeführt bei hoher Temperatur, während später trockenere Luft zugeführt wird.

Freilufttrocknung:

Diese Art der Trocknung wenden viele Privatleute zuhause an. Das frische Holz wird unter einem Schutzdach gestapelt. Damit ist es vor Niederschlag geschützt. Optimal ist dabei eine rundum-Frischluftversorgung, d.h. dass der Holzstapel möglichst freistehen sollte. Leider dauert die Trocknung mit dieser Technik relativ lange.

Vakuumtrocknung:

Die Vakuumtrocknung wird vor allem angewandt, wenn Holz besonders schnell trocknen soll oder es sich um eine generell schwer zu trocknende Holzart handelt.

Genutzt wird bei diesem Verfahren der Druck. Wenn auf Wasser Überdruck ausgeübt wird, kann der Siedepunkt schneller erreicht werden. Das Wasser aus dem Holz verdampft schneller. Für diese Technik braucht man allerdings unter anderem einen druckdichten Behälter.

Wie wird der Feuchtigkeitsgehalt von Holz gemessen?

Feuchtes Blatt auf Holz

Die Feuchtigkeit des Holzes wird am besten durch ein Holzfeuchtemessgerät ermittelt. Diese Geräte sind relativ günstig und die Anschaffung lohnt sich um gekauftes oder schon eingelagertes Holz selbst zu überprüfen.

Das Gerät besteht aus zwei Metallspitzen, die man in den Holzscheit steckt. Damit ermittelt das Messgerät den elektrischen Widerstand zwischen diesen Elektroden. Trockenes Holz hat einen höheren elektr. Widerstand als feuchtes Holz. Daraus errechnet sich der genaue Feuchtigkeitsgehalt, der vom Gerät in % ausgegeben wird.

Eine weniger genaue Möglichkeit den Feuchtegehalt zu überprüfen ist die Klopfmethode: Dabei werden zwei Stück Holz aneinander geklopft und dabei einfach die Ohren gespitzt. Klingt der Ton eher dumpf ist viel Feuchtigkeit im Holz, klingt er heller und lauter ist das Holz folgerichtig trockener.

Was bedeutet eine zu hohe Restfeuchte für den Kaminbesitzer?

Zuerst einmal hat der Feuchtegehalt Deines Brennholzes direkten Einfluss auf die Effektivität des Heizens. Das bedeutet: Wenn Du Holz verwendest, dass gut gelagert und getrocknet wurde brauchst Du weniger des Materials um eine bestimmte Temperatur in einer bestimmten Zeit zu erreichen. Von schlecht getrocknetem oder ganz frischem Holz bräuchtest Du dafür viel mehr. Wenn ein Holz beispielsweise eine Restfeuchte von 50% aufweist, beträgt auch der Heizwert der Holzscheite nur noch 50% des entsprechenden Heizwertes im Darrzustand.

Deshalb erfreut eine möglichst geringe Restfeuchte im Holz auch Deinen Geldbeutel. Man sollte jedoch darauf achten, dass man in die Trocknung des Holzes nicht mehr Geld und vor allem Energie investiert, als man dadurch wieder aus dem schön trockenem Holz herausholt. Wir, als Fachhandel, haben dafür ein gutes Verhältnis zwischen Aufwand und ausreichender Trocknung gefunden. Unser Holz wird kammergetrocknet auf eine maximale Restfeuchte von 20%. Das freut Ihren Kontostand und die Umwelt.

Feuchtes Holz ist gesundheitsschädlich

Ein weiterer negativer Effekt von zu feuchtem Brennmaterial ist die übermäßige Rauchemission. Ein gut getrocknetes Brennholz kommt so Deinem guten Nachbarschaftsverhältnis und Deiner Gesundheit zugute.

Die schlechte Nachricht für alle Feucht-Holz-Heizer ist: Das Verbrennen erhöht den Ausstoß von Feinstaub enorm. Die winzigen Partikel können in die Lunge gelangen und giftige Stoffe dorthin transportieren.

Bereits eine Erhöhung des Feuchtigkeitsgehaltes um 9% kann die Feinstaubemission um 100% erhöhen.

Seit 2010 darf ein Kamin laut gesetzlicher Richtlinie nicht mehr als 150 Miligramm pro Kubikmeter ausstoßen.

Unser Tipp um den Feinstaubgehalt gering zu halten:

Neben der Verbrennung von ausreichend trockenen Materialien solltest Du zum Entzünden des Feuers erst einmal wenig Holz verwenden. Es verbrennt sonst zu langsam und gibt damit mehr Feinstaub ab. Verbrenne auch beim Anzünden kein bedrucktes Papier in Deinem Kamin, die Druckerschwärze enthält schädliche Stoffe, die in die Luft gelangen können. Ideal eignen sich zum Anfeuern die handlichen Eichenspatel Anfeuerholz von PALIGO.

Benutze lieber altes Zeitungspapier um Deinen Kamin zu putzen, denn dazu eignet es sich wunderbar. Wenn sich in Deinem Kamin oder Ofen Ruß abgesetzt hat, solltest Du diesen ohnehin regelmäßig entfernen.

Welche rechtlichen Konsequenzen muss ich beim Verbrennen von feuchtem Holz erwarten?

Der Schornsteinfeger muss, wenn er zu Dir nach Hause kommt um den Kamin zu prüfen, auch den Feuchtegehalt Deines Kaminholzes testen. Zulässig ist eine maximale Feuchtigkeit von 25%.

Festgelegt wurde das in der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetztes (1.BlmSchV), §3 Absatz 3.

Wenn Dein Brennholz den zugelassenen Restfeuchtegehalt überschreitet, kann der Schornsteinfeger Deine Feuerstelle schließen.

Wenn Du kein Risiko eingehen möchten, bestelle einfach vorgetrocknetes Holz bei PALIGO.


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