Geldscheine auf Holz

Heizen mit Holz und Holzpellets Mögliche Förderprogramme

Eine Förderung für die Heizanlage kommt nicht nur beim Neubau eines Wohnhauses infrage. Gerade der Heizungstausch bei Altbauten wird häufig gefördert, da er als energetische Sanierung zu einer besseren Ökobilanz des Landes bzw. der Region beiträgt. Klassisch sind die Kredite der KfW und die Fördermittel des BAFA. Darüber hinaus gibt es für das Heizen teilweise auch Förderprogramme aus Landesmitteln und Fördertöpfe, die an bestimmte Regionen gebunden sind.

Das Marktanreizprogramm für erneuerbare Wärme (MAP)

Finanzielle Unterstützung erhalten Hauseigentümer, die eine Pelletzentralheizung oder einen Pelletkaminofen mit Wassertasche einbauen lassen wollen, von der Bundesregierung vor allem durch den sogenannten BAFA-Teil des Marktanreizprogramms. BAFA steht für „Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle“. Dieses gewährt beim Einbau 80 Euro je Kilowatt installierter Nennwärmeleistung für Pelletkessel und -öfen sowie für Scheitholz-Kombikessel, wobei die Nennwärmeleistung zwischen 5 und 100 Kilowatt liegen muss. Zum Teil muss für die Förderung eine Mindestgröße beim Pufferspeicher eingehalten werden. Soll eine Pelletheizung mit Brennwerttechnik oder mit einem Staubfilter beim Neubau eingesetzt werden, ist anstelle der Basisförderung die Innovationsförderung zu nutzen.

Möchte man einen Kessel einbauen, bei dem Holzpellets mit Scheitholz oder Hackschnitzel mit Scheitholz kombiniert werden, beantragt man für die eine Anlagenkomponente die Innovationsförderung und für die andere Komponente im Gebäudebestand den Betrag der Basisförderung. Sollen vorhandene Heizanlagen nachgerüstet werden, gibt es im BAFA-Teil des MAP pauschal je 750 € (etwa für Brennwerttechnik und Staubfilter). Förderprogramme des Bundes zielen darauf ab, im Leistungsbereich bis 100 kW eine Förderung in Höhe von bis zu 30 % der Nettoinvestitionskosten zu zahlen. Allerdings gibt es für das Heizen mit Pellets den sogenannten Gebäudeeffizienzbonus. Die Basisförderung erhöht sich um jeweils 50 %, wenn die Pelletheizung in ein Bestandsgebäude mit besonders niedrigem Energieverbrauch eingebaut wird.

Ein weiterer möglicher Bonus greift, wenn die Pelletheizung mit einer anderen erneuerbaren Wärmequelle kombiniert wird. In diesem Fall erhält man sowohl für Bestands- als auch für Neubauten zusätzliche 500 Euro. Entscheidet man sich etwa ergänzend für Solarthermie, können die Solarkollektoren den Hauptteil des Warmwassers und in den Übergangszeiten auch der Heizenergie bereitstellen. Der Staat belohnt es mit seinen Förderprogrammen, wenn man bis zu einem Drittel des Wärmebedarfs von der Sonne erzeugen lässt anstatt komplett auf eine Verbrennungsanlage zu setzen. Geht es um Anlagen in Bestandsgebäuden können zudem einzelne Maßnahmen zur Heizungsanlagenoptimierung gefördert werden. Typische „Begleitinvestitionen beim Umbau einer Heizungsanlage gem. Anlage 1 der MAP-Richtlinie“ sind die Erneuerung des Schornsteins oder der Einbau eines Pufferspeicher bei Pelletkaminöfen. 10 % der förderfähigen Investitionskosten und maximal 50 % der Basisförderung werden in diesem Sinne bei Neuanlagen gezahlt. Soll eine schon einmal geförderte Anlage, die vor drei bis sieben Jahren in Betrieb genommen wurde, nachgerüstet werden, gibt es es 100 bis 200 €.

Für die Antragstellung im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sind verschiedene korrekt ausgefüllte Dokumente nötig. Dazu zählt natürlich der Förderantrag mit dem standardisierten Formular und der Fachunternehmererklärung, aber auch eine Bescheinigung des Schornsteinfegers darüber, dass er gemessen und überprüft hat, dass vor Ort eine Feuerungsanlage für feste Brennstoffe in Betrieb genommen werden kann.

Ergänzende Förderprogramme der Bundesregierung

Für einige Interessenten des Heizens mit Holz kommen zwei weitere Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie infrage. So kann für viele durch das MAP geförderte Holzheizungen bis einschließlich 2018 ein Zusatzbonus beantragt werden. Dieser besteht im Rahmen des Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) und gilt sowohl im BAFA- als auch im KfW-Teil. Ein zwingendes Kriterium hierfür ist es, bislang eine Heizungsanlage zu nutzen, die keine Brennstoffzellentechnologie oder Brennwerttechnik nutzt. Das APEE soll dazu motivieren, Heizungen auf z.B. Öl- oder Kohlebasis auszutauschen, auch wenn diese nicht der Austauschpflicht nach EnEV unterliegen. Bezüglich der Heizanlagen bis 100 kW müssen bei Inanspruchnahme dieser Förderung eine Bestandsaufnahme z.B. nach DIN EN 15378, ein hydraulischer Abgleich und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz des Heizungssystems belegt werden. Der APEE-Zusatzbonus beträgt im BAFA-Teil 20 % der gesamten MAP-Förderung plus 600 Euro Investitionszuschuss zur Heizungsoptimierung; im KfW-Teil umfasst er 20 % des MAP-Tilgungszuschusses.

Das neue Förderprogramm für die Heizungsoptimierung (HZO) gilt bis Ende 2020 und für 30 % der Investitionskosten bei Pelletheizungen. Es kann zum Zuge kommen, wenn in dem Zeitraum ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird und es um ein Heizungssystem geht, welches seit mindestens zwei Jahren in Betrieb ist. Förderfähig ist in diesem Sinne beispielsweise die Nachrüstung einer Pelletheizung mit einem Pufferspeicher oder der Einbau einer neuen Heizung für Holzpellets, wenn das betreffende Gebäude seit mindestens zwei Jahren steht. Zu beachten ist dabei das Kumulierungsverbot, weswegen HZO-Fördermittel nur dann gezahlt werden, wenn für dieselbe Maßnahme keine MAP- oder APEE-Mittel genutzt wurden.

Weitere potentielle Fördermittelgeber

Auch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werden Menschen unterstützt, die ihr Haus energetisch sanieren möchten. Die weltweit größte nationale Förderbank vergibt zinsgünstige Ergänzungskredite im Rahmen des Förderprogramms 167 („Energieeffizient sanieren – Ergänzungskredit“). Dieses Darlehen für den Einbau einer Heizung mit erneuerbarer Energie kommt für Bestandsgebäude in Betracht und kann mit den Zuschüssen des MAP kombiniert werden.

Darüber hinaus bieten manche Bundesländer spezielle Förderprogramme für das Heizen mit Holzpellets oder Brennholz an. Unter anderem gibt es im Freistaat Bayern ein Programm zum Austausch mindestens 25 Jahre alter Heizkessel und in Nordrhein-Westfalen werden Pelletkesselanlagen mit 1.750 € bezuschusst. Außerdem laufen bei einigen Kommunen – überwiegend in der BRD – Energieförderprogramme, die Privathaushalten entweder einen Festsatz zahlen oder eine bestimmte Prozentzahl der Investitionskosten abnehmen. Es lohnt sich, bei der eigenen Gemeinde und dem Bundesland einmal nachzufragen.

Fazit

Die Entscheidung zwischen den einzelnen Förderprogrammen kann im Einzelfall schwierig sein. Ähnlich wie beim Thema Altersvorsorge profitiert der Eine mehr von jenem Programm, für den Anderen bietet ein alternatives Fördermittel mehr Geldsparpotential. Hat man beispielsweise eine prinzipiell förderfähige Heizungsoptimierungsmaßnahme im Sinn, sollte man durchrechnen, ob dafür die ausschließliche HZO-Förderung (30 % der Investitionen) wirklich am besten ist. Gegebenenfalls könnte auch eine MAP-Förderung für HZO-Maßnahmen (10 % der Investitionen) oder ein APEE-Zusatzbonus (600 € + 20 % der MAP-Förderung) infrage kommen.

Tipp

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das Antragsverfahren für das „Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmebereich“ zum 1.Januar 2018 vereinheitlicht. Der Antrag muss dann in jedem Fall vor Beginn der Maßnahme gestellt werden, also etwa bevor man Handwerkern den Auftrag zum Einbau der Pelletheizung gibt. Die jeweils neuesten Informationen sowie einen Beispielrechner findet man unter www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Heizungsoptimierung/heizungsoptimierung_node.html.

Produkte für Deine Heizanlage