Holzhackschnitzel Nahaufnahme

Heizen mit Holzhackschnitzeln Vor- und Nachteile

Worum genau handelt es sich bei Holzhackschnitzeln?

In dem Bewusstsein, dass fossile Brennstoffe endlich sind, entscheiden sich immer mehr Menschen für das Heizen mit Holz. Dieses steht für eine wirtschaftliche Verbrennung und einen geringen CO2-Ausstoß. Unter anderem kann das Feuerholz in gehackter Form genutzt werden. Dies hat bestimmte Vor- und Nachteile, über die man hier mehr erfährt.

Als Hackschnitzel wird mit schneidenden Werkzeugen zerkleinertes Holz bezeichnet. Es ist vom Schredderholz abzugrenzen, welches mit stumpfen Werkzeugen produziert wird. Als Rohstoffe werden üblicherweise Waldrestholz (beispielsweise vom eigentlichen Stamm abgeschnittene Äste), Schwachholz (Stämme mit geringem Durchmesser), Holz aus Durchforstungen, angemorschtes Altholz sowie Schnittgut aus der Landschaftspflege verwendet. Holz, das die Industrie nicht für anderweitige Produktionen verwenden kann, wird oftmals zu Pellets, Briketts oder Hackgut verarbeitet. Für die Anfertigung des Hackguts kommen Schnecken-, Trommel- oder Scheibenhacker zum Einsatz, die es in mobilen und stationären Varianten gibt.

Die zentralen Eigenschaften von Holzhackschnitzeln hängen von der verwendeten Baumart ab. Entsprechend kann der Brennwert sehr verschieden sein. Schließlich variiert unter anderem der Wassergehalt. Dieser beeinflusst zudem die Lagerfähigkeit des Hackguts. Es gibt eine EU-Norm, die mehrere Klassen von Hackschnitzeln definiert. Anstatt dieser EN 14961 verwenden jedoch nicht wenige Anbieter noch die ältere österreichische Norm ÖNORM M 7133.

Holzhackschnitzel lassen sich vielfältig verwenden. Sie werden zum Beispiel als Substrat für den Pilzanbau, aber auch im Garten- und Landschaftsbau genutzt. Als Bodenbedeckung schützen sie vor Hitze, Frost und Nässe gleichermaßen. Darum - und weil sie das Unkrautwachstum unterbinden sowie den Boden vor dem Austrocknen schützen - sehen sie Viele als eine interessante Alternative zum Rindenmulch an. Außerdem halten Holzhackschnitzel im Schnitt länger als Rindenmulch. Dies macht sie auch für Spielplätze attraktiv, auf denen ein stoßdämpfender Untergrund benötigt wird. Des Weiteren sind Holzhackschnitzel ein Rohstoff für die holzverarbeitende Industrie. Aus ihnen werden Pressspanplatten, Papier, Holzfaserdämmplatten und mehr gefertigt. Für das Heizen in Privathaushalten werden eher kleine Heizkessel verwendet, weshalb dafür überwiegend kleinere Waldholzhackschnitzel der Größenklassen P16 und P45 benötigt werden, die über eine hohe Qualität verfügen. Größeres Hackgut kommt als Brennstoff in Heizkraftwerken zum Einsatz. Die dortigen Heizanlagen lassen sich mit Federzinkenaustragungen, Förderbändern, Förderschnecken und ähnlichem beschicken.

Die Vorteile für das Heizen

Als nachwachsender Rohstoff haben die Hackschnitzel eine relativ gute CO2-Bilanz. Wer sie als Brennstoff verwendet, unterstützt eine ökologische Form der Abfallbeseitigung: Zur Erzeugung des Brennstoffs muss kein zusätzlicher Holzabbau betrieben werden. Der Betrieb einer Hackschnitzelheizung gilt als sehr wirtschaftlich, vor allem, wenn man die Holzhackschnitzel zu guten Konditionen erwerben kann. Generell ist dieser Brennstoff sehr günstig und verhältnismäßig leistungsstark. Der niedrige Preis resultiert daraus, dass die Herstellung wenig arbeitsaufwendig ist. Besonders viel Geld kann man übrigens sparen, wenn die Holzhackschnitzel in großen Mengen regional verfügbar sind bzw. wenn man sie selbst herstellt – wofür man allerdings ein gewisses Geschick besitzen sollte. Wie auch eine Pelletheizung steht eine Hackschnitzelheizung für die Verbindung der umweltfreundlichen Technik eines Stückholzkessels mit jenem hohen Bedienkomfort, den eine Gasheizung verspricht.

Tatsächlich ist mittlerweile ausgereifte Technik für die Hackschnitzelnutzung verfügbar. Die meisten Hackschnitzelheizungen arbeiten vollautomatisch. Viele Hackschnitzelkessel sind zusätzlich für einen Betrieb mit Pellets ausgelegt und bieten so eine Chance, flexibel zu agieren. Da man die Brennstoffzufuhr je nach Modell links oder rechts montieren kann, ist eine platzsparende Aufstellung möglich. Dass die Hackschnitzel üblicherweise vollautomatisch vom angrenzenden Lagerraum über das Austragungssystem zum Heizkessel gelangen, spart dem Hausbesitzer Zeit. Der Zündvorgang startet ebenfalls automatisch - und zwar dann, wenn die Holzhackschnitzel die Brennkammer erreichen. Moderne Heizkessel sichern eine dauerhaft hohe Effizienz sowie niedrige Emissionen, da sie die Primär- und Sekundärluftzufuhr regeln. Möglich ist auch, dass der Kessel modulierend und witterungsgeführt arbeitet und so den Brennstoffverbrauch gering hält.

Optimalerweise baut man einen Pufferspeicher an die Hackschnitzelheizung an. Dieser sorgt für maximale Einsparungen bei den Brennstoffkosten und verringert den Energieverlust. Es handelt sich um einen zwischengeschalteten Wassertank, der erwärmtes Wasser für später aufbewahrt. Er ist mit einer dicken Dämmschicht isoliert. Wer die Heizung staatlich fördern lassen möchte, kommt um den Einbau des Speichers nicht herum.

Hackschnitzel: die Nachteile

Holzhackschnitzel sind heterogener zusammengesetzt als Pellets und Holzbriketts. Darum ist ihr Energiegehalt geringer. Die Brennstoffnorm EN ISO 17225-4 von 2014 regelt allerdings den Mindeststandard für Feuerungsanlagen. Gute Holzhackschnitzel haben demnach einen niedrigen Wassergehalt und Feinanteil. Zudem bestehen sie aus wenig Blattwerk und besitzen niedrige Grade von Verunreinigung und Zerfaserung. Zu den Pellets gibt es noch einen weiteren Unterschied, der nachteilig für die Bewertung der Holzhackschnitzel wirkt: Das Volumen letzterer ist bei gleichem Energiegehalt höher. Der große Platzbedarf liegt in der geringen Verarbeitung des Hackguts begründet. Pellets kommen mit einem kleineren Lagerraum aus, weil sie zusammengepresst sind. Öl benötigt sogar bis zu zehnmal weniger Platz im Lager als Holzhackschnitzel.

Wie andere Holzheizungen auch arbeitet die Hackschnitzelheizung in der Anfeuerungszeit sehr ineffizient. Aus diesem Grund lohnen sich bei dieser Heizart eher kleine Taktungen und das Durchheizen über einen längeren Zeitraum bei Zwischenlagerung der Wärme im Pufferspeicher. Wenn die Heizanlage mit einer Förderschnecke arbeitet, welche günstiger und zuverlässiger als ein Saugsystem ist, muss das Lager abschüssig sein. Dies ist nötig, damit die Förderschnecke das Hackgut aufnehmen kann, verursacht aber oftmals Zusatzkosten. Im Allgemeinen ist die Anschaffung einer Hackschnitzelheizung eine kostenintensive Angelegenheit. Sie lässt sich durch staatliche Förderungen und gute Kredite abfedern. Als weiteren Nachteil der Heizart kann man die regelmäßig nötige Ascheentsorgung empfinden. Ein anderer subjektiver Punkt ist die Störanfälligkeit, welche manche Nutzer für höher als bei einer Pelletheizung erachten.

Fazit

Die Anschaffung einer Hackschnitzelheizung will gut überlegt sein. Sie lohnt sich vor allem, wenn man die Leistung voll ausnutzen wird. Schließlich sind die Anschaffungskosten hoch und die Nutzung des sehr günstigen Brennstoffs lohnt sich erst mit der Zeit. Zudem wird viel Lagerraum benötigt, den nicht jeder auf seinem Grundstück hat. Kann man beide Faktoren bedienen, erhält man mit der Hackschnitzelheizung eine sehr kostengünstige und umweltfreundliche Heizanlage.

Tipp

Um die Kosten der Hackgutheizung korrekt abzuschätzen, sollte man den Wirkungsgrad beachten. Eine einfache Anlage kann für 6000 Euro zu haben sein, doch wird sich eine effizientere und teurere Heizung auf Dauer wieder bezahlt machen. Sparen kann man oft auch beim Heizkessel. Ist dieser zu groß, wird die Heizanlage zu selten unter Vollast laufen und damit Energie verschwenden.

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