Moor Pflanzen

Heizen mit Torfbriketts Was macht die Biokohle so besonders?

Sicher kennst Du Torf aus dem Gartenbereich. Doch das Material aus dem Moor kann noch mehr. Gerade die Torfschichten, die nicht die Qualitätsanforderungen für den Gartenbau erfüllen, eignen sich sehr gut zum Heizen. Hier erklären wir Dir, was das bedeutet und welche Vorteile Torfbriketts, auch Biokohle genannt, für Dich haben.

Welche Arten von Torf gibt es?

Um zu verstehen, wie man Torf nutzen kann, sollte man zunächst wissen, was Torfmoore überhaupt sind. Es sind nämlich Orte, die am Ende der letzten Eiszeit entstanden, als die sich zurückziehenden Gletscher kleine Seen bildeten. Unter diesen Seen befanden sich Pflanzen, die nur langsam verwesten, da sie sich in einem sauren Milieu befanden. Die Ablagerungen dieser Pflanzenreste werden heute als Torf bezeichnet. Die Entstehungsgeschichte des Brennstoffs Torf weist Parallelen zu jener der Kohle auf. Entsprechend ist auch Torf ein fossiler Brennstoff.

Der sogenannte Weißtorf wird aus den obersten Schichten eines Moores gewonnen. Er beinhaltet noch sichtbare Pflanzenreste und hat einen niedrigen Heizwert. Er kann trotz seines Namens gelblich-braun oder dunkelbraun sein. Da er noch viel Wasser speichern kann, kannst Du ihn nutzen, wenn Du ein Aquarium oder Terrarium hast – oder einfach nach einer alternativen Stalleinstreu zur Geruchsminderung suchst. Schon etwas älter ist der Brauntorf oder Bunttorf. In ihm kann man mit bloßem Auge keine Pflanzenstrukturen mehr erkennen. Den höchsten Heizwert hat, entsprechend seines Alters, der Schwarztorf. Dieser umfasst die am stärksten zersetzten Schichten des Torfs, die bei ihrer Entstehung einem höheren Druck ausgesetzt waren.

Liegt allerdings der Anteil organischer Substanzen unter 30 Prozent, handelt es nicht um Torf, sondern um Moor-Erde. In dieser finden sich mehr Wasser und Mineralien als im Torf.

Heizen mit Torfbriketts

Bekanntlich sind Moore nicht besonders nährstoffreich. Daher wachsen dort nur wenige Pflanzen, etwa das Heidekraut. Einige Pflanzen in Deinem Garten, wie die Rhododendren, bevorzugen durchaus Erde, die saurer ist, also einen geringeren Nährstoffgehalt besitzt. Im Erwerbsgartenbau wird Torf demnach häufig genutzt. Allerdings entspricht nicht der gesamte Teil des abgebauten Torfes den Ansprüchen der Profi-Gärtner. Ein Teil blieb bis vor Kurzem ungenutzt auf den Abbauflächen zurück und gab dort CO2 in die Umwelt ab.

Für den nicht gärtnerisch genutzten Teil hat sich in den letzten Jahren die Nutzung als Brennstoff etabliert. Durch Trocknung und Weiterverarbeitung entstehen Briketts und mitunter auch Pellets aus Torf. Diese sind ein effizienter und umweltschonender Brennstoff, der Tradition hat. Schon im 11. Jahrhundert wurde die Biokohle zum Heizen verwendet. Allerdings wurde der Torf in früheren Jahrhunderten von Hand aus den Mooren gestochen, während heutzutage Maschinen zum Einsatz kommen. Länder mit hohen Torfvorkommen nutzten Torf im Prinzip ununterbrochen zum Heizen und zum Teil auch zur Stromerzeugung. Hierzulande kann Torf nur in einigen norddeutschen Regionen abgebaut werden. Die Trockenmasse von Torf weist einen ähnlich guten Heizwert wie Braunkohle auf. Der Rohstoff ist aber nach dem Abbau sehr feucht. Er wird dann beispielsweise durch die Abwärme von Biogasanlagen getrocknet. Dabei wird die Restfeuchte von circa 60 % auf 12 % reduziert. Anschließend wird der Torf maschinell zerkleinert. Bei der folgenden Brikettierung wird der Rohstoff industriell und unter hohem Druck zu genormten Blöcken gepresst.

Übrigens hat Torf den Grundstein für die Brennstoff-Brikettierung gelegt. 1855 wurde die Strangpresse zum Patent angemeldet, um damit Briketts aus Torf anzufertigen. Die Presse für Braunkohlebriketts wurde erst einige Jahre später entwickelt.

Die Vorteile von Torf als Brennstoff

Wenn Deine Heizanlage dafür geeignet ist, kannst Du auf einfache Weise mit Torf statt mit Holz heizen. In vielen Fällen ist keine Umrüstung nötig. Um dies in Erfahrung zu bringen, kannst Du bespielsweise beim Hersteller Deiner Heizung oder beim Paligo-Team nachfragen. Es kann sich langfristig lohnen, denn die Preise für Briketts aus Torf sind günstig. Unter Umständen kann eine Einheit Torfbriketts halb so viel kosten wie dieselbe Menge Heizöl.

Darüber hinaus brennt Torf ruhig, ohne Geräusche und Lichtblitze, ab. Die Briketts haben einen niedrigen Aschegehalt von unter 5 Prozent. Die entstehende Asche ist außerdem ideal zum Düngen im Garten. Im Kamin kannst Du die Biokohle ganzjährig als Brennstoff nutzen. Für den Winter kannst Du die Briketts aus Torf auch mit anderen Festbrennstoffen mischen. Sie haben eine Brenndauer von bis zu vier Stunden. Vielleicht möchtest Du Scheitholz mit den Briketts kombinieren oder für die Nacht Rindenbriketts hinzufügen, die die Glut halten.

Briketts aus Torf sind einfach zu lagern. Da sie recht leicht sind, müssen sie nicht in allzu großer Nähe zur Heizanlage untergebracht werden. Jedes Brikett wiegt nur circa 300 bis 500 g, hat aber einen Heizwert von durchschnittlich 21 MJ/kg. Damit hat die Biokohle zahlreiche Vorteile und eignen sich durchaus für den Einsatz im Privathaushalt.

Es gibt jedoch von verschiedenen Seiten Kritik am Torfabbau. Diese bezieht sich meist darauf, dass die Moore der Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten sind. Für den Torfabbau muss dieser zerstört werden, da man die Moore trockenlegen muss. Beim Abbau werden zudem obere Wurzelschichten entfernt und Torfschichten mit Fräsmaschinen abgetragen. Allerdings stehen die meisten in Deutschland verbliebenen Hochmoore unter Naturschutz und werden nicht industriell genutzt. Um Torf als Brennstoff zu gewinnen, werden oft entweder Reste verwendet, die wegen des Gartenbaus abgebaut wurden, oder Flächen genutzt, die bereits trockengelegt sind und als Vieh- oder Ackerflächen genutzt werden.

Für den Umweltschutz ist darüber hinaus wichtig, dass die Flächen nach dem Abbau renaturiert werden. Dabei stellt man die moortypische Wassermenge wieder her und fördert die Ansiedlung entsprechender Pflanzen und Tiere.

Fazit

Torfbriketts werden, wie Torfpellets, aus Schwarztorf gewonnen. Dieser wird teilweise in Deutschland abgebaut. Er stammt aus tieferen Schichten und ist stärker zersetzt als Weißtorf. In Heizanlagen gilt Torf als umweltfreundlich und wird mitunter als Biokohle bezeichnet. Schließlich ist der Heizwert von getrocknetem und gepresstem Torf ähnlich hoch wie der von Braunkohle.

Tipp

Briketts aus Torf lassen sich palettenweise bei Paligo bestellen. Für die Lagerung reicht ein einfacher Kellerraum. Wenn Du Brennstoffe für Dein Grundstück kaufst, kannst Du gleich Einstreu für Deine Ställe und Bodenabdeckungen für Deinen Garten mitbestellen. So lohnt sich die Lieferung und Du sparst Geld und Zeit.

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