Pellets Detailansicht

Holzpellets selber herstellen Lohnt sich der Aufwand

Pelletheizungen zeichnen sich durch Umweltfreundlichkeit und Effizienz aus. Holzpellets sind recht preisgünstige Brennstoffe, doch beim Bestellen ist dem ein oder anderen sicher schon mal die Frage aufgekommen, ob durch eine eigene Herstellung von Pellets zusätzlich Geld gespart werden kann. Wir erklären, wie Holzpellets selber hergestellt werden können und für wen sich dieser Aufwand lohnt.

Was passiert bei der Pelletherstellung?

Die Pelletierung dient der Erhöhung der Dichte des Ausgangsmaterials. Es geht also darum, Holzspäne und Sägemehle so zu pressen, dass sich die Schüttdichte auf ungefähr 650 kg/m³ erhöht. Zum Vergleich: Sägemehl hat eine Schüttdichte von 200 kg/m³. So werden Handhabbarkeit und Lagerung der Holzreste vereinfacht. Die Pelletherstellung besteht aus mehreren Schritten.

  1. Es muss passendes Rohmaterial gefunden werden. Damit sind Holzpartikel ohne Fremdkörper gemeint. Demnach kann es unter Umständen nötig sein, Metall, Steine und ähnliches mit einem Schwergutabscheider auszusortieren. Die Pelletierung ist zudem einfacher, je kleiner die Holzspäne sind. Um optimale Bindeeigenschaften herstellen zu können, sollte der Wassergehalt zwischen 10 und 15% liegen. Demnach muss das Ausgangsmaterial möglicherweise entweder noch getrocknet oder über einem Konditionierer wieder etwas befeuchtet werden.

  2. Zwar dürfen für die Herstellung von Holzpellets keine chemischen Bindemittel genutzt werden. Dennoch können, wenn es notwendig erscheint, bis zu zwei Prozent natürliche Bindemittel hinzugefügt werden, beispielsweise Kartoffelstärke

  3. Beim eigentlichen Pressen wird das Rohmaterial durch eine flache oder ringförmige Matrize mit Bohrungen bewegt, wobei der gewünschte Pelletdurchmesser eingehalten wird. Das holzeigene Bindemittel Lignin wird durch die beim Pressen entstehende Wärme von bis zu 130° C aktiviert. So verbinden sich die einzelnen Holzspäne und ein Pelletstrang entsteht. Von diesem schneidet ein Messer, das zur Apparatur gehört, Teile in der gewünschten Länge ab. Dies sind dann die Holzpellets.

Pellets zu Hause selber machen

Um 500 Kilogramm Holzpellets zu erzeugen, benötigst Du drei bis vier Kubikmeter Säge- oder Holzspäne. Diese kann man unter anderem von Sägewerken und Tischlereien bekommen. Oftmals müssen die Rohmaterialien noch getrocknet werden, denn bei der Pelletherstellung gilt: trockene Holzspäne lassen sich einfacher pressen als nasse. Bei letzteren verbraucht der Pressvorgang unnötig viel Energie, was bei der Kostenkalkulation beachtet werden sollte.

In der Pelletpresse für den Heimbau werden die über einen Metalltrichter zugeführten Rohmaterialien durch eine Stahlmatrize gepresst und zu Stäbchen geformt. Dies geschieht unter hohem Druck, sodass die Späne heiß werden und sich das in ihnen enthaltene Lignin verflüssigt und als Bindemittel dienen kann. Die Stäbchen werden automatisch abgeschnitten und sollten nochmals trocknen.

Vor der Anschaffung einer eigenen Pelletpresse sollte man sich Gedanken über die Effizienz machen. Dabei kann man sich unter anderem fragen, in welchen Mengen man pro Jahr Holzpellets produzieren kann und wie viel zusätzliche Arbeitszeit jährlich investiert werden muss. Relevant ist natürlich auch der Strombedarf der Presse selbst. In vielen Fällen spart man durch die Eigenproduktion von Holzpellets doch kein Geld, auch wenn man dies am Anfang annahm. Die Ausnutzung der Presse kann erhöht werden, indem man einen größeren Personenkreis in die Nutzung einbezieht. Auch für die Abholung von einem holzverarbeitenden Betrieb kann vielleicht eine Fahrgemeinschaft unter Bekannten eingerichtet werden.

Bei der Herstellung von Kleinstmengen ist die richtige Kalkulation wichtig. Sonst hat man am Ende tausende Euro ausgegeben und einiges über die Pelletherstellung gelernt, aber keinerlei Geld gespart, sondern im Gegenteil zusätzlichen Platz auf dem eigenen Grundstück verbraucht und Freizeit verschwendet. Die eigene Anfertigung größerer Mengen von Holzpellets kann sich aber lohnen, wenn man das entstandene Brennmaterial an Nachbarn oder Verwandte weitergeben kann. Am besten sucht man vor dem Kauf der Pelletpresse nach Interessenten und trifft bereits möglichst konkrete Absprachen.

Besonders, wenn man sich die Pelletpresse mit weiteren Menschen teilen möchte, ist darauf zu achten, wie viel Kilogramm die Maschine in der Stunde produzieren kann. Es braucht eine gewisse Leistung, um den Anforderungen aller Nutzer gerecht zu werden. Die entsprechende Information sollte der Verkäufer bzw. Hersteller der Pelletpresse bereitstellen können. Und natürlich sollte man sich vor der Anschaffung, wie bei anderen größeren Geräten auch, die Vergleichsmöglichkeiten des Internets nutzen.

Lohnt sich die eigene Pelletherstellung?

Der Preis für eine kleine Pelletpresse liegt im Allgemeinen zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Vor der Anschaffung sollte geprüft, ob die Vorteile wirklich überwiegen. Falls man technisch geschickt ist, kann außerdem eine der im Netz zu findenden Anleitungen nützlich sein, bei der beschrieben wird, wie man aus einem hydraulischen Wagenheber oder einem Holzspalter eine eigene Pelletpresse baut.

Zu fragen ist außerdem, wie hochwertig die selbstproduzierten Holzpellets werden können. Nicht umsonst raten viele Hersteller von Pelletheizungen von der Nutzung selbstgemachter Holzpellets ab. Minderwertige Brennstoffe stehen nicht nur für einen schlechten Heizwert und eine höhere Abgasdichte, sondern auch für einen eventuellen Totalausfall der Heizanlage.

Wenn man denkt, dass eine einheitliche Qualität der Rohmaterialien zu gewährleisten ist – etwa, weil man mit einer Tischlerei befreundet ist oder andere sichere Holzreste bekommst – bleibt noch der Zeitfaktor. Die Fertigung eigenen Brennmaterials ist ein Mehraufwand gegenüber dem einfachen Kauf. Schließlich vergeht bereits bei der Vorbereitung einige Zeit, die zu jener des eigentlichen Pressens hinzuzurechnen ist. Des Weiteren braucht man auf dem eigenen Grundstück Platz, um die Presse aufzustellen und zu lagern sowie eventuell das Rohmaterial zu trocknen. In diesem Sinne kann gegebenenfalls eine Zusammenarbeit mit Nachbarn angestrebt werden, die ebenfalls eine Pelletheizung besitzen und nutzen.

Fazit

Pellets können selber hergestellt werden, wenn man für mehrere tausend Euro eine kleine Pelletpresse erwerben kann. Die Eigenherstellung des Brennstoffs lohnt sich jedoch nicht, wenn man nicht Zugriff auf hochwertige Holzreste und die Möglichkeit der Nachtrocknung hat. Der hohe Zeitaufwand der Pelletierung und ihrer Vorbereitung macht in vielen Fällen die Kostenersparnis zunichte. Wer Spaß man Selbermachen hat und dies nicht als anstrengende Arbeit empfindet kann die Herstellung eigener Holzpellets angehen.

Achtung

Bezüglich der Lagerung der fertigen Holzpellets ist im Übrigen auf eine ausreichende Lüftung des Lagerraums zu achten. Es tritt nämlich Kohlenmonoxid aus dem Brennstoff aus, welches gefährlich werden kann.

Pellets online kaufen

PES15
  • Zertifizierte Premiumqualität