Kacheln eines Ofens

Kachelöfen selber bauen Darauf musst Du achten!

Verschiedene Möglichkeiten für das Heizen mit einem individuellen Ofen

Kamine und Kachelöfen können nicht nur eine kostensparende Ergänzung oder Alternative zur Ölheizung bzw. Gasheizung sein, sie sind für viele Menschen auch wegen der Atmosphäre interessant, die von einem knisternden Kaminfeuer ausgeht. Wer seinen Kachelofen selbst baut, kann sowohl Geld sparen als auch das Aussehen des Ofens persönlicher gestalten. Vor dem Bau musst Du darauf achten, dass verschiedene Kriterien eingehalten werden, um als Endergebnis einen sichern Kachelofen erhalten zu können. 

Prinzipiell kann ein selbst gebauter Ofen gleich bei einem Neubau mit geplant werden. Er kann jedoch ebenso nachträglich eingebaut werden. In der Praxis ist es unerlässlich, vor dem Bau einen Schornsteinfeger zu konsultieren, um zu erfahren, ob im Haus die Voraussetzungen für den Kachelofenbetrieb gegeben sind. Diverse Hersteller haben Bausätze für Kachelöfen im Angebot. Diese sogenannten Grundofen-Bausätze werden mit Bauanleitung und in unterschiedlichen Designs geliefert. Bevor Du  einen solchen Bausatz kauft, musst Du darauf achten, ob im eigenen Bundesland eine Unternehmerbescheinigung nötig ist, um einen legalen Ofen zu bauen. Ist dem so, muss eine Fachfirma beauftragt werden. Es können in Absprache mit dieser eventuell dekorative Elemente des Kachelofens selbst gestaltet werden. Ist das Ofenbauen auch für nicht fachlich versierte Unternehmer am Wohnort möglich, solltest Du dennoch kritisch fragen, ob  ausreichende handwerkliche Kenntnisse vorhanden sind. Schließlich soll das Heizen später eine sichere Angelegenheit sein – sowohl für den Bauherren als auch für die Familie und die Gäste.

Insbesondere solltest Du mit Schammotte, Mörtel und Mauern umgehen können. Exaktes Arbeiten und die genaue Einhaltung der Anleitung sind wichtig, um Rauchgasentwicklung und -verpuffung später zu vermeiden. Der Brennraum wird sich im Ofen im Betrieb auf mehrere hundert Grad erhitzen und ein mangelhafter Abzug kann rasch zu Sachschäden sowie gesundheitlichen Problemen führen. Manche Bauinteressierte sind zudem auf Internetforen gestoßen, die den Selbstbau ohne vorgefertigten Bausatz diskutieren. Wenn Du dies in Betracht ziehst, sollte Du darauf achten, dass die Anbieter der Bausätze normalerweise für Rückfragen zur Verfügung stehen und nach dem Bau bei der Beantragung der Ofenzulassung helfen.

Wenn diese Überlegungen abgehakt sind, kann sich dem Design gewidmet werden. Der neue Kachelofen darf selbstverständlich ein optisches Highlight sein, welches den Raum gemütlicher macht. Allerdings sind solche Öfen heutzutage nicht mehr komplett verkachelt. Vielmehr ersetzten verputzte Öfen seit den 1980ern die klassischen Modelle. Simskacheln und einzelne Zierelemente dienen der Dekorierung. Auch Abstufungen und versetzte Ebenen haben sich durchgesetzt.

Den neuen Ofen komplett selber bauen

Zum einen gibt es Pakete, in denen alles enthalten ist, was Du zum Selbstbau eines Kaminofens benötigst. Zum anderen gibt es Bausätze, die nur das Innenleben des Ofens abdecken. Dabei muss der Heimwerker Komponenten, wie Kacheln und Türen, selbst entwerfen. Ordentlichen Bausätzen liegt unter anderem die Schornsteinberechnung bei, zudem sind die Bauteile durchnummeriert.

Eine allgemeingültige Bauanleitung gibt es nicht, da stets örtliche Gegebenheiten zu berücksichtigen sind. Damit das Heizen mit dem fertigen Ofen optimal gelingt, muss die Bauanleitung des Herstellers penibel befolgt werden. Diese orientiert sich mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Anforderungen der DIN 18895-1. Beim Bau müssen natürlich auch die individuellen Vorgaben des Schornsteinfegers eingehalten werden. Schließlich sollen Schornstein, Ofen und Zugluft sinnvoll zusammenwirken. Oftmals sind Ofensysteme für Grundöfen zweischalig. Der Ofenkern ist also für sehr hohe Temperaturen gedacht und kann sich im Betrieb ausdehnen. Er ist nach rund zwei Zentimetern mit Schamotte ummantelt. Auf diese überträgt sich die Wärme nicht.

Der Bau beginnt mit dem Zeichnen des Ofengrundrisses auf den Boden, wobei auch eine Linie für den Sockel vorgesehen ist. Dieser wird oft aus Porenbetonsteinen angefertigt. Im zweiten Schritt deckt man den Sockel mit einer Stahlplatte ab und legt eine erste Schamotteschicht in ein Mörtelbett. Danach setzt man den Ofenkern aus Bodensteinen und Systemsteinen auf und deckt diesen mit Schamotteplatten ab. An den Ofenkern schließt sich die zweite Schamottemauer an. Bei einem Bausatz mit vorbereitetem Innenleben muss nun der Ofen nach Anleitung ummauert und verkleidet werden. Der klassische letzte Arbeitsschritt beinhaltet das Verputzen des Ofens und das Gestalten der Außenseiten.

Dafür kann man bei Bedarf die Kacheln selbst anfertigen. Man verwendet gut durchgekneteten Ton, den man gleichmäßig dick ausrollt und mit Lineal und Messer ausschneidet. Dabei sollte etwas größer geschnitten werden, weil Ton beim Trocknen und Brennen schrumpft. So müssen die künftigen Kacheln circa zwei Stunden antrocknen, bevor man sie gestaltet, indem man etwa Muscheln oder Blätter vorsichtig in den Ton drückt und wieder abnimmt. Für Schriftzüge und Fantasiemuster nimmt man einen dünnen Holzstab und ritzt diese in den Ton. Nach circa zwei Tagen lässt sich der Ton nicht mehr verformen. Dann wird Braunsteinpulver über das Muster gestreut. Nach dem anschließenden vollständigen Durchtrocknen werden die Kacheln glasiert und gebrannt. Dies lässt sich in einer Töpferwerkstatt oder einem Fachgeschäft erledigen.

Teile des Ofens selber bauen

Tendenziell sind die Anschaffungskosten für Kachelöfen höher als für offene Kamine. Dennoch lohnt sich die Investition, weil Kachelöfen wertbeständig sind und mehreren Generationen Freude bereiten können. Gut zu wissen ist, dass der Ofen auch dann ein Einzelstück werden kann, wenn man weniger handwerklich begabt ist oder in einem Bundesland lebt, das den Selbstbau nicht zulässt. Es gibt nämlich Fachfirmen, die in enger Abstimmung mit dem Hausbesitzer Öfen bauen und es ermöglichen, den letzten Schliff bzw. Dekoelemente selbst anzubringen.

So kann man in diesen Fällen den Dekorputz oder einzelne Kacheln selbst anbringen, gegebenenfalls Bankelemente oder Holzspeicher selber mauern oder Sockelleisten und verschiedene Dekorelemente individuell befestigen. Denkbar sind etwa eigens bemalte Keramikelemente mit Handabdrücken der Kinder oder dem persönlichen Glückssymbol. Wer darin gut ist, kann zudem Malerarbeiten oder die Bodenverfliesung des Standplatzes in Eigenregie übernehmen.

Fazit

Es ist im Allgemeinen möglich, einen Kachelofen selbst zu bauen. In einigen Bundesländern wird man jedoch auf die Hilfe einer Fachfirma zurückgreifen müssen. Bausätze sind sehr praktisch und bieten mehr Sicherheit durch passende Anleitungen und den Service der Verkäufer. Neben dem kompletten Selbstbau ist das individuelle Anfertigen einzelner Elemente eine Möglichkeit.

Tipp

Auch, wer über nur wenige handwerkliche Kenntnisse verfügt oder in einem Bundesland wohnt, in welchem eine Unternehmerbescheinigung benötigt wird, kann sich auf ein Ofen-Einzelstück freuen. Viele Firmen bieten eine sehr große Auswahl von Farben und Ausstattungselementen sowie frei gestaltbare Außenflächen. Auf diese Weise ergibt sich das Gefühl eines selbst gestalteten Ofens ohne ein Sicherheitsrisiko durch mangelnde Bauausführung einzugehen.

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