Brennendes Holz

Kaminasche als Gartendünger? Ein Restprodukt mit Wertstoffen aus Holz

Hochwertige Asche ist ein wertvolles Gut. Viel zu schade um sie einfach wegzuschmeißen. Erfahre hier, was du mit deiner Kaminasche anfangen kannst

Kaminasche – mit allen Wertstoffen aus dem Holz

Wenn Holz verbrannt wird, erhältst du kein wertloses Restprodukt, sondern eine Konzentration der mineralischen Bestandteile der Pflanze. Jeder Baum nimmt über die Luft und Erde Nährstoffe auf. Hauptbestandteil ist Calcium, in Form von Brandkalk. Dazu kommen Magnesium und Kalium, Eisen, Mangan, Natrium, Bor und Zink. Wenn man mit Kaminasche den Garten düngen will, sollte man sich mit pH-Werten beschäftigen. Dieser ist bei der Asche nämlich stark basisch, was nicht jeder Pflanze gefällt. Ein Düngen mit der Asche ist im Grunde eine Kalkung des Bodens, wegen ihres hohen Calcium-Gehaltes.

Bei empfindlichen Pflanzen kann es zu Blattverbrennungen kommen, auch der Boden mag die kalkhaltige Düngung nicht unbedingt. Meist nimmt man Kalk ja auch nur für lehmige Böden. Leider weiß man bei seiner Kaminasche oft nicht, welche Bestandteile in welcher Konzentration sie nun enthält. Oft befinden sich zudem Schwermetalle in der Asche. Man weiß somit nicht, ob man seinem Garten und seinen Pflanzen mit der Asche wirklich etwas Gutes tun würde.

Mit Kaminasche düngen

Wenn du es trotzdem wagen willst, mit der Kaminasche deinen Garten zu düngen, dann befolge unsere Ratschläge.

  • Kaminasche nur von unbehandeltem Holz nehmen: bloß keine lackierten und behandelten Hölzer! Diese darf man eh nicht verbrennen.

  • Kommt das Holz aus Gegenden mit viel Industrie ist die Asche zum Düngen nicht geeignet.

  • Wenn man nicht genau weiß, wo das Holz herkommt, sollte man das Düngen lassen. Auch Bäume an sehr befahrenen Straßen nehmen zu viel Schadstoffe auf.

  • Zur Sicherheit keine Nutzpflanzen mit ungeprüfter Kaminasche düngen. Sonst würdest du über Gemüse und Obst evtl. Schwermetalle essen.

  • Auf die Bedürfnisse der Pflanzen achten: Einige vertragen keinen Kalk.

  • Lehmige und tonige Böden vertragen die Asche gut.

  • Beim Anzünden keine Illustrierten und bunte Kataloge nehmen, sondern nur schwarz-weiße Tageszeitungen.

  • Mische nicht die Asche von Kohle und Holz oder Briketts! Verwende nur die Holzasche.

Weniger ist mehr: Sei sparsam mit Asche als Dünger! In etwa kannst du 30 g pro qm alle 6 Wochen aufbringen.

Asche gegen Unkraut und Schädlinge

Deine Kaminasche eignet sich gegen einige Übeltäter, die dem Gärtner das Leben schwer machen. Es hilft bei Moosbildung, Unkräutern und Algenbildung. Auch Läuse und Erdflöhe mögen die Asche nicht. Sehr effektiv ist die Asche auch bei Schneckenbefall. Denn diese vertragen die trockene pulvrige Konsistenz nicht. Man kann so einige Pflanzen mit einem Ascherand schützen. Allerdings ist der Schutz beim nächsten Regenguss wieder weg.

Asche auf den Kompost

Da eine Düngung also meist keine so richtig gute Idee zum Entsorgen der Kaminasche ist, musst du an andere Alternativen denken, wenn die Brennholz aus dem Supermarkt kaufst. Keine gute Alternative ist es, die Asche auf den Kompost zu bringen. Denn natürlich haben wir hier dasselbe Problem: Den Schadstoffgehalt, der den Boden verschlechtert. Es ist sogar so dramatisch, dass du deinen Kompost nicht mehr zum Düngen von Nutzpflanzen verwenden kannst, wenn du die Asche dort entsorgt hast. Meist entsorgt man Kaminasche im Hausmüll. Wer damit düngen will, kann das Brennholz vorher einer Schadstoffanalyse unterziehen lassen. Du schickst dann etwa 10 g an ein Prüflabor.

Kaminasche im Mül entsorgen

Viele Händler und Baumärkte empfehlen die Kaminasche nur im Müll zu entsorgen. Sie werden natürlich ihre Gründe dafür haben! Nur, wer genau weiß, wo der Baum stand, der verbrannt wird, kann absolut sicher sagen, ob er Schwermetalle aufgenommen hat. Hast du also selber hohe Bäume im Garten und wohnst nicht direkt an einer Schnellstraße, so wird die Kaminasche dieser Bäume als Dünger gut geeignet sein. Auch die Hölzer vom Nachbarn oder aus nahen Orten kannst du gut einschätzen. Bei gekaufter Ware ist es wirklich heikel.

Asche richtig entsorgen

Auf den Mülleimern steht immer noch „keine heiße Asche entsorgen“. Und dies ist ein wichtiger Hinweis. Die Asche würde nämlich weiterkokeln und den Mülleimer schmelzen. Also gib bitte nur absolut ausgekühlte Asche in die Mülltonne. Du kannst die Asche auch zur Sicherheit in einen Eimer mit Wasser geben und dann später in den Müll tun.

Düngen erlaubt, wenn Boden sauer

Trotzalledem kann es sinnvoll sein, mit der Kaminasche den eigenen Garten zu düngen. Nämlich dann, wenn der Boden eher sauer ist. Dann kann er durch die Asche neutralisiert werden. Beachte aber, dass einige Pflanzen sauren Boden mögen wie:

  • Rhododendron

  • Azaleen

  • Pfingstrosen

  • Narzissen

  • Kamelien

Einige Nutzpflanzen mögen tatsächlich Asche von absolut reinen Hölzern, das sind z.B.:

  • Himbeeren

  • Stachelbeeren

  • Weintrauben

  • Tomaten

  • Kartoffeln

  • Porree

  • Zwiebeln

Folgende Blumen vertragen ebenfalls Kaminasche

  • Geranien

  • Fuchsien

  • Chrysanthemen

  • Gladiolen

  • Rosen

  • Phlox

  • Nelken

Du kannst die Asche sparsam direkt auf den Boden ausbringen. Willst du eine intensive Düngung haben, so nimmst du eine Tasse voll loser Asche und streust sie auf die entsprechenden Beete. Am besten bei Neuansaat. Leider hat man bei der Düngung schnell überdosiert, weil die Asche so leicht ist. Am besten ist es, du mischt die Asche schon vorher mit Sand oder Erde.

Einfacher geht die Verteilung, wenn man die Asche mit Gießwasser vermischt bzw. anrührt. Das ist auch besser, wenn das Wetter trocken oder windig ist, denn dann ist die Asche zu schnell verweht. Will man hochwertige Asche doch in den Kompost tun, so solltest du nur hin und wieder eine recht dünne Schicht Asche aufbringen und zwar nur als Zwischenlage. Man kann die Asche im Winter gut als Vorrat für den Sommer aufbewahren, in dem ja nur wenig Asche anfallen wird. Die Lagerung muss aber trocken sein und in laugenbeständigen Behältern. Das ist zum Beispiel Glas. Völlig ungeeignet ist Plastik und Aluminium.

Insgesamt bietet die Düngung mit sauberer Kaminasche viele Vorteile: Die Düngung hat einen ähnlichen Effekt wie mit richtigem Düngemittel aus dem Baumarkt. Der Boden wird verbessert, die Pflanzen wurzeln tiefer und können so andere Bodennährstoffe aufnehmen. Insgesamt sind die Pflanzen im Garten damit widerstandsfähiger, auch gegen Schädlinge.

Fazit

Ist deine Asche geprüft und kannst du dir sicher sein, dass sie keine Schadstoffe enthält, kannst du damit düngen. Aber nur die Pflanzen, die kalkhaltige Düngung vertragen. Auch der Kompost verträgt dann hin und wieder eine dünne Schicht. In den meisten Fällen aber wirst du die Kaminasche abgekühlt im Mülleimer entsorgen müssen.

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