Ein Kamin im Wohnzimmer

Kaminofen oder Kachelofen Was sind die Unterschiede?

Zwei unterschiedliche Ofentypen im Vergleich

Heimelig warm machen beide – der Kachelofen und der Kaminofen. Aber sie sind in der Handhabung und Wirkungsweise recht unterschiedlich.
Ein Kaminofen wird aus Metall gebaut, meist aus Gusseisen oder Stahlblech. Die Brennkammer besteht aus Schamottsteinen oder Keramikstoffen. Dazu kommt heute meist eine feuerfeste Glasscheibe, durch die man das Feuer beobachten kann. Ein Kachelofen wird eingemauert. Nur die Brennkammer ist aus einem fertigen Heizeinsatz. Natürlich ist das Einbauen eines Kachelofens viel aufwendiger. Der Kaminofen wird einfach aufgestellt und braucht nur einen Abzug.
Preislich gibt es große Unterschiede. Während es gute Kaminöfen schon unter 1000 € gibt, muss man beim Kachelofen mit ca. 10.000 € rechnen, weil er individuell angepasst wird.

Heizdauer von Kachelofen und Kaminofen

Der Kachelofen heizt große, offene Wohnungen zuverlässig und lange. Er gibt Strahlungswärme ab und leitet Luftströme durch den Raum. Er kann die Hitze gut speichern und gleichmäßig an die Umgebung abgeben. Er muss im Grunde nur ein paar Mal am Tag mit neuem Holz versorgt werden. Der Kaminofen macht eindeutig mehr Arbeit und hält die Hitze nicht so gleichmäßig, auch verteilt er sie nicht so gut. Wenn man nun nicht den ganzen Tag zu hause ist und große Räume beheizen möchte, so ist der Kaminofen vollkommen ausreichend.

Brennstoffe – womit wird geheizt?

Während man für den Kaminofen meist Holzscheite nimmt, können für einen Kachelofen als Energielieferant auch Gas, Öl, Braunkohle oder sogar Strom genutzt werden. Holz ist aber der nachhaltigste und ökologischste Brennstoff und daher zurzeit an erster Stelle.
Wer mit Kachelofen und Kaminofen heizt, setzt Stoffe frei, deren Abgabe aus ökologischen Gründen geregelt sein muss. Moderne Öfen arbeiten mit neuartiger Verbrennungstechnik und sorgen für die umweltschonende Verbrennung der Energieträger.

Der Kachelofen – wie funktioniert er genau?

Der bewährte Kachelofen arbeitet mit Konvektions- und Strahlungswärme und zwar in einer Verteilung von 70% und 30%. Die Konvektion funktioniert über die physikalische Eigenschaft der Luft. Erwärmt sich Luft, so wird sie leichter und steigt nach oben. Daher befinden sich im Sockel des Kachelofens Umluftöffnungen, in die die kalte und dadurch schwerere Luft einströmt. Im Inneren erwärmt der Heizeinsatz nun die kalte Luft. Die neu erwärmte Luft steigt nach oben auf und gibt sie an die Kacheln ab. Diese erzeugen eine angenehme Strahlungwärme.

Funktionsweise und Aufbau eines Kaminofens

Ein Kaminofen ist wie eine Kombination aus Kachelofen und Kamin zu verstehen. Er gibt auch Strahlungwärme und Konvektionswärme ab. Allerdings hat er eine wesentlich niedrigere Effizienz. Eine große Rolle spielt die Brenntemperatur. Je höher sie ist, umso höher ist die Strahlungswärme gegenüber der Konvektionswärme. Ein Kaminofen hat einen Brennraum aus Schamottstein. Sein Außenkörper kann aus Gusseisen oder Stahlblech gebaut sein. Beim Heizen wird Verbrennungsluft kontrolliert zugeführt. Dabei wird die Raumluft mithilfe eines Reglers angesaugt, im Brennraum erwärmt und über die Lüftungsschlitze wieder nach außen gelassen. Die entstehenden Abgase werden über Ofenrohre abgeleitet in den Schornstein. Feste Restrückstände verbleiben als Asche und können mit der Aschelade einfach manuell entfernt werden.

Pflege von Kachelöfen und Kaminöfen

Sowohl Kamin als auch Kachelofen müssen regelmäßig gereinigt werden, nur so hat man eine optimale Heizleistung und Brände im Schornstein können vermieden werden.
Die komplette Reinigung eines Kachelofens bzw. seiner Heizgaszüge muss ein Kachelofenbaumeister oder Hafner übernehmen. Sie sollte mindestens einmal im Jahr erfolgen, eine solche Reinigung wird mit Spezialgeräten ausgeführt, daher kann man sie nicht als Ofenbesitzer selbst durchführen. Die Reinigung der Brennkammer und Aschekästen jedoch muss mindestens ein Mal wöchentlich selbst vorgenommen werden. Hierbei wird die verbliebene Asche aus dem Brennraum entfernt. Warme Asche muss allerdings in einem feuerfesten Gerät gelagert werden, bis sie komplett erkaltet ist, bevor man sie ganz entsorgt kann. Beim sogenannten Grundofen sollte ein Teil der Asche jedoch im Brennraum verbleiben. Bei Warmluftkachelöfen und anderen Systemen muss man sich nach den Herstellerangaben richten. Die erkaltete Asche ist immer ein guter Dünger für den Garten. Wer keinen Garten oder Balkonpflanzen hat, darf die Asche, wenn sie wirklich erkaltet ist, im Hausmüll entsorgen. Der Schornsteinfeger reinigt und wartet die Kachelöfen zwei- bis dreimal im Jahr. Er gibt auch nützliche Tipps und Hinweise zur Pflege.

Reinigung eines Kaminofens

Der Kaminofen bedarf ebenfalls einer regelmäßigen Pflege und Reinigung. Das Ofenrohr muss gereinigt werden, der Brennraum gesäubert und auch die Glasscheibe sollte sauber bleiben, damit man die Flammen schön sieht. Ist die Glasscheibe des Kaminofens verrußt, sollte sie schnell gereinigt werden, damit die Rußpartikel sich nicht einbrennen. Man kann zur Reinigung der Glasscheibe altes Zeitungspapier verwenden, dieses in die Asche tauchen und die Scheibe damit abwischen, die raue Asche nimmt die Partikel wieder ab. Danach wischt man mit sauberem Papier nach. Natürlich gibt es auch extra Reinigungsmittel für die Glasfenster von Kaminöfen.
Die Asche muss auch im Kaminofen regelmäßig entfernt werden, weil sich sonst Schadstoffe bilden und in die Luft abgegeben werden. Die meisten Kaminöfen haben einen Aschebehälter, den man einfach leeren kann. Fehlt dieser, so kann man auch einen Aschestaubsauger verwenden oder mit Kehrblech und Besen arbeiten. Auch hier muss die Asche bereits abgekühlt sein. Zum Schluss wird das Leitblech im Brennraum entfernt und gereinigt. Moderne Kaminöfen produzieren oft sehr wenig Asche, bzw. einige Modelle verbrennen die Rußpartikel sogar erneut. In jedem Fall sollte in der Brennkammer keine dickere Schicht Asche als zwei Zentimeter liegen. Andererseits wird das gesamte System verstopft und kann nicht mehr richtig funktionieren.
Die Mechanik und beweglichen Kleinteile wie Scharniere, Türgriffe, Klappen und Türen sollten hin und wieder ein wenig Spezialfett bekommen. Das Ofenrohr des Kaminofens muss ebenfalls regelmäßig separat gereinigt werden, ansonsten setzt sich sogenannter Glanzruß im Inneren ab und dieser kann sich entzünden und zu einem Schornsteinbrand führen. Das Ofenrohr muss zur Reinigung ausgebaut werden. Dann wird die Asche im Abgasrohrsystem entfernt, am besten mit einem Aschesauger. Wird das Ofenrohr wieder eingebaut, sollten Sie es mit Ofenkitt verdichten. Eine solche Reinigung nimmt auch der Schornsteinfeger vor, allerdings ist sie ein Mal im Jahr gegebenenfalls zu selten.

Das Äußere des Kaminofens reinigen

Hat der Kaminofen einen Stahlmantel, so ist bei der Reinigung Vorsicht geboten, damit Du nicht den hitzebeständigen Lack beschädigen. Leichter Flugrost etwa kann mit einem angefeuchteten Tuch meist entfernt werden. Kaminöfen mit Speckstein-Ummantelung sollten ebenfalls vorsichtig gereinigt werden. Allerdings vertragen sie Seifenwasser. Jedoch keine säurehaltigen Reinigungsmittel wie Essigreiniger.

Wichtige Tipps und Hinweise zur Reinigung der einzelnen Modelle an Kaminöfen und Kachelöfen findest Du immer in der jeweiligen Bedienungsanleitung und des Hersteller selbst oder bei uns im Ratgeber.

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