Brennendes Kaminholz

Öfen und Kamine Diese Arten solltest Du kennen!

Heizen mit Kamin oder Ofen: Der Zweck bestimmt die Wahl

Wenn es draußen stürmt oder schneit, tut ein Feuer im Kamin gut und gibt dem Haus eine gemütliche Atmosphäre. Doch Kamine und Öfen können heute noch viel mehr. Je nach Modell eignen sie sich für längere Einsätze und unterstützen sogar das zentrale Heiz- und Warmwassersystem im Haus. In unserem Ratgeber stellen wir wichtige Arten von Öfen und Kaminen vor, die Du kennen solltest und informieren, welche Brennstoffe sich für welches Gerät eignen.

Der offene Kamin

Der offene Kamin ist die ursprünglichste Form dessen, was wir unter einem Kamin verstehen. Er verfügt über eine Feuerstelle mit Anschluss an einen Schornstein sowie einen Rost mit Aschetasche. Die Feuerstelle ist dabei durch keine Scheibe vom Wohnraum getrennt und gibt die Wärme des Feuers in den Raum ab. Eine Regulierung der Luftzufuhr ist allerdings nicht möglich. Der Bundesimmissionsschutz (BImSchV) gibt vor, dass offene Kamine gelegentlich betrieben werden dürfen, für einen Dauereinsatz sind sie jedoch nicht zugelassen. Der Schornsteinfeger sorgt einmal im Jahr dafür, dass der Schornstein gereinigt und der offene Kamin auf seine Funktionsfähigkeit überprüft wird.

Brennstoffe:

  • Naturbelassenes Holz
  • Naturbelassene Holzbriketts (laut 1. BImSchV § 4, Absatz III)

Tipp:

Die Kaminasche wird über den normalen Hausmüll entsorgt. Alternativ lässt sie sich im Garten verteilen und als Dünger nutzen.

Der geschlossene Kamin

Der geschlossene Kamin besteht aus einem Kamineinsatz mit hitzebeständiger Glasscheibe, die dazu den Kamingeruch fernhält. Im Grunde unterscheidet er sich optisch kaum vom offenen Kamin. Allerdings ist der Wirkungsgrad eines geschlossenen Kamins deutlich höher. Denn hier lässt sich die Luftzufuhr regulieren, was sich positiv auf die Energiebilanz auswirkt. Weil auf diese Weise weniger Asche und Ruß anfällt, gehen Ascheentsorgung und Saubermachen der Glasscheibe schneller von der Hand. Allerdings gilt auch hier: Der geschlossene Kamin ist eine autarke Wärmequelle, der seine Wärme nur in den umliegenden Raum abgibt.

Brennstoffe:

  • Naturbelassenes Holz
  • Naturbelassene Holzbriketts

Aufgepasst!

Holz, das bereits als Baustoff, in Verpackungen oder als Möbelstück genutzt wurde, darf nicht in einem Kamin verbrannt werden. Das schadet dem Kamin, dem Schornstein und der Umwelt.

Der Bioethanol-Kamin

In aller Regel braucht ein Kamin einen Schornstein. Doch wer keinen hat, zum Beispiel in einer Mietwohnung, braucht nicht auf die Gemütlichkeit eines Kamins zu verzichten. Dann kann ein Bioethanol-Kamin zum Einsatz kommen, der wie der Name sagt, Bioethanol verbrennt. Dafür sind weder Schornstein noch Brennholz nötig. Bioethanol Kamine können sowohl die klassische Optik eines Kamins haben und als Wandkamin im Wohnraum eingebaut sein. Daneben ist ein breites Sortiment an Tischkaminen oder Standkaminen erhältlich. Die erzeugen sogar im Sommer an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse ein gemütliches Flair.

Was ist Bioethanol eigentlich? Im Prinzip handelt es sich bei Bioethanol um Alkohol. Das Produkt wird aus biologischen Rohstoffen wie Zuckerrohr, Getreide oder Kartoffeln gewonnen und in einem chemischen Prozess zu Alkohol vergoren. Für den Betrieb wird der Brennstoff in flüssiger Form als Gel oder Paste in den Kamin eingesetzt. Der Brennstoff riecht nicht, erzeugt keine Asche oder Ruß an der Glasscheibe, die viele Modelle zum Schutz vor dem Feuer mitbringen. Denn bei aller Gemütlichkeit sollte man beachten: Der Bioethanol Kamin erzeugt ein offenes Feuer, dass man nicht unterschätzen sollte.

Tipp:

Achten Sie beim Kauf auf hochwertige Qualität, eine mögliche Prüfung durch den TÜV oder andere Zertifikate.

Der Grundofen

Der Grundofen besteht fast nur aus Keramik, verbrennt das Holz auf dem Boden des Brennraumes in der eigenen Asche und erreicht in seinem Inneren Temperaturen von bis zu 1000 °C. Einen Feuerrost gibt es hier nicht. Die Besonderheit eines Grundofens: Er erzeugt Strahlungs- und keine Konvektionswärme. Sogenannte Schamottesteine nehmen die produzierte Wärme auf, speichern sie und geben sie über viele Stunden hinweg an den umliegenden Raum ab. Die Strahlen bewegen sich bei dieser Art des Heizens immer weiter durch den Raum, bis sie auf einen beliebigen Gegenstand treffen, der sich daraufhin erwärmt – zum Beispiel die menschliche Haut. Bekannt ist für diese Art des Heizens der Kachelofen, dessen Außenfläche der Feuerstelle mit Kacheln bedeckt ist.

Vorteile des Grundofens:

  • Gut für Allergiker geeignet, da kein Staub durch einen Luftstrom aufwirbeln kann.
  • Sanfte Raumerwärmung.
  • Holz wird effektiv verbrannt, so entsteht kaum Asche.
  • Holz muss nur selten nachgelegt werden.
  • Individuelle Bauweise, da nur der Kern des Ofens gleich ist.

Typische Brennstoffe:

  • Holz
  • Holzbriketts
  • Braun- oder Steinkohlebriketts
  • Kohle oder Koks

Der Kaminofen

Der typische Kaminofen, auch Schwedenfeuer genannt, ist ein weiterer Ofen den du kennen solltest. Er besteht aus einem Feuerraum aus Stahl, einen Anschluss an einen Kamin und meistens einer Tür mit feuerfestem Glas, durch das sich das Feuer beobachten lassen kann. Der Unterschied zum offenen Kamin ist seine geschlossene Brennkammer und die Tatsache, dass der Kaminofen nicht fest in der Wohnung eingebaut ist. Auf diese Weise lässt sich ein Kaminofen hervorragend nachträglich einbauen. Die heutigen Kaminöfen sind so produziert, dass sie Wärme entweder gewöhnlich durch Konvektionswärme oder als Strahlungswärme wie beim Grund- oder Kachelofen abgeben. Ist der Kaminofen mit Naturstein, Kacheln oder Speckstein verkleidet, kann er seine Wärme bis acht Stunden halten. Das Nachfüllen ergibt sich aus der Größe der Brennkammer. Ist diese groß genug, kann der Kaminofen problemlos über Nacht betrieben werden, zum Beispiel mit kompakten Briketts.

Brennstoffe:

  • Holz
  • Holzbriketts
  • Braunkohlebriketts
  • Je nach Modell Steinkohlebriketts

Der Wasser führende Kaminofen

Mit einem Wasser führenden Kamin lässt sich die Zentralheizung im Haus unterstützen. Gerade in Zeiten, wo Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas immer teurer werden, ist der Wasser führende Kamin eine attraktive Möglichkeit, Energie günstig zu erzeugen. Wie aber funktioniert das? Sobald in der Feuerstelle Wärme erzeugt wird, sorgt eine Wassertasche im Ofen dafür, dass hier Wasser aufgewärmt und in das angeschlossene zentrale Heizsystem des Hauses abgeführt wird. In diesen Fällen ist auch ein Wärmetauscher notwendig. So lässt sich mit dem Wasser eine Fußbodenheizung oder ein Bad versorgen. Vor allem in saisonalen Übergangszeiten sind die Wasser geführten Kamine eine gute Lösung, das Haus zu heizen und für Warmwasser zu sorgen, ohne die Zentralheizung schon in Dauerbetrieb nehmen zu müssen. Der Wirkungsgrad eines Wasser führenden Kaminofens liegt bei rund 85 Prozent.

Mögliche Brennstoffe:

Naturbelassenes Holz Naturbelassene Holzbriketts Mitunter dürfen Kamine auch Holzpellets verbrennen, allerdings nur dafür zugelassen Modelle mit entsprechender Nachrüstung.

Tipp:

Nicht vergessen! Ein neuer Kamin muss in Deutschland von einem Schornsteinfeger vor seiner ersten Inbetriebnahme abgenommen werden. Dazu einfach beim Schornsteinfeger der Stadt melden. Er berät auch bei der Planung einer neuen Feuerstelle.

Der Pelletofen

Rein optisch betrachtet kommt der Pelletofen einem Kaminofen recht nahe. Denn auch er kommt mit einem Stahlkorpus und meistens einer Tür mit Glasfenster daher. Doch der Pelletofen hat einen entscheidenden Unterschied, denn in ihm verbrennt kein Scheitholz, sondern kleine Holzpresslinge, die sogenannten Pellets. Auch das Feuer ist optisch nicht so attraktiv wie beim klassischen Termin, da die Pellets nur auf kleiner Flamme verbrennen. Neben dem Brennraum verfügt der Pelletofen über einen Vorratstank, aus dem die Presslinge nach und nach in eine Brennmulde fallen und dort entflammt werden.

Brennstoff:

  • Holzpellets (20 bis 50 Zentimeter große Holzpresslinge)

Tipp:

Holzhackschnitzel sind zwar günstiger, aber durch ihre nicht genormte Größe nicht für den Pelletofen-Betrieb geeignet. Holzhackschnitzel lassen sich in dafür zugelassenen Hackschnitzelheizungen verbrennen.

Fazit

Je nach Funktionalität stehen heute sehr unterschiedliche Kamine und Öfen zum Befeuerung eines Raumes oder eines ganzen Hauses zur Verfügung. Am besten besprechen Sie Ihr Vorhaben mit einem Energieberater und dem örtlichen Schornsteinfeger, um alle Vor- und Nachteile zu sondieren.

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