Brennholz in einem moderenen Kamin.

Welche Holzheizungen gibt es? Natürlich mit Holz heizen

Eine aktuelle Studie hat sich mit dem Thema beschäftigt, mit welchen Heizsystemen Privathaushalte Wärme und Warmwasser produzieren. Das Ergebnis: Erdöl und Erdgas bestimmen noch immer zu Zweidritteln die deutsche Heizlandschaft. Nur sechs Prozent der Bevölkerung heizt mittlerweile zentral mit dem Festbrennstoff Holz.* Häufig genutzt, werden dagegen Kamine und Öfen, um einzelne Räume aufzuheizen. Doch ein Umschwung ist in Sicht: Ökologische und ökonomische Gründe machen die Modernisierung vieler heutiger Heizungen erforderlich. Wir sagen, welche unterschiedlichen Arten von Holzheizungen es gibt, die in Teilen genauso zuverlässig wie Öl und Gasheizungen Wärme produzieren.

30 Prozent aller bestehenden Heizanlagen in Deutschland sind bereits zwischen elf und 20 Jahren alt, 17 Prozent sogar zwischen 21 und über 30 Jahren. Und so steht in vielen Haushalten in naher Zukunft ein Umbau an. Neben Fernwärme und Solarsystemen werden die Holzheizungen immer beliebter. Und das nicht ohne Grund: Die Heizungen funktionieren durch den Festbrennstoff Holz CO²-neutral. Ein wichtiges Argument für einen sorgsamen Umgang mit der Umwelt.

Zentrale Holzheizungen kümmern sich nicht nur um die Befeuerung von Gebäuden mit Wärme, sondern heizen auch Brauchwasser auf Temperatur. In den Kesseln wird Wasser auf Temperatur erhitzt, welches sich durch Rohre im Haus verteilt und für Wärme und Warmwasser sorgt. Pufferspeicher sorgen dafür, dass das einmal erhitzte Wasser so lange gespeichert werden kann, bis es gebraucht wird.

Die Einzelraumbefeuerung

Wer liebt das nicht: Das romantische Feuer im Kamin in der Herbst- und Winterzeit, wenn es draußen nass und kalt ist. Kamine und Öfen zur Befeuerung einzelner Räume sind in vielen Haushalten anzutreffen. Dahinter können sich ganz unterschiedliche Systeme befinden. Neben dem klassischen Kamin gibt es Öfen, die für den sogenannten Dauerbrand in Frage kommen, also über einen längeren Zeitraum heizen. Das sind zum Beispiel große Kachelöfen wie wir sie aus Omas Zeiten kennen, Öfen, die großer Hitze - zum Beispiel durch Briketts - standhalten können, oder Pelletöfen, die manuell mit winzigen Holzpresslingen beschickt werden. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie erwärmen Räume nur durch ihre Strahlungskraft.

Wohliges Feuer im Kamin

Der Kamin ist der Klassiker unter unseren Holzheizungen. Er steht nicht nur für Wärme, sondern vor allem für Gemütlichkeit an kalten Wintertagen. Im Kamin lässt sich getrocknetes Scheitholz verschiedener Baumarten verbrennen, das den umliegenden Raum erwärmt. Allerdings profitieren wir beim Kamin alleine von der lokalen Strahlungswärme. Regelmäßiges Saubermachen ist ein Muss, damit der Kamin intakt bleibt. Esche, Buche und Birke sind besonders schön im Kamin anzusehen.

Der Kachelöfen für den Dauerbrand

Durch seine spezielle Bauart ist der Kachelofen in der Lage, die einmal produzierte Wärme in seinem Wandaufbau zu speichern und nach und nach in den Raum abzugeben. Um seine Wärme zum Beispiel über Nacht nutzen zu können, werden neben Scheitholz häufig Briketts eingesetzt.

Pelletofen: Intelligenter Mix zwischen Technik und Gemütlichkeit

Ein Pelletofen sieht modernen Kaminen oder Öfen zum Täuschen ähnlich und steht häufig in Wohnräumen und Küchen, um größere Wohnbereiche zu erwärmen. Durch ein Sichtfenster lässt sich auch hier das Flammenspiel beobachten, das allerdings nicht so spektakulär wie beim Kamin ist. Denn im Pelletofen werden kleine Holzpresslinge verbrannt. Hier steht eher die Energieeffizienz denn Optik im Vordergrund. Neben dem eigentlichen Brennraum beinhaltet der Ofen einen Vorratsbehälter, aus dem die Pellets nach und nach in die Verbrennung laufen.

Zentralbefeuerung

Bequemer sind Zentralheizungen, die mit dem Naturprodukt Holz bestückt werden. Sie sind in der Lage, alle Räume eines Hauses über Heizkörper zu beheizen und Brauchwasser zu temperieren und zu speichern. Allerdings benötigen sie einiges an Platz. Denn neben dem eigentlichen Kessel braucht man Warmwasserboiler, Pufferspeicher für das nicht benötigte Warmwasser und natürlich jede Menge trockenen Lagerraum für das Scheitholz oder weitere Festbrennstoffe aus Holz.

Die Holzvergaserheizung

Eine klassische Holzvergaserheizung im Zentralbetrieb verbrennt Scheitholz in doppelter Weise durch zwei Brennkammern. Die Ober- und Unterkammern übernehmen in der Anlage die Verbrennung des Holzes und danach seine Vergasung. Damit unterscheidet sich das System deutlich vom Kamin, bei dem nur eine Brennkammer zur Verfügung steht. Während der Kamin nur die Wärme aus dem Holz freisetzt, nutzt der Holzvergaserkessel auch die bei der Verbrennung entstehenden Gase, um Energie zu gewinnen. Dabei hängt der tatsächlich erreichte Wirkungsgrad aber von der Qualität des Brennholzes ab. Die Verbrennungstemperaturen erreichen 1000 ° C und mehr.

Die Holzvergaserheizung, die eher einem echten Kessel gleicht, steht in der Regel in einem Keller oder speziellen Heizechnik-Raum. Sie verbrennt Scheite bis zu einer Länge von rund einem Meter. Das Holz muss täglich nachgelegt werden.

Der vollautomatische Pelletkessel

Ein Wohnhaus mit Hilfe eines vollautomatischen Pelletkessels zu beheizen, ist besonders komfortabel, sehr energieeffizient und damit eine echte Alternative zu Öl- und Gasheizungen. Über eine Förderanlage werden dem Kessel maschinell gepresste und genormte Presslinge, sogenannte Pellets, zugeführt. Das Entzünden der Pellets erfolgt elektrisch.

Pellets sind in der Anschaffung nach wie vor günstig. Allerdings haben die Presslinge einige Anforderung an den Lagerraum: Der Tank oder Silo muss trocken sein, denn die Pellets dürfen keine Feuchtigkeit ziehen. Das würde den Kessel langfristig schädigen. Falls von einer Ölheizung auf Pellets umgestiegen wird, lässt sich der Tankraum für Öl meistens perfekt für die Lagerung der Pellets umgestalten. Der Silo sollte mindestens vier bis fünf Tonnen Pellets fassen können, damit Hausbewohner über ein Jahr hinweg versorgt sind. Ein Wärmespeicher ist bei solchen Anlagen ein Muss. Die Entleerung des Aschebehälters ist nur alle paar Monate nötig.

Hackschnitzelkessel

Holzhackschnitzel sind zerkleinerte, naturbelassene Holzstücke, für die es in aller Regel keine weitere Verwendung gibt. Sie stammen zum Beispiel aus Resten in der Holzverarbeitung, können aber auch in getrockneter Form direkt aus den Wäldern kommen. Ihre Heizungen funktionieren ähnlich wie Pelletkessel, allerdings mit dem Unterschied, dass die Holzhackschnitzel zum Heizen nicht wie Pellets genormt sind. In der Konsequenz bedeutet dies, dass sie mehr Platz benötigen, aber weniger energieeffizient sind. Ein vorhandener Lagerraum muss dementsprechend auf das zusätzliche Volumen ausgerichtet sein. Auch hier wird das Material vollautomatisch über eine Förderanlage dem Kessel zugeführt, wo ein Zündvorgang automatisch startet, um die Holzhackschnitzel zu verbrennen. Manche Kessel können sowohl Pellets als auch Holzhackschnitzel verarbeiten.

Hätten Sie das gewusst?

Birkenholz ist nicht nur für unseren Kamin, Ofen oder eine Zentralheizung ein Produkt von hoher Qualität, sondern es ist auch für unsere Gesundheit förderlich. Ihre Rinde enthält den Zuckeraustauschstoff mit dem Namen Xylit, auch Birkenzucker genannt. Xylit sieht nicht nur aus wie industrieller Zucker, sondern schmeckt ebenso süß – allerdings hat er kaum Kalorien und treibt unseren Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe. Schmeckt auch im warmen Tee vor dem gemütlichen Kaminfeuer!

*https://www.thermondo.de/info/waermewende/studien/thermondo-heizstudie/

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