Was ist das beste Kaminholz? Hartholz und Weichholz im Überblick!

Welches ist das beste Kaminholz? Wir zeigen Unterschiede zwischen Hart- und Weichholz.

Heizen. Kochen. Grillen: Rund ums Jahr brauchen wir Holz für unsere Kamine, Feuerstellen und Saunen im Garten oder einfach zum Grillen. Holz ist gleich Holz? Ganz im Gegenteil! Denn die heimischen Holzarten unterscheiden sich nicht nur durch unterschiedliche Brennwerte. Während einige Hölzer wahre Alleskönner sind, eignen sich andere Arten nur für spezielle Zwecke. Wir stellen Dir in unserem Ratgeber die wichtigsten Holzarten vor.

Wer freut sich nicht darauf, bald wieder gemütlich vor dem knisternden Kamin zu kuscheln, wenn die kalte Jahreszeit kommt! Doch spätestens, wenn wir Holz für die kommende Saison bestellen wollen, rätseln wir, welche Holzart denn nun für welchen Zweck am besten geeignet ist. Und ist das teuerste Brennholz auch immer gleich das hochwertigste Material?

Hartholz und Weichholz

Während die Botanik Laub- und Nadelhölzer unterscheidet, liegen dem Holzhandel die Bezeichnungen Hartholz und Weichholz zugrunde. Aber Achtung: Die Bezeichnungen lassen sich nicht deckungsgleich verwenden! Laubhölzer sind nicht immer Harthölzer. Und nicht alle Nadelhölzer sind automatisch Weichhölzer. Harthölzer sind besonders schwere und feste Holzarten, die sehr langsam wachsen und eine hohe Faserdichte haben. Die Trockenmasse, oder auch Darrdichte genannt, muss mehr als 550 kg/m³ aufweisen.

Damit zählen die klassisch deutschen Laubbäume wie Eichen, Buchen oder Eschen zu den Harthölzern. Andere beliebte Laubbäume wie Linden, Weiden oder Pappeln sind aber Weichhölzer. Weichhölzer sind zum Beispiel Tannen, Kiefern oder Fichten. Aber auch hier Achtung: Die Schwarzkiefer und einige Lärchensorten sind wiederrum Harthölzer. Noch dichtere Darrdichten von über 1000 kg/m³ zeigen übrigens einige Tropenhölzer wie der Bongossi Laubbaum, der in Afrika beheimatet ist.  

Doch welche Bedeutung haben die verschiedenen Holzarten, wenn wir über das Heizen nachdenken? Hart- und Weichhölzer unterscheiden sich nicht nur in ihrem Brennverhalten und dem dahinterstehenden Heizwert. Sie erzeugen auch ganz unterschiedliche Flammenspiele, die für die Optik eine große Rolle spielen. 

Welche Hölzer soll ich zum Heizen verwenden?

Generell gilt: Je höher die Darrdichte eines Baumes ist, umso langsamer brennt das Holz ab. Nadelhölzer wie die Tanne oder Fichte brennen beim Befeuern schneller an und haben einen etwas höheren Heizwert als Hartholz. Doch weil ihre Dichte geringer ist als bei Laubbäumen, verbrennen die Scheite schneller. Die Konsequenz: Man muss im direkten Vergleich zum Hartholz mehr Raummeter lagern und während des Feuers häufig nachlegen. Da haben Harthölzer die Nase ganz klar vorne. Sie brauchen zwar länger, einen Wohnraum auf Temperatur zu bringen. Sie brennen aber ruhig und langsam ab und bilden eine Glut, die lange Wärme an den Raum abgibt. 

Auch das Thema Harz sollte man beim Kauf von Scheitholz genauer betrachten. Nadelhölzer enthalten viel Harz und erzeugen so einen stärkeren Funkenflug im Kamin. Das kann gerade bei offenen Kaminen oder Feuerstellen ein Risiko für Verbrennungen sein. Und selbst, wenn man mit einem geschlossenen Ofen heizt, muss man beim Nachlegen des Holzes auch auf Funken achtgeben.  Als Anzünder für ein schönes Feuer ist Nadelholz dagegen viel besser als Hartholz geeignet. Unser Tipp: Am besten kleine Stücke verwenden. Denn sie fangen schneller Feuer. 

Diese Harthölzer solltest Du kennen - ein Überblick

Buche

Buche ist wohl der Klassiker unter den Kaminhölzern. Und das aus guten Grund: Mit einem hohen Brennwert von 2100 KWh/Raummeter brennt es mit großer Glutmasse ruhig und langsam ab. Funkenbildung gibt es hier fast gar nicht. Daneben hat Buche im trockenen wie brennenden Zustand einen tollen Geruch und wird deswegen oft zum Räuchern von Fleisch verwendet.

Esche

Eschenbaum auf einer Wiese

Die Esche ist ebenfalls ein heimischer Baum, der in ganz Europa zu finden ist. Weil das Holz besonders hart und abriebfest ist, wird es häufig für die Herstellung von Möbeln verwendet. Aber auch als Brennholz macht es sich gut. Mit einem Brennwert von 2000 KWh/Raummeter erzeugt die Esche eine gute Glutbildung und ein schönes Flammenspiel. Weil das Holz keine Funken erzeugt, ist es sowohl für offene wie geschlossene Feuerstätten geeignet.

Weitere Harthölzer

Birkenbaum in der Sonne stehend

 

Birke

Die Birke gehört zu den Laubbäumen, die nicht nur gleichmäßig, sondern auch schnell wachsen. Der Brennwert liegt hier bei 1900 KWh/Raummeter. Sollten Sie Birkenholz kaufen, können Sie die Vorteile von einem besonders schönen Flammenspiel und einem interessanten Duft genießen. Das Brennholz Birke enthält ätherische Öle, die sich beim Verbrennen entfalten. Weil die Birke ebenso wenig wie die Buche Funken versprüht, ist sie auch für Lagerfeuer im Freien geeignet.

Eiche


Die Eiche, die in Deutschland zu den edlen heimischen Laubbäumen zählt, ähnelt in ihrem Brennwert mit 2100KWh/Raummeter der Buche. Durch die sehr hohe Materialdichte verbrennt auch sie sehr langsam und harzt nicht. Nachteil: Ein schönes Flammenspiel hat Eichenholz leider nicht. Wer also darauf Wert legt, sollte lieber auf Buche oder Birke zurückgreifen und Eichenholz in geschlossenen Öfen einsetzen. 

Lärche


Es ist gerade einmal vier Jahre her, da wurde die Lärche 2012 zum Baum des Jahres ausgerufen. Die Lärche, die auch zur Gattung der Nadelhölzer zählt und ihre weichen Nadeln zum Herbst hin verliert, steht in vielen Gärten als Hausbaum. Zum Heizen eignet sich die Lärche allerdings weniger gut, denn sie besitzt wie die Kiefer nur Werte um 1700 kWh / Raummeter. Dafür findet die Lärche in der Möbelproduktion mehr Verwendung. Denn einige Baumsorten sind – verglichen mit anderen Nadelhölzern – schwer und fest, ähneln dabei eher den Harthölzern. 

 

Die wichtigsten Weichhölzer auf einen Blick

 

Fichte

Die Fichte ist nicht nur die häufigste Baumart in Deutschland. Kein Wunder, dass sie auch als Kaminholz besonders beliebt ist. Häufig benutzen Anwender sie in Kombination mit Hartholz. Zum Anfeuern von Öfen und Kaminen ist Fichtenholz geeignet. Denn es brennt sehr schnell an, bringt den Kamin auf Temperatur und sorgt durch seinen hohen Harzanteil für angenehmes Knistern. Für den dauerhaften Betrieb einer Feuerstelle ist es allerdings weniger geeignet, da man oft nachlegen muss. Dann greifen Anwender lieber auf Hartholz zurück.

Kiefer

Die Kiefer ist ein ganz anspruchsloser Baum, der auch auf trockenen sandigen Böden wächst. Aufgrund der recht niedrigen Brennwerte von 1700 KWh/Raummeter ist das Weichholz aber nicht unbedingt als Kaminholz geeignet. Deswegen ist auch diese Holzart eher zum Anzünden geeignet. Vorteil, der für die Kiefer spricht: Bereits nach einem Jahr Lagerung hat das Holz die optimale Restfeuchtigkeit erreicht – das ist deutlich weniger als bei anderen Baumarten.


Tanne

Die Tanne ist dem Fichtenholz nicht nur in seinem Wuchs sehr ähnlich – mit dem Unterschied, dass der Harzgehalt hier geringer ausfällt. Ihr Holz ist rötlich-weiß bis gelblich-weiß und besitzt einen grau-violetten Schimmer. Bei einer Rohdichte von 450 kg/m3 ist es ein Weichholz. Beliebt ist es wegen dieser Eigenschaft aber im Hausbau und wird für Dächer, Treppen oder Holzunterkonstruktionen verwendet. 

Hättest Du es gewusst?

Das Pockholz ist das härteste bekannte Holz der Welt. Es verfügt über eine Darrdichte von 1400 kg/m³ und kommt in Mittel- und Südamerika vor.


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