Nadelholz Forst

Wird Holz in Deutschland nachhaltig angebaut? Worauf solltest Du als Käufer von Holz achten?

Ist Holz wirklich ein umweltfreundlicher Heizstoff?

Brennholz und Holzprodukte sind umweltfreundliche Brennstoffe. Allerdings nur, solange für deren Herstellung nicht die Funktionsfähigkeit des Waldes beeinträchtigt wird. Ein möglichst naturnaher Wald hat diverse Vorteile, die erhaltenswert sind. Die Bundesregierung unterstützt daher schon seit Längerem den nachhaltigen Anbau von Holz. Als Käufer ist es wichtig auf verschiedene Kriterien zu achten. Worauf genau? In diesem Artikel gibt es eine Übersicht mit wichtigen Hinweisen, auch zum Thema, wie das Holz nachhaltig angebaut wird. 

Naturnahe Waldbewirtschaftung als Ziel

Ein umweltpolitisches Ziel der Bundesregierung ist es, einen möglichst hohen Anteil der forstwirtschaftlichen Fläche naturnah zu bewirtschaften. Diese Intention fand sich bereits in der Erstauflage der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2002. Sie wurde in der Neuauflage von 2017 bekräftigt. Auch in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt von 2007 findet sich eine Reihe von Zielen zum naturnahen Wald.

Was aber bedeutet "naturnah" eigentlich? - Bei dem Begriff geht es um die sogenannte Bestockung der Waldfläche. Umso natürlicher die Baumartenzusammensetzung und umso verschiedener die Altersklassen der vorhandenen Pflanzen sind, desto höher ist die Naturnähe eines Waldes. Auch eine hohe Anzahl alter Bäume spricht für eine behutsame Bewirtschaftung und eine größere Naturnähe. Da die Bundesregierung einer naturnahen Waldfläche eine bessere ökologische Stabilität zuspricht, lässt sie regelmäßig die Bundeswaldinventur durchführen, um Daten über die Baumbestände zu sammeln. Bei der Inventur von 2011/2012 wurden 14,5 % der Waldfläche als sehr naturnah und 21,3 % als naturnah eingestuft. Zudem wurde festgestellt, dass der Anteil naturnaher Waldflächen auf Staatseigentum mit 40 % höher ist als jener in Privatwäldern (30,5 %).

Bei den Altersklassen der Wälder, die bereits seit mindestens 120 Jahren bestehen, sind zwischen 60 und 80 % naturnah bestockt, während die Klassen mit einem Alter unter 60 Jahren lediglich zu 23 bis 32 % als naturnah gelten. Dabei zeigt sich jedoch in der jüngsten Altersklasse eine Zunahme der Naturnähe, die für den beschlossenen Umbau der Wälder spricht. Dass der Holzanbau möglichst nachhaltig verlaufen sollte, wurde in Teilen bereits Anfang des 18. Jahrhunderts beschlossen. Zeichen übermäßigen Holzverbrauchs und einer drohenden Holzverknappung waren damals schon zu sehen. Deshalb wurde unter anderem 1713 in Sachsen gefordert, nur so viel Holz zu schlagen wie mit einer planmäßigen Aufforstung wieder nachwachsen kann.

Was ist nachhaltige Waldwirtschaft?

Versuchte man früher nur deshalb den Anbau des Holzes nachhaltig zu gestalten, damit langfristig für Nutzholz gesorgt war, ist man sich heute der umfassenden Funktionen der Wälder bewusst.

Eine noch immer gültige Definition des Begriffs "nachhaltige Waldbewirtschaftung" stellte die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa 1993 auf. Demnach muss bei dieser Art der Bewirtschaftung das Ausmaß der Nutzung von Waldflächen so gestaltet sein, dass die Regenerationsfähigkeit, Produktivität, Vitalität und biologische Vielfalt der Flächen erhalten bleiben. Der Wald soll für die heutige und künftige Zeit bedeutsame wirtschaftliche, soziale und ökologische Funktionen erfüllen können, ohne dass andere Ökosysteme deshalb Schaden nähmen. Damit dies auf lokaler, nationaler und globaler Ebene erfüllt werden kann, müssen sechs Kriterien zutreffen. Das Umweltbundesamt vertritt die Meinung, dass die folgenden Kriterien nur mittels einer umweltverträglichen, multifunktionalen und naturnahen Waldbewirtschaftung zu erfüllen sind.

Ein Nachhaltigkeitskriterium ist die Erhaltung und Verbesserung der forstlichen Ressourcen. Somit kann der Wald seinen Beitrag zu den globalen Kohlenstoffkreisläufen leisten. Zudem gilt es, die Waldökosysteme gesund zu halten, aber auch die Produktionsfunktion der Wälder zu erhalten, was Nicht-Holzprodukte mit einschließt. Bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung bleibt die biologische Vielfalt vor Ort bestehen oder wird verbessert. Auch die Schutzfunktion, die der Wald hinsichtlich der Bereiche Boden und Wasser hat, wird bei nachhaltigem Wirtschaften ausreichend beachtet. Schließlich nennt die europäische Ministerkonferenz noch den Erhalt „sonstiger sozio-ökonomischer Funktionen und Konditionen“.

In der Tat haben Wälder vielfältige Funktionen für Mensch, Tier und Weltklima. 2011 war Deutschland laut der damaligen Bundeswaldinventur zu rund einem Drittel mit Wald bedeckt. Dies entspricht einer Fläche von 11,4 Millionen Hektar, auf der oftmals viele nützliche Dinge gleichzeitig geschehen. So ist der Wald bekanntermaßen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, von der Flechte bis zum Fuchs. Darüber hinaus befreit er die Luft von Schadstoffen, vermindert mögliche Erosionen und Lawinen und speichert Kohlenstoff. Natürlich ist der Wald auch der Lieferant für Möbel- und Brennmaterial und lädt zudem zu erholsamen Spaziergängen ein. Das alles kann ein durch menschliche Nutzung, Klimawandel oder Umweltbelastungen überlasteter Wald jedoch nicht mehr bieten, weshalb sich eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sehr empfiehlt.

Nachfrage nach Holz steigt – Zertifikate helfen

In der deutschen „Waldstrategie 2020“ heißt es, dass der Wald als Kohlendioxid-Senke erhalten werden muss, auch wenn die Holznachfrage stetig steigt. Aus diesem Grund soll die Holzernte maximal bis zum durchschnittlichen jährlichen Zuwachs steigerbar sein. Schon 2002 wurde denn auch ein Großteil des nutzbaren Zuwachses eingeschlagen. 1993 waren es nur 49 Prozent des nutzbaren Zuwachses. 2010 wurden schließlich bedeutende Waldflächenanteile aus der Nutzung herausgenommen und zum "Nationalen Naturerbe“ erklärt. Beim sogenannten "nutzbaren Zuwachs" handelt es sich um die tatsächlich für die Holzproduktion verfügbare Fläche abzüglich nicht verwertbaren Holzes. Mittlerweile lassen sich viele deutsche Forstbetriebe zertifizieren und gehen damit eine freiwillige Selbstverpflichtung ein. So wird dokumentiert, dass diverse ökologische, ökonomische und soziale Normen, aber auch die gesetzlichen Mindestanforderungen der Wald- und Naturschutzgesetze, eingehalten werden. In der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt gab die Bundesregierung das Ziel vor, 80 Prozent der Waldfläche bis 2010 nach hohen ökologischen Standards zu zertifizieren. Leider wurde dies nicht erfüllt. Damit dies für die Zukunft möglich wird, haben sich drei forstliche Zertifizierungssysteme etabliert. Die größte zertifizierte Fläche bietet das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC). Daneben gibt es das System des Forest Stewardship Council (FSC) und die Kriterien zur ökologischen Waldnutzung von Naturland. Die Höhe des Anteils solcher zertifizierter Waldflächen an der Gesamtwaldfläche gilt weiterhin als wichtiger Indikator der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt.

Fazit

Nur eine naturnahe und multifunktionale Waldbewirtschaftung kann nachhaltig sein. Kriterien und Gesetze dazu werden seit einigen Jahrzehnten veröffentlicht. Auch wenn die Nutzung von Holz als Brennmaterial eine bessere Ökobilanz als die Nutzung fossiler Brennstoffe hat, ist darauf zu achten, dass das Holf was angebaut wurde das Ökosystem nicht überfordert. Die Siegel PEFC, Naturland und FSC sollen auf nachhaltige Forstwirtschaft hinweisen.

Tipp

Damit die Umweltbilanz eines Haushalts möglichst positiv ausfällt, sollten Käufer von Holz auch auf eine regelmäßige Modernisierung der Heizanlage achten. Ein energieeffizientes Haus verfügt zudem über eine gute Dämmung. Für beide Bereiche gibt es Förderprogramme des Bundes.

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