Pferde richtig putzen

Richtig gemacht, erfüllt das Putzen gleich mehrere Aufgaben. Da wäre zum einen der soziale Kontakt zwischen Mensch und Pferd. Ein zweiter Aspekt ist der Gesundheitscheck. Dazu zählt die Kontrolle des Pferdes auf Verletzungen, Entzündungen, Schwellungen oder Schmerzreaktionen am Körper. Drittens ist da die Entfernung loser Haare und Hautpartikel, sowie eine Kontrolle auf eventuelle Parasiten, Pilze oder Insekten wie Zecken oder Hirschlausfliegen.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Wirklich gebraucht wird nur eine Grundausstattung, bestehend aus Gummi- oder Plastikstriegel, Kardätsche, Hufauskratzer, Wurzelbürste und einem grobzinkigen Kamm für Mähne und Schweif. Traditionalisten haben auch nicht mehr in ihrer Putztasche und kommen damit gut zurecht. Dennoch gibt es ein paar sehr nützlichen Dinge, die beim richtigen Putzen helfen. Ein Handtuch, ein mittelgroßer Schwamm oder besser noch mehrere Waschlappen, die regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden, helfen bei der Reinigung empfindlicher Teile wie Gesicht oder Bauchnaht. 

Ein Federstriegel aus Metall ist besonders bei Pferden mit einer Vorliebe für Schlammbäder oder im Fellwechsel praktisch. Auch die handlichen Kunststoff-Wunder-Bürsten, unter verschiedenen Namen erhältlich, eignen sich hervorragend zur Entfernung von Schmutz und überschüssigem Fell. Zudem können sie leicht gewaschen und desinfiziert werden.

Für Mähne und Schweif sind eine spezielle Bürste, ein mildes Shampoo und eventuell ein Mähnenspray zu empfehlen. Wer ein Pferd mit üppigem Langhaar oder einen Schimmel sein Eigen nennt, weiß besonders letzteres zu schätzen. Ob zusätzlich noch Bürsten aus Ziegenhaar, kleiner oder größer, aus Naturfasern oder Kunststoff angeschafft werden, hängt vom Besitzern und vor allem den individuellen Vorlieben des jeweiligen Pferdes ab.

Pferde putzen Grobreinigung

Schritt 1: Die Grobreinigung

Im ersten Schritt wird von den gut bemuskelten Partien des Körpers, also Hals, Brust, Rücken, Kruppe, Rippenbogen und Hinterhand bis zum Beginn des Unterschenkels der grobe Dreck und Schlamm entfernt. Flanken, Unterbauch, Beine und Kopf sind empfindliche Bereiche, die erst im zweiten Schritt „bearbeitet“ werden. 

Für die Grundreinigung werden kreisende Bewegungen mit sanftem Druck mit dem Fellstrich von vorne nach hinten gemacht. Vorsicht beim Hüfthöcker. Dieser ist nicht gepolstert und daher recht empfindlich. Bei weniger sensiblen Exemplaren oder dickem Zottelfell kommt der Federstriegel zum Einsatz. Diesen nicht kreisen lassen, sondern in langen, ruhigen Bewegungen mit etwas Druck entlang der Wuchsrichtung führen. 

Alle Putzutensilien regelmäßig am Boden oder einer Wand ausklopfen, um sie voll funktionstüchtig zu halten. Schritt eins ist abgeschlossen, wenn das ganze Pferd beidseitig von vorne bis hinten gestriegelt wurde.

Pferde putzen lose Haare entfernen

Schritt 2: Lose Haare entfernen

Je nach Fellstruktur und Empfindlichkeit des Pferdes werden unterschiedliche Varianten von Kardätschen benutzt. Manche Reiter bevorzugen, meist bei dichtem Winterfell, auch Wurzelbürsten oder die Kunststoff-Wunder-Bürsten. 

Mit der Kardätsche wird nun das vom Striegeln aufgeraute Fell wieder glatt gebürstet. Dabei werden die losen Haare und Staub mit der Bürste aufgenommen. 

Wie sanft oder fest dieses Bürsten sein soll, hängt vom Pferd ab. Richtig ist es, wenn das Pferd entspannt steht und das Putzen zu genießen scheint. 

Im zweiten Schritt werden nun mit der Kardätsche auch die Gurtlage, die Flanken, der Bauch und rund um den Hüfthöcker geputzt. Fertig ist dieser Schritt, wenn das Fell am gesamten Pferdekörper (ohne Kopf und Beine) glatt und glänzend anliegt.

Pferde putzen Mähne

Schritt 3: Schweif, Mähne, Beine und Hufe

Schweif und Mähne werden in der Regel nicht täglich geputzt, sondern nur dann, wenn entweder ein besonderes Ereignis ansteht, oder eine stärkere Verunreinigung vorliegt.

Beim Bürsten oder Kämmen des Schweifs immer von unten nach oben arbeiten und den Schweif dabei gut festhalten. So werden keine Haare ausgerissen. Bei stark verschmutzten Mähnen empfiehlt es sich, diese vor dem zweiten Schritt zu säubern, denn sonst müssen Sie diesen Bereich nochmals mit der Kardätsche bearbeiten. 

Die Beine werden mit der Wurzelbürste oder etwas Ähnlichem von oben nach unten abgebürstet. Besonders sorgfältig am Röhrbein. Hat das Pferd ein feines, seidiges Fell, können Sie auch die Kardätsche zum putzen der Beine verwenden. Dabei können Sie einen Gesundheitscheck durchführen. 

Sind die Beine gesäubert, werden die Hufe ausgekratzt. Dazu werden alle vier Hufe in beliebiger Reihenfolge vorgenommen und mit dem Hufauskratzer von hinten nach vorne von Schmutz und Steinen befreit. Besonders wichtig ist, die Strahlfurchen zu kontrollieren, sonst entsteht schnell Strahlfäule oder das Pferd lahmt wegen eines drückenden Steins. Seien Sie bei empfindlichen Pferdehufen vorsichtig mit der Pflege. Um diese zu schonen sollten die Tiere auf weicher Einstreu für Pferde stehen, die die Hufe schützt.

Pferde putzen Kopf

Schritt 4: Kopf und „Glanz“

Ganz zum Schluss wird mit der Kardätsche oder einer weichen Bürste noch der Kopf geputzt. Mit einem leicht feuchten Handtuch, das ohne Druck über den Pferdekörper gezogen wird, lässt sich ein besonderer Fellglanz erzielen, weil auch feiner Staub gebunden wird. 

Spezialisten verwenden vor Turnieren, Shows oder anderen wichtige Gelegenheiten zu diesem Zweck etwas Babyöl, dass auf ein Tuch getropft wird oder Öl-Tücher aus dem Drogeriemarkt. 

Zum Schluss noch eine Anmerkung zum Waschen: Wirklich Waschen mit Shampoo am ganzen Körper sollte man Pferde möglichst nie. Das zerstört den Fettfilm der Haut und macht das Pferd krank. Punktuelle Reinigung mit Shampoo oder das Waschen der Mähne sind, wenn nicht zu oft durchgeführt, unproblematisch. 

Tags: Tierpflege, Haltung
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