Shetlandpony Nahansicht

Das Shetlandpony

Das Shetlandpony gehört zu den bekanntesten Pferderassen. Schließlich ist es seit Längerem bei jüngeren wie älteren Tierfreunden gern gesehen. Selbst wer noch nie auf einem Reiterhof war, ist Shetlandponys wahrscheinlich schon einmal in einem Tierpark oder beim Ponyreiten eines Volksfestes begegnet. Hier erfahren Sie ein wenig mehr zu der beliebten Ponyrasse.

Seit Jahrtausenden in Menschennähe

Die Herkunft dieser Ponyrasse steckt bereits in ihrem Namen. Es handelt sich um die Shetland-Inseln, die rund 170 Kilometer nördlich von Schottland liegen. Nun sind diese Ponys nicht nur die kleinste britische Rasse, sondern auch eine sehr alte Ponyart. Wissenschaftler vermuten, dass Shetlandponys früher in ganz Nordeuropa verbreitet waren. Man hat in Shetland Höhlenzeichnungen aus dem fünften Jahrhundert v.u.Z. entdeckt, in denen Pferde zu sehen waren, die den heutigen Shetlandponys stark ähneln. Es wird angenommen, dass die keltischen Ureinwohner Schottlands dereinst kleine Pferde vom europäischen Festland mitbrachten und diese weiterzüchteten.

Allerdings versuchte man in der Mitte des 19.Jahrhunderts, die Ponys zu vergrößern, indem man andere Pferderassen einkreuzte. Die gefährdete die Besonderheit der Rasse, daher gründete ein gewisser Lord Londonderry 1870 Gestüte auf den Inseln Bressay und Noss, die die reine Shetlandzucht fördern sollten. Von dort stammen in den meisten Fällen die Ur-Ur-Ur-Großmütter unserer heutigen Shetlandponys. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts nannte Carl Gustav Wrangel die Shetlandponys in seinem „Buch vom Pferd“ die Aristokraten unter den Ponys.

In dieser Zeit gründete man auch die „Shetland Pony Studbook Society“, die die Reinzucht sichern sollte. Über die Jahrhundertwende kamen die Shetlandponys nach Deutschland, wo ihre nachgewiesene Zucht in den 1930ern begann. Dem Zirkusunternehmen Hagenbeck wird nachgesagt, die Tiere eingeführt zu haben. Sicher ist aber, dass in dieser Zeit bereits auf großen nord- und ostdeutschen Gütern Shetlandponys gezüchtet wurden. In der Folgezeit gründeten die Züchter entsprechende Verbände. Noch bis in die 1970er dominierten Shetlandponys die deutschen Ponyzuchtverbände.

Sanftmütig und stark

Shetlandponys sehen nicht nur niedlich aus, sie gelten auch als robust und genügsam. So besitzen sie ein dickes Fell, das den Menschen kuschelig erscheint. Mit diesem können sie nasskalten Wintertagen trotzen. Darüber hinaus ist diese Ponyrasse widerstandsfähig und langlebig.

Shetties sind eher spätreif und werden im Schnitt 25 Jahre alt. Gelegentlich werden Shetlandponys auch bis zu 40 Jahre alt. Eine kleine Berühmtheit war hierzulande das Shetlandpony Madame Nou aus Berlin, welches 2013 im Alter von sogar 50 Jahren verstarb. Das laut Guinness-Buch älteste Pony der Welt war das Shetland-Exmoor-Pony „Sugar Puff“, welches 2007 mit 56 Jahren starb.

Shetlandponys punkten auch mit einer für manche überraschenden Ausdauer bzw. Kraft. Sie gehören generell zu den kräftigsten Pferden, wenn man das Verhältnis von Leistung und Körpergröße beachtet. Schließlich können Shetties bis zu 60 Kilogramm und damit das Doppelte ihres Gewichtes ziehen. Dies verdanken sie ihren kurzen, aber kräftigen Beinen. Die großen Kaltblüter können dagegen nur die Hälfte ihres Eigengewichtes ziehen. Der Bewegungsablauf der Shetlandponys gilt dennoch als elastisch und leichtfüßig, dabei aber auch raumgreifend.

Den intelligenten Shetties wird ein gutmütiges und genügsames Wesen nachgesagt. Da sie zudem sanftmütig sind, werden sie gern als Reitpferd für kleine Kinder eingesetzt. Diese Ponys sind aber nicht nur lernwillig und freundlich, sie haben auch vereinzelt temperamentvolle und dickköpfige Charakterzüge. Weil sie im Allgemeinen umgänglich und kaum aus der Ruhe zu bringen sind, eignen sie sich als Therapiepferde.

So erkennen Sie ein Shetlandpony

Ponys dieser Rasse dürfen maximal 107 Zentimeter hoch werden. Sie haben eine kompakte, rechteckige Statur sowie einen verhältnismäßig großen Kopf. Typischerweise ist die Stirn breit, während Augen und Nüstern eher groß sind. Das Maul gilt als nahezu quadratisch, während die Ohren eher klein sind. An dem muskulösen Hals befindet sich eine dichte Mähne. Auch der Schweif ist sehr dicht. An den Fesseln und am Unterkiefer können Sie einen leichten Behang sehen. Es sind alle Fellfarben zulässig, nur die Tigerschecke sticht heraus. Ein solches Pony soll als Appaloosa-Pony bezeichnet werden.

Historischer und derzeitiger Einsatz

Im Allgemeinen kann ein Shetlandpony als Nutzpony, Showpony, Fahrpony und Kinderreitpferd eingesetzt werden. In früheren Jahrhunderten waren sie hierzulande durchaus beliebt in der Landwirtschaft. Nach der Abschaffung der Kinderarbeit wurden Shetlandponys als Grubenpferde eingesetzt. Vor allem in Großbritannien und im 19.Jahrhundert mussten sie im Tagebau schwere Karren ziehen. Somit hatten diese Ponys eine wirtschaftliche Bedeutung. Durch ihre geringe Körpergröße waren sie in der Lage, sich problemlos durch die niedrigen Schächte zu bewegen. Im Gegensatz zu manch anderen Ponyrassen verfügten sie gleichzeitig über die nötige Statur, um große Lasten zu ziehen.

In der heutigen Zeit brauchen Shetlandponys nicht mehr in dunklen Gängen zu arbeiten. Stattdessen sind sie als Reitponys für Kinder sowie als Zugpferde für Kutschfahrten auf Straßen und Waldwegen populär. Auch Zirkusse zeigen nach wie vor gern dressierte und herausgeputzte Shetlandponys.

Schließlich wurde die Ponyrasse in den 1930ern als Zooattraktion etabliert und als gelehriges Zirkuspferd beworben. In der Mitte des 20. Jahrhunderts begannen Züchter im Rheinland, die Ponys an Gärtnereien und Baumschulen zu verkaufen. Auch in anderen Regionen wurden sie zunehmend für landwirtschaftliche Zwecke eingesetzt. Sie können sowohl Pflüge als auch etwa Kutschen mit Geerntetem ziehen. Mittlerweile steht der Freizeitaspekt bei der Nutzung der Shetlandponys im Vordergrund.

Shetlandponys finden sich vor Kutschen mit Touristen und Geburtstagsrunden, aber auch vor Schlitten in winterlichen Wäldern. Speziell als ausdauernd trabende Gespannpferde haben sie sich in verschiedenen Zeiten bewährt.

Da sie so klein sind, eignen sie sich als erste Reittiere schon für Vierjährige. Zunehmend wird auch ihre Eignung als Therapiepferd erkannt: Mit ihrer entspannten Art und ihrer kleinen Statur nehmen sie vielen Menschen Ängste und erzeugen schnell Vertrauen.

Sonderform: Das Minishetty

Eine spezielle Zuchtart ist das Minishetlandpony. Es handelt es sich um eine Variante, bei der das Stockmaß höchstens 87 cm hoch sein darf. Dementsprechend wird das Minishetty zu den weltweit kleinsten Pony gezählt. Ebenfalls in diese Kategorie gehören das Falabella und das American Miniature Horse. Manch ein Mini-Shetty ist sogar nur 65 Zentimeter groß.

Die geringe Größe macht sie zu geeigneten Blindenponys für Erwachsene. Zwar dauert es länger, ein Pony auszubilden als einen Hund, dafür wird ein Blindenpony älter. Natürlich ist ein Minishetty auch bei Kindern beliebt und kann beim Einstieg in den Reitsport behilflich sein. Manche Menschen nutzen Minishettys sogar als Kutschponys, da sie klein, aber kräftig sind.

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