Salzleckstein

Welche Tierarten brauchen einen Salzleckstein? Die natürliche Mineralstoffquelle

Bei diesen Tieren ist ein Salzleckstein sinnvoll

Wer kennt das nicht: Das sogenannte „Salz in der Suppe“ peppt nicht nur Speisen für uns Menschen auf. Es ist auch – in maßvoller Dosierung – lebensnotwendig für unseren Körper. Vielen Tierarten geht es dabei kaum anders. Nerven, Muskeln und Stoffwechsel sind auf Natrium sowie andere Mineralien und Spurenelemente angewiesen, um zu funktionieren.

Die Suche nach Salz ist gewissermaßen ein Problem der Pflanzenfresser. Denn während die fleischfressenden Tiere ihren Salzgehalt über Blut und Fleisch zu sich nehmen, fehlt den Vegetariern diese praktische Basis. Finden die Tierarten in freier Natur zu wenig Salz, machen sich vor allem Wild- und Weidetiere dann auf die Suche nach Salzquellen oder mineralhaltigen Steinen in ihrer Umgebung. Das Problem daran: Der natürliche Salzspender aus der direkten Natur fehlt immer häufiger. Grund dafür liegt in der immer größeren landwirtschaftlichen Nutzung von Agrarflächen mit Mais oder Raps. Früher waren dort stattdessen Wildkräuterwiesen zu finden, die über einen hohen Natriumgehalt verfügten. Die Natur regelte sich quasi von selbst. Der Salzmangel ist nicht sofort lebensbedrohlich, aber er bedeutet für die Tiere ein schwaches Immunsystem, häufige Infekte oder Gelenk-, Knochen- und Muskelprobleme. Gerade Jahresperioden von Tierarten mit Jungtieren stellen vor allem für die ohnehin geschwächten Mütter eine Unterversorgung dar.

Wildtiere

Egal, ob Wildschweine, Rehe und Hirsche oder Hasen: Sie alle leben in freier Wildnis und sind ständig auf der Suche nach Salzvorkommen. Die heimischen Waldbewohner zieht es zum Teil viele Kilometer weit weg hin zu natürlichen Salzaufkommen. Jäger und Förster stellen aus diesem Grund gerne Salzlecksteine bzw. Minerallecksteine in ihrem Revier auf. So stellen sie sicher, dass die Tiere nicht nur in ihrem eigenen Bezirk bleiben, sondern auch noch andere Tiere aus der weiteren Umgebung anziehen. Dabei lecken die Tiere nicht direkt an dem Stein. Häufig wird der Mineralleckstein an einen höher gelegenen Ast oder einen Baumstumpf gebunden. Bei Regen tropft das Salz auf den Boden, von wo sich die Tiere bedienen können. Weil die Tiere ihren Salzbedarf nicht kontrollieren können, wäre sonst eine Überversorgung mit Salz die Folge. Da die Tierarten je nach Futtergebiet auch einen Mangel anderer Mineralien aufweisen können, werden den Steinen auch andere Spurenelemente in kleinen Dosen zugemischt. Praktischer Effekt für die Jäger: Aufgrund der Salzlecksteine wissen sie, wo sich die Tiere aufhalten und können so entsprechend die Jagd vorbereiten. Während der Wintermonate sollten übrigens keine Minerallecksteine aufgehängt werden. Denn wo Salz ist, muss für die Tiere auch Wasser vorhanden sein. Bei Minustemperaturen und zugefrorenen Weihern kann dies zum Problem werden.

Einheimische Nutztiere

Auch unsere heimischen Nutztiere haben einen hohen Bedarf an Natrium, allen voran die Kühe. Denn die haben einen Bedarf von bis zu 50 Gramm Natrium pro Tag, je nachdem, ob es sich um Jungtiere, Milchkühe oder Rinder handelt. Bleiben wir einen Moment beim Beispiel Milchkuh: Für nur einen produzierten Liter Milch verliert die Kuh bereits ein halbes Gramm Natrium. Zwar beinhaltet das tägliche Standardfutter schon einige Gramm Natriumchlorid. Doch meistens deckt dies bei weitem nicht den täglichen Bedarf. Deswegen hängen Bauern zusätzliche Salzlecksteine in den Stall und auf die Weide. Diese sind in der Regel so geformt, dass sich ein kleines Seil durch den Stein schieben lässt, der am Zaun oder in der Nähe des Futtertroges befestigt wird. Daran lecken die Kühe, wenn sie einen Mangel an Natrium spüren – übrigens der einzige Mangel, den Tiere aktiv versuchen, auszugleichen. Doch Achtung: Wer Salz isst, wird auch durstig. Das ist bei uns Menschen genauso wie bei Nutztieren. Deswegen sollten Bauern immer sicherstellen, dass die Tiere ausreichend mit Wasser versorgt sind. 

Pferde

Auch für die Pferde ist das Salz eines der wichtigsten Mineralstoffe für einen gesunden Organismus. Gerade Pferde, mit denen regelmäßig trainiert wird und die viel laufen oder springen müssen, verlieren viele Liter Schweiß – bei extremster Anstrengung und heißem Wetter bis zu 40 Liter. Und mit dem ausgeschwitzten Wasser reduzieren sich auch die Mineralstoffe. Als natürliche Mineralstoffquelle dienen spezielle Salzlecksteine für Pferde bieten einen ausgewogenen Mix unterschiedlicher Stoffe wie Natrium, Kalium oder Magnesium. Auch hier lassen sich die Steine sowohl im Freien als auch im Stall einsetzen. Dabei können sie an einem Band befestigt sein. Alternativ gibt es auch spezielle Halter aus Kunststoff oder Metall, die widerstandsfähiger sind. 

Obwohl auf Aromen oder andere Zusatz- und Lockstoffe verzichtet wird, nehmen die Tiere dem Mineralleckstein in der Regel gut an und bedienen sich nur, wenn sie instinktiv merken, dass ihnen etwas fehlt. Damit die Steine über einen mittleren Zeitraum Erfolg zeigen können, müssen sie auch für die Pferde immer frei zugänglich sein.

Ziegen und Schafe

Ziegen leben heute in vielen Regionen nicht mehr in freier Natur, sondern auf überschaubaren Weiden. Bei einem möglichen Salzbedarf würden die Pflanzenfresser in der freien Natur so lange weiterwandern, bis sie eine Salzstelle gefunden haben. Weil das so nicht mehr möglich ist, lässt sich der Gehalt an Mineralien und Spurenelementen durch die Salzlecksteine überbrücken. Interessant: Gerade bei Salzen kommt es bei Ziegen zu keiner möglichen Überversorgung, denn sie wissen, wann sie genug Salz zu sich genommen haben. 

Für Schafe stehen heute auf dem Markt Leckschalen genauso wie Lecksteine mit ganz unterschiedlicher Zusammensetzung zur Verfügung. Kupfer ist in den Produkten speziell für Schafe nicht enthalten und solltest Du auch nicht zugeben. Ein Mineralleckstein eignet sich dabei für rund 15 Schafe. Ein struppiges Fell und schlechte Nahrungsaufnahme sind übrigens bei Ziegen wie Schafen ein Indiz für Salzmangel.

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