viele Pferde auf einer Wiese

Die Farben der Pferde Welche gibt es? Und wie kommen sie Zustande?

Die Welt der Pferde ist voll mit verschiedensten Pferderassen. Von groß bis klein – dick wie dünn. Dazu kommen alle möglichen Farbvariationen. Manche Rassen besitzen dabei nur wenige mögliche Fellfarben. Andere hingegen sind fast schon „bunt“.

Doch wie kommen die unterschiedlichen Farben zustande?

Die genetischen Grundlagen

Wie ein Lebewesen aussieht, wird durch seine Erbanlagen, also die Gene bestimmt. Dabei besteht jedes Gen aus zwei Allelen, die jeweils von Mutter und Vater stammen und bei der Befruchtung miteinander verschmelzen. Dabei gibt es jedoch Unterschiede. Allele können in dominant oder rezessiv unterschieden werden. Dominante Allele setzen sich, wie das Wort schon sagt, gegenüber anderen – den rezessiven - Allelen durch. Um sie genau unterscheiden zu können werden sie mit Groß- bzw. Kleinbuchstaben gekennzeichnet. Die dominanten Allele erhalten Großbuchstaben, die rezessiven hingegen Kleinbuchstaben. Für das Aussehen ausschlaggebend sind dabei die dominanten Allele.

Nach neuesten Forschungen jedoch, weiß man, dass noch mehr Faktoren für das Aussehen bzw. die Fellfarbe eine Rolle spielen. Die sogenannte DNA-Methylierung ist eine Veränderung bestimmter Basen bzw. die Veränderungen des Chromatins. Dies führt unter anderem zu möglichen und nicht steuerbaren Verteilung von Scheckungen oder Mustern im Fell bei Pferden. So kann es auch sein, dass ein Klon, obwohl er eine identische DNA zu seinem Stammlebewesen aufweist, eine andere Scheckung oder andere Abzeichen besitzen kann.

Mit verschiedenen Gentests kann man heute raus finden, welche Farbvariationen bei Verpaarungen möglich sind. Dies ist vor allem für Züchter interessant, die bestimmte Farben nicht in ihrer Zucht haben möchten.

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die möglichen Farbvariationen der Pferde:

Grundfarben:

Fuchs

Rappe

Brauner

 

 

  

Aufhellung/ Verdunk-elung:

Schwarzbraun

Schimmel

Isabellen und Weißisabellen

Falben

Windfarben

Fuchs mit Flaxen

Weißgeborene

 

Champagne

Pangare

Sooty/Smutty

Pearl

Mushroom

Metallicglanz

 

Muster:

Tobiano

Lacing

Brindle

Sabino I

Rabicano

Stichelhaare

Äpfelung

 

White Spotting (Dominant White)

Tigerschecken (verschiedene Varianten)

Tovero, Tobino und Co.

Bird Catcher Spots

Mosaik/Scheckung ohne Weiß

Splashed White

Manchado

 

Countershading

Frame Overo

Corn- und Fliegenflecke

Peacock-Spots

Bloody Shoulder

Roan

Pintaloosa

 

Macchiato

Pigmentstörungen

Langhaarvarianten

 

 

  

 

 

Die Grundfarben:

Fuchs

Füchse besitzen rotes Deckhaar. Das Schutzhaar ist hell, wobei kein reines Schwarz vorkommen sollte. Es gibt ein sogenanntes Sootygen, das bewirkt eine sehr dunkle Mähne mit schwarzen Einmischungen. Grundsätzlich gibt es die Abstufungen Fuchs, Hellfuchs und Dunkelfuchs. Auffallend ist, dass Füchse meist große, weiße Abzeichen besitzen, die großflächiger als bei anderen Farben sind.

 

Rappe

Rappfohlen werden häufig hellgrau oder bräunlich geboren und zeigen erst nach dem ersten Fellwechsel dunkleres Fell. Danach besitzen sie ausschließlich sowohl im Deck- wie auch Langhaar schwarzes Fell, mit der Möglichkeit weißer Abzeichen. Es gibt jedoch unterschiedliche Variationen des schwarzes Fells. Dazu zählen Glanzrappen mit lackartig schimmerndem Fell, Blaurappen mit leicht bläulich glänzendem Fell und Kohlrappen mit gräulich, ausgeblichenem Schwarz. Darüber hinaus werden Sommer- und Winterrappen unterschieden. Sommerrappen besitzen nur im Sommer ein tiefschwarzes Fell und Winterrappen in den kalten Monaten. Die anderen Monate wirkt das Fell bräunlicher. Dazu kommt eine noch sehr unbekannte und wenig erforschte genetische Variante, die Fading Blacks genannt wird. Diese Rappen verändern ihre Fellfarbe bei hoher Sonneneinstrahlung oder Regen. Ihr Fell wird dann zu einem rötlichen Schwarz. Wenn sie viel im Stall stehen oder eingedeckt sind ist diese Aufhellung jedoch kaum zu sehen.

 

Brauner

Als „Brauner“ bezeichnete Pferde besitzen braunes Deckhaar mit schwarzem Langhaar sowie schwarzen Beinen. Es gibt verschiedene Abstufungen wie: Hellbrauner, Brauner, Rotbrauner, Dunkelbrauner und Schwarzbrauner.

 

Aufhellungen / Verdunkelungen

Unter den Aufhellungen bzw. Verdunkelungen ist der Schimmel die wohl bekannteste Farbgebung. Das dazu benötigte Gen ist auch das dominanteste unter den Farbgenen, das alle anderen Gene überdeckt, wenn es vorhanden ist.

Als Schimmel werden weiße Pferde bezeichnet, die jedoch farbig zur Welt kommen. Mit dem Alter verändert sich die Farbe, was als „ausschimmeln“ bezeichnet wird. Es können sich dabei die unterschiedlichsten Muster und Schattierungen bilden. Dabei gilt, je dunkler die Grundfarbe bei der Geburt ist, desto länger dauert das Ausschimmeln. Die unterschiedlichen Farbgebungen werden als Apfelschimmel, Fliegenschimmel oder Forellenschimmel bezeichnet.

 

Muster

Tobiano

Die Farbvariation Tobiano gehört zu den Schecken. Diese weißen großen, weiße Abschnitte und Muster in ihrerm Farbverlauf auf und können dabei viele verschiedene Grundfarben besitzen.

Die Tobiano-Schecke ist die einzige Scheckenvariante, bei der der Kopf völlig farbig und ohne Abzeichen sein kann. Meist ist er jedoch dunkel, mit weißen Abzeichen. Durch die Zucht und genaue Selektion können Tobianos gezielt nach Mustern gezüchtet werden. Außerdem tendiert der Tobiano-Schecke dazu, eine symmetrische Zeichnung auf beiden Körperseiten aufzuweisen. Unter den Tobiano-Schecken  kommen viele weitere Varianten zustande, die besondere Muster besitzen und teilweise auch bestimmten Rassen zugeordnet werden können.

Bei den Farbvarianten der Pferde gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Einige sind Launen der Natur und noch nicht erforscht. Andere direkte Züchtungen durch akribische Selektion. Die drei Grundfarben finden sich jedoch in jeder Aufhellung oder Verdunkelung bzw. den verschiedenen Mustern wieder.

 

Quellen: http://www.pferdefarben.eu/pferdefarben.html

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