Isländer auf einer Wiese

Das Geheimnis der Gangpferderassen Gründe für die besonderen Gänge

Diese unterschiedlichen Gangpferdrassen gibt es

Isländer, Paso Fino, Rocky Mountain Horse oder Tennessee Walking Horse… So unterschiedlich sie auch sind, haben sie alle Eins gemeinsam! Aufgrund ihrer Veranlagung zu mehr als drei Gangarten gehören sie zu der besonderen Gruppe der Gangpferderassen. Doch warum haben sie besondere Gänge? Was ist das Geheimnis? Und warum hat unser deutsches Sportpferd nur drei Gangarten obwohl sie alle der gleichen Gattung angehören? Und was zeichnet die weiteren Gänge eigentlich aus? Hier findest du Gründe für das Geheimnis der Gangpferderassen. 

Beginnen wir zunächst einmal mit dem Tölt:

Er ist bei allen Reitern sehr beliebt, da er für den Menschen angenehm zu sitzen ist. Grundsätzlich ist die Fußfolge die Gleiche wie beim Schritt. Damit entsteht auch im Tölt ein Viertakt in 8 Phasen. Einzig die Stützbeinphasen sind unterschiedlich. Beim Schritt berühren immer zwei oder drei Beine gleichzeitig den Boden. Beim Tölt sind es ein oder zwei Beine ohne Schwebephase. Die Geschwindigkeit kann dabei zwischen Schritt- sowie Galopptempo variieren. Ursprünglich hatten wohl alle Pferde die Veranlagung zu dieser Gangart. Durch verschiedene Einzüchtungen, speziell von Trabern, jedoch verlagerte sich die Gangart eher in den Trab als in den Tölt.

Und dann gibt es da noch den Pass:

Er zeichnet sich durch das abwechselnde Auffußen der Beinpaare jeder Seite aus, woraufhin sich ein Zweitakt in 2 Phasen ergibt. Damit gibt es keine Taktfehler. Zwischen dem Auffußen der Beine ergibt sich eine Schwebephase. Insgesamt fordert der Pass viel Kraft und Energie vom Pferd, weshalb er nur über kurze Strecken geritten werden sollte. Im Gegensatz zum Tölt wird er meist nur in einem Tempo geritten. Und zwar im Renntempo, bei dem die Pferde bis zu 45 km/h erreichen können. Gründe für eine unerwünschte Abwandlung des Passes ist der Schweinepass. Dieser entsteht, wenn Pferde (auch dreigängige) aus dem Gleichgewicht geraten oder sich verspannen. Dann kann kein hohes Tempo erreicht werden und die Pferde laufen einen langsamen und verspannten Pass.

Aber wie kommt es nun dazu, dass manche Pferde diese Gangarten laufen und Andere nicht?

- das Gehemnis lautet Genmutation!

Lange forschte man auf diesem Gebiet, um die Frage genau erörtern zu können. Man ging schon lang davon aus, dass die besonderen Gänge auf genetische Komponenten zurück zu führen sind. In der Universität Uppsala untersuchte Leif Andersson mit seinem Team zunächst verschiedene Islandpferde sowohl mit der Veranlagung zum Tölt wie auch zum Pass. Und sie fanden genau ein Gen, dass scheinbar entscheidend für diese Veranlagung ist. Es ist eine Genvariante des Proteins DMRT3. Dieses wurde reinerbig mit der Ausnahme eines einzigsten Pferdes bei jedem der untersuchten Gangpferde gefunden. Deshalb weiteten sie ihre Untersuchungen über weitere Gangpferderassen aus und stellten auch hier fest, dass die Genvariante sehr häufig vorkommt.

Die Forscher gehen davon aus, dass diese Mutation schon vor tausenden von Jahren auftrat und die Menschen damals die speziellen Bewegungsmuster der Pferde nutzten, um auf langen Strecken einen geschmeidigen und ruhigen Ritt zu haben.

Bis auf die Ausnahme von Zuchtpferden für Trabrennen konnte bei unseren heutigen dreigängigen Pferden die Mutation auf keinem Erbgutstrang sowohl von Mutter wie auch Vater gefunden werden. Dies scheint ein spezielles Zuchtziel der Pferde für Trabrennen zu sein. In einem Trabrennen führt der Wechsel in den Galopp zu einer Disqualifikation. Deshalb ist es für Traber extrem wichtig, dass sie ausschließlich schnell traben. Auch hierzu gab es Forschungen. Ein Team begutachtete das Erbgut von 61 Trabern in einem Stall. Zwei Pferde hatten hier große Schwierigkeiten beim schnellen Traben. Die Erbgutanalyse stellte fest, dass genau die zwei Tiere die Einzigsten waren, die eine Mischerbigkeit in Bezug auf das genetische Merkmal aufwiesen. Alle weiteren Tiere waren reinerbig.

Somit wurde das Protein genauer untersucht. In weiteren Experimenten stellte sich heraus, dass das Protein scheinbar für die Kontrolle der Beinbewegung wichtig ist.

Wichtig ist aber auch das Training der Gangart!

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass neben dem genetischen Faktor aber auch Umweltbedingungen der Tiere eine große Rolle spielen. Hier ist vor allem das Training der Pferde wichtig, sodass nicht ausschließlich der genetische Faktor ausschlaggebend für das saubere Zeigen der Gangart ist.

 

Quellen:

www.meinepferde.eu/reiten/toelt.html

www.meinepferde.eu/reiten/pass.html

www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article108872782/Genvariante-bestimmt-Gangarten-der-Pferde.html