Haflinger auf der Wiese

Haflinger Der vielseitige Allrounder

Kleine Füchse mit heller Mähne und einem freundlichen Wesen oder doch eher freche Sturköpfe die aber eigentlich ganz hübsch aussehen ?

Der Haflinger ist schon seit vielen Jahren ein bekanntes Freizeit- und Familienpferd. Doch seine Leistungsbereitschaft und die Einkreuzungen mit Vollblütern machen ihn auch für den Sport immer interessanterer. Auch Western- sowie Wander- und Distanzreiter schätzen den Leistungswillen.

 

Herkunft und Geschichte der Haflinger

Die Rasse ist eine relativ junge Rasse mit dem Ursprung in Südtirol. Erste Aufzeichnungen führen etwa auf das Jahr 1874 zurück. Es wird überliefert, dass es vor allem um den kleinen Ort Hafling viele Bauern gab, die Pferde mit guten Trageigenschaften für den Transport ihrer Produkte ins Tal brauchten. Als Stammvater wird der Hengst „249 Folie“ angesehen. Dieser ist Sohn eines Fuchshengstes namens „133 El Bedavi XXII“ und einer Stute galizianischer Herkunft. Er wurde 1892 nachgekört und galt ab diesem Moment als der Phänotyp für die Haflingerpferdezucht. Offiziell genehmigt wurde die Rassebezeichnung „Haflinger“ im Jahre 1898. Durch die Weltkriege und Wirtschaftskrisen musste die Zucht der Tiere immer wieder Rückschläge in Kauf nehmen. Nach dem zweiten Weltkrieg begann die neue Zucht vor allem in Nord- und Südtirol wie auch Bayern. Anfangs noch als Last- und Arbeitstier gebraucht, veränderte sich die Zucht über die Jahre hinweg zu einem treuen und leistungsstarken Freizeitpartner für den Breitensport.

 

Ein vielseitiger Partner

Von einem trittsicheren Kleinpferd, dass bestens im Gebirge klar kommt und anfangs für die Landwirtschaft sowie dem Transport für Waren eingesetzt wurde hat der Haflinger sich zu einem konkurrenzfähigen Sport- und Freizeitpartner entwickelt. Westernsport, Dressurreiten, Springen als auch Gespannfahren. 

All das ist kein Problem für diese Allrounder. Und dazu kommt das nach wie vor leistungsbereite Interieur, dass den Haflinger zum super Familienpferd macht, da sie auch von Anfängern und Kindern geritten werden können. Ein ganz spezieller Einsatzbereich ist darüber hinaus die therapeutische Arbeit. Hier zeigen sich die Haflinger als äußert zuverlässig und tragen selbst schwer beeinträchtigte Menschen.

 

Deutschlands Zuchtzielbeschreibung

Als Dachorganisation zählt in Deutschland die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN). In ihren Statuten ist die Zuchtzielbeschreibung der Haflinger aufgenommen und wird wie folgt beschrieben:

Herkunft

Südtirol

Größe

138 – 148 cm

Farben

Fuchs, helles Langhaar, Abzeichen am Kopf zulässig, Abzeichen an den Beinen und Stichelhaare unerwünscht

Gebäude

Kopf

 

Hals

Körper

 

Kurz, trocken, breite Stirn, leicht konkave Profillinie, Ganaschen genügend weit, großes, klares Auge

Genügend langer Hals, leicht im Genick

Rechteckformat, gut ausgeprägter Widerrist, längsovale Rippung, lange, breite, gut bemuskelte, leicht abgezogene Gruppenpartie

Fundament

Trocken, korrekt, harte nicht zu flache Hufe

Bewegungsablauf

Korrekte, raumgreifende Gänge mit gutem Schub aus der Hinterhand

Einsatzmöglichkeit

Reiten und Fahren für Erwachsene und Kinder

Besondere Merkmale

Edel, genügsam,gutmütig,leistungsbereit

(Wulf, 2007)

 

Vom Haflinger zum Edelbluthaflinger

Aufgrund der vermehrten Nachfrage nach sportlichen Haflingern zum Reiten wurde in der Zucht vermehrt auf arabische Blutanteile gesetzt. Der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen, weshalb Südtirol und auch Deutschland beschlossen, dass Haflinger nur noch einen Fremdblutanteil von max. 1,56 Prozent besitzen dürfen um die Rassebezeichnung zu tragen. Für alle anderen Tiere, die den Wert von 1,56 Prozent übersteigen, wurde 2008 in Deutschland ein extra Zuchtbuch angelegt. Diese Pferde erhielten die Bezeichnung „ Edelbluthaflinger“. Insgesamt sind darin etwa 35,8 Prozent aller eingetragener Haflinger aufgeführt.

 

 

Quelle: Wulf Ulrich (2007). Tirols blonde Pferde Haflinger – ein Rasseporträt. Brunsbek: Cadmos Verlag

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