Der Traum vom eigenen Pferd Die Kosten - von der Anschaffung bis zur Haltung

Was kostet ein Pferd?

Weißes Pferd guckt aus dem Stall

Pferde sind für Menschen nicht nur nützlich, sondern auch faszinierend. Wir halten uns die großen Vierbeiner als Nutztiere oder Reittiere im Stall und auf der Weide. Wenn Du Pferde kaufst, solltest Du darauf achten, dass es artgerecht versorgt ist. Es gibt eine Vielzahl von Pferderassen, aber eines ist ihnen allen gemeinsam: die Pferde brauchen Auslauf, eine gute Pflege und eine ausgewogene Ernährung, damit die ursprünglich wilden Tiere auch in der Umgebung von Haus und Hof gesund und wohlauf bleiben.

In den Sommermonaten ist die Weide der beliebteste Platz für ein Pferd. Saftiges Gras, frische Luft und viel Bewegung sind optimale Bedingungen für die Vierbeiner. Dennoch reicht das Gras nicht aus, um den Tagesbedarf an Mineralien und Vitaminen der großen Tiere zu decken. Das Bereitstellen von speziellem Pferdefutter ist unentbehrlich. Über Nacht und im Winter sind die Tiere meist im Stall. Hier ist eine staubarme und saugfähige Einstreu vonnöten, um dem Pferd ein artgerechtes Raumklima zu ermöglichen. Aber auch die Haltungskosten sind bei den Huftieren nicht zu vernachlässigen. Wir haben dazu die Fakten in diesem Ratgeber Artikel für Dich zusammen gefasst.

Anschaffung und Nutzung

Was kostet ein Pferd denn nun eigentlich? Der Anschaffungspreis eines Pferdes kann sehr unterschiedlich sein. Ein Pony kann man bereits für wenige Hundert Euro erstehen. Für ein Pferd sollte man mehrere Tausend Euro einplanen, je nach Rasse, Abstammung, Alter, Ausbildungsstand und Wettkampferfahrung (bei Turnierpferden). Wenn Du noch wenig Erfahrung hast, solltest Du bevor Du Pferde kaufst einen Fachkundigen oder sogar Tierarzt hinzuziehen, um sicher zu gehen, dass das Pferd gesund ist. Vor dem ersten Ausritt benötigt man noch einige Reitutensilien, wie zum Beispiel einen Sattel, Zaumzeug, Halfter und eine Longierleine, die zusammen mit etwa 1000 Euro zu Buche schlagen. Insbesondere beim Sattel sollte man auf die richtige Passform achten, damit beim Pferd keine Druckstellen oder Lahmheiten entstehen. Falls der Besitzer oder die Besitzerin noch wenig Reiterfahrung haben, sind Reitstunden unerlässlich. Je nach Region und Reitstall werden hierfür 15 bis 40 Euro pro Stunde benötigt. Selbstverständlich tragen Reiterin oder Reiter die entsprechende Kleidung, bestehend aus Reiterhelm, Reiterstiefeln und Reiterhosen, die im Idealfall an den Knieinnenseiten mit Leder verstärkt sind. Eine Gerte kann als Antriebshilfe nützlich sein. Die reitsportliche Grundausstattung erhält man für etwa 180 Euro aufwärts. 

Haltung und Bewegung

Pferde sind Herdentiere und möchten am liebsten mit Gleichgesinnten auf der Weide stehen. Das sind im Idealfall andere Pferde, aber nicht selten fühlen sie sich bereits durch die Anwesenheit einer Stallkatze oder eines Hofhundes deutlich wohler als ganz allein. Im Idealfall steht das Pferd in einem Stall mit anderen Pferden. Meist gibt es hier Pferdewirte und Stallgehilfen, die für das Sauberhalten der Boxen und das Füttern der Pferde zuständig sind. Falls man selber nicht täglich Zeit hat, um sich persönlich um sein Pferd zu kümmern, kann man in den Ställen häufig auch das regelmäßige Bewegen in Form von Reiten oder Longieren durch das Stallpersonal oder durch Reitschüler hinzu buchen. Das Pferd ist in diesem Fall optimal umsorgt und zudem niemals allein. Die Unterbringung in einem solchen Stall kostet je nach Standort und Ausstattung des Stalls zwischen 200 und 600 Euro im Monat. Die Box, in der das Pferd untergebracht ist, muss je nach Größe des Pferdes zwischen 6 und 12 Quadratmeter betragen, einen rutschfesten Boden haben und Gitterstäbe auf Blickhöhe des Pferdes besitzen.

Fazit: Sich den Traum vom eigenen Pferd zu erfüllen, sollte keine schnelle Entscheidung sein. Neben den Fragen: Was kostet ein Pferd? Wie alt wird ein Pferd? Was möchte ich mit dem Pferd alles tun? - gilt es vor allem sicher zustellen, das Dein Pferd eine artgerechte Haltung erhält. Der finanzielle Aspekt ist zwar nicht ganz unwichtig, in erster Line sollte jedoch immer an das Wohl des Tieres gedacht werden.

Der pferdegerechte Stall

Pferde können leicht Panik entwickeln, wenn sie Geräusche hören, die sie nicht zuordnen können. Daher ist es wichtig, dass das Pferd aus seiner Box schauen kann, um zu sehen, was um es herum geschieht. Aus demselben Grund sollte man Pferde erst ansprechen und die Hand zum Schnuppern anreichen, bevor man die Box betritt, um auszumisten. Das regelmäßige Saubermachen der Box ist unerlässlich. Allerdings kann man sich die Arbeit etwas erleichtern, indem man eine wirkungsvolle Einstreu wählt. Das herkömmliche Stroh wird zunehmend abgelöst durch moderne Einstreu wie zum Beispiel Pellets aus gepresstem Chinagras (Miscanthus). Diese haben zahlreiche tier –und besitzerfreundliche Eigenschaften: Sie sind pestizidfrei hergestellt und bieten keine Keimbelastung für das Pferd. Ihre hohe Saugfähigkeit ermöglicht selteneres Ausmisten, was dem Besitzer oder der Besitzerin eine Menge Arbeit erspart. Nach dem Ausstreuen entsteht  aus dem Kontakt mit den Pferdehufen eine weiche und rutschfeste Matte, die dem Pferd maximale Sicherheit und Komfort in der Box gewährt. Miscanthus Einstreupellets sind ergiebig und daher kostengünstiger als Stroh. Dennoch sollte nicht ganz auf Stroh verzichtet werden, da Pferde gerne daran knabbern. Eine ideale Mischung aus Pellets und Stroh kostet im Monat zwischen 40 und 60 Euro, abhängig von der Größe der Box und den Bedürfnissen des Pferdes.

Ernährung und Pflege

Ein Pferd frisst ungefähr 3 bis 5 Kilogramm Gras pro Stunde. Wenn es auf der Weide lebt, deckt es einen Großteil des Tagesbedarfs an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen ab. Heu und Kraftfutter sind aber in jedem Fall zusätzlich zu füttern. Ein etwa 500 Kilogramm schweres Pferd frisst zwischen 10 und 15 kg Heu pro Tag, das ihm in drei Rationen zugeführt werden sollte. Das Heu muss frisch und trocken sein, damit es keine Schimmelpilze enthält, die der Gesundheit des Pferdes schaden können. Besonders empfehlenswert ist Bergwiesenheu, das ökologisch hochwertig angebaut und ohne chemische Zusätze weiterverarbeitet wird. Heu ist mitverantwortlich für den Erhalt einer gesunden Darmflora im Dickdarm des Pferdes. Durch eine intakte Darmflora kann vielen Mangelerscheinungen und Fehlernährungen vorgebeugt werden. Darüber hinaus sind Obst und Gemüse, zum Beispiel in Form von Äpfeln und Möhren, unabdingbar. Das ist nicht nur gesund für das Pferd, sondern bei den Tieren auch sehr beliebt. Das Kraftfutter kann man fertig kaufen oder selber mischen. Empfehlenswert sind hierfür Hafer, Maisflakes, Leinsamen, Kräuter und Algen. Sogenannte Salzlecksteine ergänzen die gesunde Pferdenahrung optimal.

Checkliste zur Anschaffung eines Pferdes!

  • Die Kosten für ein Pferd schwanken zwischen ein- und mehreren Tausend Euro.

  • Der Transport zum eigenen Stall kostet etwa 70 Euro.

  • Die Stallmiete beträgt zwischen 200 und 600 Euro im Monat.

  • Versicherungen, Hufschmied und Tierarztgrundkosten schlagen mit 100 Euro zu Buche.

  • Einstreu, wie zum Beispiel Miscanthus-Pellets und Stroh, sind für 50 Euro im Monat erhältlich.

  • Für Heu, Obst und Gemüse, sollten etwa 400 Euro pro Monat eingeplant werden.

  • Mindestens 50 Euro kommen für Kraftfutter und Salzlecksteine noch hinzu.

  • Reitutensilien wie Sattel und Zaumzeug fangen bei etwa 1000 Euro einmalig an.

  • Wer Reitstunden nehmen möchte, muss mit 15-40 Euro pro Unterrichtsstunde rechnen.

Hättest Du es gewusst?

Der Dickdarm des Pferdes ist in der Lage, Vitamin C selber herzustellen (Vitamin-C-Synthese). Heu hilft dem Dickdarm, gesund und funktionstüchtig zu bleiben. Daher ist es wichtig, auf die Qualität und die Herkunft des Heus zu achten!


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