Huf der geraspelt wird

Berufsbilder der Pferdewelt Teil 2 Hufbearbeiter

Nach wie vor zählt Deutschland zu den großen Pferdeländern weltweit und erfreut sich weiterhin in immer fortwährendem Interesse an diesen prachtvollen Wesen. Daraus haben sich in den letzten Jahren einige verschiedene Berufsbilder entwickelt. In unserer Serie „Berufsbilder der Pferdewelt“ möchten wir euch in mehreren Artikeln eine Übersicht über die Möglichkeiten, mit Pferden beruflich zu arbeiten, erschaffen.

Die Vielfalt der Hufbearbeiter

Früher einzig unter dem Namen „Hufschmied“ bekannt, gibt es nun immer mehr Hufspezialisten, die unter der Berufsbezeichnung „Hufpfleger“, „Huftherapeut“, „Hufheilpraktiker“, „Huforthopäde“, „Huftechniker“,...usw. arbeiten. Doch was ist der Unterschied zwischen ihnen? Und wen benötigt mein Pferd?

Der altbekannten Beruf des Hufschmiedes

Im Vergleich zu den anderen Berufsbezeichnungen ist die Ausbildung eines Hufschmiedes in Deutschland gesetzlich geregelt. In den frühen 1970er Jahren war die Grundlage eine abgeschlossene vierjährige Ausbildung im Metallhandwerk an die sich ein Praktikum sowie der Aufenthalt in einer Lehrschmiede anschloss. Doch mittlerweile ist die Ausbildung überarbeitet worden.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten Hufschmied zu werden:

  • Nach wie vor kann man eine Grundausbildung im Metallbau wählen, die sich allerdings auf die Fachrichtung Metallgestaltung und dem Kernbereich Hufbeschlag bezieht. Anschließendwird eine Gesellenprüfung abgeschloßen. Nun folgt ein viermonatiger Vorbereitungslehrgang mit staatlicher Hufbeschlagsprüfung an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule.
  • Hat man bereits eine beliebig abgeschlossene Berufsausbildung, genügt ein anerkannter einmonatiger Einführungslehrgang. Danach muss eine sozialversicherungspflichtige Anstellung für mind. 24-monatige bei einem staatl. Anerkannten Hufbeschlagschmied stattfinden, welcher seit mind. drei Jahren hauptberuflich Hufbeschlag ausübt. Anschließend findet die staatl. Hufbeschlagsprüfung inkl. eines weiteren viermonatigen Vorbereitungslehrgangs an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule statt. Diese Fortbildungsdauer kann in besonderen Fällen ( z.B. durch bereits abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich der Pferdehaltung) verkürzt werden.
  • War man bereits vor dem 1. Januar 2007 schon mind. Zwei Jahre ohne Unterbrechung mit Hufbearbeitung gewerblich tätig, darf man ab Beginn der Verordnung innerhalb von 5 Jahren an dem viermonatigen Vorbereitungslehrgang teilnehmen und seine Hufbeschlagsprüfung an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule ablegen.

Dazu kommen nun weitere verschiedene Ausbildungswege an den verschiedensten Schulen in ganz Deutschland, die Hufbearbeiter ausbilden und ihnen verschiedene Bezeichnungen geben wie zum Beispiel: Huforthopäden, Huftechniker, Hufpfleger sowie Hufheilpraktiker.

Diese Ausbildungen haben eine unterschiedliche Laufzeit, je nach Schule. Dazu gehören neben dem theoretischen Unterricht ganz viel Praxis wie auch Praktika beim Kollegen sowie Falldokumentationen von behandelten Pferden. Die Ausbildungen sind in der Regel sehr intensiv und müssen komplett selbst bezahlt werden. Es gibt jedoch verschiedene Förderungsmöglichkeiten, die in dem jeweiligen Fall beantragt werden können.

Der größte Unterschied in der Arbeit der verschiedenen Hufbearbeiter besteht in der Art des Beschneidens der Hufe sowie der Benutzung von Hufschutz. Hufbearbeiter, die ausschließlich Barhufbearbeitung ausüben dürfen, sind spezialisiert darauf Dysbalancen und Krankheiten der Hufe vor allem durch die genaue Bearbeitung des Hufhorns wieder in Einklang zu bekommen. Wenn die Pferde dennoch Hufschutz benötigen, dann in Form von Hufschuhen jeglicher Art. Dagegen arbeiten Hufbearbeiter, die das Beschlagen mit Eisen gerlernt haben, bei der Korrigierung von Hufproblemen und zu deren Schutz oft mit Eisen, die genagelt werden.

Vorraussetzungen für den Beruf eines Hufbearbeiters

Er/Sie sollte...

  • ein Gefühl für den Umgang mit Pferden und Menschen besitzen
  • gern draußen arbeiten, egal bei welchem Wetter
  • körperlich sowie geistig fit und belastbar sein
  • große körperliche Einsatzbereitschaft, Durchhaltevermögen und Engagement zeigen
  • medizinisches Verständnis haben
  • Verantwortungsbewusstsein sowohl für sich, wie auch für seine/ihre Mitmenschen übernehmen können
  • organisatorische Fähigkeiten besitzen
  • selbstständig arbeiten können
  • einen Führerschein mind. Der Klasse B besitzen

Gerade die Arbeit mit den Hufen der Pferde erfordert viel Ruhe, körperliche Gesundheit und Genauigkeit. Blickschulung zur Erkennung von Dysbalancen und genaues Wissen über die physiologischen und biomechanischen Zusammenhänge sind die Schwerpunkte einer guten Arbeit. Darüber hinaus ist ein organisatorisches Talent unumgänglich, um alle Kunden eintakten zu können. Da die Arbeit meist an dem Ort stattfindet, an dem die Kundenpferde wohnen, ist ein Führerschein sehr wichtig. Auch der Beruf eines Hufbearbeiters sollte eher Berufung sein, als nur ein Beruf.

Welches Pferd benötigt wen?

Welches Pferd nun welchen Hufbearbeiter benötigt ist so einfach nicht zu sagen. Grundsätzlich gilt: Ein Pferd ist ein natürliches Wesen, dass noch immer in der Wildnis ohne uns Menschen und ohne Hufbearbeiter zurecht kommt. Doch aufgrund der Domestikation und unserer Haltung ergeben sich Veränderungen, die es nötig machen ein Pferd alle 6 bis 8 Wochen einem Hufbearbeiter vorzustellen. Und gerade die Haltung ist es, die auf die Gesundheit der Hufe großen Einfluss nimmt. Ein Pferd ist nach wie vor ein Lauftier, dass sich viele Stunden am Tag frei mit weiteren Artgenossen bewegen sollte. Auch verschiedene Untergründe von weicher Wiese bis hartem Beton und Steinflächen sind ganz entscheidend. Das Horn muss sich abnutzen können und die Lederhaut der Pferde im Huf benötigt Impulse von außen, um ein genügend festes Horn bilden zu können (ähnlich wie Hornhaut bei uns Menschen). Für die Entscheidung über Hufschutz in welcher Form auch immer ist der Besitzer zuständig. Hierbei ist zu beachten immer im Sinne des Pferdes zu entscheiden und nicht nur den eigenen Wünschen nach „Benutzbarkeit des Pferdes“ nachzugehen.

Quelle:

de.wikipedia.org/wiki/Hufschmied

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