Huf der geraspelt wird

Der Hufbearbeiter Berufsbilder der Pferdewelt 

Früher einzig unter dem Namen „Hufschmied“ bekannt, gibt es nun immer mehr Hufspezialisten, die unter der Berufsbezeichnung „Hufpfleger“, „Huftherapeut“, „Hufheilpraktiker“, „Huforthopäde“, „Huftechniker“,...usw. arbeiten. Doch was ist der Unterschied zwischen ihnen? Und wen benötigt mein Pferd?

Beginnen wir mit dem altbekannten Beruf des Hufschmiedes:

Im Vergleich zu den anderen Berufsbezeichnungen ist die Ausbildung eines Hufschmiedes in Deutschland gesetzlich geregelt. In den frühen 1970er Jahren war die Grundlage eine abgeschlossene vierjährige Ausbildung im Metallhandwerk an die sich ein Praktikum sowie der Aufenthalt in einer Lehrschmiede anschloss. Doch mittlerweile ist die Ausbildung überarbeitet worden.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten Hufschmied zu werden:

  • Nach wie vor kann man eine Grundausbildung im Metallbau wählen, die sich allerdings auf die Fachrichtung Metallgestaltung und dem Kernbereich Hufbeschlag bezieht. Anschließendwird eine Gesellenprüfung abgeschloßen. Nun folgt ein viermonatiger Vorbereitungslehrgang mit staatlicher Hufbeschlagsprüfung an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule.

  • Hat man bereits eine beliebig abgeschlossene Berufsausbildung, genügt ein anerkannter einmonatiger Einführungslehrgang. Danach muss eine sozialversicherungspflichtige Anstellung für mind. 24-monatige bei einem staatl. Anerkannten Hufbeschlagschmied stattfinden, welcher seit mind. drei Jahren hauptberuflich Hufbeschlag ausübt. Anschließend findet die staatl. Hufbeschlagsprüfung inkl. eines weiteren viermonatigen Vorbereitungslehrgangs an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule statt. Diese Fortbildungsdauer kann in besonderen Fällen ( z.B. durch bereits abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich der Pferdehaltung) verkürzt werden.

  • War man bereits vor dem 1. Januar 2007 schon mind. Zwei Jahre ohne Unterbrechung mit Hufbearbeitung gewerblich tätig, darf man ab Beginn der Verordnung innerhalb von 5 Jahren an dem viermonatigen Vorbereitungslehrgang teilnehmen und seine Hufbeschlagsprüfung an einer staatlich anerkannten Hufbeschlagschule ablegen.

Dazu kommen nun weitere verschiedene Ausbildungswege an den verschiedensten Schulen in ganz Deutschland, die Hufbearbeiter ausbilden und ihnen verschiedene Bezeichnungen geben wie zum Beispiel: Huforthopäden, Huftechniker, Hufpfleger sowie Hufheilpraktiker.

Diese Ausbildungen haben eine unterschiedliche Laufzeit, je nach Schule. Dazu gehören neben dem theoretischen Unterricht ganz viel Praxis wie auch Praktika beim Kollegen sowie Falldokumentationen von behandelten Pferden. Die Ausbildungen sind in der Regel sehr intensiv und müssen komplett selbst bezahlt werden. Es gibt jedoch verschiedene Förderungsmöglichkeiten, die in dem jeweiligen Fall beantragt werden können.

Der größte Unterschied in der Arbeit der verschiedenen Hufbearbeiter besteht in der Art des Beschneidens der Hufe sowie der Benutzung von Hufschutz. Hufbearbeiter, die ausschließlich Barhufbearbeitung ausüben dürfen, sind spezialisiert darauf Dysbalancen und Krankheiten der Hufe vor allem durch die genaue Bearbeitung des Hufhorns wieder in Einklang zu bekommen. Wenn die Pferde dennoch Hufschutz benötigen, dann in Form von Hufschuhen jeglicher Art. Dagegen arbeiten Hufbearbeiter, die das Beschlagen mit Eisen gerlernt haben, bei der Korrigierung von Hufproblemen und zu deren Schutz oft mit Eisen, die genagelt werden.

Vorraussetzungen für den Beruf eines Hufbearbeiters:

Er/Sie sollte...

  • ein Gefühl für den Umgang mit Pferden und Menschen besitzen

  • gern draußen arbeiten, egal bei welchem Wetter

  • körperlich sowie geistig fit und belastbar sein

  • große körperliche Einsatzbereitschaft, Durchhaltevermögen und Engagement zeigen

  • medizinisches Verständnis haben

  • Verantwortungsbewusstsein sowohl für sich, wie auch für seine/ihre Mitmenschen übernehmen können

  • organisatorische Fähigkeiten besitzen

  • selbstständig arbeiten können

  • einen Führerschein mind. Der Klasse B besitzen

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