Zwei süsse kannichen

Dein selbstgebautes Nagergehege im Garten Bauanleitung und Tipps für die Gestaltung

Dein Nagergehege im Garten – Bauanleitung und Tipps

Um sich einen Hasenstall selber zu bauen oder ein Nagergehege allgemein, braucht man nicht unbedingt heimwerkerische Fähigkeiten. Du solltest nur planvoll vorgehen und verschiedene Punkte beachten, damit die Tiere wirklich sicher sind und sich wohlfühlen können. Eine Anleitung zum Bau findest Du jetzt hier in unserem Ratgeber.

Standort planen – wo ist der beste Platz für Häschen und Co.?

Ein festes Nagergehege kannst Du nicht mehr verschieben. Im Gegensatz zu einem einfachen Gitter, das man um die Tiere und deren Behausung aufstellen kann, bleibt Dein selbstgebautes Nagergehege immer am selben Platz. Daher solltest Du genau überlegen, wo Hasenstall oder Gehege im Garten hingebaut werden können. Es sollte zwar ein gutes Plätzchen für die Tiere sein, gleichzeitig sollte das Gehege auch nicht Dir den schönsten Sitzplatz wegnehmen. 
Könntest Du die Nager fragen, so würdest Du erfahren, dass sie relativ anspruchslos sind. Allein, dass Du ihnen ermöglichen, in freier Natur herumzuspringen und zu laufen, macht sie schon sehr glücklich. Natürlich brauchen sie dazu Schutzraum. Das solltest Du bei der Gestaltung beachten, bevor Du Dein Nagergehege selber baust:

  • Das Nagergehege sollte von Deinem Haus aus gut sichtbar sein. Denn Deine Tiere könnten von Raubvögeln, Füchsen und Hunden aus der Nachbarschaft angegriffen werden. Natürlich musst Du die Tiere nicht überwachen. Aber im Auge behalten, wäre schon gut.

  • Ebenso sollte das Gehege oder der Hasenstall vom Haus aus gut und schnell erreichbar sein, damit auch im Winter die Fütterung einfach ist.

  • Versuche das Gehege an einem Platz zu bauen, der etwas Sonne abbekommt aber auch Schatten bietet. Weder volle Sonne, noch totaler Schatten sind ideal für die Tiere. Kaninchen brauchen im Winter sogar Sonne. Ebenso ist Schatten an heißen Tagen wichtig.

  • Schütze die Tiere vor Einsicht von der Straße aus. Es kommt weniger zu Angriffen von Hunden, wenn Sichtschutz herrscht.

Wie viel Platz brauchen Hase, Kaninchen und Co.?

Bevor Du Deinen Hasenstall selber baust, überlege Dir: Je mehr Platz Du Deinen Nagern bietest, umso glücklicher werden sie sein! Natürlich kannst Du Deinen Tieren bei aller Liebe kein ganzes Feld an Auslauf bieten, das wäre auch nicht sinnvoll, denn dann kämen Raubvögel von oben, aber einige Quadratmeter sollten es schon sein.

Je nachdem wie viele Tiere Du hast, sollte sich das Gehege vergrößern. Wenn Du viele Kaninchen freilaufen lassen willst, sind es mehrere Quadratmeter. Man rechnet pro Kaninchen einen Quadratmeter Auslauf. Hat das Tier keinen Auslauf sollten es sogar mindestens 10 Quadratmeter Grundfläche sein. Unter Auslauf versteht man Freilauf auf einer großen Fläche.

Bodensicherung – Kaninchen und Hasen wollen sich freibuddeln

Wenn Du Dein Nagergehege selber bauen willst, dann musst Du einiges über Nager wissen: Ist Dein Nager ein kleiner Buddler wie die Kaninchen, dann muss verhindert werden, dass das Kaninchen sich einen Weg nach draußen buddelt und verschwindet. Ebenso muss es so vor Angreifern geschützt werden.

Zur Bodensicherung hast Du verschiedene Möglichkeiten:

  • Grabe einen Gehegedraht in den Boden und zwar Minimum 30 bis 100 cm tief. Oder Du versenkst in dieser Tiefe Bodenplatten. Dies machst Du entlang der Gehegeränder. Stelle zudem die Gehegebalken nicht direkt auf den Boden. Sie könnten dort leicht faulen oder schimmeln, wenn es nass wird. Besser ist es, sie leicht erhöht aufzustellen. Dann kannst Du das Gitter der Bodensicherung bis zum Balken hochziehen.

  • Alternativ kannst Du an den Gehegerändern breite Platten legen, innen oder außen und je mindestens 30 cm breit.

  • Ist das Nagergehege klein, so kannst Du auch die gesamte Gehegefläche von unten sichern, indem Du Draht verlegst und dann Erde oder andere Untergrundmasse verteilen.

  • Du kannst auch das gesamte Gehege mit Platten auslegen oder ausgießen. 

Welcher Boden ist überhaupt gut für Hasen, Kaninchen und Nager allgemein?

Gras und Erde:

Kaninchen mögen es hygienisch, auch in einem großen Gehege. Daher solltest Du keinen Naturboden nehmen, wenn Du Dein Nagergehege baust. Er wird zum Schlamm, wenn es regnet. Erde ist leider unhygienisch und besonders, wenn mehrere Kaninchen im Gehege leben, kann der Boden sich nicht gut regenerieren, wie in der freien Natur. Naturboden macht nur dann Sinn, wenn das Gehege sehr groß ist und wenige Kaninchen oder Hasen darin leben. Es sollte die Grasnarbe erhalten bleiben. 
Kaninchen und Hasen lieben Gras. Es ist sauber und wird schnell trocken, Du kannst natürliche Bauten anlegen. 
Hast Du einen Grasboden, dann solltest Du trotzdem entlang der Ränder des Geheges, um den Futterplatz und allgemein stark genutzten Bereichen, Gehwegplatten verlegen. So kannst Du die Stellen leichter von Urin und Kot reinigen.

Sand: 

Sand ist sehr angenehm für Nager. Er bleibt auch bei Regen sauber und die Kaninchen können sich Löcher und Gänge graben. Er hat allerdings den Nachteil, dass die Bauten nicht so richtig fest stehen. Von Kot ist Sand ebenso nicht gut zu reinigen. Für einen Sandboden sollten die Tiere sehr sauber sein. Allerdings wäre es schön, wenn Du Deinen Tieren eine kleine Buddelzone mit Sand ermöglichen würden. Bevor Du den Hasenstall selber baust und ein Gehege anlegst, sollte der Belag schon feststehen.

Rindenmulch und Holzhäcksel:

Rindenmulch als Bodenbelag sieht zwar gut aus, hat aber ein paar Nachteile. Er speichert Feuchtigkeit und so kann es zu Schimmelbildung kommen. Er muss häufiger gewechselt werden. Ca. 4 x im Jahr. Wenn Du hochwertiges, reines Rindenmulch kaufst, hast Du keine Probleme mit giftigen Inhaltsstoffen. 
Holzhäcksel nimmt man häufig als Bodenbelag für den Innenbereich. Darin können die Kaninchen und Hasen auch schön buddeln. Denke beim Nagergehege bauen an all die kleinen Details, die den Alltag der Tiere ausmachen!

Stroh:

Stroh ist zwar das Einstreu, dass man seit jeher in der Tierhaltung nimmt, es hat aber diverse Nachteile. Die Tiere fressen es gerne, es piekst und es sorgt für Schimmelpilzbildung sowie unangenehme Ammoniakgerüche durch den Urin.

Miscanthus / Chinagras:

Dieses Einstreu in Pellet- oder Granulatform bewährt sich zunehmend in vielen Bereichen. Es kann gut Feuchtigkeit aufnehmen und sorgt für ein gutes Klima. Im Innenbereich kann es mit Feuchtigkeit zu einer festen Matte gedrückt werden, von der sich Kot und Urin leicht entfernen lassen. Es muss weniger oft gewechselt  werden als andere Einstreuarten.

Einstreu kannst Du im Innenbereich des Geheges oder Stalles streuen, aber auch im überdachten Bereich. Darunter sollte der Boden trotzdem dicht gemacht werden mit Folie oder Platten. Wenn Du einen Hasenstall selber bauen willst oder ein Nagergehege, dann entscheiden Dich gleich für Miscanthus als Einstreu. Du hast eindeutig weniger Arbeit und unangenehme Gerüche!

Steinplatten:

Ideal ist es, den Boden des Geheges mit Steinplatten auszulegen. Sie lassen sich leicht reinigen und die Kaninchen buddeln nicht durch. Natürlich brauchen sie dann aber Bereiche mit weichem Boden zum Buddeln. Die weichen Bereiche legst Du mit Miscanthus aus. 
Um einen Buddelbereich zu erschaffen, lasse einfach einige Platten weg und stellen eine Schüsseln in den Boden, die Du mit Sand befüllst.

Das Gehege mit Gitter schützen

Kaninchen, Hasen und Kleintiere müssen natürlich vor Füchsen, Mardern und Raubvögeln geschützt werden. Gleichzeitig muss ein Gitter so fest sein, dass die Tiere sich nicht daraus befreien können. Der Draht des Gitters muss stabil und sicher sein. Dafür muss es punkverschweißt sein. So werden aus kleinen Löchern, keine großen. Wenn Sie sich die Mühe machen, ein Nagergehege selber zu bauen, dann sind diese Punkte sehr wichtig:​​​​​

  • Das Gitter muss kleine Maschen haben. Höchstens 20x20 mm.
  • Es sollten auch im Holzrahmen keine Löcher da sein, durch die sich ein Marder quetschen kann. Die Rahmen dürfen nicht nachgiebig sein.
  • Der Draht sollte wenigstens 1 mm dick sein und nagefest und verzinkt.

Das Dach des Geheges

Um einen Hasenstall selber zu bauen und ein Gehege anzulegen, muss Sicherheit von allen Seiten gewährleistet sein. Das Gehege muss natürlich auch nach oben abgesichert sein. Nicht nur gegen Raubvögel, sondern auch gegen die Füchse und Marder, die gut klettern können. Sie können das Gehege vollständig überdachen, teilweise überdachen bzw. nach oben offen lassen. Wenn es nach oben offen ist, sollte der Zaun wenigstens 2 m hoch sein und oben ein breiter Streifen von mindestens 50 cm angebracht sein, der im 30 Grad Winkel nach außen zeigt. Dazu sollte er elektrisch abgesichert sein oder so gestaltet, dass Wildtiere abrutschen. Einfacher und sicherer ist ein nach oben geschlossenes Gehege, besonders wenn die Kleintiere aus der Luft zu sehen sind.

Die Türen sollten besser mit Schlössern versehen sein. Leider aus Schutz vor Menschen.

Allgemeine Tipps vor der Planung und dem Bau des Nagergeheges

  • Am besten machst Du Dein Nagergehege sturmsicher, denn die Stärke der Stürme nimmt auch in Deutschland zu. Dazu musst Du eine Bodenverankerung anbringen.
  • Die Seitenhöhen können unterschiedlich ausfallen, allerdings muss bei hohen Wänden das Bauamt informiert werden. Je höher die Wände umso einfacher die Pflege des Geheges.
  • Als Dach kann auch Wellplatten genommen werden. Alles muss marderfest gebaut werden.
  • Die Türen brauchen auch marderfeste Verschlüsse.
  • Wenn Du den Stall und das Gehege aus Holz bauen willst, biete den Nagern immer genug Nagematerial in Form von frischen Zweigen an. Dann bleibt der Stall ganz!
  • Bringe das Dach schräg an.
  • Drei Seiten sollten geschlossen sein, als Wetterschutz. Im Winter kann die eine Seite auch noch geschlossen werden.

Bauanleitung Hasenstall / Kaninchenstall

Hier hast Du eine Anleitung zum Hasenstall selber bauen. Es ist ein einfaches Konstrukt, das wenig Platz benötigt.

Je nach Größe des Stalles brauchen Sie (pro Tier):

  • 1 Bodenplatte (200x140x2 cm)
  • 2 Wände (Hinterwand: 200x50x2 cm), (Seitenwand: 142x50x2 cm)
  • 9 Leisten (2 à 200x4x2 cm), (2 à 136x4x2 cm), (5 à 42x4x2 cm)
  • 5 Holzplatten (40x40x2 cm), (2 à 40x35x2 cm), (2 à 18x35x2 cm)
  • 1 Teichfolie
  • Holzschrauben
  • Tacker oder Klebeband doppelseitig
  • Hasendraht

Grundaufbau:

  • Beziehe die Bodenplatte mit der Teichfolie. Dafür breite die Folie aus und legen die Platte darauf.
  • Dann fixiere die Folie mit dem Tacker oder Klebeband.
  • Dann verschraube die Rückwand und die Seitenwand an der Bodenplatte.
  • Die beiden anderen Wände bleiben durchsichtig und werden mit Hasendraht verspannt.
  • Dazu nimm die 200 cm langen Leisten und verschrauben diese mit drei der 42 cm langen Leisten.
  • An der kurzen Seite verschraubst Du die 136 cm langen Leisten mit zwei der 42 cm langen Leisten.
  • Dann verkleide die Rahmen mit dem Hasendraht. Das geht mit dem Tacker oder mit Nägeln.
  • Dann verschraube alles mit der Bodenplatte.
  • Der Hasenstall ist fertig.

Kaninchenhäuschen im Gehege:

Wenn Du einen Hasenstall selber baust, dann denk daran: Dein Nagetier braucht einen Rückzugs- und Schutzort. Ein Häuschen muss also auch gebaut werden. Dafür zersägst Du die quadratische Holzplatte von 40 x 40 cm in der Mitte. Die Dreiecke werden zur Bodenplatte und zum Dach. 
Montiere an den Seiten des einen Dreiecks die beiden Holzplatten mit den Maßen 40 x 35 cm. Dann schraube die Holzplatten mit den Maßen 18x35 cm an. Nun hat das Häuschen oder die Höhle einen kleinen Eingang. Am Ende befestigst Du das Dach. Das Häuschen hat eine dreieckige Form mit Eingangstür.

Ausstattung:

Es sollten noch Buddelwannen, ein Katzenklo, Futterstelle, Trinkstelle und diverse Beschäftigungsmöglichkeiten eingefügt werden. Denk an das Einstreu aus Miscanthus, das sich am besten bewährt hat!

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