Pferde im Alter So unterstützt Du die artgerechte Haltung

Alte Pferde richtig halten

Älteres Pferd auf der Koppel

Wenn Pferde älter werden, sind sie – genau wie Menschen – manchmal unsicheren Trittes unterwegs und werden anfälliger für Krankheiten. Viele Tierhalter fragen sich: Wie kann ich meinen Schützling den Lebensabend angenehm und sicher gestalten und das Wohlbefinden unterstützt werden?

Ein Pferd ist mit etwa 16 Jahren am Gipfel seiner Leistungskraft angelangt, danach wird es individuell schneller oder langsamer zu altern beginnen. Die Lebenserwartung dieser Tiere liegt in der Regel bei ca. 30 Jahren. Soweit bekannt, wurde das älteste Pferd in Europa - ein Shettland-Pony - sogar über 50 Jahre alt. Was Du bei älteren Pferd beachten musst, liest Du jetzt in diesem Ratgeber Artikel.

Altern kann gefährlich sein

Wenn die Leitungsfähigkeit langsam abnimmt, vermindert sich auch die Fähigkeit des Organismus Krankheiten und Verletzungen selbst auszukurieren. Auch die Bewegungsfähigkeit der einzelnen Gelenke vermindert sich. Umso wichtiger ist es einem alten Pferd oder Pony eine sichere Lebensumgebung zu gestalten. Die Hufe des Pferdes müssen im Stall einen möglichst sicheren Stand finden um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden.

Die Anfälligkeit für typische Pferdeerkrankungen steigt, darunter sind z.B. Atemwegserkrankungen wie Bronchitis bis hin zur Dämpfigkeit. Vermeide deshalb die unnötige Reizung der Lunge, z.B. durch Staub.

Auch das Fressen kann einem Pferdesenior schwerfallen. Deshalb musst Du das Fressverhalten des Tieres unbedingt unter Beobachtung halten. Frisst es schlechter aufgrund von Kaubeschwerden kannst Du ihm in Wasser eingeweichte Heucobs als Ergänzung zum sonstigen Futter anbieten.

Lasse vorsorglich mindestens einmal pro Jahr die Zähne Ihres Tieres untersuchen, um Gebissprobleme als Ursache des gestörten Fressverhaltens auszuschließen oder gegebenenfalls zu behandeln.

Eine weiterer mögliche Problemzone bei alten Pferden sind die Hufe. Deshalb sollte der Stallboden mit hochwertigem Einstreu ausgelegt werden.

Freiraum auch im Alter erhalten

Schon das Sprichwort sagt: einen alten Baum verpflanzt man nicht. Auch das gilt es bei Pferde zu beachten. Ein eher kontraproduktives Vorhaben ist es ein alterndes Pferd in einen kleinen Einzelstall zu stellen um Unfällen vorzubeugen. Auch alte Pferde wünschen sich einen offenen Stall mit Zugang zu einer Wiese, in dem es die Gesellschaft von Artgenossen finden. Achte in jedem Fall darauf die Huftiere auch im höheren Alter nicht allein zu halten, denn sie sind Herdentiere. Wenn sich Dein Pferd in der Gruppe nicht mehr entsprechend durchsetzen kann um an ausreichend Futter und geeignete Schlafplätze zu gelangen, bietet es sich an das Tier für Futter- oder Ruhezeiten aus der Gruppe heraus zu nehmen. Somit kann es in seinem Tempo die benötigte Menge Futter stressfrei zu sich nehmen.

Den Stall altersgerecht ausstatten

Achte auch darauf dass ein altes Pferd ausreichend Platz im Stall hat, weil es sich bei abnehmender Beweglichkeit am Schlafplatz festliegen könnte. Der Stall sollte wenn möglich eher quadratisch als länglich sein.

Lasse Deinen Pferdesenioren nicht frieren, decke ihn bei kaltem Wetter lieber mit einer trockenen Decke ein oder hole ihn zeitweise in einen geschlossenen Unterstand.

Im Sommer dagegen ist es ratsam das Tier zumindest an den Flanken, am Hals und an der Brust zu scheren, damit es nicht überhitzt.

Achte auf geeignete Einstreu

Nutze eine für ältere Pferde geeignete Einstreu. Diese sollte weich und trocken sowie rutschfest sein. Auf rutschigem Stroh könnte Dein Pferde-Opa oder Deine Pferde-Oma zu wenig Halt finden und sich damit unsicher fühlen oder sogar ernsthaft verletzen.

Eine Miscanthus Einstreupellets bildet bei Einwirkung von Feuchtigkeit eine warme, weiche und rutschfeste Matte. So findet Dein Tier einen sicheren Hufauftritt und steht weniger in der Gefahr zu stürzen. Die Matte bindet Feuchtigkeit (Feuchtigkeitsaufnahme 400%) und trocknet anschließend von selbst wieder aus. Dabei behält die Miscanthus Tierinstreu all Ihre guten Eigenschaften. Das bedeutet Du musst den Stall seltener ausmisten. Die Miscanthus Tierinstreu bindet hervorragend Geruch und Feuchtigkeit.

Schonen Sie die Atemwege Deines Pferde-Senioren

Auch im Alter können bei Pferden Atemwegsprobleme auftreten. Wenn Luftröhre, Lunge und Nüstern des Tieres ständig gereizt werden, könnten sich die Atemwege verkrampfen oder eine chronische Lungenerkrankung entstehen.

Achte deshalb darauf, dass Dein Pferd genug frische Luft bekommt (offener Stall) und nach draußen kann.

Verwende  Einstreu, die möglichst wenig Staub verursacht. Auch hier ist Einstreu in Form von Miscanthuspellets sehr zu empfehlen. Die Einstreu ist entstaubt, zudem enthält sie keine chemischen Zusatzstoffe welche die Schleimhäute des Tieres reizen könnten.

Die Ammoniakbildung aus dem Harnstoff wird durch die natürlichen Stoffe in der biologischen Streu verhindert, was wiederrum den Bronchialschleimhäuten der Huftiere zu Gute kommt.

Was ist Miscanthus?

Miscanthus wird auch als Chinagras bezeichnet. Der Anbau findet in Deutschland statt, wo es ebenfalls als Miscanthus Tiereinstreu verarbeitet wird. Die Pflanzen werden drei bis vier Meter hoch. In den Anbauflächen des Chinagrases finden Rehe und Hasen eine gute Lebensumgebung. Besonders wertvoll für die Natur Beim Anbau dieses Rohstoffes ist auf den betreffenden Flächen bereits seit 20 Jahren keine Bodenbearbeitung mehr nötig. Auch Pflanzenschutzmittel kommen beim ökologischen Miscanthusanbau nicht zum Einsatz.

Wieviel Einstreu braucht mein Pferd?

Für ein Tier reicht eine Menge von 1,4 Tonnen Pelletstreu für ein Jahr.

So wendest Du Miscanthus Einstreu richtig an:

Verwende je Quadratmeter ca. 20 kg der Pellets. Bereite das Produkt vor indem du eine Menge von 30 bis 40 Liter Wasser darüber gießt. Durch die Nässe werden die Pellets zerfallen und eine Masse bilden, welche schnell wieder trocknet. Dabei entsteht eine weiche Einstreumatte. Während der ersten beiden Tage nach dem Einfüllen der Streu solltest Du diese mindestens zweimal täglich glattziehen.

Pferdekot kannst Du ganz einfach mit einer „Bollengabel“ entfernen. Nach sieben bis zehn Tagen wirst Du feststellen, dass sich die ersten Nassstellen im Stall bilden. Kratze diese nur ab. An den entstehenden Lücken im Streu solltest Du dann Pellets nachstreuen. Diese fügen sich von selbst in die Matte ein.  Miscanthusstreu bildet in Verbindung mit Feuchtigkeit eine rutschfeste Matte und muss im Vergleich zu Stroh seltener ausgetauscht.

Fazit:

Alte Pferde brauchen Deine Unterstützung bei der Bewegung im Stall. Sorgst Du für einen rutschfesten, jedoch weichen Boden, damit vermeidest Du Verletzungen des in seiner Beweglichkeit eingeschränkten Tieres.

Schone Dein altes Pferd dort, wo sich seine gesundheitlichen Ressourcen abbauen und verschaffe ihm unter regelmäßiger Beobachtung einen entspannten und artgerechten Lebensabend unter Artgenossen.

Haflinger beim grasen

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