Hand am Pferdemaul

Tierische Therapeuten Pferde als Partner in der Therapie

Immer öfter werden Pferde als tierische Therapeuten genutzt. Es gibt immer mehr Schulen, die sich mit der Ausbildung zur pferdegestützten Intervention beschäftigen. Auch die Wissenschaft ist mittlerweile auf die heilenden Kräfte der Pferde aufmerksam geworden. Doch welche Möglichkeiten gibt es? Und welche Einschränkungen? Was muss beachtet werden und eignet sich jedes Pferd als Partner zur Therapie?

Pferde sind sehr sensible Wesen, die einen super feinen Spürsinn für bestehende Energien besitzen. Oft wissen sie schon viel eher als wir Menschen, wenn etwas passieren wird. Sie nehmen schon die Kleinsten Geschehnisse wahr und reagieren gezielt darauf.

So nehmen sie auch wahr, wenn wir aus dem Gleichgewicht sind und unsere Mitte verloren haben. All unsere Gedanken und die Dinge, die uns beschäftigen, sind für sie spürbar. Sowohl psychischer Herkunft wie auch physischer.

Charaktereigenschaften eines guten Therapiepferdes:

Je nachdem welche Art von Therapie angestrebt wird gibt es eigentlich kein Pferd, dass sich nicht für therapeutische Zwecke einsetzen lässt. Für Therapien auf dem Rücken des Pferdes sollte das Pferd alt genug, eingeritten und entsprechend gut ausgebildet sein. Grundsätzlich können Pferde jedoch unterschiedlich eingesetzt werden. So kann auch eine Einheit vom Boden aus extreme Veränderungen bewirken. Dabei werden sowohl psychische wie auch physische Themen angesprochen. Gerade wenn das Reiten im Vordergrund steht, muss das Pferd bestimmte Charaktereigenschaften besitzen. Es sollte...

  • unerschrocken auch bei schwierigen Situationen sein
  • freundlich
  • kontaktfreudig und dem Menschen zugewandt
  • zuverlässig
  • neugierig
  • ruhig und offen

Wenn ein Pferd diese Eigenschaften von Natur aus schon mitbringt, dann gilt es diese aber auch zu wahren. Dies wird nur erreicht, wenn man dem Tier eine artgerechte Haltung und Fütterung bietet. 

Das Leben eines Therapiepferdes

Pferde sind Lauf- und Herdentiere. Deswegen ist es auch bei diesen tierischen Therapeuten wichtig, dass es viel Kontakt zu Artgenossen bekommt. Dazu eignet sich am besten der Offenstall, um dem Pferd genügend Bewegungsmöglichkeit neben seiner Arbeit zu bieten. Und das ist wichtig, da die therapeutische Arbeit ein wirklich harter Job ist! Gerade wenn es als Reitpferd eingesetzt wird. Oft werden Menschen therapiert, deren Körper Dysfunktionen aufweist. Sie sind beeinträchtigt in ihrer eigenen Fortbewegung und beeinträchtigen in einer Therapiestunde natürlich somit auch das Therapiepferd. Deshalb ist es umso wichtiger die Pferde neben den Therapien trotzdem zu trainieren, damit sie die Schiefe der Klienten nicht annehmen und als pferketer Partner für die Therapie dienen können. Auch ein regelmäßiger Checkup vom Osteopathen ist für die körperliche Gesundheit der Tiere vonnöten. Dazu kommt die Hufpflege, die in einem 6-wöchigen Rhythmus stattfinden sollte. Auch die Anzahl der Einsätze der Tiere pro Woche muss reiflich überdacht werden. Dem Pferd muss ausreichend Zeit gegeben werden, um sich von den Therapieeinheiten zu erholen um es gesund zu erhalten.

Wie verläuft eine Therapiestunde auf dem Rücken des Pferdes?

Wichtig zu beachten ist, dass Gewicht der Klienten auch wenn darüber selten gern geredet wird. Aber es ist wichtig, denn man kann Klienten nicht mit Reitern vergleichen, die gelernt haben gut mit der Bewegung der Pferde mit zu gehen. 

Eine Therapieeinheit beginnt meist mit dem Begrüßen des Pferdes. Danach kann das Pferd geputzt sowie gestreichelt werden. Schon allein der Kontakt zu dem Tier ist sehr heilsam! Anschließend kann das Pferd geführt werden. Hierfür wird auch gern ein kleiner Parcours aufgebaut, den man mit dem Pferd gemeinsam absolviert. Das Reiten dürfte für die Meisten der Höhepunkt sein. Dazu gibt es meist spezielle Reitkissen oder Pad‘s mit Gurten, an denen ein Griff zum Festhalten angebracht ist. Je nachdem wie die körperlichen Einschränkungen der Klienten ausgeprägt sind können dann auch verschiedene Übungen auf dem Rücken des Pferdes ausgeführt werden.

Begegnungen auf Augenhöhe bei psychischen Problemen

Das Pferd ist der Spiegel deiner Seele“ - dieser Spruch dürfte jedem bekannt sein. Und er enthält tatsächlich viel Wahrheit.

Mit ihrem feinen Spürsinn wissen Pferde immer genau, wie es um unsere Gefühle steht. Sie können uns helfen, wieder einen Weg aus Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen heraus zu finden. Und das ganz sanft und nur so weit, wie wir es selbst zulassen! Sie eignen sich perfekt als Partner für die Therapien.

Diese Einheiten finden meist vom Boden aus statt und sind sehr vielfältig je nach Problem zu gestalten. Manchmal bewegt man sich nur sehr wenig mit dem Pferd und arbeitet ganz bei sich und mit seinen Gefühlen. Manchmal ist ganz viel Aktivität gefragt wobei man lernen kann, sein Selbstbewusstsein zu stärken und Führungsqualitäten zu entwickeln.

Wie man sieht, ist der Job der Pferde als tierische Therapeuten sehr vielfältig und extrem wichtig! Sie sind Leistungssportler auf ihrer Ebene der Arbeit. Und das gilt es zu würdigen!