Pferderassen Übersicht

Pferdetypen Wodurch unterscheiden sie sich?

Bei Pferden gibt es nicht nur die Einteilung nach vom Menschen gezüchteten Rassen. Es kann grundsätzlicher nach Pferdearten bzw. Pferdetypen unterschieden werden. Die Begriffe Art und Typ werden hierbei oft synonym verwendet.

Die „Typenbezeichnungen“ haben übrigens nichts mit der Temperatur des Blutes der Pferde zu tun. Als Säugetiere haben alle Pferdearten eine etwa gleiche Körpertemperatur. Ein gesundes Pferd hat eine Temperatur von 37,5 bis 38 Grad. Bei der Bezeichnung der Arten bzw. Typen geht es vielmehr um Charaktereigenschaften.

Hier erklären wir Ihnen die einzelnen Pferdetypen und wofür sie sich eignen.

Kaltblüter - die Ruhigen 

Zu den bekannteren Pferdearten zählen die Kaltblüter. Es handelt sich um sehr kräftige Tiere, die über einen recht ruhigen Charakter verfügen. Ihre Stärke liegt nicht in der Schnelligkeit, sondern in ihrer ausgeglichenen und freundlichen Art.

International sind 36 Kaltblutrassen anerkannt. Sie verfügen über ein hohes Stockmaß. Dementsprechend ist das größte Pferd der Welt ein Kaltblut. Die englischstämmige Rasse Shire Horses ist nämlich dafür bekannt, Widerristhöhen von bis zu 1,95 Metern zu erreichen.

Neben ihrer Höhe erkennt man Kaltblüter an ihren eher klobigen Köpfen, die auf massigen Körpern ruhen. Ein Kaltblut kann ein Gewicht von bis zu einer Tonne haben. Die kräftigen Pferde, die sich überwiegend im Schritt fortbewegen, gelten auch wegen ihrer unaufgeregten Art als ideale Arbeitspferde. Vielleicht haben Sie auf den traditionellen Abbildungen von Brauereien schon einmal eine Kutsche mit Kaltblütern gesehen. Dies ist eine typische Arbeit für diese Pferdeart: Schwere Lasten wie große Bierfässer in geruhsamer Geschwindigkeit ziehen.

Folgerichtig waren Kaltblüter früher in der Land- und Forstwirtschaft weit verbreitet. In weniger industriellen Ländern sowie in Wäldern, die für Fahrzeuge schlecht zugänglich sind, arbeiten noch immer viele Kaltblutpferde.

Die Kaltblutrassen sind zum Teil optisch sehr unterschiedlich. Einige sind durchaus auch als Freizeitpferde beliebt. Schließlich befinden sich manche Kaltblutrassen an der Grenze zum Warmblut. Das Finnpferd ist beispielsweise für ein Kaltblut ziemlich elegant und wird in Skandinavien bei Trabrennen genutzt.

Rechts im Bild finden Sie eine Darstellung der englischstammigen Rasse Shire Horses.

Warmblüter – die Sportlichen

Unter den Pferdetypen steht das Warmblut zwischen Kalt- und Vollblut. Je nach Region wurde im 18. oder 19. Jahrhundert mit der Zucht begonnen. Warmblüter sollten zunächst dem Militär und der Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Deshalb standen die Eigenschaften der Kaltblüter anfangs im Vordergrund.

Später sollten Warmblüter leichtfüßiger und eleganter werden, weshalb sie mit englischen Vollblütern veredelt wurden. Mittlerweile gelten Warmblutrassen als die sportlichen und schnellen Pferderassen. Dementsprechend sieht man international vor allem Warmblüter bei Spring- und Dressurwettkämpfen. Im Sportgeschehen dominieren deutsche Warmblutzüchtungen bei nahezu allen Arten von Reiterspielen.

Neben den Ponys sowie den Halbblütern sind die Warmblüter die größte Typengruppe. Es gibt derzeit 104 verschiedene Warmblutrassen. Sie sind neben dem sportlichen Bereich auch als Freizeitpferde sehr gefragt. Eine der Hauptursachen dafür dürfte ihr angenehmes Temperament sein.

Warmblüter sind mittelgroße Pferde, die leichter als Kaltblüter gebaut sind. Sie gelten als sehr leistungsbereit. Optisch existieren einige Unterschiede zwischen den einzelnen Rassen. So wirken einige Warmblutrassen auf manche Betrachter wie Kaltblutrassen – bekanntestes Beispiel sind die stattlichen Friesen. (Foto rechts)

Vollblüter – die Ausdauernden

Pferde, die von echten Araberpferden abstammen, werden als Vollblüter bezeichnet. Da sie als besonders ausdauernd gelten, nutzt man sie unter anderem für sehr lange Ritte. Es wird zwischen Pferden, die direkt aus Arabien kommen und in England gezüchteten Vollblütern unterschieden. Letztere sind vor allem als Rennpferde beliebt.

Alle Vollblutpferde sind feingliedrig und haben eine anmutige Kopfform. Sie werden als feurig und schnell betrachtet, weshalb sie gern zur Veredelung in der Warmblutzucht eingesetzt werden. In Deutschland führt man Pferde, die in der Veredelung eingesetzt werden, gesondert auf und kennzeichnet sie als solche.

Vollblüter sind typische Distanz- und Rennpferde mit einer edlen Ausstrahlung und Erscheinung. International werden sie in Vollblutaraber, englisches Vollblut und Anglo-Araber unterteilt. Zur besseren Unterscheidung in Dokumenten erhalten englische Vollblüter ein "xx", arabische Vollblüter ein "ox" und Anglo-Araber ein "x"hinter ihrem Namen.

Dabei ist der Vollblutaraber die älteste Rasse und stammt aus dem heißen vorderen Orient. Vor 300 Jahren begann man mit der Züchtung von Rennpferden, die als englisches Vollblut bezeichnet werden. Seit rund 150 Jahren werden, vor allem in England, Polen und Südfrankreich, Anglo-Araber als Kreuzung aus englischem Vollblut und Araberrassen gezüchtet.

Halbblüter – die Vielseitigen

Ist ein Pferd eine Kreuzung aus einem Vollblut und einem anderen Pferdetypen, wird es als Halbblut bezeichnet. Halbblüter müssen einen Vollblutanteil von mindestens 50% haben. Demnach muss ein Elternteil des betreffenden Tieres ein reines Vollblut sein. Je nach Stammbaum des anderen Elternteils kann ein Halbblut auch einen höheren Vollblutanteil besitzen. Doch selbst Pferde mit einem Vollblutanteil von über 90% gelten als Halbblüter.

Während Vollblüter im „Direktorium für Vollblutzucht & Rennen“ eingetragen werden, sind Halbblüter beim Gestüt des jeweiligen Landeszuchtverbandes einzutragen. Einige Rasse sehen Vollblütern sehr ähnlich. So halten viele Menschen die eleganten Achal-Tekkiner für Vollblutpferde. Tatsächlich hat diese Rasse einen hohen Edelblutanteil. Dennoch gehören nur Rassen mit einem Vollblutanteil von 100% offiziell zu den Vollblütern, auch wenn einige Zuchtverbände versuchen, durch eine andere Bezeichnung ihre Halbblutpferde aufzuwerten.

Üblicherweise überzeugt ein Halbblutpferd mit dem Charakter eines Warmblutes und der Ausdauer eines Vollblutes. Zu einem guten Galoppiervermögen gesellt sich also ein freundliches Temperament. Somit werden Halbblutpferde gern im Vielseitigkeitssport eingesetzt. Auch als Freizeitreiter treffen Sie mit einem solchen Pferd eine gute Wahl.

Ponys – die Kleinen

Per Definition ist ein Pferd dann ein Pony, wenn es ein Stockmaß von unter 148,5 cm hat. Das Stockmaß kann auch als Widerristhöhe bezeichnet werden. Zur Messung wird die höchste Stelle des Widerrists genutzt. Ausschlaggebend für die Frage „Pony oder nicht?“ ist also die Höhe des Tieres am Übergang vom Hals zum Rücken.

Ponys können sehr verschiedene Höhen haben. So hat das Lewitzer Pony ein Stockmaß von 130 bis 148 cm und wird zum Reiten und Fahren verwendet. Es gibt aber auch Ponys mit einem Stockmaß von nur 65 oder 85 cm – etwa die Mini-Shettys oder die Miniature Horses.

Viele der über 60 Ponyrassen sind vor allem als Reittiere für Kinder beliebt. Nicht wenige Rassen weisen aber auch noch Merkmale ihrer wildlebenden Vorfahren auf. Diese sind so robust, dass sie sich durchaus für einige land- und forstwirtschaftliche Arbeiten eignen.

Im Übrigen können Ponys zusätzlich verschiedenen Pferdearten zugeordnet werden. Unterschiedliche Ponys verfügen über die Eigenschaften von Vollblütern, Kaltblütern oder Warmblütern.

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