Tipps für den stressfreien Pferdetransport Der richtige Anhänger, die Fahrweise und Ausrüstung

Tipps für einen stressfreien Pferdetransport

Pferde in einer Transportbox

Mit seinen langen, warmen Tagen lädt der Sommer zu Aktivitäten im Freien ein. Für Reiter und Pferdebesitzer gehören dazu auch Unternehmungen mit dem geliebten Vierbeiner. Die einen planen gemeinsame Ausritte mit Freunden, die anderen einen Wanderritt oder Urlaub mit Pferd, einige fahren auf Turniere und wieder andere auf verschiedenste Kurse. Für all das muss das Pferd transportiert werden, meist in einem Pferdeanhänger. Hängerfahrten sind für ein Pferd nicht sonderlich angenehm, die „Rappelkiste“ ist eng, laut, der Boden wackelig und viel sehen kann es aus dem kleinen Fenster auch nicht. Umso wichtiger ist es, den Transport für das Pferd so angenehm und stressfrei wie möglich zu gestalten. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, und den Unterschied zwischen einem verladefrommen Pferd und einem Verladeverweigerer ausmachen können, haben wir hier aufgelistet.

Der Pferdeanhänger

Ohne geeigneten Anhänger kein Pferdetransport, das ist klar. Doch wann ist ein Hänger „geeignet“? Die Mindestanforderungen sind in der StVO nachzulesen, diese gewährleisten die Verkehrssicherheit des Pferdeanhängers und müssen in jedem Fall erfüllt sein. Schließlich möchte niemand sein Pferd einem gesundheitlichen Risiko durch schlechte Bremsen, platzende Reifen oder morsche Böden aussetzen. Aber nur, weil ein Hänger der StVO genügt, heißt das nicht, dass er auch aus Pferdesicht geeignet ist. Pferde nehmen als Fluchttiere die Welt anders wahr als wir Menschen, enge, dunkle Räume machen ihnen Angst, ebenso plötzliche Bewegungen oder Berührungen und rutschiger Untergrund. Ein pferdefreundlicher Anhänger sollte also möglichst hell (Innenfarbe weiß), möglichst hoch (mindestens 2,30m) und an den strategischen Stellen (Gestänge und Seitenwand auf Bauchhöhe) möglichst gepolstert sein. Letzteres lässt sich mit Schaumgummi, Klebeband und etwas Geschick selbst nachrüsten. Damit der Boden rutschfest wird, sollte der Hänger bei jeder Fahrt eingestreut sein, zum Beispiel mit der Stroh- oder Holzstreu von STROY. Die weiche Matte dämpft auch das Ruckeln der Straße und macht das Fahren für das Pferd dadurch komfortabler. Übrigens: Bei längeren Transporten ist eine Einstreu vorgeschrieben. Zu guter Letzt sollte der Pferdeanhänger immer auf lose Teile kontrolliert werden, beispielsweise Sicherungsgummis oder Ähnliches. Die unangenehm flatternden Planendächer kommen heute zum Glück kaum noch vor. Und wer ganz sicher gehen will, dass mit dem Pferd alles in Ordnung ist, montiert eine Kamera, die Bilder auf ein kleines Display vorne im Auto sendet.

Die Fahrweise

Neben dem Hänger selbst ist die Fahrweise das A und O eines stressfreien Pferdetransports. Abruptes Bremsen und Beschleunigen ist tabu, Kurven sollten so langsam und sanft wie möglich genommen werden. Vorausschauendes Fahren ist wichtig, da ein Gespann viel langsamer und träger reagiert als ein normales Auto. Routen sollten sorgfältig festgelegt werden, wo ein PKW problemlos weiterkommt, kann ein Pferdetransport schon in Schwierigkeiten geraten. LKW-Routen sind problemlos zu bewältigen, dauern aber oft länger

Ursachen einer Schlundverstopfung

Notwendige Ausrüstung für das Pferd

Zu einem stressfreien Pferdetransport gehört auch die richtige Ausrüstung. Im Grunde genommen genügt ein stabiles, gut sitzendes Stallhalfter, ein langer Strick zum ein- und ausladen sowie eine fix im Hänger angebrachte, kurze Anbindekette oder ein fixer Anbindestrick, elastisch oder fest. Mit dieser Minimalausrüstung können Pferde in einem gut eingestreuten Pferdeanhänger bei angepasster Fahrweise problemlos von A nach B reisen. Für Pferde, die beschlagen sind, unruhig stehen oder viel unterwegs sind, empfiehlt es sich allerdings, einen Beinschutz anzubringen. Das können je nach persönlichen Vorlieben Transportgamaschen, normale, geschlossene Gamaschen und Hufglocken oder Bandagen mit Hufglocken oder speziellen, langen Bandagenunterlagen sein.

Ein Beinschutz sollte die Röhrbeine bedecken und über den Kronrand bis zum Boden reichen, um den gesamten unteren Bereich vor Verletzungen durch anschlagen zu schützen. Ob weiches oder härteres, schlagfestes Material ist immer vom jeweiligen Pferd abhängig. Bei schlechtem Wetter oder niedrigen Temperaturen sollten auch über eine Abschwitz- oder Regendecke nachgedacht werden. Das Pferd muss im Hänger still stehen und kann Regen und Zugluft nicht ausweichen oder sich durch Bewegung wärmen. Rückenempfindliche Pferde freuen sich übrigens auch im Sommer über eine (leichte) Fliegendecke, die Zugluft fern hält. Auf längeren Fahrten sollte außerdem ein Heunetz mit an Bord sein, Kauen beruhigt und beugt Magengeschwüren vor. Bei Fahrten länger als zwei bis drei Stunden sind kurze Stopps einzuplanen, bei denen dem Pferd, speziell an heißen Tagen, Wasser angeboten wird. Dieses stammt am besten aus dem heimischen Stall, ein oder zwei 10l-Kanister lassen sich leicht im Zugfahrzeug unterbringen.

Mit Training gegen Transportstress

Gerade weil eine Hängerfahrt für das Pferd ein nicht besonders angenehmes Erlebnis ist, ist Übung wichtig. Zum einen, weil schon das Verladen eine große Herausforderung darstellt, das Pferd steigt aus seiner Sicht ja in ein dunkles Loch. Zum anderen, weil ein Pferd, je öfter es auf Reisen ist, immer besser lernt, sich im Transporter auszubalancieren. Hat der Vierbeiner erst einmal gelernt, dass ihm auf einer Fahrt nichts Schlimmes passiert (Fahrweise!) ist auch das Verladen weniger aufregend. Noch besser ist es, wenn das Ziel einer kurzen Übungsfahrt zum Beispiel eine saftige Wiese, eine schöne Ausreitstrecke oder etwas anderes, für das Pferd positives ist. So lernt das Tier, dass Fahren zwar nicht unbedingt angenehm ist, aber am Ende ein schönes Erlebnis wartet – und steigt beim nächsten Mal vielleicht motivierter in den Hänger. Insgesamt ist das Thema Verladetraining zu umfangreich, um hier näher darauf einzugehen.

Wichtig: Sicherheit für Pferd und Mensch ist sowohl im Training als auch beim tatsächlichen Pferdetransport oberstes Gebot! Achte darauf, dass Verladetraining stets in Ruhe und ohne Zeitdruck abläuft, also bitte rechtzeitig vor einem Turnier, einem Kurs oder einem Urlaub zu üben beginnen. Dabei sollte das Pferd auch immer die Ausrüstung tragen, mit der schlussendlich verreisen muss. So kann es sich an Transportgamaschen oder Bandagen gewöhnen und ist gleichzeitig geschützt, sollte es doch von der Rampe springen. Aus Sicherheitsgründen sollte auch von Verlademethoden wie hineinziehen mit hinter dem Pferd gekreuzten Longen, „Hineintragen“ oder das Pferd mit Tuch über dem Kopf blenden, absehen. Obwohl immer wieder praktiziert, sind solche Vorgehensweisen höchst gefährlich und tragen nicht unbedingt dazu bei, dass sich das Pferd entspannt.

Wer stressfrei also mit seinem Pferd verreisen will, braucht vor allem Zeit, Geduld, gute Vorbereitung und das Bewusstsein, dass ein Pferdetransport für das Tier nicht wirklich angenehm ist.


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