Verschiedene Einstreu im Vergleich


Die klassische Einstreu in der Stallhaltung, um für den geliebten Vierbeiner ein „Bett“ zu gestalten, ist immer noch Langstroh. Studien belegen, dass Pferde am liebsten auf Stroh schlafen. Doch ist das wirklich so? Erfahrungen mit Pferdehaltern belegen etwas anderes.

Es gibt allerdings die unterschiedlichsten Gründe, weshalb sich Tierbesitzer nach einer Alternative zu Stroh umsehen müssen. Sei es gesundheitlich, weil das Pferd auf Stroh allergisch reagiert oder wegen Lungenproblemen eine möglichst staubarme Einstreu braucht. Ein Umdenken findet statt, wenn das Pferd abspecken muss oder wegen Stoffwechselerkrankungen nur noch rationiertes Futter fressen darf. Ein weiterer Grund ist, wenn die Qualität des Langstrohs so schlecht ist, dass eine alternative Einstreu unumgänglich ist und man dem Tier nicht zusätzlich schaden will.

Der Markt bietet heutzutage verschiedene Varianten von Tiereinstreu als Alternative zu Langstroh. Auf die vielen Vorteile gehen wir in diesem Beitrag ein. Doch welche ist die Beste für ein Tier? In diesem Ratgeber zeigen wir einen Einstreuvergleich und was die Einstreu von einander unterscheidet.

Langstroh

Langstroh

Holzspäne

Holzspäne

Langstroh ist noch oft in den Stallungen verbreitet und bietet als Nebenprodukt des Getreideanbaus meist eine günstig Einstreu. Doch ist das wirklich so? Zudem belegen Studien, dass Pferde lieber auf Stroh als auf allen anderen Materialien liegen. Das widerlegen Pferdebesitzer, die bereits andere Einstreu getestet haben. Auch bietet Stroh den Tieren Beschäftigung und eine zusätzliche Raufutterquelle.

Dem gegenüber stehen einige Nachteile. Staunässe, die durch Urinpfützen entstehen, führen nicht nur zu einem schlechten Stallklima, sondern lassen die leider auch Tiere krank werden. Eine nasse Box ist ein exzellenter Nährboden für Fäulnisbakterien, die den Pferdehuf angreifen können und Strahlfäule bzw. Mauke verursachen. Die Saugfähigkeit von Langstroh ist quasi nicht gegeben. Daher muss täglich der Stall oder die Box vom Altstroh gereinigt und neues eingestreut werden. Dieser massive und oft beschwerliche Arbeitsaufwand wird mit einem entsprechenden Vorrat an Strohballen noch getoppt. Atemprobleme durch zu viel Staub oder Allergien oder der Befall durch Lästlinge lassen das Langstroh immer mehr ins Hintertreffen geraten. Die Entsorgung stellt einen weiteren kritischen Aspekt dar. Und viele Stallbesitzer sind der festen Überzeugung, dass Langstroh immer noch die kostengünstigere Variante ist. Wir zeigen am Ende des Beitrages, wie man sich doch auch täuschen kann.

Zusammenfassung Langstroh

  • Weizenstroh, ungeschreddert oder gehackt
  • Ohne thermische Behandlung, daher ein Herd für Keime, Pilze oder Bakterien
  • Bildet eine weiche Matte
  • Strukturbedingt nur geringfügig saugfähig
  • Bildung Urinpfützen und eine geringe Bindung von Ammoniak
  • Hoher Arbeitsaufwand sowie hohe Lagerkapazität und -kosten

Die meisten Produkte werden aus unbehandeltem Weichholz hergestellt, sind getrocknet und entstaubt. Holzspäne enthalten deutlich weniger Pilze und Bakterien als Langstroh und eignen sich somit auch für Hustenpatienten und Allergiker. Ställe, die mit Spänen eingestreut sind, haben eine geringere Staubkonzentration, allerdings ist die Ammoniakbelastung enorm und höher als bei Langstroh. Holzspäne isolieren den Boden nicht so gut, weil sie kein Luftpolster bilden, was zu Erkältungen der Tiere führen kann. Späne, die meist von Sägewerken abgefüllt werden, sind teuer und verrotten sehr langsam. Damit ist die Entsorgung problematischer. Landwirte können nur einen geringen Anteil des Mists auf Äcker ausbringe, um eine Übersäuerung des Bodens zu verhindern. Somit muss der Rest oft teuer entsorgt werden. Einige Hersteller, wie die Firma Allspan, haben den pH-Wert von Pferdemist mit ihren Spänen testen lassen und damit belegt, dass die Entsorgung für die Bodenqualität unbedenklich ist.

Zusammenfassung Holzspäne

  • Unbehandeltes Weichholz, kleingehackt bzw. Hobelspäne aus Sägewerken
  • Getrocknet und entstaubt
  • Weniger Keime, Pilze oder Bakterien
  • Dicht geschüttet, wird eine weiche Matte gebildet (keine Isolierung)
  • Sehr geringe Bindung von Ammoniak
  • Strukturbedingt nur geringfügig saugfähig
  • Hoher Arbeitsaufwand 
  • Lagerkapazität und -kosten sind adäquat
Strohpellets

Strohpellets

Strohgranulat

Strohgranulat

Strohpellets, wie die der Marke STROY, sind eine Tiereinstreu aus 100 Prozent natürlichen und hochwertigem Weizenstroh. Das Stroh wird nach der Ernte fein gemahlen, thermisch behandelt und zu Pellets gepresst. Durch das thermische Herstellungsverfahren ist Stroheinstreu fast komplett frei von Bakterien und Pilzen, was besonders wichtig bei Tieren mit Lungenproblemen oder Pferden mit Strahlfäule oder Mauke ist. Die Pellets werden erst mit wenig Wasser befeuchtet und zerfallen dann zu einer weichen Matte. Deshalb eignen sich Strohpellets auch sehr gut für Pferde mit Hufproblemen, ältere Tiere mit Arthrosen oder junge Tiere, die noch viel liegen. Nach Aufbringen einer Grundeinstreu werden täglich nur Mist und nasse Stellen entfernt. Weil die Pellets aus reinem Weizenstroh bestehen, somit rein organischen Ursprungs sind, lassen sie sich ganz normal kompostieren und können problemlos von Landwirten beispielsweise in der Biogasanlagen entsorgt werden.

Zusammenfassung Strohpellets der Marke STROY

  • Reines Weizenstroh, daher unproblematisch in der Entsorgung
  • Thermisch behandelt, deswegen staubarm und beinahe keimfreie
  • Bildet eine weiche Matte nach dem Zerfallen
  • Sehr gute Saugfähigkeit
  • Keine Staunässe
  • Verbessertes Stallklima durch Bindung von Ammoniak
  • Weniger Mistaufkommen
  • Spart Arbeitszeit und Lagerkapazität

Strohgranulat sind eine Tiereinstreu in, wie der Name schon verrät, Granulatform, also kleiner als Pellets und besteht ebenso wie die Strohpellets aus reinem Weizenstroh. Die kleinen Krümel des Granulats bilden quasi sofort nach dem ausstreuen eine weiche Matte und müssen nicht angefeuchtet werden. Sie sind besonders geeignet, sofern aus medizinischen Gründen eine „Polsterung“ des Bodens erforderlich ist. Weiterer Vorteil der Krümel gegenüber Pellets ist, dass diese auch von einigen Pferden nicht mit Futter verwechselt und gefressen werden.

Zusammenfassung Strohgranulat der Marke STROY

  • Reines Weizenstroh, daher unproblematisch in der Entsorgung
  • Thermisch behandelt, deswegen staubarm und beinahe keimfreie
  • Bildet sofort eine weiche Matte
  • Sehr saugfähig
  • Verbessertes Stallklima durch Bindung von Ammoniak
  • Weniger Mistaufkommen
  • Spart Arbeitszeit und Lagerkapazität
Wichtig

Nicht geeignet für Pferde mit einer Strohallergie.
Pellets können, bevor sie zerfallen sind, eventuell gefressen werden. Deshalb bietet es sich an, bei "gefräsigen" Pferden Strohgranulat zu verwenden.

TIPP

Für medizinische Notfälle, inbesondere bei Hufproblemen, empfehlen wir Strohgranulat zu verwenden, da Pellets etwas trittfester sind.
Bis zum Einstreuen müssen die Produkte trocken gelagert werden, um ein vorzeitiges Quellen durch Feuchtigkeit zu vermeiden.

Miscanthus Pellets

Miscanthus Pellets

Miscanthus Pellets Einstreu sind eine ganz spezielle Tiereinstreu aus ökologisch angebautem Miscanthus, auch Elefantengras oder Chinagras genannt. Das Süßgras besitzt von Natur aus ein extreme Widerstandskraft gegen Bakterien und Pilze und muss daher nicht speziell behandelt werden. Die enthaltenen Bitterstoffe verhindern großteils, dass die Pellets gefressen werden. Durch die speziellen Eigenschaften der Pflanze ist eine Tiereinstreu aus Miscanthus Pellets besonders ergiebig. Es muss mit der ersten Einstreu leicht angefeuchtet werden, damit die Pellets zerfallen und ein besonders weiche Matte ergeben. Feuchte Stellen trocknen tagsüber, wenn der Stall gut belüftet ist und die Tiere in dieser Zeit nicht im Stall sind. Das reduziert auch den Arbeitsaufwand, nach dem Aufbringen der Grundeinstreu müssen täglich nur noch wirklich nasse Stellen und Mist entfernt werden. Je nach entnommener Masse kann man diese Stellen durch frische Streu ersetzen oder man verteilt die noch gute Streu gleichmäßig.

Miscanthus als Tiereinstreu hat gegenüber Holzstreu, Strohstreu oder Langstroh noch eine weiteren Vorteil – Fliegen und andere Schädlinge werden reduziert, da sie in den Miscanthus Pellets keinen Nährboden finden. Gerade für sensible, von Allergien geplagte Tiere oder solche mit Hufproblemen, die viel in der Box sind, ist das eine Wohltat. Miscanthus ist übrigens auf natürliche Art staubarm, ein weiterer Pluspunkt. Der einzige Nachteil ist der höhere Preis in der Anschaffung, der sich allerdings auf ein Jahr gerechnet viel viel günstiger darstellt.

Zusammenfassung Miscanthus Pellets der Marke STROY

Aus ökologisch angebautem Miscanthus

  • Natürlich staubarm, und weitgehend frei von Bakterien und Pilzen
  • Sehr ergiebig, da leicht feuchte Stellen schnell wieder trocknen
  • Reduziert Fliegen und andere Lästlinge im Stall
  • Ideal für Allergiker, Pferde mit Lungen- oder Hufproblemen
  • Bildet eine weiche Liegefläche
  • Wird durch die enthaltenen Bitterstoffe nur selten gefressen (sehr gierige Pferde versuchen es dennoch)
  • Geringer Arbeitsaufwand durch geringes Mistvolumen
  • Viel weniger Lagerkosten als bei Langstroh
TIPP

Wir weisen darauf hin, dass Miscanthus Pellets / Granulat vor Gebrauch immer mit Wasser angefeuchtet werden müssen. Die Pferde dürfen nicht auf der Fläche stehen, bevor die Pellets auseinandergefallen sind und eine Matratze entstanden ist. Es besteht die Gefahr, dass die Pferde die rohen Pellets fressen. Dies kann möglicherweise zu einer Magenblockade führen.

Bis zum Einstreuen müssen die Produkte trocken gelagert werden, um ein vorzeitiges Quellen durch Feuchtigkeit zu vermeiden.

Kostenvergleich für Einstreu

Das Rechenbeispiel enthält Empfehlungsangaben und bezieht sich auf eine 12 m² Stallbox für 1 Pferd inkl. Lieferkosten.

Einstreu-Preisvergleich

* Grundpreis je VE - Stand 2020 - Preise unterliegen Schwankungen, ja nach Angebot und Nachfrage. Sie können vom aktuellen Marktwert abweichen.

Nicht nur die Lagerkapazität von Miscanthus, Strohgranulat oder -pellets macht hier dem Langstroh oder Holzspäne entscheidende Konkurrenz, sondern auch das erheblich geringere Mistaufkommen. Trotz allem ist Miscanthus aus unserer Sicht das Einstreu für zufriedene Pferde. Die Pferde fühlen sich wohl und nehmen die Pellets problemlos an. Das erste Probeliegen, so die Erfahrung von Pferdebesitzern, wird sofort beim ersten Begehen getestet. Laut Berichten, lieben Pferde die weiche Matte aus Stroh oder Miscanthus.

Pferd im Stall

Zusammenfassung: Was unterscheidet Pelleteinstreu von Stroh?

Stroh- und Miscanthus Pellets stammen aus ökologischem Anbau und sind auf das Wohl der Tiere ausgelegt. Die reinen Naturrohstoffe werden in einem schonenden thermischen Verfahren zu Pellets verarbeitet. Das Ergebnis ist eine weiche, saugstarke, staub- und keimfreie Einstreu. Die Einstreuprodukte können das bis zu 400-fache ihres Trockengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und trocknen auch sehr schnell wieder ab, was bei einer Urinmenge von bis zu 10 Liter pro Tag sehr vorteilhaft ist. Amoniakgerüche werden viel besser neutralisiert als beim klassisches Stroh. Die Produkte sind alle entstaubt und frei von Bakterien und Pilzen. Das sorgt für ein angenehmes Klima im Stall und besonders Pferde mit chronischem Husten, Übergewicht und Hufproblemen profitieren von der Pelleteinstreu. Die Naturprodukte können bei Pferden aller Alterklassen angewendet werden. Durch die Verwendung der Pellets fällt für den Menschen viel weniger Arbeit an, denn das Mistaufkommen verringert sich durch die punktuelle Säuberung enorm. Nach der Anwendung kann man die Einstreu wunderbar als Dünger verwenden oder man gibt es in die Biogasanlage. Bei der Einlagerung der Pellets benötigt man weniger Raum bzw. Fläche als beispielsweise für große Strohballen.

Eigenschaften Miscanthus Pellets Strohpellets Strohgranulat Stroh, klassisch
Handhabung einfach einfach einfach mittel
Lagerfläche gering gering gering sehr hoch
Einstreu Haltbarkeit < 6 Monate < 6 Monate < 6 Monate < 1 Woche
Bewässerung nötig nötig nicht notwendig nicht notwendig
Zeitaufwand Ausmisten < 10 Minuten < 10 Minuten < 10 Minuten < 30 Minuten
Mistvolumen gering gering gering sehr hoch
Verrottung schnell schnell schnell gering
Liegekomfort sehr weiche Matte weiche Matte weiche Matte weiche Unterlage
Saugfähigkeit sehr hoch sehr hoch sehr hoch sehr gering
Geruchsbindung sehr hoch hoch hoch sehr gering
Staub- und Keimbildung kaum kaum kaum sehr hoch

Tipps und Tricks

Futter 

Bieten Sie Rauhfutter, wie z. B. Heu immer in Netzen oder Raufen an. Legen Sie kein Futter direkt auf die Matte. 

Lagerung 

Säcke und BigBags müssen trocken gelagert werden, um ein vorzeitiges Aufquellen der Pellets zu vermeiden.

TIPP

Wichtiger Hinweis zur Anwendung 

Wir weisen darauf hin, dass die Miscanthus Pellets vor Gebrauch immer mit Wasser angefeuchtet werden müssen. Die Pferde dürfen nicht auf der Oberfläche stehen, bevor die Pellets auseinandergefallen sind und eine Matratze entstanden ist. Es besteht die Gefahr, dass die Pferde die rohen Pellets fressen. Dies kann möglicherweise zu einer Magenblockade führen.

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