4 Fakten zu Hafer als Pferdefutter


Hafer ist schon seit sehr vielen Jahren in der Pferdefütterung vorzufinden. Noch vor 50 Jahren galt er als bestes Futter für Pferde. Doch was hat sich in den letzten Jahren daran geändert? Welchen Klischees unterliegt er mittlerweile und wie viel davon ist der Wirklichkeit zuzuordnen?

Die heutige Situation

Auf unseren heutigen Wiesen ist von diesen wichtigen Heilkräutern leider nicht mehr so viel zu finden. Die Nahrungsvielfalt hat sich in den letzten 50 Jahren halbiert. Dies hat natürlich große Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere. Das Nährstoffangebot einer Pflanze ist nicht zu jeder Jahreszeit die selbe. Für die Pferde wäre es am besten, mit dem Beweiden so lang zu warten, bis die Pflanzen zu blühen beginnen. Denn nur in den Samen sind die entsprechenden Nährstoffe vorzufinden, die unsere Pferde benötigen. Da diese Zeit jedoch nur sehr kurz ist und unsere Wiesen generell zu klein für die Anzahl der Pferde müssen wir einen Ausgleich durch Zusatzfutter schaffen. Und hier eignet sich eben der Hafer als eines der besten Zusatzfutter gepaart mit Mineralzugaben. Auch ein Nachsähen der Grünflächen sollte regelmäßig stattfinden um die Artenvielfalt der Wiese zu erhalten. Hier muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass speziell für Pferde bestimmte Grassorten gesät werden und nicht die Hochleistungsgräser, die für milchproduzierende Rinder gezüchtet wurden.

Wir haben in Folgendem 4 wichtige Fakten für euch rausgesucht, die ihr über Hafer wissen solltet und um für mehr Klarheit zu sorgen genauer erklärt.

Verdaulichkeit Hafer

Fakt 1: Hafer ist gut verdaulich!

Unter allen Getreidearten ist Hafer der, der auch ohne künstliche Bearbeitung am leichtesten verdaut werden kann. Weizen, Gerste oder Mais hingegen muss vor der Fütterung gewalzt, gepoppt oder geschrotet werden. Füttert man diese Getreidearten ohne Vorbehandlung setzten sich die Mikroben im Dickdarm auf den stärkereichen Getreidebrei und die Temperatur sowie der Säurewert im Darm steigen an und führen dazu, dass die Mikroben absterben. Die dabei entstehenden Giftstoffe belasten dann den Stoffwechsel der Tiere, müssen über Leber und Niere entgiftet werden und können bei vorgeschädigten Pferden auch schwere Erkrankungen, wie zum Beispiel Hufrehe, auslösen.

Im Hafer sind die Stärkekörnchen sehr locker gepackt, weshalb die Verdauungsenzyme diese einfach spalten und zu Zucker aufschließen können. Darüber hinaus besitzt er einen hohen Gehalt an essentiellen Aminosäuren, die dazu beitragen den Stoffwechsel anzuregen anstatt ihn zu belasten. Des Weiteren besitzt Hafer keine Klebereiweiße. Die Verdauungsenzyme des Pferdes sind auf Klebereiweiße, wie sie in Weizen oder Roggen vorkommen nicht ausgelegt. Der Magen „verkleistert“ quasi von diesen Stoffen, was die Verdauung stark beeinträchtigt. Hafer allerdings besitzt diese Kleberstoffe nicht und ist auch deshalb deutlich besser verdaulich als andere Getreidesorten. Die im Hafer enthaltenen Ballaststoffe, genannt „Beta-Glukane“, legen sich zusätzlich als schützende Schleimschicht über die Darmschleimhaut.

Pferd auf der Weide

Fakt 2: Hafer enthält wichtige Aminosäuren!

Aminosäuren sind Einzelbausteine von Eiweißsequenzen. Hafer enthält 20 verschiedene davon. 8 Aminosäuren von 20 zählen zu den essentiellen und können im Pferdekörper nicht selbst hergestellt werden, weshalb sie mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Sie sind wichtig beim Zellaufbau wie zum Beispiel in der Muskulatur.

Gerste und Mais hingegen enthalten nur halb so viele wichtige Aminosäuren wie Hafer. Wenn dem Körper diese essentiellen und damit lebensnotwendigen Aminosäuren nicht oder zu gering zugeführt werden muss der Körper sie in irgendeiner Weise bereit stellen damit die Grundfunktionen von Herz, Leber, Niere usw. weiter aufrecht erhalten bleiben können. Der Körper baut diese dann aus den Muskeln ab. Es kommt daraufhin zu Wasseransammlungen in der Muskulatur, die das Pferd dann „dick“ aussehen lassen obwohl es ganz im Gegenteil massiven Abbau betreibt.

Hafer Qualität

Fakt 3: Haferqualität ist wichtig!

Generell sollte das Futter, dass dem Pferd zur Verfügung gestellt wird immer kontrolliert werden! Auch bei Hafer muss man darauf achten, dass er sachgemäß gelagert und auf Staub und Schimmel kontrolliert wird. Von Pilzen, Milben und Keimen befallener Hafer weißt eine schwarze Verfärbung auf. Auch in den Spelzfalten kann man den Schimmel gut erkennen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, nur mehrfach gereinigten, min. 12 Wochen trocken gelagerten Hafer der nicht gespritzt wurde zu nehmen.

Man kann auch ganz einfach das Litergewicht seines Hafers bestimmen. In einem Messbecher 1 Liter Hafer abmessen und anschließend wiegen.

< 450 Gramm = weniger gute Qualität

450 bis 500 Gramm = Gute Qualität

> 500 Gramm = Sehr wertvoller Hafer

Ein hohes Litergewicht weißt auf viele gewünschte Inhaltsstoffe und wenig Keime hin.

Hafer

Fakt 4: Hafer fördert das Kauen!

Wenn Pferde ganze Haferkörner bekommen, regt dies das Pferd zu mehr Kauaktivität an, was den Speichelfluss erhöht. Besserer Speichelfluss erhöht die Pufferwirkung im Magen und kann Magengeschwüren vorbeugen! Ausnahme sind Pferde, die aufgrund einer Krankheit oder wegen ihrem hohen Alter nicht mehr richtig kauen können. Hier ist es sinnvoll den Hafer zu quetschen. Am besten jedoch erst direkt vor der Fütterung, damit wichtige Inhaltsstoffe der Körner nicht verloren gehen!

Wildpferde und Hafer

Pferde in freier Wildbahn hatten eine große Auswahl an verschiedensten Gräsern und Kräutern. Das Futter, dass sie vorfanden war qualitativ hochwertig. Sie konnten sich am vorhandenen Angebot die Bestandteile aussuchen, die ihren Nährstoffbedarf am ehesten deckten. Also nahmen sie oft die Samen der Pflanzen, da in diesen der höchste Anteil an wichtigen Nährstoffen zu finden war. Auch auf verschiedenste Heilpflanzen konnten sie zur Eigenmedikation zurück greifen.

Fazit

Hafer ist leicht verdaulich, enthält wesentlich mehr essentielle Aminosäuren als andere Getreidearten und man erreicht mit einer Haferfütterung eine konstante Leistung des Pferdes. Qualitativ hochwertiger und gut gelagerter ganzer Hafer ist von allen Getreidesorten das vollwertigste Zusatzfutter für Pferde. Er enthält deutlich mehr essentielle Aminosäuren als die anderen Getreidearten und eine weist eine gute Verdaulichkeit auf.

Wichtig

Wenn Pferde die Haferfütterung nicht gewohnt sind, sollte unbedingt darauf geachtet werden, die Fütterung vorsichtig zu beginnen, damit sich der Organismus darauf einstellen kann. So steigert man die Menge also langsam wöchentlich in 100 g-Schritten, von 100 g pro Tag  weiter bis man das Optimalmaß des jeweiligen Pferdes erreicht hat. Jedes Pferd ist unterschiedlich. Deswegen kann man keine allgemeingültige Fütterungsformel vorgeben. Für die optimale Gesunderhaltung des Pferdes können etwa 200 g Hafer pro 100 kg Körpergewicht angenommen werden. Wichtig ist immer einen Ausgleich mit Vitamin- und Mineralfutter aus natürlicher Herstellung anzubieten. Hier eignen sich Salzlecksteine wie Himalayalecksteine oder Karpatensalzlecksteine. Dazu können verschiedenste Kräuter angeboten oder am besten direkt gesät werden damit sie den Pferden zur freien Verfügung stehen.

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