Anatomie des Pferdes: Die Nase

Pferde haben, anders als wir Menschen, einen hervorragenden Geruchssinn. Sie können viel mehr wahrnehmen als wir. So riechen Pferde Wasser aus erstaunlicher Entfernung. Wie die meisten Tiere erkennen sich Pferde untereinander vor allem am Geruch. Dabei entscheiden der Geruch über Freund oder Feind.

Um gut mit Ihrem Pferd umgehen zu können, müssen Sie es verstehen. Dazu zählt auch zu wissen, wie das Tier seine Umgebung wahrnimmt. Es ist sehr hilfreich, die Gesichtsausdrücke und Reaktionen des Pferdes korrekt deuten zu können. Hinter den Nüstern eines Pferdes passiert allerlei Interessantes. In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Pferdenase alles zu tun vermag.

Pferdenase Nahaufnahme

Das Geruchsorgan

Von außen sichtbar sind zunächst die Nüstern des Pferdes. Dies sind die Nasenlöcher. Sie sind äußerst wichtig für ein Pferd, da es praktisch gar nicht mit dem Maul atmet. In diesem befindet sich ein langes Gaumensegel, welches die Atmung behindert. Außen um die Nasenlöcher der Pferde herum befinden sich zahlreiche feine Härchen, die ihnen beim Tasten helfen. In der Tat sind die Nasenlöcher der Pferde nicht nur verhältnismäßig groß. Es befindet sich auch im Inneren der Pferdenase ein stark gewundenes System aus Riechzellen. Mit diesem können die Pferde Gerüche sehr fein analysieren.

Die Pferdenase kann Hinweise zur Gesundheit des Tieres geben. Dazu besieht man sich den Nasenausfluss. Ist dieser nicht allzu viel und eher klar und flüssig, besteht kein Grund zur Beunruhigung. Fester und weißer bzw. gelber Schleim weist dagegen auf eine Erkrankung der Atemwege hin, sodass Sie einen Tierarztanruf in Erwägung ziehen sollten.

Sie können die Nase des Pferdes gelegentlich reinigen. Dazu empfiehlt sich ein Extraschwamm. Würden Sie Schwämme vermischen oder für verschiedene Körperteile verwenden, bestünde die Gefahr, dass Bakterien vom After in die Nase, von der Nase in die Augen oder ähnliches gelangen. Im Inneren der Nase sitzt ein zusätzliches Geruchsorgan, das Jacobsonsche Organ. Es wird alternativ „vomeronasales Organ“ genannt. Gerade für das Überleben in der Wildnis war es bei Pferden wichtig. Schließlich nimmt es sehr feine Gerüche wahr, darunter Pheromone, die zur Sicherung der Fortpflanzung dienen. Auch Raubtiere kann ein Pferd mit dem Geruchsorgan viel eher wahrnehmen als es Menschen vermögen.

Das Jacobsonsche Organ sitzt am Gaumen und wird benutzt, indem das Pferd die Oberlippe vorstülpt. Dabei werden die Nüstern verschlossen und das Tier atmet kräftig ein. Menschen bezeichnen diesen Vorgang als “Flehmen”. Mancher findet den Anblick auch amüsant und spricht von einem „Pferdelachen“. Tatsächlich lässt sich am geöffneten Maul und der Körperhaltung des Pferdes erkennen, dass ein Pferd eine Witterung aufgenommen hat. „Flehmen“ lässt sich grob mit „Testen“ übersetzen.

Im Detail passiert Folgendes: Das Pferd drückt die angefeuchtete Atemluft gegen das Jacobsonsche Organ. Durch die verschlossenen Nasenwege können Geruchspartikel besser gehalten werden. Die Kopfneigung nach oben hilft den Luftmolekülen dabei, im vomeronasalen Organ zu verweilen. Dort findet eine spezielle chemische Analyse der Duftmoleküle statt. Durch diese kann der Status eines anderen Pferdes geklärt werden. Aber auch für manche völlig neuen Gerüche wird ein Flehm-Vorgang gestartet.

Pferd und Mensch

Wie riechen Pferde?

Schnaubende Pferde gelten als entspannt. Eine weitere Option für die Körpersprache: Pferdenüstern und -nase sind angespannt. Dies deutet auf Verärgerung hin. Bläht ein Pferd also die Nüstern auf, versucht es mit einiger Wahrscheinlichkeit herauszufinden, ob Gefahren in der Nähe sind. Mit geweiteten Nasenlöchern kann es schließlich noch mehr Gerüche aufnehmen. Entsprechend aufgeregt kann sich Ihr Pferd verhalten, wenn unbekannte Gerüche in der Luft sind. Da wir Menschen erheblich weniger Gerüche bemerken können als Pferde, mag Ihnen das Verhalten Ihrer Stute oder Ihres Hengstes mitunter seltsam vorkommen. Tatsächlich hat das Pferd womöglich etwas gerochen, das ihm bedrohlich erscheint oder das es an eine Begebenheit aus seiner Vergangenheit erinnert. Ein Pferd vermag es, Gerüche in ihre Bestandteile zu zerlegen. Zudem kann ein Pferd seine Nase in mehrere Richtungen drehen und so feststellen, woher ein Geruch kommt. Diese Möglichkeit zur Ortung kommt daher, dass Pferde an sich Beutetiere für Raubtiere sind.

Da Pferde viel mehr Gerüche wahrnehmen als der Mensch, ist es wichtig für ein sauberes Stallklima zu sorgen. Starker Ammoniakgeruch ist schon für den Mensch unangenehm wenn der Stall betreten wird. Verwenden Sie deshalb hochwertige Pferdeeinstreu, die die Ammoniakbildung gut bindet. Für empfindliche Tiere, die zu Allergien neigen sollte die Einstreu zusätzlich entstaubt sein. Am besten eignen sich dafür Miscanthus Einstreupellets.

Beim Streifen über die Wiese tasten Pferde nicht nur mit ihren Nüsternhärchen über das Gras. Sie riechen auch an all den Kräutern und Pflanzen, um instinktiv herauszufinden, was sich als wohltuende Speise eignen wird. Sie sortieren sozusagen ungeeignete Pflanzen aus. Dabei verschmähen sie aufgrund des Geruchs durchaus auch Grasbüschel, die für den Menschen recht gut aussehen. Pferde wittern sowohl Raubtiere als auch weit entfernte Wasserstellen. In ihren großen Nasenhöhlen sitzen diverse Geruchsnerven und eine bestens funktionierende Riechschleimhaut. Selbst feinste Stoffe werden vom Pferdegeruchsorgan aus der Luft gefiltert. Die entsprechenden Informationen werden schnell ins Gehirn weitergeleitet, wo dann eine passende Reaktion angewiesen wird.

Die Flehmenhaltung wird am häufigsten von Hengsten praktiziert. Ist eine rossige Stute in der Nähe, können Hengste mehrmals pro Stunde flehmen. Stuten flehmen auch, aber seltener. Bei weiblichen Pferden wird das Flehmen unter anderem durch den Geruch der Geburtsflüssigkeit eines neugeborenen Fohlen ausgelöst. Am seltensten flehmen demnach Wallache. Der Duftsaugmechanismus Flehmen wird übrigens nicht nur von Pferden, sondern auch von anderen Säugetieren – wie Hunden und Katzen – durchgeführt. Er sieht natürlich je nach konkreter Anatomie immer ein bisschen anders aus.

Kommunikation Pferde

Kommunikation über den Geruchssinn

Ähnlich wie für Hunde enthalten Gerüche auch für Pferde Daten, die es zu sammeln gilt. Aus diesem Grund schnuppern Pferde manchmal an herumliegenden Pferdeäpfeln. Sie möchten erkennen, welches Tier „die Äpfel hingelegt“ hat. Allerdings handelt es sich konkret dabei vor allem um Hengstverhalten. Die Pferdeherren möchten die Konkurrenz im Blick behalten. Daher kann es vorkommen, dass Ihr Hengst auf einer neuen Weide das Futterangebot zunächst ignoriert, um die Apfelhaufen auf der Fläche zu untersuchen und gegebenenfalls seine eigene Duftmarke darüber zu setzen. Natürlich erkennen Pferde nicht nur andere Pferde, sondern auch Menschen an ihrem Geruch. Auch hier besteht eine Parallele zu Hunden und manch anderen Tieren: Es ist sinnvoll, wenn Sie sich bei der Begrüßung beschnuppern lassen. Auch wenn Sie neue Gegenstände in den Stall bringen, sollten Sie zulassen, dass das Pferd an diesen ausgiebig riecht. Auf diese Weise nimmt ein Pferd schließlich jede Menge Informationen auf.

Interessant ist, dass Pferde sogar Gefühle riechen können. Über Hormone erfährt das Tier, ob ein anderes Lebewesen beispielsweise ängstlich, freudig oder hektisch ist. Speziell mit anderen Pferden wird auch über die Pferdenase kommuniziert. Zur Begrüßung pusten sich die Tiere gegenseitig in die Nase.

Tags: Tierpflege, Gesundheit, Tier Wiki
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