Haarlinge beim Pferd


Parasiten existieren für beinahe jedes Lebewesen. Was die Kopflaus für den Menschen ist, sind Haarlinge für Hunde, Pferde und andere Tiere. Aber keine Sorge, die Problematik ist mittlerweile gut erforscht und kann mühelos bekämpft werden. Hier erhalten Sie eine Vielzahl hilfreicher Informationen für die Gesundheit Ihrer Pferde.

Besteht Gefahr für den Menschen?

Zunächst ist es gut zu wissen, dass Pferdehaarlinge streng wirtsspezifisch sind. Da sie also nur Pferde befallen, brauchen Sie im Allgemeinen nicht mit einer Übertragung auf den Menschen zu rechnen. Wichtig ist aber, dass ein gesundes Pferd beschwerdelos befallen sein kann und so immunschwache Pferde anstecken kann, die dann unter den Symptomen leiden.

Nach einer erfolgreichen Behandlung sollten Sie das gesamte Putzzeug, aber auch alles, was das Pferd trug, reinigen. Nicht zu vergessen sind dabei Reitjacke und Reithose. Dort könnten sonst Parasiten oder Eier darauf warten, wieder auf ein Pferd zu gelangen.

Zur Vorbeugung ist es sehr gut, jedes Pferd sorgfältig zu kontrollieren, dass neu in den Stall kommt. Ein heller, luftiger Stall, der regelmäßig entmistet wird, senkt weiterhin das Risiko eines Haarlingsbefalls. Neigt Ihr Pferd zu Hautproblemen und Parasitenbefall, kann es sinnvoll sein, sein Immunsystem zu stärken. Dies besprechen Sie am besten mit einem Tierarzt.

Andere Arten von Haarlingen können übrigens durchaus bei anderen Tieren vorkommen. Es gibt solche Tierläuse, die sich auf beispielsweise Meerschweinchen oder Hunde spezialisiert haben. Aus der anatomischen Ähnlichkeit der Parasiten speist sich die Anwendung gleicher Wirkstoffe für verschiedene Tiere.

Haarlinge

Was sind Haarlinge überhaupt?

Ein Parasitenbefall ist eine der häufigsten Pferdekrankheiten. Bei Haarlingen handelt es sich um Ektoparasiten, die recht leicht von außen zu erkennen sind. Schließlich leben sie in den Haaren und auf der Haut des Pferdes. Anders als Stechmücken saugen sie kein Blut. Haarlingseier kleben vor allem an den Haaren am Hals und im Rückenbereich und oft ist der Schweifansatz betroffen. Diese Eier nennt man, wie bei der Kopflaus der Menschen, Nissen. Leider sehen Haarlingseier denen der Dasselfliege sehr ähnlich. Ausgewachsene Parasiten dieser Art lassen sich vom Pferdepfleger leicht mit Flöhen, Milben und Läusen verwechseln.

Der Pferdehaarling heißt auf lateinisch Werneckiella (Damalinia) equi. Da er sich besonders im dichten Fell wohlfühlt, hat er in der nasskalten Jahreszeit Hochkonjunktur. Diese Art der Ektoparasiten wird auch Kieferlaus genannt. Interessant ist, dass ein Haarling sich nicht etwa vom Blut seines Wirtes ernährt, sondern von dessen Schuppen und Haaren.

Wer gute Augen hat, kann einen Haarling direkt erkennen. Er ist bis zu 1,8 Millimeter lang und hat einen eher breiten, hellgelblichen Körper. An seinem flachen Kopf befinden sich Mundwerkzeuge zum Beißen und Kauen. Der Lebenszyklus eines Haarlings ist zwischen 20 und 40 Tagen lang. Täglich legt ein Haarling circa zwei Eier. Aus diesen schlüpfen Larven, die rasch zu ausgewachsenen Haarlingen werden. Wenn Sie den Befall nicht stoppen, können es also schnell sehr viele Parasiten an Ihrem Pferd werden.

Haarlinge Ursachen

Welche Ursachen liegen Haarlingen zugrunde?

Ein massiver Haarlingsbefall entsteht durch ein geschwächtes Immunsystem. Dieses wird unter anderem durch schlechte Pflege, Vorerkrankungen und Haltungsbedingungen gefördert. Sind nur wenige Parasiten vorhanden, verläuft der Befall bei gesunden Pferden häufig ohne Symptome. In vielen Fällen ist nicht zu ermitteln, woher die Parasiten im Ursprung stammen. Sie könnten mit dem Heu oder Stroh in den Stall getragen wurden sein oder auf der Weide das Pferd „auserwählt“ haben.

Möglich ist auch, dass ein Neuzugang im Stall die Parasiten unbemerkt im Fell hatte. Entsprechend besteht bei Lehrgängen und Turnieren ein Ansteckungsrisiko. Besonders leicht werden die Parasiten übertragen, wenn die Pferde ein dichtes Fell haben und viel im Stall stehen. Dabei sind Pferde mit schwachem Immunsystem sowie Fohlen und Senioren am gefährdetsten. Neben der Übertragung von Pferd zu Pferd kann auch gemeinsam benutztes Putz- oder Sattelzeug eine Ursache für einen Haarlingsbefall sein. Beachten Sie, dass diese Parasiten ohne einen Wirt durchaus eine Woche überleben können. Die Eier schaffen es sogar, bis zu drei Wochen abseits eines Pferdes zu überdauern.

Haarlinge Symptome

Diese Symptome können auftauchen

Bei allen Ektoparasiten treten Unruhe und Juckreiz auf. Welcher Parasit konkret am Werk ist, können geübte Menschen mit bloßem Auge erkennen. Im Zweifel nutzt der Tierarzt ein Abklatschpräparat oder Hautgeschabsel. Befallenes Fell wird löchrig und schuppig. Leichter bis mittelstarker Juckreiz wird vom Krabbeln der Parasiten im Fell sowie durch ihr Knabbern an der Haut ausgelöst. Mitunter löst zudem der Speichel der Kieferläuse Jucken durch allergische Reaktionen aus.

Wenn es juckt, scheuern sich viele Pferde. Sie können sich die Mähne oder den Schweif blutig reiben. Entstandene wunde Stellen entzünden sich unter Umständen. Somit kann es auf den ersten Blick so wirken als sei das Pferd vom Sommerekzem betroffen. Allerdings sind die Parasiten und ihre Eier gut sichtbar, was ein einfaches Ekzem ausschließt.

Ihr Pferd wird bei einem Haarlingsbefall Haare verlieren. Zusätzlich kann es nervös werden und beispielsweise häufiger mit den Hufen aufstampfen. Es kann aber auch vermehrt müde sein, da der Juckreiz den Schlaf stört. Ein schwerer Befall zeigt sich durch Pusteln und Krusten an der Pferdehaut. Besonders einfach können Sie die Parasiten entdecken, wenn Sie das Fell nach dem Reiten durchsuchen. Ein hellbrauner oder gelblicher Haarling kommt nach der Aufwärmung des Tieres herausgekrochen.

Haarlinge Behandlung

So sieht die Behandlung aus

Da meist mehrere Tiere desselben Stalles von Haarlingen befallen sind, sollte jeweils mindestens der gesamte Stalltrakt mitbehandelt werden. Schließlich geht es um eine hochinfektiöse Hauterkrankung, deren Heilungschance bei konsequenter Behandlung 100% beträgt. Beachten Sie, dass ein Fellwechsel den Haarlingen noch kein Ende macht.

Die Therapie entspricht der von Läusen. Eine sorgfältige Beratung durch den Tierarzt ist nötig, da es kein spezifisches Pferdemedikament gegen Ektoparasiten gibt. Oft werden daher Medikamente für andere Tierarten umgewidmet. Es eignen sich Präparate mit dem Wirkstoff Permethrin oder Phoxim. Sie müssen die gescheitelte Haut der Pferde mit einer entsprechenden Lösung waschen. Möglich ist auch die Nutzung von Kontaktinsektiziden mit den Wirkstoffen Pyrethroid, Pyrethrum oder Diazinon als Puder, Lotion oder Spot-On-Präparat.

Auch eine dreimalige Gabe einer Ivermectin-Paste im Abstand von 14 Tagen hat sich bewährt. Jedes Medikament muss mehrfach angewendet werden – passend zum Entwicklungszyklus der Haarlinge. Schließlich töten Insektizide oft nicht alle Eier und Larven. Eine Neuinfektion können Sie versuchen durch regelmäßige Fellpflege und die Pflege wunder Stellen zu vermeiden. Außerdem sollte das Putzzeug regelmäßig desinfiziert werden.

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